Was ist die kleine Witwenpension?

Gefragt von: Vinzenz Kühn B.Sc.
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Die kleine Witwenpension (Witwenrente) ist eine befristete Leistung der Deutschen Rentenversicherung für Hinterbliebene, die jünger als 47 Jahre sind, nicht erwerbsgemindert sind und kein Kind erziehen; sie beträgt 25 % der Rente des Verstorbenen und wird normalerweise maximal 24 Monate gezahlt, da der Gesetzgeber eine Eigenständigkeit nach der Übergangszeit erwartet. Es gibt Ausnahmen, wie das "alte Recht", das bei vor 2002 geschlossenen Ehen (mit bestimmten Geburtsdaten) zu einer unbegrenzten Zahlung führen kann.

Wer hat Anspruch auf kleine Witwenrente?

Die kleine Witwenrente erhalten Sie, wenn Sie jünger als das aktuelle Alterslimit (ca. 47 Jahre, steigt an) sind, nicht erwerbsgemindert sind und kein Kind erziehen. Sie wird nur für 24 Monate gezahlt, beträgt 25 % der Rente des Verstorbenen und setzt voraus, dass Sie mindestens ein Jahr verheiratet waren, wobei ein Unfalltod die Ehezeit verkürzen kann. 

Wann kleine und wann große Witwenrente?

Die kleine Witwenrente gibt es für 24 Monate, wenn Sie jünger als das Altersgrenzen-Alter (2025: 46 Jahre und 4 Monate) sind, während die große Witwenrente unbefristet gezahlt wird, wenn Sie älter sind oder ein Kind erziehen, aber beide setzen eine Mindestehedauer von einem Jahr voraus und Ihr eigenes Einkommen wird angerechnet (nach den ersten drei Monaten). Die große Rente ist höher (55 % statt 25 % der Rente des Verstorbenen) und gilt unbegrenzt, die kleine ist befristet auf 24 Monate, mit Kinderzuschlägen möglich.
 

Wird die kleine Witwenrente ein Leben lang gezahlt?

Nein, die kleine Witwenrente wird nach neuem Recht maximal 24 Monate gezahlt und endet danach, dient also als Übergangszeit. Eine lebenslange Zahlung gibt es nur unter bestimmten "alten" Recht-Bedingungen (Heirat vor 2002 und bestimmte Geburtsjahre), sonst wird die große Witwenrente (55 % des Rente) lebenslang gezahlt, wenn die Voraussetzungen (Alter, Kindererziehung, Erwerbsminderung) erfüllt sind. 

Warum bekomme ich nur die kleine Witwenrente?

„Eine kleine Witwenrente erhält, wer noch keine 47 Jahre alt ist, nicht selbst erwerbsgemindert ist und kein Kind erzieht“, erklärt dazu Katja Braubach von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wie wird die eigene Rente auf die Witwenrente angerechnet?

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Wird in Deutschland die lebenslange Witwenrente abgeschafft?

In Deutschland hingegen gibt es keine Abschaffung der lebenslangen Witwenrente.

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau die Witwenrente (groß oder klein), das Sterbevierteljahr (Sofortzahlung) und ein gesetzlicher Erbteil zu, der je nach Situation (Kinder, Zugewinngemeinschaft) variiert, wobei die Witwenrente meist 55 % der Partnerrente beträgt, nach den ersten drei Monaten aber eigenes Einkommen angerechnet wird. 

Warum wird die kleine Witwenrente nur 24 Monate gezahlt?

Die kleine Witwenrente

Von diesem Anspruch stehen dem Hinterbliebenen dann 25 Prozent zu. Die kleine Witwenrente wird nicht bis zum Lebensende gezahlt, sondern nur für 24 Monate, denn in diesem Fall rechnet der Gesetzgeber damit, dass der Partner nach der Trauerzeit für das eigene Einkommen sorgen kann.

Wer bekommt die große Witwenrente mit 60?

