Was ist die Fünftelregelung bei der Betriebsrente?

Gefragt von: Frau Prof. Frauke Schreiner B.Sc.
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Die Fünftelregelung verteilt eine hohe Einmalzahlung (z. B. aus der Betriebsrente) rechnerisch auf fünf Jahre, um die Steuerlast zu senken. Sie gilt nur bei außergewöhnlichen (atypischen) Zahlungen, etwa bei vorzeitiger Kündigung oder unerwarteter Kapitalauszahlung.

Wie funktioniert die Fünftelregelung bei der Betriebsrente?

Die Fünftelregelung ist eine steuerliche Erleichterung, die es Ihnen ermöglicht, eine Einmalzahlung aus Ihrer betrieblichen Altersvorsorge über fünf Jahre verteilt zu versteuern, um Steuerspitzen zu vermeiden und Ihre Steuerlast zu optimieren.

Wie funktioniert die Fünftelregelung?

Dabei wird zunächst die Einkommensteuer auf das reguläre Einkommen berechnet. Anschließend wird ein Fünftel der Abfindung hinzugerechnet, und die Steuer auf diese Summe ermittelt. Die Differenz zwischen beiden Steuerbeträgen wird dann mit fünf multipliziert.

Wie wird die Betriebsrente als Einmalzahlung besteuert?

Eine Einmalzahlung der Betriebsrente wird voll besteuert, aber oft über die "Fünftelregelung" günstiger (rechnerisch auf 5 Jahre verteilt), um die hohe Steuerprogression zu mildern. Sie wird als "sonstige Einkünfte" behandelt, unterliegt der Einkommensteuer (nach Grundfreibetrag) und muss voll für Kranken- und Pflegeversicherung versteuert werden (nur bei KV ein Freibetrag). Bei hohem Einkommen im Auszahlungsjahr können die Abzüge insgesamt höher ausfallen, weshalb eine monatliche Rente oft vorteilhafter ist, aber der individuelle Steuersatz im Alter niedriger sein kann. 

Wann macht die Fünftelregelung keinen Sinn?

Wenn das zu versteuernde Einkommen bereits ohne außerordentliche Einkünfte so hoch ist, dass der Spitzensteuersatz erreicht ist, hat die Fünftelregelung keine Auswirkung.

Wie wird die Auszahlung Deiner Betrieblichen Altersvorsorge versteuert? | So funktioniert es

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Ist die Fünftelregelung ab 2025 noch möglich?

Ab dem 01.01.2025 wird die Fünftelregelung nicht mehr automatisch im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt. Stattdessen gilt: Der Arbeitgeber führt zunächst einen höheren Lohnsteuerabzug durch. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen die Fünftelregelung explizit in ihrer Steuererklärung beantragen.

Wird die Fünftelregelung automatisch angewendet?

Aktuell werden die Steuer sowie der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer, falls anfallend, direkt vom Arbeitgeber einbehalten. Ab 2025 ändert sich dieses Vorgehen aber durch das kürzlich beschlossene Wachstumschancengesetz. Dann wird die Fünftelregelung nicht mehr automatisch vom Arbeitgeber angewendet.

Was ist besser, Betriebsrente auf einmal auszahlen oder monatlich?

Ob Einmalzahlung oder monatliche Rente besser ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab: Eine Einmalzahlung gibt Ihnen sofort viel Geld für größere Anschaffungen, kann aber durch höhere Steuern (Progression) und Sozialabgaben (Krankenversicherung für 10 Jahre) stark belastet werden. Eine monatliche Rente sorgt für eine stabile, lebenslange Absicherung laufender Kosten (Miete, Lebensmittel), belastet die Sozialversicherungen aber fortlaufend, wobei es Freibeträge gibt. Eine Teilauszahlung (z.B. 30% Kapital, 70% Rente) kann ein guter Kompromiss sein. 

Wird die Betriebsrente zu 100% versteuert?

