Was ist die 58 Regel?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Karolina Geiger
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Die 58er-Regelung war eine frühere Sozialregelung in Deutschland (bis 31.12.2007), die es Arbeitslosen ab 58 Jahren ermöglichte, Arbeitslosengeld (ALG I und II) zu beziehen, ohne sich aktiv dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen zu müssen – sie waren damit aus der Vermittlungsstatistik raus, mussten aber eine abschlagsfreie Frührente zum frühestmöglichen Zeitpunkt beantragen. Diese Regelung, die eine Art "Stille Reserve" schuf, ist seit 2008 ersatzlos ausgelaufen und existiert heute nicht mehr, aber es gibt Nachfolgekonzepte wie das Rentenmoratorium beim Bürgergeld.

Was bedeutet die 58-Regelung?

Wer 58 ist und arbeitslos, kann Arbeitslosengeld beziehen, ohne dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zu müssen - er geht nicht in die Arbeitslosenstatistik ein. Immer mehr Menschen haben von dieser Regel Gebrauch gemacht, inzwischen gibt es etwa 580.000 Menschen zwischen 58 und 64 in dieser stillen Reserve.

Wird man mit 58 noch vom Jobcenter vermittelt?

2a SGB II mit dem folgenden Text eingefügt: 2a) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 58. Lebensjahr vollendet haben, sind unverzüglich in Arbeit zu vermitteln.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um nahtlos Arbeitslosengeld i Nahtlosigkeitsregelung beziehen zu können?

Das Wichtigste in Kürze. Die Nahtlosigkeitsregelung ist eine Ausnahme vom Grundsatz, dass Arbeitslosengeld (ALG) nur dann gezahlt wird, wenn Versicherte für mindestens 3 Stunden täglich erwerbsfähig sind.

Ist die 58er-Regelung noch aktuell?

Zum Jahresende fällt die so genannte 58er-Regelung weg.

Jobverlust mit 58 Jahren: Was sind die Folgen? | stern TV Talk

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Was passiert, wenn ich mit 58 aufhöre zu arbeiten?

Sind Arbeitnehmer 55 oder älter, können sie mit Zustimmung des Arbeitgebers in Altersteilzeit gehen. Bei dieser Form des Vorruhestands halbieren sie ihre Arbeitszeit und ihr Gehalt, ergänzt um einen steuer- und sozialversicherungsfreien Aufstockungsbetrag von mindestens 20 Prozent.

Was passiert, wenn ich 2 Jahre vor Rentenbeginn arbeitslos werde?

Wenn Sie 2 Jahre vor der Rente arbeitslos werden, erhalten Sie in der Regel Arbeitslosengeld 1, welches auch Rentenbeiträge zahlt und damit Ihre Rente weiter aufbaut, aber die Zeit zählt nicht für die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren (außer bei Insolvenz/Betriebsschließung) – es kann also eine Lücke entstehen, die Sie durch Minijobs o.Ä. füllen oder eine abschlagsfreie Rente gefährden. Für Ältere (ab 58) gibt es bis zu 24 Monate ALG 1, was eine gute Brücke sein kann. 

Wie lange zahlt das Arbeitsamt die Nahtlosigkeitsregelung?

Das Arbeitsamt zahlt Arbeitslosengeld (ALG I) im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung bis zur Entscheidung der Rentenversicherung über eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente), längstens aber für die reguläre Bezugsdauer des ALG I, also bis zu 24 Monate, je nach Alter und Vorversicherungszeiten. Die Zahlung endet, sobald eine EM-Rente rechtskräftig bewilligt wird oder wenn die Rentenversicherung feststellt, dass Sie wieder mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten können (also keine Erwerbsminderung mehr vorliegt). 

Wann greift die Nahtlosigkeitsregelung nicht?

Die Nahtlosigkeitsregelung greift nicht, wenn der ärztliche Dienst der Agentur für Arbeit feststellt, dass Sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten können (sondern mehr) oder voraussichtlich innerhalb der nächsten sechs Monate wieder voll erwerbsfähig sind, oder wenn Sie noch Krankengeld beziehen, das höher ist als das Arbeitslosengeld (ALG I), oder wenn Sie keine vorherige Arbeitslosmeldung bei der Agentur getätigt haben, die das Verfahren auslöst. Sie gilt speziell für die Lücke zwischen Ende Krankengeld und Entscheidung über eine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie noch krank, aber noch nicht vollständig erwerbsfähig sind. 

Wie komme ich in die Nahtlosigkeitsregelung?

Voraussetzung zur Anwendung dieser Regelung ist, dass der Ärztliche Dienst der Arbeitsagentur zu dem Schluss kommt, dass Sie noch mindestens sechs Monate weiter krankgeschrieben sind. Die rechtliche Grundlage zur Nahtlosigkeitsregelung findet sich übrigens in § 145 SGB III.