Hinweis: Sie bekommen 55 Prozent der Rente, die der oder die Verstorbene bekommen hat oder hätte. Für den Fall, dass Sie vor 2002 geheiratet haben und eine Ehepartei vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde, gilt für Sie das „alte Recht“. Dann beträgt Ihre große Witwenrente 60 Prozent.

Wie hoch ist der Mindestbetrag für eine Witwenpension?

Die Summe aus Witwen-/Witwerpension und Erwerbseinkommen beträgt 1.140 Euro; das Ein- kommen liegt daher unter dem Grenzbetrag von 2.547,91 Euro. Der 40-prozentige Anspruch kann somit angehoben werden. Er steigt von 440 auf 660 Euro, so dass nunmehr die 60 Prozent-Grenze erreicht wird.

Wie viel Witwenrente bekommt eine Beamtenwitwe?

Die Witwenrente für Beamte (Witwengeld) beträgt grundsätzlich 55 % des Ruhegehalts, das der verstorbene Beamte erhalten hat oder hätte erhalten können, aber es gibt Ausnahmen: Bei Ehen, die vor dem 01.01.2002 geschlossen wurden und mindestens ein Ehepartner vor dem 02.01.1962 geboren wurde, sind es 60 %. Eigene Einkünfte werden angerechnet, wobei mindestens 20 % des Ruhegehalts übrig bleiben müssen. 

Wird meine eigene Rente gekürzt, wenn ich Witwenpension bekomme?

Ja, die Witwenrente wird bei Bezug einer eigenen Rente gekürzt, da die eigene Rente als Einkommen angerechnet wird, aber es gibt Freibeträge und die Kürzung beginnt erst nach Überschreiten dieser Grenze; die eigene Rente selbst wird nicht gekürzt, nur die Hinterbliebenenrente wird reduziert, beginnend mit 40% des anrechenbaren Einkommens über dem Freibetrag, wobei in den ersten drei Monaten nach dem Tod keine Anrechnung erfolgt (Sterbevierteljahr). 

Wie lange muss man für die kleine Witwenrente verheiratet sein?

Für die kleine Witwenrente müssen Sie mindestens ein Jahr verheiratet gewesen sein, was die Regel ist; die Rente wird aber nur für maximal 24 Monate (2 Jahre) gezahlt, es sei denn, Sie heirateten vor 2002 und der Partner wurde vor 1962 geboren, dann gilt eine unbegrenzte Auszahlung. Die Dauer der Ehe ist für die Befristung der kleinen Rente unerheblich, wichtig sind nur die Mindestvoraussetzungen (1 Jahr Ehe, 5 Jahre Wartezeit).
 

Wann wird die Witwenpension gekürzt?

Eine Witwenrente wird gekürzt, wenn der/die Hinterbliebene eigenes Einkommen (z.B. aus Arbeit, Rente) oberhalb eines Freibetrags hat, wenn der/die Verstorbene bei der Heirat sehr viel jünger war (Altersunterschied), oder bei Beamten, wenn eigene Versorgungsbezüge und die Witwenpension zusammen zu hoch sind. Zusätzlich kann durch die Einbeziehung früherer Zuschläge in die Berechnung ab Dezember 2025 eine Kürzung eintreten, die den Freibetrag übersteigen lässt.
 

Wie berechnet man die Witwenpension?

Die Witwenrente wird aus der Rente des Verstorbenen berechnet: Grundsätzlich gibt es 60 % (altes Recht) oder 55 % (neues Recht, ab 2002) der Rente des Partners für die große Witwenrente, während die kleine Witwenrente (mit eigener Rente/Einkommen) bei 25 % liegt, wobei die ersten drei Monate 100 % betragen. Das eigene Einkommen des Hinterbliebenen wird angerechnet, was den Prozentsatz mindern kann, aber ein Mindestbezug bleibt oft bestehen, und bei Beamten gibt es eigene Regeln und Zuschläge.
 

Was ist die kleinste Witwenrente?

Kleine Witwenrente

Die Höhe der kleinen Witwenrente beträgt 25 Prozent einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder der Altersrente, die der Verstorbene vor seinem Tod bezogen hat oder bezögen hätte. Die kleine Witwenrente wird höchstens für zwei Jahre lang ausgezahlt.

