Was ist der Unterschied zwischen einem Aufhebungsvertrag und einer Kündigung?

Gefragt von: Herr Prof. Meinolf Ernst
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Bei der Kündigung beendet der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer einseitig das Arbeitsverhältnis. Beim Aufhebungsvertrag geschieht dies einvernehmlich, indem sich beide Parteien entsprechend über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses einigen. Der Arbeitgeber möchte das Arbeitsverhältnis beenden.

Warum ist ein Aufhebungsvertrag besser als eine Kündigung?

Aber: Durch den Aufhebungsvertrag verliert die Kündigung an Wirksamkeit. Da es sich bei einer Kündigung um eine einseitige Beendigung des Vertragsverhältnisses handelt, während der Aufhebungsvertrag eine beiderseitige Beendigung vorsieht, wird die Kündigung mit der Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages aufgehoben.

Welche Nachteile habe ich bei einem Aufhebungsvertrag?

Nachfolgend erläutere ich, welche Nachteile ein Aufhebungsvertrag hat und weshalb der Abschluss eines solchen Vertrag für den Arbeitnehmer oft mit negativen Folgen verbunden ist.
  • Kündigungsschutz nicht vorhanden. ...
  • Kaum Anfechtungsmöglichkeiten beim Abschluss eines Auflösungsvertrag. ...
  • Sperre bei der Agentur für Arbeit.

Wann Aufhebungsvertrag statt Kündigung?

"Für den Arbeitnehmer macht es dann Sinn, wenn Störungen zum Beispiel im Arbeitsverhältnis vorliegen und er sich sowieso lösen will. Und dann sozusagen mit dem Aufhebungsvertrag auch noch weitere Regelungen erreichen kann, die er vielleicht im Fall einer einseitigen Kündigung dann nicht erreichen könnte."

Welche Nachteile hat ein Aufhebungsvertrag für den Arbeitgeber?

Die Nachteile eines Aufhebungsvertrages für Arbeitgeber auf einen Blick:
  • Es kann eine Abfindung fällig werden.
  • Arbeitnehmer können für die Karenzzeit im Falle eines Wettbewerbsverbot weitere Zahlungen aushandeln.

Der Aufhebungsvertrag - Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer

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Warum sollte man keinen Aufhebungsvertrag machen?

Aufhebungsvertrag führt fast immer zur Sperrzeit und anderen Problemen beim Arbeitslosengeld. Eine der größten Gefahren, die der voreilige Abschluss eines Aufhebungsvertrags birgt, ist der Verlust von Arbeitslosengeld für die Dauer von zwölf Wochen. Während dieser Zeit sind sie dann auch nicht krankenversichert.

Was muss im Aufhebungsvertrag stehen damit man keine Sperre bekommt?

Die Sperrzeit beim Arbeitslosengeld durch das Arbeitsamt können Sie umgehen, wenn Sie einen wichtigen Grund für den Aufhebungsvertrag vorweisen und auch nachweisen können. Bei gesundheitlichen Gründen ist ein solcher Nachweis bspw. ein ärztliches Attest.

Für was ist ein Aufhebungsvertrag gut?

Ein Aufhebungsvertrag hat gegenüber einer Kündigung den Vorteil, dass ein Beschäftigungsverhältnis außerhalb der festgelegten Kündigungsfristen schnell, vertraulich und wirksam beendet werden kann. Darüber hinaus können auf diese Weise auch Kündigungsschutzvorschriften oder der Sonderkündigungsschutz umgangen werden.

Wann lohnt sich ein Aufhebungsvertrag?

Der Aufhebungsvertrag zeigt sich vor allem dann als vorteilhaft, wenn die Kündigung vor dem Sozialgericht oder dem Betriebsrat mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht standhalten würde. Ein Abwicklungsvertrag dient dazu, die Modalitäten einer Kündigung zu klären und nicht diese an sich rechtlich zu ersetzen.

Wie hoch ist die Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag?

Bei einem Aufhebungsvertrag ist eine Abfindung in Höhe von einem halben oder einem vollen Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr üblich. Dabei wird von der sogenannten Regelabfindung gesprochen. Diese kann unter Umständen aber auch bei 0,25 Gehältern pro Jahr liegen.

Bin ich nach einem Aufhebungsvertrag noch krankenversichert?

Wie lange besteht nach einem Aufhebungsvertrag die Krankenversicherung weiter? Die Krankenversicherung ist mit sofortiger Wirkung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erloschen. In der Regel ist der Arbeitnehmer dann durch die Arbeitsagentur versichert.

Kann man mit einem Aufhebungsvertrag Arbeitslosengeld bekommen?

Häufig haben die Vertragsparteien aber kein Interesse daran, eine mehrmonatige Kündigungsfrist abzuwarten. Der Arbeitnehmer hat in diesen Fällen trotz des Aufhebungsvertrags einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn er einen wichtigen und nachweisbaren Grund für den Abschluss des Aufhebungsvertrags hatte.

