Was ist bei einem geerbten Elternhaus zu beachten?

Gefragt von: Dierk Ebert
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Beim Erben eines Elternhauses müssen Sie rechtliche (Grundbucheintrag, Erbschein), steuerliche (Erbschaftssteuer, Spekulationssteuer), finanzielle (Bewertung, Kosten, Freibeträge), sowie praktische Aspekte (Sanierungspflicht, Leerstand, Erbengemeinschaft) klären, entscheiden, ob Sie selbst einziehen, vermieten oder verkaufen wollen, und sollten sich idealerweise frühzeitig steuerlich und rechtlich beraten lassen.

Wann ist das Erbe des Elternhauses steuerfrei?

Das sogenannte Familienheim kann in der Regel steuerfrei von den Eltern geerbt werden, wenn man zügig dort einzieht und es für mindestens zehn Jahre als Hauptwohnsitz nutzt. Eine Vermietung während dieser Zeit würde zum Wegfall der Steuervergünstigung führen!

Wie lange darf ein geerbtes Haus leer stehen?

Wie lange ein geerbtes Haus leer stehen darf, ist nicht einheitlich geregelt. In der Regel liegt die Frist zwischen 60 und 90 Tagen.

Was muss ich beachten, wenn ich ein altes Haus Erbe?

Wenn Sie ein altes Haus erben, sollten Sie zuerst einen Erbschein beantragen, das Grundbuch berichtigen lassen und die Sanierungspflichten gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) prüfen (Heizung, Dämmung), die innerhalb von zwei Jahren nach Eigentümerwechsel fällig werden können. Danach müssen Sie entscheiden, ob Sie selbst einziehen, vermieten oder verkaufen wollen, wobei eine Bewertung durch einen Gutachter und eine Klärung der Erbengemeinschaft (falls vorhanden) wichtig sind, um Kosten, steuerliche Aspekte (Spekulationssteuer) und Fördermöglichkeiten (BEG, KfW, BAFA) zu berücksichtigen.
 

Muss ich mein geerbtes Haus verkaufen, um den Pflichtteil auszuzahlen?

Muss man ein geerbtes Haus verkaufen, um Pflichtteilsberechtigte auszuzahlen? Es gibt keine automatische Verpflichtung, ein geerbtes Haus zu verkaufen, um den Pflichtteil an die Berechtigten auszuzahlen. Jedoch sind Erben grundsätzlich zur Auszahlung des entsprechenden Pflichtteils verpflichtet.

Geerbte Immobilie Verkaufen - auf diese zwei Punkte musst du achten!

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Muss ich das Haus verkaufen, um den Pflichtteil auszahlen zu können?

Um den Pflichtteil auszuzahlen, wenn ein Haus vererbt wird, muss der Erbe nicht zwingend verkaufen; Alternativen sind die Nutzung eigener Mittel, Verkauf anderer Nachlasswerte, Aufnahme eines Kredits mit Grundschuld auf das Haus oder Ratenzahlung, aber oft ist der Verkauf die einzige Lösung, wenn Liquidität fehlt, da der Pflichtteilsanspruch ein reiner Geldanspruch ist. Wichtig ist, dass der Anspruch schnell geltend gemacht wird (Verjährung 3 Jahre), der Pflichtteilsberechtigte Auskunft verlangen kann und der Erbe die Stundung bei Härtefällen beantragen kann.
 

Wann gilt eine Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel?

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Handelt es sich um eine Wohnung oder ein Ein- oder Zweifamilienhaus, in dem der oder die Erben schon vor dem 1. Februar 2002 selbst gewohnt haben, gilt die Erbschaft nicht als Eigentümerwechsel. Die Sanierungspflicht entfällt dann. Bei Mehrfamilienhäusern gilt diese Ausnahme nicht.

Soll ich mein Elternhaus verkaufen oder behalten?

