Was darf auf keinen Fall in einer Lohnabrechnung stehen?

Gefragt von: Herr Dr. Mike Weidner
sternezahl: 4.9/5 (44 sternebewertungen)

Auf einer Lohnabrechnung dürfen keine vertraulichen persönlichen Informationen, wie z.B. das Geburtsdatum (nur Steuer-ID/Versicherungsnummer), Details zur privaten Situation (z.B. Familienstand) oder Angaben zum Gesundheitszustand fehlen, und es dürfen keine fehlerhaften Brutto-/Netto-Beträge ausgewiesen werden, da die Abrechnung die vollständige und korrekte Berechnung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sowie das Ergebnis (Auszahlungsbetrag) transparent darlegen muss, damit der Mitarbeiter sie nachvollziehen kann. Falsche oder fehlende Pflichtangaben wie die Steuer-ID, der Sozialversicherungsbeitrag oder der Abrechnungszeitraum sind ebenfalls unzulässig.

Was darf nicht in einer Lohnabrechnung stehen?

In einer Lohnabrechnung dürfen keine unzulässigen Abzüge, wie z.B. Mahnkosten oder Bußgelder enthalten sein. Auch keine Personalkosten, die nicht direkt mit der Arbeitsleistung in Verbindung stehen, dürfen in der Lohnabrechnung aufgeführt werden.

Wie kann ich überprüfen, ob meine Lohnabrechnung korrekt ist?

Sowohl bei einem Steuerberater als auch bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht kannst du deine Lohnabrechnung überprüfen lassen und hast dabei gleichzeitig den Fachmann zur Seite, der dir eine rechtssichere Auskunft zum weiteren Vorgehen geben kann.

Wer haftet für Fehler in der Lohnbuchhaltung?

Bei einer falschen Lohnabrechnung haftet primär der Arbeitgeber (§ 42d EStG) gegenüber dem Finanzamt für die korrekte Abführung der Lohnsteuer und Sozialabgaben, da er zur Einbehaltung und Abführung verpflichtet ist; er kann jedoch unter bestimmten Umständen (bis 3 Jahre, bei Sozialabgaben oft innerhalb von 3 Gehaltszahlungen) einen Rückgriff auf den Arbeitnehmer nehmen, der Steuerschuldner bleibt. Fehlerhafte Angaben können zu Nachforderungen führen, bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz auch bei Mitarbeitern (z.B. Lohnbüro) kann deren Haftung greifen, aber der Arbeitgeber bleibt primär verantwortlich.
 

Was muss auf einer Gehaltsabrechnung stehen?

Eine Lohnabrechnung muss Pflichtangaben zu Arbeitgeber, Arbeitnehmer (Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuer-ID, SV-Nummer), Abrechnungszeitraum und Beschäftigungsbeginn enthalten, sowie eine detaillierte Aufschlüsselung des Bruttoentgelts (inkl. Zulagen, Zuschlägen) und aller Abzüge (Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge) bis zum Nettolohn, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und Transparenz zu gewährleisten. Sie besteht aus einem Kopf-, Haupt- und Schlussteil und ist ein wichtiges steuerliches Dokument.
 

Payroll and salary statements

27 verwandte Fragen gefunden

Welche Regeln gibt es für die Lohnabrechnung?

Pflichtangaben auf der Lohnabrechnung

  • Abrechnungszeitraum.
  • Name und Anschrift des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin.
  • Anzahl der Kinder, die steuerlich berücksichtigt werden müssen.
  • Steuerklasse des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin.
  • Konfession.
  • Zu berücksichtigende Freibeträge.
  • Höhe des Bruttolohns.

Was muss auf einem Lohnzettel stehen?

Eine Lohnabrechnung muss Pflichtangaben zu Arbeitgeber, Arbeitnehmer (Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuer-ID, SV-Nummer), Abrechnungszeitraum und Beschäftigungsbeginn enthalten, sowie eine detaillierte Aufschlüsselung des Bruttoentgelts (inkl. Zulagen, Zuschlägen) und aller Abzüge (Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge) bis zum Nettolohn, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und Transparenz zu gewährleisten. Sie besteht aus einem Kopf-, Haupt- und Schlussteil und ist ein wichtiges steuerliches Dokument.
 

Was tun, wenn die Lohnabrechnung falsch ist?

