Was kann ich tun, wenn meine Eltern zu viel verdienen, um BAföG zu erhalten?
Gefragt von: Heinz-Günter Gross B.Sc.sternezahl: 4.4/5 (53 sternebewertungen)
Auch wenn deine Eltern zu viel verdienen, lohnt sich oft ein BAföG-Antrag, da Freibeträge berücksichtigt werden; ansonsten gibt es elternunabhängiges BAföG, wenn du bestimmte Arbeitsjahre nachweisen kannst, oder du kannst einen Vorausleistungsantrag stellen, falls deine Eltern nicht zahlen (Formblatt 8). Wichtig ist: Immer den Antrag stellen, da oft auch bei hohen Einkommen eine (Teil-)Förderung möglich ist.
Was tun, wenn Eltern zu viel für BAföG verdienen?
Wenn das Einkommen deiner Eltern die Freibeträge überschreitet, ist noch nicht Schluss. Oft kannst du trotzdem eine Förderung bekommen. Es lohnt sich also, den Antrag zu stellen! Schülerinnen und Schüler erhalten einen Zuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen.
Wie viel Geld dürfen die Eltern verdienen, damit man BAföG bekommt?
Einkommensgrenzen der Eltern und Studierenden im Überblick
Verheiratete Elternpaare dürfen bis zu 2.540 Euro im Monat verdienen, damit der volle BAföG-Anspruch bestehen bleibt. Bei Alleinstehenden sind es 1.690 Euro, bei Stiefeltern 850 Euro.
Kann ich BAföG beantragen, wenn meine Eltern gut verdienen?
Der Bafög-Höchstsatz liegt im Wintersemester 2025/26 bei 992 Euro. Wer über die Eltern krankenversichert ist, bekommt monatlich höchstens 855 Euro. Du bekommst kein oder weniger Bafög, wenn Deine Eltern gut verdienen.
Soll BAföG abhängig vom Einkommen der Eltern sein?
BAföG berechnen
Vom Einkommen der Eltern können je nach Familienkonstellation (Eltern verheiratet, getrennt, geschieden), nach Kinderzahl, Ausbildung der Kinder und sonstigen Unterhaltspflichten unterschiedlich hohe Freibeträge abgezogen werden. Auch Einkommen und Vermögen der Studierenden werden berücksichtigt.
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Wann wird das BAföG abgelehnt?
BAföG wird abgelehnt, wenn das Einkommen der Eltern/des Ehepartners/des Antragstellers zu hoch ist, eigenes Vermögen die Grenze überschreitet, man zu alt ist (meist über 45 bei Beginn), in Teilzeit studiert, die Regelstudienzeit überschreitet (nach dem 4. Semester), es sich um ein Zweitstudium handelt oder wichtige Unterlagen fehlen/Fehler enthalten sind, wie zu alte Kontoauszüge oder falsche Angaben. Auch Fehler im Antrag oder das Nichterfüllen von Zulassungsvoraussetzungen können zur Ablehnung führen.
Woher weiß das BAföG-Amt, wie viel ich verdiene?
Das BAföG-Amt führt regelmäßig den sog. Datenabgleich durch. Dabei werden solche Kapitaleinkünfte, von denen keine Steuern abgezogen werden (Sparerfreibetrag) vom Bundeszentralamt für Steuern an das BAföG-Amt übermittelt. Das passiert automatisch immer, wenn Ausbildungsförderung bewilligt wird.
Wie hoch darf das Einkommen der Eltern sein?
Die Einkommensgrenze für Paare und für Alleinerziehende liegt für Geburten ab dem 1. April 2024 bei 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und für Geburten ab dem 1. April 2025 bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wird diese Grenze überschritten, können Eltern kein Elterngeld bekommen.
Wie hoch darf das Einkommen der Eltern sein, um Studienbeihilfe zu bekommen?
Die zusätzlichen Einkünfte dürfen die Grenze von 16.455 Euro im Jahr nicht überschreiten, da man sonst den Anspruch auf Studienbeihilfe verliert. Diese Grenze erhöht sich pro Kind, für welches Unterhalt geleistet wird, um jeweils 2.988 Euro jährlich. Die Zuverdienstgrenze wurde im Oktober 2020 rückwirkend bis 01.
Kann man BAföG bekommen, wenn die Eltern selbstständig sind?
Auch wenn deine Eltern selbstständig sind, kannst du BAföG bekommen; ihr Einkommen wird durch Freibeträge gemindert, wobei für Verheiratete z.B. 2.540 € (Stand 2024/25) monatlich anrechnungsfrei bleiben, zuzüglich Freibeträgen für weitere Kinder und Personen. Die Berechnung basiert auf dem Brutto-Einkommen des vorletzten Jahres, und bei deutlicher Verschlechterung kann ein Aktualisierungsantrag gestellt werden. Selbstständige Eltern müssen ihre Einkünfte wie gewohnt nachweisen, was aber den Anspruch nicht grundsätzlich ausschließt.
Wann habe ich kein Anrecht auf BAföG?
Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (meist 45 Jahre, mit Ausnahmen) überschreit, die Regelstudienzeit stark überschreitet, bereits einen ersten Hochschulabschluss hat (z.B. Master nach Bachelor), Teilzeit studiert, bestimmte Vermögensgrenzen überschreitet oder die nötigen Leistungsnachweise nicht erbringt. Auch bei Nichtbestehen der Zwischenprüfung ohne anerkannte Gründe kann die Förderung entfallen.
Wird das Vermögen der Eltern beim BAföG angerechnet?
eingetragenen Lebenspartners oder der Eltern der Auszubildenden werden nicht auf den Bedarf angerechnet, wohl aber das Einkommen, das diese Personen aus ihrem Vermögen erzielen.