Die Entscheidung, das Elternhaus zu verkaufen oder zu behalten, hängt stark von rationalen Faktoren (Lage, Zustand, Finanzen, Verwaltungsaufwand) und emotionalen Bindungen ab; ein Verkauf ist oft sinnvoll bei hohem Instandhaltungsbedarf, schlechter Lage, zur Kapitalbeschaffung oder bei Uneinigkeit unter Erben, während das Behalten durch Vermietung oder Selbstnutzung Einnahmen und emotionale Bindung sichert, aber viel Arbeit bedeutet. Prüfen Sie den Wert, Ihre Zukunftspläne und die Interessen aller Beteiligten, um die beste Entscheidung zu treffen. 

Wann muss ein geerbtes Haus saniert werden?

Hier besteht Sanierungspflicht

Von der Sanierungspflicht sind ab 2024 alle Eigentümerinnen und Eigentümer betroffen, die einen Altbau gekauft, geerbt oder geschenkt bekommen haben. Die Sanierungspflicht tritt demnach erst mit dem Eigentumswechsel in Kraft.

Was ist besser, Schenkung oder Überschreibung?

Es gibt keinen Unterschied zwischen Schenkung und Überschreibung – eine Überschreibung ist eine Schenkung, oft als "vorweggenommene Erbfolge" bezeichnet, mit dem Hauptvorteil, dass steuerliche Freibeträge alle 10 Jahre neu genutzt werden können, um die Erbschaftssteuer zu minimieren, was besonders bei wertvollen Immobilien (z.B. Häusern) steuerlich oft klüger ist als das Warten auf den Erbfall, wobei man sich durch Auflagen (Wohnrecht, Nießbrauch) absichern kann, aber Eigentum aufgibt. 

Wann darf ich ein geerbtes Haus nicht verkaufen?

Von der Spekulationssteuer befreit kann der Verkauf eines geerbten Hauses in folgenden Fällen sein : Der Erblasser hat das Haus vor mehr als zehn Jahren gekauft. Der Erblasser hat das Haus die letzten zwei Kalenderjahren sowie im Jahr des Erbfalls selbst genutzt bzw. bewohnt.

Ist Leerstand strafbar?

Dauerhafter Leerstand von Wohnräumen gilt schließlich als Zweckentfremdung und wird demnach bestraft. Jedoch ist nicht gleich jede leer stehende Wohnung zweckentfremdet. Beispielsweise darf eine Wohnung kurzfristig leer stehen, wenn sie saniert wird. Sie sollte aber nach spätestens drei Monaten wieder vermietet werden.

Wann darf man ein geerbtes Haus ausräumen?

Nach dem Todesfall geht der Nachlass unmittelbar auf die Erben über (§ 1922 BGB). Damit haben zunächst nur die Erben das Recht, über die Wohnung und den Hausrat zu verfügen. Solange die Erbschaft nicht ausgeschlagen wurde, dürfen die Erben die Wohnung betreten und räumen.

Wie viel Erbschaftssteuer muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € Erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Wie kann man Erbschaftssteuer bei einem Haus vermeiden?

Der einfachste Weg, die Erbschaftssteuer zu reduzieren oder sogar zu umgehen, ist die Ausnutzung der Freibeträge. Je nach Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen sind diese unterschiedlich hoch. Liegt der Wert der vererbten Immobilie unterhalb des verfügbaren Freibetrags, entfällt die Erbschaftssteuer komplett.

Wie lange muss ein Haus überschrieben sein, um keine Erbschaftssteuer zu zahlen?

Um keine Erbschaftssteuer auf ein überschriebenes Haus zu zahlen, muss der Beschenkte es mindestens 10 Jahre selbst als Hauptwohnsitz nutzen, ohne es zu verkaufen oder zu vermieten; danach fällt der geschenkte Wert aus dem steuerpflichtigen Nachlass. Es gibt auch jährliche Schenkungssteuerfreibeträge (alle 10 Jahre erneut), die eine gestaffelte Schenkung ermöglichen, sowie spezielle Regelungen für Kinder (bis 200 m² Wohnfläche steuerfrei bei Eigennutzung). Wichtig ist, dass die Überschreibung zu Lebzeiten passiert, damit die 10-Jahres-Frist beginnt und Freibeträge genutzt werden können, wodurch die Steuerlast reduziert oder vermieden wird.
 

