Was gilt als Regelversorgung?
Gefragt von: Herr Prof. Rolf-Dieter Kochsternezahl: 4.2/5 (27 sternebewertungen)
Regelversorgung bezieht sich meist auf die medizinisch notwendige, ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Grundversorgung bei Zahnersatz, die von gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, aber oft ästhetisch weniger anspruchsvolle Materialien (z.B. Metallkronen, einfache Brücken) vorsieht, während die Kasse einen Festzuschuss gewährt und Patienten den Rest selbst tragen müssen. Sie ist der Standard, von dem aus der Festzuschuss berechnet wird, um die Kosten zu senken, kann aber bei Bedarf durch individuellere, teurere Versorgungen (andersartige Versorgung) ergänzt werden, wofür es höhere Eigenanteile gibt.
Was zählt zur Regelversorgung?
Unter dem Begriff Regelversorgung versteht man zweckmäßige und wirtschaftliche Zahnersatzleistungen, die aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit nach Standardverfahren erfolgen – beispielsweise Maßnahmen zur Sicherstellung der Kau- und Sprachfunktion.
Welche Kronen gehören zur Regelversorgung?
Überblick über Materialien und Arten von Kronen
Vollgusskronen aus Nichtedelmetall gehören zur regelhaften Versorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Was bedeutet Grund- und Regelversorgung?
Krankenhaus der Grundversorgung (mindestens 100 Betten, in der Regel 200 bis 250 Betten) Krankenhaus der Regelversorgung (mindestens 200 Betten, in der Regel 400 bis 600 Betten) Krankenhaus der Zentralversorgung (mindestens 400 Betten, in der Regel über 600 Betten)
Ist eine Zahnbrücke eine Regelversorgung?
Die Regelversorgung für eine Zahnbrücke ist die günstigste Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkassen, meist eine Metall-Keramik-Brücke (Teilverblendet im sichtbaren Bereich, komplett Metall im Seitenzahnbereich) oder eine einfache Metallbrücke, wobei die Kasse einen Festzuschuss von 60% der Durchschnittskosten übernimmt. Bei lückenlosen Bonusheften steigt dieser Zuschuss, und bei geringem Einkommen greift die Härtefallregelung. Die Regelversorgung dient als Basis, von der aus höherwertige (gleichartige) oder andere (andersartige) Versorgungen gewählt werden können, was zu höheren Eigenanteilen führt.
Regelversorgung bei Zahnersatz | Dr Coburg Kaarst
Was bedeutet Regelversorgung bei Heil- und Kostenplan?
Regelversorgung. Die Regelversorgung ist Zahnersatz, der aus medizinischer Sicht notwendig ist und ausreicht. Für jeden Befund ist die Regelversorgung mit Zahnersatz festgelegt. Dabei werden die ästhetischen Belange nicht unbedingt berücksichtigt.
Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei Zahnbrücken?
Eine Zahnbrücke ist eine Kassenleistung, aber die Krankenkasse zahlt nur einen Festzuschuss für die sogenannte Regelversorgung (z.B. eine einfache Metallbrücke) von 60 %, der sich bei lückenlosem Bonusheft auf 70 % (5 Jahre) oder 75 % (10 Jahre) erhöht; für hochwertigere Materialien (Keramik, Edelmetall) oder aufwendigere Versorgungen müssen Patienten den Restbetrag selbst tragen, es sei denn, es liegt ein Härtefall vor, der eine 100%ige Übernahme ermöglichen kann.
Was kostet eine Regelversorgung beim Zahnarzt?
Die Kosten der Regelversorgung beim Zahnarzt werden von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) durch einen Festzuschuss gedeckt, der standardmäßig 60 % der Kosten für eine einfache, zweckmäßige Versorgung übernimmt, sich bei lückenlosem Bonusheft auf bis zu 75 % erhöht; den Rest (40 %, 30 % oder 25 %) zahlen Sie selbst, es sei denn, Sie fallen unter die Härtefallregelung (100 % Übernahme), welche aber beantragt werden muss. Die Regelversorgung deckt nur das Notwendigste ab, hochwertigere Materialien oder ästhetische Wünsche sind immer eine Zuzahlung.