Wenn deine Lohnabrechnung falsch ist, musst du sofort handeln: Prüfe die Abrechnung genau, rüge den Fehler schriftlich beim Arbeitgeber, nenne die Frist für die Korrektur und setze bei Untätigkeit eine angemessene Frist. Bei zu wenig Lohn: fordere den Differenzbetrag schriftlich nach und ziehe ggf. die Arbeitnehmerkammer oder einen Anwalt hinzu; bei zu viel gezahltem Lohn muss der Arbeitgeber die Korrektur vornehmen, es können aber Fristen und Verwirkung (§ 818 Abs. 3 BGB) eine Rolle spielen. 

Wie lange kann ein Fehler in der Lohnabrechnung korrigiert werden?

Fehlerhafte Lohnabrechnungen können oft bis zu drei Jahre rückwirkend korrigiert werden (gesetzliche Verjährungsfrist nach § 195 BGB), wobei die Frist am Ende des Jahres beginnt, in dem der Fehler entdeckt wurde. Wichtig: Arbeits- und Tarifverträge können kürzere Ausschlussfristen (z.B. 1-3 Monate) vorsehen, die oft auch für Arbeitnehmer gelten. Für Sozialversicherungsbeiträge gelten oft kürzere Fristen (3 Monate), nach denen der Arbeitnehmer nicht zusätzlich belastet werden darf, wenn der Fehler nicht sofort korrigiert wird. 

Ist der Arbeitnehmer verpflichtet, seine Gehaltsabrechnung zu überprüfen?

Ja, Arbeitgeber sind grundsätzlich dazu verpflichtet, eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung zu erstellen. Arbeitnehmer müssen das erhaltene Entgelt überprüfen und nachvollziehen können.

Wer kann eine Lohnabrechnung überprüfen?

Wie kann ich meine Lohnabrechnung überprüfen lassen? - Die Fachanwälte für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe e.V. überprüfen Ihre Lohnabrechnung gern und helfen Ihnen, wenn sie Fehler enthält, rechtssicher weiter.

Was kostet beim Steuerberater eine Lohnabrechnung?

Für die Führung von Lohnkonten und die Anfertigung der Lohnabrechnung erhält der Steuerberater eine Gebühr von 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum (§ 34 Abs. 2 StBVV).

Wer haftet für zu wenig abgeführte Lohnsteuer?

Der Arbeitgeber haftet für die Lohnsteuer, die er einzubehalten und abzuführen hat. Dies gilt grundsätzlich auch für die Nachforderung von Lohnsteuer.

Wie überprüfe ich meine Gehaltsabrechnung?

Um Ihre Lohnabrechnung zu prüfen, vergleichen Sie Brutto- und Nettobezüge mit Ihrem Arbeitsvertrag und den ELStAM (Steuerklasse, Kinderfreibeträge), kontrollieren Sozialabgaben (KV, RV, AV, PV), Sonderzahlungen, Überstunden sowie Urlaubsanspruch und achten Sie auf die korrekte Bankverbindung; bei Unklarheiten wenden Sie sich schriftlich an Ihren Arbeitgeber, fordern eine Korrektur und nutzen Sie Gehaltsrechner für einen schnellen Abgleich.
 

Welche Frist gilt, wenn die Lohnabrechnung falsch ist?

Bei einer falschen Lohnabrechnung müssen Arbeitnehmer unverzüglich schriftlich Widerspruch einlegen, idealerweise mit einer kurzen Frist (z.B. 1-2 Wochen), um den Arbeitgeber in Verzug zu setzen. Arbeitgeber müssen Überzahlungen innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist von 3 Jahren (§ 195 BGB) zurückfordern, die am Ende des Jahres beginnt, in dem der Fehler bemerkt wurde. Allerdings können Ausschlussfristen in Arbeits- oder Tarifverträgen (oft 3 Monate) diese Fristen verkürzen – werden sie nicht eingehalten, verfällt der Anspruch. 

Habe ich das Recht zu erfahren, was meine Kollegen verdienen?

Nein, Sie dürfen nicht direkt wissen, was Ihr spezifischer Kollege verdient, aber durch das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) haben Sie Anspruch auf Auskunft über das durchschnittliche Entgelt vergleichbarer Tätigkeiten (Median) in Ihrem Unternehmen, um Lohndiskriminierung zu erkennen. Das erlaubt das Gesetz, aber der Arbeitgeber nennt nur Durchschnittswerte und Kriterien, nicht Einzelgehälter, was aus Datenschutzgründen nicht geht. Sie dürfen auch selbst über Ihr Gehalt sprechen, um Fairness zu fördern. 

Wer haftet für Fehler in der Gehaltsabrechnung?

