Was geht von der Witwenrente alles ab?

Gefragt von: Mechthild Dietz
sternezahl: 4.5/5 (25 sternebewertungen)

Von der Witwenrente gehen hauptsächlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 12 % im Schnitt) ab, sowie gegebenenfalls Einkommen (ab 1. Juli 2025: Freibetrag von 1.076,86 € + 228,42 € pro Kind), das über diesem Freibetrag liegt und zu 40 % angerechnet wird. Auch eine Wiederheirat führt zum Wegfall der Rente, es sei denn, es wird eine Rentenabfindung beantragt, und andere Einkünfte (Erwerbsersatzleistungen, Vermietung, etc.) werden ebenfalls berücksichtigt.

Was wird alles von der Witwenrente abgezogen?

Abzüge bei der Witwenrente gibt es hauptsächlich durch Einkommensanrechnung (eigene Rente, Arbeitseinkommen), wenn dieses einen bestimmten Freibetrag übersteigt (aktuell ca. 1.077 €/Monat, Stand Juli 2025). Zusätzlich kann ein Abschlag von bis zu 10,8 % erfolgen, wenn der Partner vor dem 65. Geburtstag starb. Das anzurechnende Einkommen wird pauschal bereinigt (z.B. 14 % bei eigener Rente, 40 % bei Arbeitseinkommen), und der übersteigende Betrag wird zu 40 % gekürzt auf die Witwenrente angerechnet. 

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau die Witwenrente (groß oder klein), das Sterbevierteljahr (Sofortzahlung) und ein gesetzlicher Erbteil zu, der je nach Situation (Kinder, Zugewinngemeinschaft) variiert, wobei die Witwenrente meist 55 % der Partnerrente beträgt, nach den ersten drei Monaten aber eigenes Einkommen angerechnet wird. 

Wie hoch darf die eigene Rente sein, damit die Witwenrente nicht gekürzt wird?

Damit Ihre eigene Rente die Witwenrente nicht kürzt, müssen Sie den Freibetrag beachten: Ab dem 1. Juli 2025 liegt dieser bei 1.076,86 € monatlich (brutto) für Arbeitseinkommen und kann sich mit Waisenkindern erhöhen. Nur das Nettoeinkommen, das diesen Freibetrag übersteigt, wird zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet; höhere Einkommen werden ab dem Folgejahr stärker berücksichtigt, es gibt aber politische Absichten, die Regeln zu verbessern.
 

Wird die große Witwenrente ein Leben lang gezahlt?

Ja, die große Witwenrente wird grundsätzlich lebenslang gezahlt, solange Sie nicht wieder heiraten und die Voraussetzungen (z.B. Alter, Erwerbsminderung, Kindererziehung) erfüllt sind; bei Wiederheirat endet der Anspruch, es kann aber eine Rentenabfindung beantragt werden. Die große Witwenrente beträgt 55 % der Rente des Verstorbenen und wird unbefristet ausgezahlt, im Gegensatz zur kleinen Witwenrente (25 % für 24 Monate). 

Rente: Wichtige Änderung bei der Witwenrente JETZT beschlossen!

41 verwandte Fragen gefunden

Wird die lebenslange Witwenrente in Deutschland abgeschafft?

In Deutschland hingegen gibt es keine Abschaffung der lebenslangen Witwenrente.

Wann bekommt man die kleine Witwenrente und wann die große?

Die kleine Witwenrente gibt es für 24 Monate, wenn Sie jünger als das Altersgrenzen-Alter (2025: 46 Jahre und 4 Monate) sind, während die große Witwenrente unbefristet gezahlt wird, wenn Sie älter sind oder ein Kind erziehen, aber beide setzen eine Mindestehedauer von einem Jahr voraus und Ihr eigenes Einkommen wird angerechnet (nach den ersten drei Monaten). Die große Rente ist höher (55 % statt 25 % der Rente des Verstorbenen) und gilt unbegrenzt, die kleine ist befristet auf 24 Monate, mit Kinderzuschlägen möglich.
 

Kann eine Frau ihre eigene Rente und zusätzlich die Witwenrente beziehen?

Wer beides bezieht, muss mit Abzügen rechnen. Hinterbliebene, die selbst das Rentenalter erreicht haben, können grundsätzlich sowohl ihre eigene Altersrente als auch die Witwenrente gleichzeitig beziehen. Beide Leistungen stammen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, haben aber unterschiedliche Funktionen.