Was bedeutet von der Regelversorgung abweichende Behandlung?
Für einen von der Regelversorgung abweichenden Zahnersatz, trägt der Patient die hieraus entstehenden Mehrkosten selbst. Der Zahnarzt erstellt vor Beginn der Behandlung einen kostenfreien Heil- und Kostenplan.
Was ist die Regelversorgung nach § 55 SGB V?
Gemäß § 55 Abs. 2 SGB V haben Versicherte, die ansonsten unzumutbar belastet würden, bei der Zahnersatz-Regelversorgung zusätzlich zum 60-Prozent-Festzuschuss Anspruch auf einen weiteren Betrag in Höhe von 40 Prozent (angepasst an die tatsächlichen Kosten).
Was bedeutet 100% Zahnersatz bei Regelversorgung?
"100 % Zahnersatz bei Regelversorgung" bedeutet, dass Ihre gesetzliche Krankenkasse (GKV) bei geringem Einkommen (Härtefallregelung) die vollen Kosten für eine Basis-Zahnersatzversorgung übernimmt, sodass Sie keinen Eigenanteil zahlen müssen. Die Regelversorgung ist der Standard, den die GKV festlegt (z.B. eine einfache Brücke statt einer teureren Krone). Die 100 % beziehen sich also nur auf die Kosten dieser festgelegten Basisleistung, nicht auf teurere Premium-Lösungen.
Kann man mit einer Zahnbrücke 3 Zähne überbrücken?
Eine Zahnbrücke kann Zahnlücken mit maximal 3 fehlenden Zähnen im Seitenzahnbereich und maximal 4 fehlenden Zähnen im Frontzahnbereich schließen. Um größere Lücken zu überbrücken, können für die Konstruktion einer Zahnbrücke auch Implantate eingesetzt werden, die als Pfeilerzähne dienen.
Wie sieht eine Krone in der Regelversorgung aus?
Die Basisversorgung sieht beispielsweise an den Backenzähnen eine Krone aus einem Nicht-Edelmetall vor und wird nicht zusätzlich verblendet. Im Bereich der Seitenzähne übernimmt die Kasse eine silberfarbene Krone aus Nicht-Edelmetall, an den Frontzähnen eine teilverblendete Krone.
Sind Implantate Regelversorgung?
Implantate gehören nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen und werden komplett privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte, kurz GOZ, abgerechnet.
Kann ein Zahnarzt die Regelversorgung ablehnen?
Die Zahnärztin oder der Zahnarzt können eine Kassenleistung nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen verweigern, etwa mit dem Hinweis, dass die Kassenleistung zu gering vergütet ist.
Welche Behandlungen muss ich beim Zahnarzt selbst bezahlen?
Beim Zahnarzt zahlen Sie selbst für Leistungen, die über den gesetzlichen Standard hinausgehen, wie hochwertigere Materialien (z. B. Vollkeramik statt Amalgam), ästhetische Behandlungen (Bleaching) oder spezielle Implantate, sowie für den Eigenanteil bei Zahnersatz (ca. 40% der Kosten der Regelversorgung). Auch die professionelle Zahnreinigung (PZR) wird oft nicht oder nur teilweise übernommen, ebenso wie bestimmte Komfortleistungen und Diagnoseverfahren.
Was gehört zur Regelversorgung?
Zur Regelversorgung gehören metallische Voll- und Teilkronen. Ebenfalls zur Regelversorgung gehören vestibuläre Verblendungen im Oberkiefer bis einschließlich Zahn 5, im Unterkiefer bis einschließlich Zahn 4. Im Bereich der Zähne 1 bis 3 umfasst die vestibuläre Verblendung auch die Schneidekanten.
Was ist eine vestibuläre Verblendung bei Zahnkronen?