Bei einer falschen Lohnabrechnung haftet primär der Arbeitgeber (§ 42d EStG) gegenüber dem Finanzamt für die korrekte Abführung der Lohnsteuer und Sozialabgaben, da er zur Einbehaltung und Abführung verpflichtet ist; er kann jedoch unter bestimmten Umständen (bis 3 Jahre, bei Sozialabgaben oft innerhalb von 3 Gehaltszahlungen) einen Rückgriff auf den Arbeitnehmer nehmen, der Steuerschuldner bleibt. Fehlerhafte Angaben können zu Nachforderungen führen, bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz auch bei Mitarbeitern (z.B. Lohnbüro) kann deren Haftung greifen, aber der Arbeitgeber bleibt primär verantwortlich.
 

Was kann ich tun, wenn mein Lohnzettel falsch ist?

Wenn deine Lohnabrechnung falsch ist, musst du sofort handeln: Prüfe die Abrechnung genau, rüge den Fehler schriftlich beim Arbeitgeber, nenne die Frist für die Korrektur und setze bei Untätigkeit eine angemessene Frist. Bei zu wenig Lohn: fordere den Differenzbetrag schriftlich nach und ziehe ggf. die Arbeitnehmerkammer oder einen Anwalt hinzu; bei zu viel gezahltem Lohn muss der Arbeitgeber die Korrektur vornehmen, es können aber Fristen und Verwirkung (§ 818 Abs. 3 BGB) eine Rolle spielen. 

Wie lange kann eine Nachberechnung rückwirkend durchgeführt werden?

Eine Nachberechnung kann rückwirkend meistens bis zu drei Jahre durchgeführt werden, da die allgemeine Verjährungsfrist nach § 195 BGB drei Jahre beträgt – danach muss der Schuldner die Forderung nicht mehr begleichen, auch wenn die Rechnung noch erstellt werden kann. Spezifische Bereiche haben jedoch kürzere Fristen: Bei Nebenkostenabrechnungen muss die Abrechnung meist bis spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums vorliegen, und bei Lohnabrechnungen für Sozialversicherungsbeiträge sind Korrekturen oft nur drei Monate zulässig, wobei auch interne Ausschlussfristen gelten können. 

Wie lange rückwirkend kann eine Lohnabrechnung korrigiert werden Arbeitnehmer?

SV: Berichtigungen beim Arbeitnehmer nur drei Monate zulässig.

Wer haftet für Abrechnungsfehler?

Wer haftet bei Fehlern in der Buchhaltung? Beschäftigte haften für Fehlbeträge in der Kasse oder beim Warenbestand und, wenn ein wirksamer Mankovertrag besteht (im Fall der Mankohaftung steht der oder die Arbeitnehmende für ein Manko in der Kasse oder im Warenbestand ein).

Was passiert bei falscher Eingruppierung?

Die falsche Eingruppierung kann nicht aufgehoben werden wie etwa eine unzulässige Einstellung. Der Betriebsrat muss dem Arbeitgeber durch das Arbeitsgericht aufgeben lassen, ein gerichtliches Verfahren auf Ersetzung der Zustimmung zu der von ihm gewünschten Entgeltgruppe einzureichen – so BAG 7 ABR 14/20.

Was muss zwingend auf einer Lohnabrechnung stehen?

Brutto- und Nettolohn, Zulagen, Abzüge, betriebliche Altersversorgung: All das – und noch einiges mehr – muss auf dem Gehaltszettel stehen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wo kann man Gehaltsabrechnungen prüfen lassen?

Sie können Ihre Lohnabrechnung bei einem Steuerberater, der Verbraucherzentrale, einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen oder sich an die zuständige Arbeitnehmerkammer (falls vorhanden, wie in Bremen) wenden; alternativ können Sie auch die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers kontaktieren und bei Fehlern schriftlich widersprechen. Für einen ersten Überblick hilft auch ein kostenloser Lohncheck auf Portalen wie Lohnspiegel.de.
 

Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil bei 2000 € brutto?

Ein Angestellter mit 2.000 € Brutto kostet den Arbeitgeber zusätzlich zu den 2.000 € noch ca. 20-30 % Lohnnebenkosten, also insgesamt etwa 2.400 bis 2.600 € pro Monat, da Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (ca. 400-450 €) hinzukommen, während dem Arbeitnehmer netto rund 1.300 bis 1.500 € bleiben, abhängig von Steuerklasse und Kinderfreibeträgen.