Kann der Staat mich zwingen, mein Haus zu sanieren?

Das Wichtigste in Kürze

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht bei einer energetischen Sanierung verpflichtende Maßnahmen vor. Ausgenommen davon sind Eigentümer, die Ihr Ein- oder Zweifamilienhaus vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Ab zehn Prozent Veränderung eines Gewerks gilt die Sanierungspflicht, z.

Wann müssen Erben die Heizung austauschen?

Wenn ein Gebäude verkauft oder vererbt wird, müssen die neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumsübergang sicherstellen, dass die Heizungsanlage die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt. Das bedeutet, dass gegebenenfalls eine neue Heizung eingebaut werden muss.

Haben Erben auch Pflichten?

Und welche Pflichten gehen mit der Erbenstellung einher? Neben den Erbfallschulden, die durch Pflichtteils– und Vermächtnisansprüche, Erbschaftssteuer und Beerdigungskosten entstehen, erbt der Erbe auch eventuelle Schulden des Verstorbenen. Die Erbenstellung geht also mit gewissen finanziellen Verpflichtungen einher.

Wann es sich lohnt, das eigene Elternhaus zu kaufen?

Mit der Nutzung entsprechender Freibeträge kann sich der Kauf des Elternhauses lohnen. Denn beim Kauf des Hauses der Eltern fällt keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer an. Das lohnt sich vor allem, wenn der Wert des Hauses über dem Freibetrag von 400.000 Euro liegt.

Wie viel Steuern muss ich zahlen, wenn ich ein geerbtes Haus verkaufe?

Der Verkauf Ihrer geerbten Immobilie ist steuerfrei (die Spekulationssteuer entfällt), wenn: der Erblasser die Immobilie selbst bewohnt hat. der Erblasser die Immobilie vermietet hat und der Erwerb der Immobilie mehr als zehn Jahre zurückliegt.

Wann sollten Eltern das Haus überschreiben?

Grundsätzlich sollte man eine Übertragung frühzeitig planen. Das gilt insbesondere, wenn Pflichtteilsansprüche reduziert werden und Steuern gespart werden sollen. In beiden Fällen ist eine 10 Jahresfrist zu beachten.

Kann ich ein geerbtes Haus ohne Sanierung verkaufen?

Ja, ein geerbtes Haus kann grundsätzlich auch ohne Sanierung verkauft werden, allerdings kann dies den Verkaufspreis beeinflussen. Käufer bezahlen für eine unsanierte Immobilie in der Regel entsprechend weniger, da sie die Kosten und Mühen der Sanierung selbst tragen müssen.

Welche Ausnahmen gibt es von der Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel?

Bei der Sanierungspflicht nach Eigentümerwechsel gibt es wichtige Ausnahmen, etwa für langjährige Selbstnutzer von Ein-/Zweifamilienhäusern (seit vor dem 1. Feb. 2002), denkmalgeschützte Objekte, Gebäude, die nur saisonal genutzt werden (Ferienhäuser), Fälle wirtschaftlicher Unzumutbarkeit oder wenn die Maßnahmen technisch unmöglich sind, wobei Erben unter bestimmten Bedingungen ebenfalls befreit sein können, wie www.wohneigentum.nrw, www.homeday.de und www.archisell.de betonen, während die Frist für Nachrüstungen zwei Jahre beträgt und Verstöße Bußgelder nach sich ziehen können.
 

Was passiert, wenn man das Grundbuch nicht ändert nach dem Tod?

Grundbuchamt kann Zwangsgeld festsetzen

Dort ist vorgesehen, dass zur Durchsetzung einer Anordnung ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro und unter Umständen sogar Zwangshaft festgesetzt werden kann.