Eine vestibulär verblendete Krone ist ein Zahnersatz, bei dem nur die sichtbare Außenseite (zur Wange/Lippe hin, der "Vestibulum") mit zahnfarbener Keramik oder Kunststoff verblendet ist, während die Innenseite aus einem stabileren Metallgerüst besteht, was einen natürlichen Look mit Haltbarkeit verbindet, oft als kostengünstigere Lösung im Vergleich zu vollkeramischen Kronen.
Was kann ich tun, wenn meine Zahnarztrechnung zu hoch ist?
Bei Streitigkeiten über die Rechnungshöhe kann Ihnen eine Rechnungsprüfung bei der Landeszahnärztekammer weiterhelfen. Dieser Service ist jedoch aktuell nur bei den Landeszahnärztekammern Berlin, Brandenburg, Hessen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Sachsen und Schleswig-Holstein für Sie kostenlos.
Wie viel kostet eine Regelversorgung mit Zahnbrücke?
Die Kosten für eine Zahnbrücke in der Regelversorgung (Metall mit Verblendung) liegen oft bei ca. 400–500 € Eigenanteil, da die Krankenkasse die Hälfte der Durchschnittskosten übernimmt (ca. 450 € Festzuschuss), aber Material- und Laborkosten (z.B. Vollkeramik) höher ausfallen. Der Eigenanteil wird durch Bonusheft-Führung (20-30 % mehr Zuschuss) und Härtefallregelungen (bis zu 100 % Erstattung) reduziert, wobei die tatsächlichen Kosten je nach Material und Aufwand variieren.
Wann übernimmt die Krankenkasse 100% Zahnersatz?
Härtefallregelung Zahnersatz Wann Du Zahnersatz zum Nulltarif bekommst. Wer kein Geld für Zahnersatz hat, kann von der gesetzlichen Krankenkasse bis zu 100 Prozent der Kosten für Zahnersatz bekommen. Diese Härtefallregelung gilt für Geringverdiener, Studenten mit Bafög-Anspruch und Empfänger von Sozialleistungen.
Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Regelversorgung?
Die Krankenkasse zahlt Krankengeld, wenn Sie länger als sechs Wochen (ab dem 43. Krankheitstag) krankgeschrieben sind und Ihr Arbeitgeber die Lohnfortzahlung eingestellt hat, und zwar meist rückwirkend in regelmäßigen Abständen (z. B. monatlich), oft kurz nach dem Monatswechsel. Sie zahlt auch bei Behandlungen, Leistungen wie Zahnersatz (nach Abzug der Eigenanteile) oder bei Kuraufenthalten, aber immer erst nach Vorlage der ärztlichen Nachweise und oft mit Zuzahlung Ihrerseits.
Wie viel kostet eine Implantatbrücke für 3 Zähne?
Eine Implantatbrücke für 3 Zähne (2 Implantate + 1 Brückenglied) kostet insgesamt etwa 3.500 € bis 8.000 €, wobei der Eigenanteil je nach Material und Aufwand bei grob 2.000 € bis 7.000 € liegt, da die Krankenkasse einen Festzuschuss für die Regelversorgung leistet. Die Kosten setzen sich aus den Implantaten (ca. 2.000-2.700 € pro Stück) und dem Brückenglied (ca. 450 €) zusammen, zuzüglich Labor- und Zahnarztkosten, die individuell variieren.
Was tun, wenn man kein Geld für neue Zähne hat?
Wer wenig Geld hat, kann von der gesetzlichen Krankenkasse 100 Prozent Zuzahlung zum Basis-Zahnersatz bekommen. Diese sogenannte Härtefallregelung muss beantragt und das Einkommen muss nachgewiesen werden. Wer leicht über der Einkommensgrenze liegt, kann ebenfalls einen höheren Festzuschuss bekommen.
Was ist die Regelversorgung für einen Frontzahn?
Unter Regelversorgung versteht man die Standardtherapie, die abhängig vom jeweiligen Befund für den Zahnersatz festgelegt ist. Muss zum Beispiel ein Frontzahn mit einer Krone versorgt werden, ist die Regelversorgung dafür eine Metallkrone mit einer Teilverblendung aus zahnfarbenem Kunststoff.