Auf was muss ich bei einem Aufhebungsvertrag beachten?

Das Arbeitsverhältnis kann jederzeit durch einen Vertrag aufgehoben werden. Ein solcher Aufhebungsvertrag ist nur dann rechtswirksam, wenn er schriftlich abgeschlossen wurde, § 623 BGB. Es gelten dann weder Kündigungsvorschriften noch das Mitwirkungsrecht des Betriebsrates.

Warum will der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag?

Ein Aufhebungsvertrag bietet für Arbeitgeber den Vorteil, dass die Kündigungsfristen grundsätzlich keine Anwendung finden, wobei bei Nichteinhaltung der Arbeitgeberkündigungsfrist für den Arbeitnehmer, eine Sperre,- bzw. das Ruhen des Arbeitslosengeldes bedeuten kann.

Wie lange Gehalt bei Aufhebungsvertrag?

Unterzeichnet der Arbeitnehmer also einen Aufhebungsvertrag, nimmt er seine Entlassung in Kauf. Die meist zwölf Wochen andauernde Sperrzeit beginnt mit dem Ende des Arbeitsvertrages. Der gekündigte Arbeitnehmer erhält dann drei Monate lang kein Arbeitslosengeld.

Wie lange ist ein Aufhebungsvertrag gültig?

Ein Aufhebungsvertrag beendet ein Arbeitsverhältnis in beidseitigem Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Nur wenn beide Parteien dem Aufhebungsvertrag aus freien Stücken zustimmen, ist er wirksam.

Wann habe ich das Recht auf eine Abfindung?

Ein Abfindungsanspruch besteht nur, wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) gilt oder mit dem Betriebsrat ein sogenannter Sozialplan vereinbart wird. Außerhalb dieser Rahmenbedingungen haben Arbeitnehmer kein gesetzlich im Arbeitsrecht verankertes Recht auf eine Abfindung.

Was ist günstiger Aufhebungsvertrag oder Kündigung?

Unterschreibt der Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag, so riskiert er eine Sperre beim Arbeitslosengeld. Außerdem gefährdet er damit seine Möglichkeiten, Kündigungsschutzklage zu erheben. Für den Arbeitnehmer ist es daher günstiger, wenn der Arbeitgeber kündigt.

Ist ein Aufhebungsvertrag negativ?

Durch den Abschluss eines Aufhebungsvertrages können Sie dieses Risiko ausschließen. Der Arbeitnehmer hat ohne eine Kündigung nämlich kein Recht, eine solche Klage zu erheben. Negativ kann für Sie lediglich sein, dass Sie einen Aufhebungsvertrag eben nur mit der Zustimmung des Arbeitnehmers abschließen können.

Wann muss ich mich bei einem Aufhebungsvertrag arbeitslos melden?

Anders sieht es aus, wenn der Aufhebungsvertrag sehr kurzfristig zustande kommt. In diesem Fall müssen Sie sich in einer Frist von drei Tagen nach Unterzeichnung des Aufhebungsvertrags beim Arbeitsamt melden.

Wie kann man sich begründen bei Aufhebungsvertrag?

Begründung. Der Aufhebungsvertrag sollte eine Begründung enthalten, um Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld zu vermeiden. Eine akzeptable Begründung ist meist eine mit Bestimmtheit bevorstehende betriebs- oder krankheitsbedingte Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber.

Was passiert mit meinem Urlaub bei Aufhebungsvertrag?

Auch nach Unterschrift eines Aufhebungsvertrags bleibt es grundsätzlich dabei, dass Sie Ihren Resturlaub während der verbleibenden Zeit im Betrieb „in natura“ nehmen müssen. Das Gesetz will also, dass Sie tatsächlich freinehmen. Eine Auszahlung kommt nur unter den u.g. Voraussetzungen in Betracht.

Wann ist der letzte Arbeitstag bei einem Aufhebungsvertrag?

Bei einem Aufhebungsvertrag müssen keinerlei Fristen eingehalten werden. Weil sich beide Parteien darüber einig sind, dass der bestehende Vertrag nicht mehr gelten soll, können Sie völlig frei einen Termin oder Tag für das Ende des Arbeitsverhältnisses festlegen.

Was kann ich tun wenn ich möglichst schnell aus dem Arbeitsvertrag raus möchte?

Der einfachste Weg, um den Arbeitsvertrag vorzeitig zu beenden, ist der Aufhebungsvertrag. Dafür spielt man am besten mit offenen Karten und sucht zügig das Gespräch mit den Vorgesetzten. Wichtig: Anders als bei einer Kündigung kann eine vorzeitige Vertragsauflösung nur einvernehmlich erfolgen.

Kann man einen Aufhebungsvertrag von heute auf morgen machen?

Auch eine im Arbeitsvertrag geregelte Kündigungsfrist muss nicht eingehalten werden. Durch den Aufhebungsvertrag kann das Arbeitsverhältnis von heute auf morgen beendet werden.