In der Ansparphase sind Betriebsrenten steuerfrei. In der Auszahlungsphase werden sie mit dem Einkommensteuersatz versteuert, sobald der Grundfreibetrag überschritten ist. Neben dem Grundfreibetrag gewährt das Finanzamt einen Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag.

Was bleibt von 400 Euro Betriebsrente netto übrig?

Von 400 € Betriebsrente bleiben netto deutlich weniger als 400 € übrig, da sowohl Steuern als auch Sozialabgaben (Kranken-, Pflegeversicherung) fällig werden, wobei der genaue Betrag von Ihrem persönlichen Steuersatz, Ihrer Steuerklasse und dem aktuellen Freibetrag für die Krankenversicherung abhängt – typischerweise landen bei 400 € brutto oft ca. 250 € netto, also rund 150 € Abzug, wobei der Freibetrag die Sozialabgaben reduziert, aber die volle Steuern auf den Rentenanteil anfallen. 

Wann keine Fünftelregelung?

14.05.2025. Ab dem 1. Januar 2025 entfällt die Anwendung der Fünftelregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren. Diese Änderung wurde durch das Wachstumschancengesetz eingeführt und bedeutet, dass Arbeitgeber nicht mehr für die ermäßigte Besteuerung von Einmalzahlungen wie Abfindungen oder Jubiläumsboni verantwortlich sind.

Wie hoch ist die Steuer auf eine Abfindung von 70.000 Euro?

Das zu versteuernde Einkommen beträgt 70.000 Euro. Das zu versteuernde Einkommen wird um ein Fünftel der Abfindung (also 10.000 Euro) erhöht: Einkommensteuer (Splittingtarif) auf 70.000: 11.850 Euro. Einkommensteuer (Splittingtarif) auf 80.000: 14.990 Euro.

Was ändert sich 2025 bei der Betriebsrente?

Die Betriebsrente wird 2025 durch das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz gestärkt, was zu mehr Förderung für Arbeitgeber (z.B. höherer Arbeitgeberzuschuss auf 360 €), höheren Einkommensgrenzen für Geringverdiener und einer Angleichung der Beitragsbemessungsgrenzen führt, während der Krankenkassen-Freibetrag auf 187,25 €/Monat steigt, was die Beiträge für Rentner senkt, aber eine allgemeine Erhöhung der Betriebsrenten hängt vom Arbeitgeber und den Gesetzen ab, die teils noch beschlossen werden müssen. 

Was wird mir von meiner Betriebsrente abgezogen?

Bei der Betriebsrente fallen Einkommensteuer (nach dem persönlichen Steuersatz), Krankenversicherungsbeiträge (mit Freibetrag) und Pflegeversicherungsbeiträge (ohne Freibetrag) an, die vom Bruttobetrag abgezogen werden, wobei insgesamt etwa ein Drittel der Rente durch Abzüge verloren gehen kann. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung müssen von Rentnern grundsätzlich selbst getragen werden, anders als im Erwerbsleben. Für die Krankenversicherung gibt es seit 2025 einen Freibetrag von ca. 187,25 €, darüber hinaus fallen Beiträge an; bei der Pflegeversicherung gibt es keinen Freibetrag, es fallen die vollen Beiträge an.
 

Was bedeutet Besteuerung nach 22 Nummer 5 Satz 1 EStG?

Nach § 22 Nr. 5 S. 1 EStG werden Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen vollen Umfangs der Besteuerung unterworfen, auch wenn sie aus inländischen oder ausl. Investmentgesellschaften erbracht werden.

Wird die gesetzliche Rente und die Betriebsrente zusammen versteuert?

Wie wird die Betriebsrente versteuert? Die Betriebsrente wird nachgelagert besteuert. Das heißt: Während der Einzahlungsphase profitierst du von Steuerfreiheit oder Steuervergünstigungen. Bei der Auszahlung im Ruhestand jedoch wird die Rente als sonstige Einkünfte voll versteuert ( § 22 EStG ).

