Was ist der Unterschied zwischen einem Minijob und einem 520 Euro Job?
Gefragt von: Herr Prof. Dr. Maximilian Meyersternezahl: 4.2/5 (53 sternebewertungen)
Ein 520-Euro-Job ist eine spezifische Form des Minijobs (geringfügige Beschäftigung), bei der das Gehalt monatlich 520 Euro (seit 2024: 538 Euro) nicht überschreitet. Minijobs umfassen zudem kurzfristige Beschäftigungen, während der 520-Euro-Job sozialversicherungsfrei für den Arbeitnehmer ist. Beide gelten als Teilzeitjobs mit vollem Arbeitsrecht.
Welche Nachteile hat ein Minijob?
Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung abführen. Darin besteht ein grundlegender Nachteil des Minijobs: Minijobberinnen und Minijobber erwerben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Weitere Nachteiler ergeben sich bei den Sozialversicherungen und oft auch im Arbeitsrecht.
Was ist der Unterschied zwischen Minijob und 520 Euro Job?
In einem Nebenjob darf man grundsätzlich so viel Geld verdienen, wie man möchte. Bei einem höheren Verdienst als 520,- Euro pro Monat wird man allerdings sozialversicherungspflichtig und muss Steuern zahlen.
Ist ein 520€-Job steuerfrei?
Ein 520-Euro-Job (bzw. die aktuelle Grenze von 556 €/Monat seit 2024) ist in der Regel steuer- und sozialversicherungsfrei, solange du die monatliche Verdienstgrenze einhältst und es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Der Arbeitgeber zahlt eine pauschale Abgabe, aber für dich fallen meist keine direkten Steuern oder Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) an, wenn du keine weiteren Einkünfte hast; Rentenversicherungsbeiträge können entfallen, wenn man sich befreit. Bei Überschreitung der Grenze oder bei mehreren Jobs werden die Einkünfte addiert und es können Steuern fällig werden, die aber oft durch eine Steuererklärung erstattet werden.
Wird ein Minijob dem Finanzamt gemeldet?
Der geringfügig Beschäftigte selbst zahlt keine Steuern oder Versicherungsbeiträge. Ein Minijob muss in der Regel nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn der Arbeitgeber nicht die pauschale Lohnsteuererhebung wählt.
5 Things EVERY SELF-EMPLOYED Person Should Know about Mini-Jobbers - 520 Euro Job (for employers)
Wie wird Krankheit bei einem Minijob bezahlt?
Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber Minijobbern bis zu sechs Wochen lang den Lohn weiter, den sie ohne die Krankheit verdient hätten, basierend auf dem Durchschnitt der letzten vier Wochen. Diese Lohnfortzahlung wird vom Arbeitgeber über das U1-Verfahren bei der Knappschaft-Bahn-See (Arbeitgeberversicherung) erstattet (ca. 80 % der Aufwendungen). Minijobber erhalten danach kein Krankengeld von der Krankenkasse, da sie nicht in die Krankenversicherung einzahlen, es sei denn, sie haben einen versicherungspflichtigen Hauptjob.
Wie viele Urlaubstage hat man im Minijob?
Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, mindestens 24 Werktage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche, was anteilig je nach Anzahl Ihrer regelmäßigen Arbeitstage berechnet wird (z.B. 20 Tage bei 5 Tagen/Woche), wobei die Stundenzahl nicht relevant ist, sondern nur die Tage; der Anspruch gilt für Erholungszwecke und wird nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) gewährt. Der Urlaub wird bezahlt, wie ein normaler Lohn, und kann bei Nicht-Nutzung unter bestimmten Umständen ausgezahlt werden.
Ist ein 165 Euro Job ein Minijob?
So viel dürfen Sie in einem Nebenjob arbeiten und verdienen
Sie haben auf Ihr Nebeneinkommen einen Freibetrag von 165 Euro im Monat. Bis zu dieser Grenze hat das Gehalt aus Ihrem Nebenjob keine Auswirkungen auf Ihr Arbeitslosengeld.
Wie wirkt sich ein 520 € Job auf die Rente aus?
Bei einem Verdienst von 520 Euro ergibt sich somit ein Eigenbeitrag von 18,72 Euro. Der Beitragsanteil des Arbeitgebers beträgt 15 Prozent. Für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten gelten andere Prozentsätze. Die Einzahlungen erhöhen den späteren Rentenanspruch.
Ist man bei einem Minijob krankenversichert?
In einem Minijob sind Sie nicht automatisch krankenversichert, sondern müssen anderweitig abgesichert sein (z. B. über Hauptjob, Familienversicherung, Studium oder freiwillige Versicherung). Der Arbeitgeber zahlt einen pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung, daraus entsteht aber kein eigener Versicherungsschutz, sondern nur Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, nicht aber auf Krankengeld. Für kurzfristige Minijobs besteht sogar völlige Sozialversicherungsfreiheit.
Für wen lohnt sich ein Minijob?
Für wen ist ein Minijob sinnvoll? Ein Minijob eignet sich für Schüler, Studenten und Rentner. In manchen Fällen kann auch für Vollzeitbeschäftigte oder Teilzeitbeschäftigte ein Minijob sinnvoll sein, um etwas dazuzuverdienen.
Sind 10 Stunden pro Woche Minijob?
