Was ist steuerlicher gewerbeertrag?

Gefragt von: Antonius Hinz
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Der Gewerbeertrag ist die Besteuergrundlage für die Gewerbesteuer. Der Gewerbeertrag ist der erwirtschaftete Gewinn eines Jahres aus einem Gewerbebetrieb unter Berücksichtigung der Hinzurechnungen und Kürzungen.

Wie berechnet man den gewerbeertrag?

Die Ausgangsgröße zur Ermittlung des Gewerbeertrags (§ 7 GewStG) ist der Gewinn, den Sie im Jahr erwirtschaftet haben. Hierzu müssen Sie die so genannten Gewerbesteuer-Hinzurechnungen addieren (§ 8 GewStG) und die Gewerbesteuer-Kürzungen abziehen (§ 9 GewStG).

Was ist Bemessungsgrundlage gewerbeertrag?

Bemessungsgrundlage (BMG)

Die Bemessungsgrundlage ist der Gewerbeertrag (= Kennzeichen E) bzw., sofern kein Gewerbeertrag vom Finanzamt festgesetzt wird, der Gewinn aus Gewerbebetrieb (= Kennzeichen G).

Kann der gewerbeertrag negativ sein?

Nach § 7 Gewerbesteuergesetz werden zum Gewinn die sog. ... Je nachdem, ob Hinzurechnungen oder Kürzungen höher ausfallen, kann der Gewerbeertrag größer oder kleiner sein als der Gewinn aus Gewerbebetrieb. Fällt der Gewerbeertrag negativ aus, so spricht man von einem Gewerbeverlust.

Wie gelangt man vom gewerbeertrag zur Gewerbesteuer?

Festsetzung und Zerlegung der Gewerbesteuer

Der Gewerbesteuermessbetrag ergibt sich bei Personen- und Einzelunternehmen durch den Abzug des Freibetrages vom Gewerbeertrag und der anschließenden Multiplikation mit der Steuermesszahl.

Gewerbeertrag, Hinzurechnungen, Kürzungen | Unternehmensbesteuerung

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Wie stellt sich die Gewerbesteuer zusammen?

Wenn Sie ein Gewerbe betreiben, müssen Sie auf Ihre Gewinne Gewerbesteuer entrichten. ... Die Formel zur Berechnung der Gewerbesteuer lautet: Gewinn minus Freibetrag mal 3,5 Prozent mal Gewerbesteuer-Hebesatz. Einzelunternehmen und Personengesellschaften können von ihrem Gewinn einen Freibetrag von 24.500 Euro abziehen.

Wann muss die Gewerbesteuererklärung abgegeben werden?

Gewerbesteuererklärung erst ab 24.500 EUR Gewinn

Wer ein Gewerbe betreibt, ist grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Die Abgabe der Gewerbesteuererklärung ist jedoch nur erforderlich, wenn der Gewinn höher ist als 24.500 EUR.

Was versteht man unter gewerbeertrag?

Der Gewerbeertrag ist die Besteuergrundlage für die Gewerbesteuer. Der Gewerbeertrag ist der erwirtschaftete Gewinn eines Jahres aus einem Gewerbebetrieb unter Berücksichtigung der Hinzurechnungen und Kürzungen.

Wann gehen Verlustvorträge unter?

Vereinfacht ausgedrückt gehen nach § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG in seiner aktuellen Fassung steuerliche Verlustvorträge einer Körperschaft anteilig unter, wenn deren Anteile innerhalb von fünf Jahren zu mehr als 25% bis zu 50% übertragen werden.

Warum gibt es kein Verlustrücktrag bei Gewerbesteuer?

Die Höhe der vortragsfähigen Fehlbeträge ist gesondert festzustellen (§ 10a Satz 6 GewStG). Bei der Gewerbesteuer ist kein Verlustrücktrag möglich. Für den Verlustvortrag muss der Steuerpflichtige keinen besonderen Antrag stellen, die Berücksichtigung des Verlustvortrags erfolgt von Amts wegen.

Was ist gewerbeertrag IHK?

Basis für den IHK-Beitrag ist der Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb des jeweiligen Kalenderjahres. Da diese Zahlen frühestens im Folgejahr von den Finanzämtern durch den Steuerbescheid festgesetzt werden, wird zunächst eine vorläufige Beitragsveranlagung durchgeführt.

Wie berechnet sich der IHK-Beitrag?

Der Umlagehebesatz beträgt 0,21 Prozent vom Gewinn bzw. Gewerbeertrag. Kleingewerbetreibende, Personengesellschaften und Eingetragene Kaufleute haben einen Freibetrag bei der Umlage in Höhe von 15.340 Euro.