Was ändert sich ab 1.7.2025 bei der Witwenrente?

Ab dem 1. Juli 2025 steigen Witwen- und Witwerrenten durch eine allgemeine Rentenerhöhung um 3,74 %, wobei sich auch der Einkommensfreibetrag erhöht: Er liegt dann bei 1.076,86 € netto pro Monat, zuzüglich 228,42 € pro Kind. Einkommen über diesem Freibetrag wird zu 40 % auf die Rente angerechnet, was zu Kürzungen führen kann, wobei die Rentenhöhe und Freibeträge automatisch angepasst werden.
 

Wird Witwenrente lebenslang gezahlt?

Ja, die große Witwenrente wird grundsätzlich lebenslang gezahlt, solange Sie nicht wieder heiraten oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen und die Voraussetzungen (z.B. Altersgrenze, Kindererziehung, Erwerbsminderung) erfüllt sind, während die kleine Witwenrente nur für 24 Monate (nach neuem Recht) gezahlt wird, endet aber ebenfalls bei Wiederheirat. Bei Wiederheirat gibt es eine einmalige Abfindung, und alte Rechtsfälle können lebenslange kleine Witwenrenten haben.
 

Warum bekomme ich keine Rente von meiner Verstorbenen Frau?

Lebt auch kein Partner des Verstorbenen mehr, dann stellt die Rentenversicherung die Zahlung ein (§ 102 Abs. 5 SGB VI). Kinder oder Erben haben keinen Anspruch auf die Rente des Verstorbenen. Denn Renten sind nicht vererblich.

Was bekommt eine Ehefrau, wenn der Beamter stirbt?

Witwen-/Witwergeld

erhalten Sie gemäß § 23 Hamburgisches Beamtenversorgungsgesetz (HmbBeamtVG) Witwen- beziehungsweise Witwergeld in Höhe von 55 Prozent des Ruhegehalts der verstorbenen Person.

Wie lange bin ich steuerfrei nach dem Tod des Partners?

Steuererklärung für Verstorbene: Gesetze im Überblick

25 EStG – Veranlagung zur Einkommensteuer: Die Einkommensteuerpflicht des Verstorbenen bleibt bis zum Todestag bestehen. Die Steuererklärung ist bei Bestehen einer Abgabepflicht für das Jahr des Todes noch von den Erben einzureichen.

Wann tritt die neue Witwenrente in Kraft?

Die Reform trägt überdies dem Finanzierungsbedarf der AHV und dem Bundeshaushalt Rechnung. Tritt sie 2026 in Kraft, wird sie bis 2030 eine Verringerung der AHV-Ausgaben um rund 350 Millionen Franken ermöglichen, davon Einsparungen für den Bund von 70 Millionen Franken.

Wie bin ich krankenversichert, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, endet Ihre Familienversicherung bei der GKV, aber Sie bleiben nahtlos versichert, bis Sie eine eigene Rente (Witwenrente) beziehen; dann werden Sie Teil der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und bleiben beitragsfrei, solange das Einkommen aus der Witwenrente unter der Grenze liegt, sonst müssen Sie sich selbst versichern. Wichtig: Melden Sie den Todesfall umgehend der Krankenkasse, reichen Sie den Totenschein ein und beantragen Sie die Hinterbliebenenrente, da dies für Ihre nahtlose und kostenlose Weiterversicherung entscheidend ist. Sind Sie selbst privat versichert, geht es um den Wechsel in die GKV oder die Weiterführung der PKV, oft mit Beihilfe bei Beamtenwitwen. 

In welchem Land wird die Witwenrente abgeschafft?

Schweden hat bereits im Jahr 1990 die Witwenrenten abgeschafft, wenn auch mit Übergangsregelungen. Norwegen plant eine ähnliche Reform für 2024. Auch dort wird betont, dass die eigenständige Absicherung im Alter im Mittelpunkt steht.