Wer bekommt 60% der Witwenrente?

Die 60-Prozent-Witwenrente gibt es nur noch in Sonderfällen des alten Rechts: wenn die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und mindestens einer der Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde. Alle anderen erhalten nach neuerer Regelung 55 Prozent, sofern die Voraussetzungen für die „große Witwenrente“ erfüllt sind, wie z.B. ein Mindestalter (das stufenweise auf 47 Jahre steigt), Erwerbsminderung oder die Erziehung eines Kindes unter 18 Jahren. 

Wie lange bin ich steuerfrei nach dem Tod des Partners?

Steuererklärung für Verstorbene: Gesetze im Überblick

25 EStG – Veranlagung zur Einkommensteuer: Die Einkommensteuerpflicht des Verstorbenen bleibt bis zum Todestag bestehen. Die Steuererklärung ist bei Bestehen einer Abgabepflicht für das Jahr des Todes noch von den Erben einzureichen.

Was bekommt eine Witwe, wenn ihr Ehemann stirbt?

Wenn der Ehemann stirbt, erhält die Frau in Deutschland in der Regel ein Erbe (je nach gesetzlicher Erbfolge oder Testament), eine Witwenrente (zunächst für drei Monate die volle Rente, danach meist 55-60% der Rente des Mannes), sowie möglicherweise Ansprüche aus Lebensversicherungen oder Pensionen. Die genaue Höhe des Erbes hängt von Kindern und Testament ab, während die Witwenrente Einkommensanrechnung unterliegen kann, außer im "Sterbevierteljahr". 

Was ändert sich bei der Witwenrente 2025?

Für 2025 sind die wichtigsten Änderungen bei der Witwenrente die automatische Erhöhung um 3,74 % zum 1. Juli, die Anhebung des Einkommensfreibetrags auf 1.076,86 € und die Berücksichtigung des neuen EM-Rentenzuschlags als Einkommen ab Dezember 2025. Das bedeutet: Mehr Rente für alle und höhere Hinzuverdienstgrenzen, aber Vorsicht bei Einkommen aus Erwerbsminderung. 

Bei welchem Einkommen wird die Witwenrente jetzt gekürzt?

Die Witwenrente wird gekürzt, wenn Ihr monatliches Nettoeinkommen (z.B. aus Arbeit, Rente, Vermietung) einen Freibetrag übersteigt, der seit Juli 2025 bei 1.076,86 € liegt und sich pro Kind um 228,42 € erhöht; der Teil des Einkommens, der über diese Freibeträge hinausgeht, wird zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet, was zu einer Kürzung führt. 

Wie viel von der Rente meines Mannes steht mir zu?

Wenn Ihr Ehepartner vor 2002 einen Anspruch auf eine zusätzliche staatliche Rente (auch SERPS genannt) erworben hat, können Sie mindestens 50 % dieses Betrags erben . Je nach Geburtsdatum Ihres Ehepartners kann dieser Prozentsatz jedoch bis zu 100 % betragen. Eine Tabelle mit Daten und Prozentsätzen finden Sie unter: Zusätzliche staatliche Rente ...

Wie viel Einkommen darf eine Witwe haben?

Als Witwe dürfen Sie aktuell (ab 1. Juli 2025) bis zu 1.076,86 € Netto-Einkommen monatlich anrechnungsfrei hinzuverdienen; darüber hinausgehende Einkünfte werden zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet. Einkünfte aus einem Minijob (520-Euro-Job) bleiben in der Regel komplett anrechnungsfrei, da der Freibetrag nicht überschritten wird. Für die Berechnung wird ein fiktives Nettoeinkommen aus Ihrem Brutto-Einkommen ermittelt, von dem pauschal 40 % abgezogen werden, bevor der Freibetrag angewendet wird. 

Wird meine eigene Rente gekürzt, wenn ich Witwenpension bekomme?

Ja, die Witwenrente wird bei Bezug einer eigenen Rente gekürzt, da die eigene Rente als Einkommen angerechnet wird, aber es gibt Freibeträge und die Kürzung beginnt erst nach Überschreiten dieser Grenze; die eigene Rente selbst wird nicht gekürzt, nur die Hinterbliebenenrente wird reduziert, beginnend mit 40% des anrechenbaren Einkommens über dem Freibetrag, wobei in den ersten drei Monaten nach dem Tod keine Anrechnung erfolgt (Sterbevierteljahr). 

