Was ist ein Beispiel für einen öffentlich-rechtlichen Vertrag?

Gefragt von: Stefan Wolf-Lang
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Ein typisches Beispiel für einen öffentlich-rechtlichen Vertrag ist eine Zweckvereinbarung zwischen Gemeinden für die gemeinsame Müllabfuhr oder den Nahverkehr (Interkommunale Zusammenarbeit) oder auch eine Vereinbarung, die eine Baugenehmigung regelt, sowie der Atomausstiegsvertrag zwischen Bund und Energieversorgern, um komplexe Kooperationen zu steuern, wo einseitige Entscheidungen schwierig sind.

Welche Beispiele gibt es für öffentlich-rechtliche verträge?

Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag regelt kooperativ Aufgaben zwischen Staat und Bürger oder zwischen öffentlichen Stellen, oft bei komplexen Themen wie Infrastruktur, Naturschutz oder Förderungen, z. B. ein Vertrag zwischen einer Gemeinde und einem Bauherrn über die Erschließung eines Baugebiets oder ein Landarztvertrag, der die Verpflichtung zur Niederlassung in ländlichen Regionen regelt, wobei typische Beispiele auch Fördervereinbarungen oder Kooperationen zwischen Behörden sind. 

Was ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag?

Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen mindestens einer öffentlichen Stelle und einer anderen Partei (Bürger oder andere Verwaltung), um ein Rechtsverhältnis im öffentlichen Recht zu gestalten, zu ändern oder aufzuheben, und dient als Alternative zum einseitigen Verwaltungsakt, indem er kooperative Lösungen ermöglicht, wobei die Regelungen hauptsächlich in den §§ 54 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) zu finden sind. Es gibt zwei Hauptformen: koordinationsrechtliche (z.B. zwischen Gemeinden) und subordinationsrechtliche (z.B. Verwaltung und Bürger), wobei letztere die Gleichordnung des Bürgers betont. 

Was versteht man unter öffentlich-rechtlich?

"Öffentlich-rechtlich" beschreibt Rechtsbeziehungen zwischen dem Staat (oder staatlichen Institutionen) und Bürgern sowie zwischen staatlichen Stellen untereinander, wobei der Staat mit Hoheitsgewalt agiert, um die Interessen der Allgemeinheit zu wahren, im Gegensatz zum Privatrecht, wo sich Bürger rechtlich gleichgestellt gegenüberstehen. Es regelt die Organisation des Staates, die Aufgaben der Verwaltung und spezielle Bereiche wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der unabhängig von Politik und Wirtschaft durch Gebühren finanziert wird, um umfassende Informationen zu liefern. 

Ist eine Baugenehmigung ein öffentlich-rechtlicher Vertrag?

Öffentlich-rechtlicher Vertragsgegenstand

Öffentlich-rechtlich ist demnach ein Vertrag, dessen Gegenstand eine öffentlich-rechtliche Leistung bildet. Dies trifft beispielsweise auf einen Vertrag zu, kraft dessen sich eine Gemeinde zum Erlass einer Baugenehmigung verpflichtet.

Public Law Contracts | General Administrative Law | Episode 10a

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Wann ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag nichtig?

§ 59 Nichtigkeit des öffentlich-rechtlichen Vertrags. (1) Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag ist nichtig, wenn sich die Nichtigkeit aus der entsprechenden Anwendung von Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs ergibt.

Ist ein städtebaulicher Vertrag ein öffentlich-rechtlicher Vertrag?

Der städtebauliche Vertrag hat daher teilgenommen am allgemeinen Aufstieg des öffentlich-rechtlichen Vertrags.

Was gehört alles zum öffentlich-rechtlichen?

Zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland gehören die ARD (mit ihren neun Landesrundfunkanstalten wie NDR, WDR, BR usw.), das ZDF und das Deutschlandradio (Deutschlandfunk, DLF Kultur, DLF Nova), die durch den Rundfunkbeitrag finanziert werden und den Auftrag haben, die Meinungsbildung zu fördern. Auch die Auslandssendung Deutsche Welle (DW) zählt dazu, wird aber steuerfinanziert. Sie produzieren zusammen eine Vielzahl von Programmen wie Phoenix, 3sat, KiKA, Arte und Spartenkanäle (z.B. Tagesschau24, One).
 

Welche Beispiele gibt es für öffentliches Recht?

Beispiele für Öffentliches Recht sind das Strafrecht (StGB), das Steuerrecht (Einkommensteuergesetz), das Verwaltungsrecht (z.B. Baugenehmigungen, Polizei- und Straßenverkehrsordnung) und das Verfassungsrecht (Grundgesetz mit Bürgerrechten wie Meinungsfreiheit). Es regelt die Beziehungen zwischen Bürger und Staat sowie zwischen staatlichen Stellen, oft mit einem Über-/Unterordnungsverhältnis, wie bei einem Steuerbescheid oder einem Platzverweis durch die Polizei. 

Was bedeutet "öffentlich-rechtlich"?

"Öff. Recht" ist die Abkürzung für Öffentliches Recht, ein grundlegender Bereich der Rechtsordnung, der die Beziehungen zwischen dem Staat (als Träger öffentlicher Gewalt) und dem Bürger regelt, sowie die Organisation staatlicher Stellen und deren Verhältnis untereinander. Es unterscheidet sich vom Privatrecht (Gleichrangige Beziehungen) durch ein Über-Unterordnungsverhältnis und umfasst Bereiche wie Verwaltungsrecht, Strafrecht, Steuerrecht und Verfassungsrecht, die das Gemeinwohl sichern und oft zwingenden Charakter haben.
 

Was sind öffentliche Verträge?

Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag ist ein Vertrag, durch den ein Rechtsverhältnis auf dem Ge- biet des öffentlichen Rechts begründet, geändert oder aufgehoben wird, §54 S. 1 VwVfG.

Was ist der Unterschied zwischen privatrechtlich und öffentlich-rechtlich?

Der Hauptunterschied liegt in den beteiligten Parteien und der Machtverteilung: Das öffentliche Recht regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürger (Über-/Unterordnung, z.B. Strafrecht, Steuerrecht), während das Privatrecht die Beziehungen zwischen gleichberechtigten Bürgern untereinander regelt (Gleichordnung, z.B. Kaufvertrag, Eherecht). Öffentliches Recht dient primär dem Gemeinwohl und ist oft zwingend, Privatrecht regelt individuelle Interessen und ist flexibler. 

Was sind öffentlich-rechtliche Ansprüche?

Öffentlich-rechtliche Forderungen bezeichnen Zahlungsansprüche/Forderungen, die aus der Festsetzung öffentlich-rechtlicher Abgaben (d.h. von Gebühren (Verwaltungs- und Benutzungsgebühren), Beiträgen, Steuern und steuerähnlichen Abgaben) resultieren.

Wann liegt ein öffentlich-rechtlicher Vertrag vor?

Öffentlich-rechtliche Verträge sind Vereinbarungen, die auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts geschlossen werden. Mindestens eine Vertragspartei ist ein Träger öffentlicher Aufgaben, etwa eine Behörde, Gemeinde oder Körperschaft.

Was ist der Unterschied zwischen öffentlich und privat?

Das Privatrecht regelt die Rechtsbeziehung zwischen Privaten, also zwischen den Bürgern untereinander. Das öffentliche Recht befasst sich hingegen mit der Rechtsbeziehung zwischen dem Staat und den Bürgern.

Wer sind öffentlich-rechtliche Kunden?

Ein Kunde der die Haftung des Staates in Anspruch nimmt. Dabei kann es sich um den Staat selbst, eine staatliche Behörde, eine öffentliche Einrichtung, die nicht abgewickelt werden kann, und im weiteren Sinne um eine Einrichtung handeln, für deren Verbindlichkeiten der Staat bürgt.