Wer 58 ist, kann per Unterschrift gegenüber dem Arbeitsamt erklären, keine Arbeit mehr zu suchen.?

Ab 58 können Arbeitslose schriftlich erklären, dass sie keinen Job mehr suchen. Geld fließt trotzdem. (SZ vom 4.9.2003) Wer älter als 50 Jahre ist und einen neuen Job sucht, lernt die Hemmschwellen der Personalchefs kennen.

Wie kann ich 3 Jahre bis zur Rente überbrücken?

3 Jahre bis zur Rente überbrücken: Die Optionen im Überblick

  1. Früher in Rente durch Flexi-Rente: Die Spielräume nutzen.
  2. Wie sich ein Nebenjob in der Übergangszeit lohnen kann.
  3. Mit Arbeitslosengeld die Zeit bis zur Rente sinnvoll überstehen.
  4. Private Vorsorgemodelle für die letzten Berufsjahre.

Ist man mit 58 zu alt zum Arbeiten?

Doch für ältere Arbeitnehmer kann es schwieriger sein, eine Anstellung zu finden als für jüngere. Eine Umfrage des gemeinnützigen Transamerica Institute aus dem Jahr 2024 ergab, dass 35 Prozent der Arbeitgeber auf die Frage, ab welchem ​​Alter ein Bewerber „zu alt“ für die Stelle sei, ein konkretes Alter nannten, wobei der Median bei 58 Jahren lag.

Was tun, wenn man mit 58 arbeitslos wird?

Wenn Sie mit 58 arbeitslos werden, melden Sie sich sofort bei der Agentur für Arbeit, da Sie bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld 1 (ALG I) erhalten können (bei 48 Monaten Vorbeschäftigung) und Unterstützung für Weiterbildung oder Umschulung bekommen, um Ihre Chancen zu verbessern; nutzen Sie Beratung, Bewerbungstrainings und prüfen Sie auch, ob Bürgergeld oder andere Hilfen nötig sind, um bis zur Rente aktiv zu bleiben. 

Was tun, damit das Arbeitsamt einen in Ruhe lässt?

Um in Ruhe gelassen zu werden, müssen Sie Ihre Pflichten gegenüber der Arbeitsagentur (BA) oder dem Jobcenter (JC) erfüllen: Melden Sie sich fristgerecht arbeitslos (spätestens 3 Monate vorher) und halten Sie Kontakt, indem Sie Termine wahrnehmen, Bewerbungen nachweisen und Ihre Meldepflichten (z.B. bei Reisen) beachten. Wenn Sie Probleme haben oder sich unfair behandelt fühlen, nutzen Sie Beschwerdewege wie die Dienstaufsichtsbeschwerde oder einen Widerspruch gegen Bescheide, um Ihre Situation zu klären und Konflikte zu lösen. 

Wird man mit 58 Jahren noch vermittelbar?

Ja, mit 58 ist man absolut noch vermittelbar, oft sogar mit Vorteilen, da Unternehmen erfahrene Mitarbeiter suchen, aber es gibt auch spezielle Regelungen und Förderungen für Ältere, z.B. Umschulungen oder längere Bezugsdauer von Arbeitslosengeld 1, aber die alte "58er-Regelung" zur Arbeitslosmeldung ist nicht mehr existent, stattdessen gibt es Möglichkeiten für Umschulung und berufliche Neuorientierung, um fit für den Arbeitsmarkt zu bleiben. 

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld bei Nahtlosigkeit?

Das Arbeitslosengeld (ALG I) bei der Nahtlosigkeitsregelung ist genauso hoch wie das reguläre ALG I und orientiert sich an Ihrem zuletzt tatsächlich verdienten Nettoeinkommen, nicht daran, was Sie wegen Ihrer Krankheit verdienen könnten. Es beträgt 60 % des pauschalierten Nettoeinkommens (67 % mit Kind), wobei bei weniger als 150 verdienten Tagen in den letzten 12 Monaten der Bemessungszeitraum auf 24 Monate erweitert wird, um Ihr früheres Gehalt zu berücksichtigen. Ziel ist eine lückenlose Absicherung, bis über eine Erwerbsminderungsrente entschieden ist. 

Wer zahlt, wenn Erwerbsminderungsrente abgelehnt wird?

Wenn die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) abgelehnt wird, springt oft zuerst die Agentur für Arbeit mit Arbeitslosengeld (ALG I) über die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung ein, bis die Rentenversicherung entschieden hat, danach das Jobcenter (Bürgergeld) bei Hilfebedürftigkeit oder, falls Sie noch Krankengeld bezogen haben, die Krankenkasse, bis die Entscheidung rechtskräftig ist; wichtig ist, Widerspruch einzulegen und ggf. Grundrente zu beantragen oder sich an Sozialverbände wie den VdK zu wenden.
 