Die monatliche Entgeltgrenze für Minijobs orientiert sich an 10 Stunden Wochenarbeitszeit zum Mindestlohn. Steigt der Mindestlohn, steigt auch die Entgeltgrenze. Wer mehr verdient, kann entsprechend weniger Stunden arbeiten, wenn es beim Minijob bleiben soll.
Ist ein Minijob immer steuerfrei?
Du musst Dich fast um nichts kümmern und einen Minijob musst Du auch nicht in der Steuererklärung angeben. Komplett abgabenfrei ist ein Minijob im Regelfall trotzdem nicht, denn 3,6 Prozent gehen ab für den Beitrag für die Rentenversicherung.
Muss ich meinen Arbeitgeber informieren, wenn ich einen Nebenjob anmelde?
Sie müssen Ihren Arbeitgeber über einen Nebenjob informieren oder eine Genehmigung einholen, wenn Ihr Arbeitsvertrag eine entsprechende Klausel enthält, der Nebenjob die Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigt (z.B. Konkurrenz, Arbeitszeitgesetz-Überschreitung), oder Sie Beamter sind; andernfalls ist eine reine Meldung oft ratsam, aber nicht immer zwingend, wobei Sie stets die vertraglichen Regelungen prüfen sollten. Eine schriftliche Meldung mit Details zum Nebenjob (Tätigkeit, Zeit, Ort) ist empfehlenswert, um Vertrauen zu fördern und Konflikte zu vermeiden.
Welche Rechte habe ich als Minijobber?
Minijobber*innen haben wie alle anderen Beschäftigten Anspruch auf Urlaub, Mutterschutz, Elternzeit und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (in der Regel bis zu 6 Wochen im Jahr). Sie sind aber nicht durch den Job krankenversichert.
Wie viel Urlaub bei 3 Tage Woche?
Bei einer 3-Tage-Woche haben Sie mindestens 12 gesetzliche Urlaubstage pro Jahr, da sich der Mindesturlaub proportional zu den Arbeitstagen reduziert (20 Tage bei 5 Tagen / 5 Arbeitstage pro Woche x 3 Arbeitstage = 12 Tage), aber auch mehr, wenn Ihr Vollzeit-Soll höher ist, beispielsweise 18 Tage bei 30 vollen Urlaubstagen, damit Sie proportional die gleichen Wochen Erholung bekommen.
Kann ein Minijobber auf Urlaub verzichten?
Verzicht von Minijobber auf Urlaub? Wenn ein Minijobber gegenüber dem Arbeitgeber den Verzicht auf seinen Urlaub erklärt, so ist dies normalerweise ebenfalls unwirksam.
Was ist der Unterschied zwischen Minijob und geringfügig Beschäftigt?
Es gibt keinen Unterschied: Minijob ist der umgangssartige Begriff für eine geringfügige Beschäftigung. Diese ist definiert durch eine Verdienstgrenze (2025: 556 €/Monat) oder eine zeitliche Begrenzung (max. 70 Tage/Jahr), wobei Arbeitnehmer in der Regel sozialversicherungsfrei sind (mit optionaler Rentenversicherungspflicht) und Arbeitgeber pauschale Beiträge zahlen.
Was ist, wenn ein Minijobber einen Monat nicht arbeitet?
Wenn der Anspruch auf Bezahlung bei einer geringfügigen Beschäftigung für mehr als einen Monat wegfällt, muss der Arbeiter dies melden. Denn im Sinne des Sozialversicherungsrecht gilt die Beschäftigung dann als beendet. Selbst dann, wenn das Arbeitsverhältnis faktisch weiter besteht.
Welche Sonderzahlungen sind bei einem Minijob erlaubt?
Ja, Minijobber können Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten, aber diese zählen zum Verdienst und dürfen die jährliche Grenze (2025: 6.672 €) nicht überschreiten, sonst wird der Minijob sozialversicherungspflichtig. Wichtig: Vorhersehbare Zahlungen (wie Weihnachtsgeld) werden auf die Jahresgrenze angerechnet, während unvorhersehbare Prämien (wie Jubiläumsboni) meist "on top" gezahlt werden können, ohne die Grenze zu gefährden. Ein gesetzlicher Anspruch besteht nur, wenn es vertraglich oder tariflich vereinbart ist, wobei der Gleichbehandlungsgrundsatz gilt.
Wird Rente und Minijob zusammen versteuert?
Ja, Rente und Minijob werden grundsätzlich zusammen versteuert, aber oft fallen erst bei höheren Gesamteinkommen Steuern an, da der Minijob bis zur Verdienstgrenze (ca. 520 €/Monat) pauschal versteuert wird (2% vom Arbeitgeber) und die Rente eine Freigrenze hat; Einkommen über den Freibeträgen (Grundfreibetrag + Rentenfreibetrag) wird zusammen besteuert, oft landet man dann in Steuerklasse 6 für den Minijob, was hohe Abzüge bedeutet. Eine Steuererklärung ist meist sinnvoll, um zu viel gezahlte Steuern zurückzuholen.
Wie viel darf ich pro Jahr steuerfrei dazuverdienen?
Achtung: Hier gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Alles darüber muss komplett versteuert werden.
Was passiert, wenn man einen Minijob nicht beim Arbeitgeber gemeldet hat?
Bei Verstoß droht Abmahnung
Denn sie verstoßen mit dem Nebenjob gegen ihre Arbeitnehmer-Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Wenn Mitarbeiter trotz Abmahnung nicht weniger arbeiten, dürfen Sie ihnen als Hauptarbeitgeber sogar die Kündigung aussprechen.