Wie hoch darf die eigene Rente sein, um Witwenrente zu erhalten?

Damit Ihre eigene Rente die Witwenrente nicht kürzt, müssen Sie den Freibetrag beachten: Ab dem 1. Juli 2025 liegt dieser bei 1.076,86 € monatlich (brutto) für Arbeitseinkommen und kann sich mit Waisenkindern erhöhen. Nur das Nettoeinkommen, das diesen Freibetrag übersteigt, wird zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet; höhere Einkommen werden ab dem Folgejahr stärker berücksichtigt, es gibt aber politische Absichten, die Regeln zu verbessern.
 

Was ist die Witwenpension?

Eine Witwenpension (oder Hinterbliebenenpension) ist eine finanzielle Leistung für den überlebenden Ehe- oder Lebenspartner nach dem Tod des Partners, die als finanzielle Absicherung dient und sich meist nach der Höhe der Pension des Verstorbenen richtet, wobei der Prozentsatz je nach System (gesetzlich, Beamte) und Einkommenssituation des Hinterbliebenen variiert (oft 55-60%). Anspruchsberechtigt sind in der Regel Ehe- oder Lebenspartner, Kinder, und es gibt oft Mindestversicherungszeiten und Ehedauer. Bei Wiederheirat kann der Anspruch erlöschen, es gibt aber oft eine Abfindung, und eigene Einkünfte können die Pension kürzen. 

Wie hoch ist die Witwenrente bei 2500 Euro?

2.500,00 € – 1.305,28 € = 1.194,72 € 40 % von 1.194,72 € = 477,89 € 990,00 € – 477,89 € = 512,11 € Witwenrente.

Kann man Witwenrente und Altersrente gleichzeitig bekommen?

Ja, Witwenrente und eigene Altersrente können gleichzeitig bezogen werden, aber Ihre Altersrente wird als Einkommen auf die Witwenrente angerechnet, was zu einer Kürzung führen kann, falls Ihr bereinigtes Nettoeinkommen einen bestimmten Freibetrag übersteigt. In den ersten drei Monaten nach dem Tod gibt es eine Schonfrist ohne Anrechnung, danach wird der übersteigende Betrag (Netto-Altersrente minus Freibetrag) zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet. Ihre eigene Altersrente bleibt davon unberührt. 

Wie hoch ist die Witwenrente bei 20 Jahren Altersunterschied?

Bei einem Altersunterschied von 20 Jahren kann die betriebliche Witwenrente stark gekürzt werden, da Arbeitgeber oft Klauseln haben, die für jedes volle Jahr über 10 Jahren Unterschied 5 % Kürzung vorsehen – bei 20 Jahren kann das zu einer Halbierung oder sogar einem vollständigen Ausschluss führen, während die gesetzliche Witwenrente nach dem Tod des Partners sich nach dem eigenen Alter richtet und nicht direkt wegen des Altersunterschieds gekürzt wird, es sei denn, es gelten spezielle Regelungen.
 

Wer bekommt die 60% Witwenrente?

Die 60-Prozent-Witwenrente gibt es nur noch in Sonderfällen des alten Rechts: wenn die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und mindestens einer der Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde. Alle anderen erhalten nach neuerer Regelung 55 Prozent, sofern die Voraussetzungen für die „große Witwenrente“ erfüllt sind, wie z.B. ein Mindestalter (das stufenweise auf 47 Jahre steigt), Erwerbsminderung oder die Erziehung eines Kindes unter 18 Jahren. 

Warum bekomme ich nur die kleine Witwenrente?

„Eine kleine Witwenrente erhält, wer noch keine 47 Jahre alt ist, nicht selbst erwerbsgemindert ist und kein Kind erzieht“, erklärt dazu Katja Braubach von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wie lange muss man verheiratet sein, um die große Witwenrente zu beziehen?

Für die große Witwenrente muss die Ehe grundsätzlich mindestens ein Jahr gedauert haben, was bei einem Unfalltod entfällt. Die Dauer der Ehe allein bestimmt aber nicht, ob es die große oder kleine Rente gibt; entscheidend sind die Voraussetzungen wie Alter (ab ca. 46 J.), Erziehung eines Kindes oder Erwerbsminderung sowie die fünfjährige Wartezeit des Verstorbenen (mindestens 5 Jahre Beiträge zur Rentenversicherung).