Wie viel BAföG bekommt man als Student, wenn man bei den Eltern wohnt?
Bei Schülern kommt es auf die Schulart an, wie viel BAföG möglich ist (und ob überhaupt). Wird nicht bei den Eltern gewohnt und ist keine Familienversicherung möglich, liegen die BAföG-Höchstsätze für Schüler seit August 2024 zwischen 803 € und 957 €. Bei den Eltern wohnend sind es lediglich 413 € bis 635 €.
Was kann ich tun, wenn meine Eltern mein Studium nicht finanzieren?
Hinweis: Wenn die Eltern keinen Unterhalt zahlen und die Ausbildung dadurch gefährdet ist, kann beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung (BAföG-Amt) ein Antrag auf Vorausleistung gestellt werden. Studierende sollen sich in diesem Fall unbedingt an das Studierenden-/Studentenwerk am Hochschulort wenden!
Was sind die Nachteile von BAföG?
Der größte Nachteil an dieser Form der Ausbildungsförderung liegt darin, dass BAföG nicht jedem zusteht. Darüber hinaus ist die Beantragung vergleichsweise langwierig, da es sich um einen bürokratischen Prozess handelt.
Was passiert, wenn ich als Student mehr als 520 € verdiene?
Während der Vorlesungszeit dürfen Studierende nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, um andere Vorteile nicht zu verlieren. Übersteigt das regelmäßige Gesamteinkommen im Jahr 2025 556 Euro im Monat, müssen sich Studierende selbst krankenversichern und Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen.
Wie hoch ist die Höchststudienbeihilfe?
Die Höchststudienbeihilfe für Studierende unter 24, die am Wohnort der Eltern oder in dessen Nähe studieren, beträgt 404 € pro Monat bzw. 4.848 € pro Jahr. Für auswärtige Studierende, Vollwaisen, Studierende über 24, Studierende mit Kind(ern) und verheiratete Studierende beträgt der Grundbetrag 705 € pro Monat bzw.
Wie viel Geld bekommen Studenten von ihren Eltern?
Eltern müssen ihren studierenden Kindern Unterhalt zahlen, in der Regel 990 € monatlich (Stand 2025/2026) nach der Düsseldorfer Tabelle, wenn das Kind nicht zu Hause wohnt, wobei dies den Bedarf abdeckt, exklusive Krankenversicherung und Studiengebühren. Lebt das Kind noch zu Hause, richtet sich der Betrag nach dem Einkommen der Eltern (Düsseldorfer Tabelle), und das Kindergeld wird angerechnet. Der Unterhaltspflicht endet mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss und kann durch eigene Einkünfte des Kindes (z.B. BAföG) gemindert werden.
Wann verliert man den Anspruch auf Studienbeihilfe?
Wenn während des Zuerkennungszeitraumes (zwei Semester oder ein Ausbildungsjahr) die Studienrichtung oder die Bildungseinrichtung gewechselt wird, erlischt der Anspruch auf Studienbeihilfe. Für die neue Studienrichtung ist neuerlich ein persönlicher Antrag zu stellen (kein Systemantrag möglich!).
Bis wann müssen meine Eltern mich finanziell unterstützen?
Eltern sind ihren Kindern gegenüber zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet, bis diese ihre erste berufsqualifizierende Ausbildung (z.B. Studium, Lehre) abgeschlossen haben und selbst für ihren Unterhalt sorgen können, auch wenn das Kind bereits volljährig ist. Es gibt keine starre Altersgrenze, die Pflicht besteht, solange das Kind studiert oder sich ausbildet und zielstrebig vorgeht, wobei die erste Ausbildung Vorrang hat. Bei Krankheit oder Behinderung kann die Pflicht auch länger bestehen.
Ist die Einkommensgrenze für Kindergeld brutto oder netto?
Für das **normale Kindergeld gibt es keine Einkommensgrenze (weder brutto noch netto), es wird einkommensunabhängig gezahlt. Die Verwirrung entsteht oft durch den Kinderzuschlag, der eine untere Mindesteinkommensgrenze (z.B. 900 € brutto für Paare) und eine obere Grenze (gleitend) hat, wobei das Bruttoeinkommen zählt.
Was passiert, wenn man mehr verdient, BAföG?
Solltest du mehr verdienen und den Freibetrag überschreiten, wird dein Einkommen angerechnet und vom BAföG abgezogen. Die Anrechnung des Nebeneinkommens gilt für den Bewilligungszeitraum der Förderung. Sprich: Für den Zeitraum, in dem du BAföG beziehst.
Wann muss man BAföG nicht mehr zurückzahlen?
Wenn Ihr monatliches anrechenbares Einkommen den persönlichen Freibetrag von 1.690,00 EUR nicht übersteigt und Ihr Darlehen noch nicht vollständig fällig ist, können Sie auf Antrag von der Rückzahlungsverpflichtung freigestellt werden. Dieser Freibetrag kann sich um weitere Beträge erhöhen.
Sind 26/30 BAföG?
Die Zahlen 26 und 30 beim BAföG beziehen sich meist auf die Paragraphen § 26 BAföG (Vermögensanrechnung) und die Freibeträge nach § 30 BAföG (z.B. elternunabhängiges BAföG) und Altersgrenzen, wobei das Vermögen des Auszubildenden selbst sowie das Einkommen der Eltern (Freibeträge) über die Förderung entscheiden; bis 29 Jahre gilt ein Vermögensfreibetrag von 15.000 €, ab 30 Jahren steigt dieser auf 45.000 €. Die 26. BAföG-Novelle ist eine wichtige Gesetzesreform, die die Förderung verbessern soll.