Was prüft der medizinische Dienst vom Arbeitsamt?

Dazu beurteilen die Ärztinnen und Ärzte individuell in jedem Einzelfall: gesundheitliche Einschränkungen. die Leistungsfähigkeit oder Erwerbsfähigkeit. die Eignung für bestimmte Berufe.

Was passiert, wenn Nahtlosigkeit ausläuft?

Nach der Nahtlosigkeitsregelung (die nach dem Auslaufen des Krankengelds nach 78 Wochen greift) folgt entweder eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente), wenn die Rentenversicherung zustimmt, oder – falls diese abgelehnt wird oder nicht möglich ist – der Übergang zu anderen Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld (ALG I), wenn die Agentur für Arbeit dies bewilligt, oft verbunden mit einem Reha-Antrag, oder im Notfall Bürgergeld oder eine Familienversicherung. Der Weg hängt stark von der Entscheidung der Rentenversicherung und der Agentur für Arbeit ab, wobei die Nahtlosigkeitsregelung eine Lücke schließt, bis über die Erwerbsfähigkeit entschieden ist. 

Wie beantrage ich die Nahtlosigkeitsregelung bei der Arbeitsagentur?

Um die Nahtlosigkeitsregelung bei der Arbeitsagentur zu beantragen, müssen Sie sich ca. 2-3 Monate vor Ende des Krankengeldes bei der Agentur für Arbeit melden und einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. Die Agentur fordert Sie dann auf, ein spezielles Formular (oft ein verkürzter Reha-Antrag) zu unterzeichnen, das den Weg für eine Rehabilitation bei der Rentenversicherung ebnet. Diese Prüfung stellt fest, ob Sie unter 15 Stunden arbeiten können; wenn ja, erhalten Sie bis zur Entscheidung Arbeitslosengeld nach § 145 SGB III, damit Sie nicht ohne Einkommen dastehen, bis die Rentenversicherung über eine Erwerbsminderungsrente entscheidet. 

Soll man sich nach Aussteuerung weiter krankschreiben lassen?

Ja, oft ist es ratsam, sich nach der Aussteuerung weiter krankschreiben zu lassen, besonders wenn Sie Arbeitslosengeld (ALG I) beantragen wollen, um die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung der Arbeitsagentur zu nutzen, da dies Ihren Anspruch auf ALG I sichert, bis der ärztliche Dienst der Agentur entscheidet; es schadet nicht, schützt vor Einkommenslücken, aber strategisches Denken ist wichtig, falls Sie einen neuen Krankengeldanspruch anstreben oder Rente beantragen. 

Was ist die 58er-Regelung bei Arbeitslosigkeit?

Die "58er-Regelung" war eine frühere Sozialleistung, die es älteren Arbeitslosen (ab 58) ermöglichte, sich bei Bezug von Arbeitslosengeld I (ALG I) oder Arbeitslosengeld II ( ALG II / Hartz IV) vom Arbeitsmarkt zurückzuziehen, ohne Vermittlungs- und Mitwirkungspflichten zu haben, um eine vorzeitige Rente zu vermeiden. Diese Regelung gibt es seit dem 1. Januar 2008 nicht mehr, aber es gibt eine ähnliche Regelung im Bürgergeld (Rentenmoratorium), das die Zwangsberechnung einer vorzeitigen Rente bis Ende 2026 aussetzt, sowie eine längere Bezugsdauer von ALG I für Ältere. 

Wird man mit 63 noch vom Arbeitsamt vermittelt?

Ja, auch mit 63 wird man grundsätzlich noch vom Arbeitsamt vermittelt, aber die Vermittlungschancen sind real oft geringer und die Vermittlungspflicht (Bewerbungen etc.) bleibt bestehen, bis Sie in Rente gehen – das Arbeitsamt zahlt sogar Beiträge, aber Sie müssen sich bewerben, falls Jobs angeboten werden, sonst droht Kürzung von ALG. Die Betreuung ist individuell und kann je nach Sachbearbeiter variieren, oft gibt es aber eine realistische Einschätzung, dass Sie bald in Rente gehen. 

Wie wirkt sich 1 Jahr arbeitslos auf die Rente aus?

Bei einer Arbeitslosigkeit von 1 Jahr erwirbt der Versicherte statt einer Rente von 75,10 Euro nur 60,08 Euro. Durch die Arbeitslosigkeit reduziert sich seine monatliche Rente somit um 15,02 Euro. Bei einer Arbeitslosigkeit von 2 Jahren erwirbt der Versicherte statt einer Rente von 150,20 Euro nur 120,16 Euro.