Wie viel bleibt von einer Rente von 2700 Euro übrig?

Was bleibt von einer Rente von 2.400 € übrig? Von einer Bruttorente von 2.400 Euro bleiben dir nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben etwa 1.930 bis 1.950 Euro netto im Monat. Die genaue Höhe hängt von deinem Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung und deinem Steuersatz ab.

Wer bekommt meine Betriebsrente, wenn ich sterbe?

Im Todesfall bekommen Ehepartner/eingetragene Lebenspartner und waisenrentenberechtigte Kinder (leiblich, adoptiert, Pflegekinder) eine Hinterbliebenenversorgung aus der Betriebsrente, oft als lebenslange Rente, wobei die Höhe je nach Vertrag und gesetzlichen Regelungen variiert; namentlich benannte Lebensgefährten können ebenfalls Anspruch haben, aber die genauen Regeln hängen stark vom jeweiligen Versorgungsvertrag ab, der oft auch Einkommensanrechnungen und Heiratsklauseln vorsieht. 

Wann lohnt sich Betriebsrente nicht?

Für Sparer, die monatlich zwischen 5.512,50 Euro und 8.050 Euro verdienen, ist die Entgeltumwandlung weniger lohnend. Zum einen geht die Ersparnis bei den Sozialabgaben zum Teil verloren, wenn Dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung liegt.

Wie hoch wird eine Einmalzahlung der Betriebsrente versteuert?

Eine Einmalzahlung der Betriebsrente wird voll besteuert, aber oft über die "Fünftelregelung" günstiger (rechnerisch auf 5 Jahre verteilt), um die hohe Steuerprogression zu mildern. Sie wird als "sonstige Einkünfte" behandelt, unterliegt der Einkommensteuer (nach Grundfreibetrag) und muss voll für Kranken- und Pflegeversicherung versteuert werden (nur bei KV ein Freibetrag). Bei hohem Einkommen im Auszahlungsjahr können die Abzüge insgesamt höher ausfallen, weshalb eine monatliche Rente oft vorteilhafter ist, aber der individuelle Steuersatz im Alter niedriger sein kann. 

Wie lange reichen 500.000 Franken in Ruhestand?

500'000 Franken reichen im Ruhestand unterschiedlich lange, je nach Entnahmehöhe, Rendite und Inflation; mit konservativen 1-2% Rendite können es 24-27 Jahre sein, bei höheren Entnahmen kürzer, während bei 3-4% Rendite und moderaten Entnahmen (ca. 1'000 - 1'500 CHF monatlich) das Geld 30 Jahre oder länger halten kann, wobei die Inflation die Kaufkraft schmälert und eine genaue Planung nötig ist. 

Wann lohnt sich die Fünftelregelung nicht?

Die Fünftelregelung lohnt sich besonders für Steuerzahler mit einem normalerweise eher niedrigen zu versteuernden Einkommen. Wer hingegen bereits den Spitzensteuersatz von 42 % zahlt (in 2025 für Einkommen ab 68.481), profitiert nicht von der Fünftelregelung, da durch die Abfindung der Steuersatz nicht weiter ansteigt.

Wie berechne ich die Fünftelregelung?

Höhe der Abfindung: 10.000 Euro. Berechnung von einem Fünftel der Abfindung: 10.000 / 5 = 2.000 Euro. Hinzufügen des Fünftels der Abfindung zum zu versteuernden Einkommen ohne Abfindung: 40.000 + 2.000 = 42.000 Euro. Berechnung der Steuer auf dieses zu versteuernde Gesamteinkommen: 8.114 Euro.

Warum wurde die Fünftelregelung abgeschafft?

abzugsverfahren. Ab dem 01.01.2025 entfällt die Fünftelregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren. In der Praxis hat sich nämlich herausgestellt, dass das Verfahren für Arbeitgeber in vielen Fällen kompliziert ist oder falsche Anwendung gefunden hat.