Welche Beispiele gibt es für Unterschiede zwischen öffentlichem und privatem Recht?

Privatrecht regelt Beziehungen zwischen Gleichgestellten (z.B. Kaufvertrag, Ehe, Erbschaft), während öffentliches Recht die Beziehung zwischen Staat und Bürger sowie zwischen staatlichen Institutionen regelt, wobei der Staat übergeordnet ist (z.B. Strafrecht, Steuerrecht, Baurecht). Beispiele sind Kaufvertrag (Privat) vs. Steuerbescheid (Öffentlich) oder Mietvertrag (Privat) vs. Baugenehmigung (Öffentlich). 

Was sind öffentlich-rechtliche Rechtsformen?

Öffentlich-rechtliche Rechtsformen sind z.B. der Zweckverband, die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), die Stiftung des öffentlichen Rechts, der (kommunale) Eigenbetrieb, der Landesbetrieb und der Bundesbetrieb. Die häufigste Rechtsform öffentlicher Unternehmen ist die GmbH, gefolgt vom Eigenbetrieb.

Was ist ein öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis?

a) öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis Ein öffentlich-rechtliches Rechtsverhältnis ist jede durch öffentlich-rechtliche Norm, durch öffentlich-rechtlichen Vertrag oder Verwaltungsakt begründete rechtliche Beziehung zwischen zwei Rechtssubjekten oder einem Rechtssubjekt und einer Sache.

Wer ist öffentlich-rechtlich?

Zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland gehören die ARD (mit ihren neun Landesrundfunkanstalten wie NDR, WDR, BR usw.), das ZDF und das Deutschlandradio (Deutschlandfunk, DLF Kultur, DLF Nova), die durch den Rundfunkbeitrag finanziert werden und den Auftrag haben, die Meinungsbildung zu fördern. Auch die Auslandssendung Deutsche Welle (DW) zählt dazu, wird aber steuerfinanziert. Sie produzieren zusammen eine Vielzahl von Programmen wie Phoenix, 3sat, KiKA, Arte und Spartenkanäle (z.B. Tagesschau24, One).
 

Ist das ZDF öffentlich-rechtlich?

Ja, das ZDF ist eine zentrale öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland, zusammen mit der ARD und dem Deutschlandradio, die sich durch den Rundfunkbeitrag finanziert, um ein vielfältiges Programm für Information, Bildung und Unterhaltung anzubieten, getragen von den Bundesländern und unabhängig vom Staat. 

Ist RTL öffentlich-rechtlich?

Nein, RTL ist ein privatrechtlicher, werbefinanzierter Fernsehsender und gehört nicht zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk (wie ARD und ZDF), der durch Rundfunkgebühren finanziert wird und einen Bildungsauftrag hat; RTL ist der größte deutsche Privatsender und Teil der RTL Group.
 

Ist ein Erschließungsvertrag ein öffentlich-rechtlicher Vertrag?

Der Erschließungsvertrag regelt die Durchführung sowie die Kostentragung bei der Erschließung, also bezüglich eines öffentlich-rechtlichen Vertragsgegenstands. Demzufolge ist ein Erschließungsvertrag ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, der gemäß § 124 Abs. 4 in Schriftform aufgesetzt werden muss.

Welche BauNVO, wenn kein Bebauungsplan?

den §§ 2–14 BauNVO. Ist kein Bebauungsplan vorhanden, muss geprüft werden, ob es sich um ein faktisches Baugebiet handelt. Der Außenbereich (§ 35 BauGB) ist grundsätzlich von Bauvorhaben freizuhalten.

Welcher Vertrag ist gültig?

Wann ist ein Vertrag gültig? Der Vertrag ist gültig, wenn sich die Vertragsparteien über den Inhalt geeinigt haben und die wichtigsten Punkte geregelt sind (Preis, Vertragsparteien und Vertragsgegenstand). Darüber hinaus müssen die Parteien dazu berechtigt sein, einen Vertrag abzuschließen.