Was ist die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer?

Was ist die Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer? Das KStG (Körperschaftsteuergesetz) sieht in § 7 Abs. 1 vor, dass die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer stets das zu versteuernde Einkommen von juristischen Personen ist.

Wie berechnet man die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer wird aus dem Vorsteuergewinn berechnet, eventuell nach Abzug des Gehalts des geschäftsführenden Gesellschafters. Das Berechnungsbeispiel im nächsten Abschnitt zeigt: Wenn Sie 100.000 Euro steuerlichen Gewinn verbuchen, zahlen Sie darauf 15 Prozent, also 15.000 Euro, Körperschaftsteuer.

Wie ermittelt man den Gewinn aus Gewerbebetrieb?

Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und Land- und Forstwirtschaft ermitteln sich als Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben, wobei eine positive Differenz als Gewinn bezeichnet wird. Deshalb spricht man auch von Gewinneinkünften.

Wie rechne ich Gewerbesteuer?

Rechenbeispiel für Kapitalgesellschaften:

Jahresgewinn: 100.000 Euro. zu versteuernder Gewinn: 100.000 Euro. Gewerbesteuermessbetrag: 100.000 Euro x 0,035 = 3.500 Euro. Gewerbesteuer: 3.500 Euro x 4,90 (Beispiel München) = 17.150 Euro.

Wann liegt kein schädlicher Beteiligungserwerb vor?

Bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht genutzte Verluste sind unabhängig von § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG vollständig nicht mehr abziehbar, wenn ein schädlicher Anteilseignerwechsel von mehr als 50 % vorliegt (§ 8c Abs. 1 Satz 2 KStG).

Wie lange kann ein Verlust vorgetragen werden?

Anders als beim Verlustrücktrag gibt es beim Verlustvortrag keine zeitliche Begrenzung auf ein Jahr. Die negativen Einkünfte werden so lange Jahr für Jahr vorgetragen, bis davon nichts mehr übrig ist.

Wann ist ein verlustrücktrag möglich?

Gesetzliche Grundlagen zum Verlustrücktrag

Beim Verlustrücktrag schreibt das Einkommensteuergesetz in § 10d Abs. 1 vor, dass ein Verlust von bis zu 1 Mio. € mit den Einkünften bzw. mit dem Gewinn des vorangegangen Jahres verrechnet werden kann.

Warum Kürzungen bei Gewerbesteuer?

Gewerbesteuer-Kürzungen: Welchen Betrag Sie für Eigentum abziehen dürfen. Nach den Hinzurechnungen dürfen Sie Ihren vorläufigen Gewerbeertrag unter bestimmten Voraussetzungen kürzen (§ 9 GewStG). Dadurch soll eine Doppelbesteuerung vermieden werden.

Warum Hinzurechnungen und Kürzungen bei Gewerbesteuer?

Um zu verhindern, dass Gewinn willkürlich in Gemeinden mit niedriger Gewerbesteuer verlagert wird, wird der Gewinn laut Bilanz durch zahlreiche Hinzurechnungen und Kürzungen zu einem Gewerbeertrag modifiziert, der dann angeblich die objektive Ertragskraft eines Unternehmens darstellen soll.

Was sind Hinzurechnungen und Kürzungen Gewerbesteuer?

Gewerbesteuergesetz. § 8 GewStG: Hinzurechnungen Gewinn aus Gewerbebetrieb. Bei den Hinzurechnungen handelt es sich um Beträge, die den Gewinn aus Gewerbebetrieb bzw. ... § 9 GewstG: Kürzungen der Summe des Gewinn aus Gewerbebetriebs und der Hinzurechnungen.

Wann muss die Umsatzsteuerjahreserklärung abgegeben werden?

Fristen für die Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung

Die Umsatzsteuerjahreserklärung ist regelmäßig bis spätestens zum 31. Juli des Folgejahres beim zuständigen Finanzamt vom steuerpflichtigen Unternehmer einzureichen.

Wer ist Gewst pflichtig?

Gewerbesteuerpflichtig sind alle gewerblichen Unternehmen sowie alle Kapitalgesellschaften (GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG, KGaA). Wer zahlt keine Gewerbesteuer? Grundsätzlich bezahlen Freiberufler und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft keine Gewerbesteuer. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Bis wann müssen Kleinunternehmer Steuererklärung abgeben?

Die Steuererklärungen für 2018 sind also erst am 31. Juli 2019 fällig. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat dann sogar bis Ende Februar 2020 Zeit! Wichtig: Auch Kleinunternehmer sind verpflichtet, ihre Steuererklärungen auf elektronischem Weg ans Finanzamt zu übermitteln.