Was kann man einklagen?
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Man kann in Deutschland vieles einklagen, hauptsächlich Geld- oder Leistungsansprüche wie ausstehendes Gehalt, Schadensersatz (z.B. nach Unfällen, für Reparaturen, Verdienstausfall oder Schmerzensgeld), nicht gelieferte Ware oder Werkleistungen sowie Ansprüche aus Sozialleistungen, dem Arbeitsrecht (z.B. bei Mobbing) oder Erbschaftsstreitigkeiten (Pflichtteil). Klagen erfolgen meist vor Zivil-, Arbeits- oder Sozialgerichten, je nach Fallart und Streitwert.
Was kann man alles verklagen?
Schadensersatz in Form von Geldersatz kann Betroffenen einer Straftat zugesprochen werden, etwa für Reparaturkosten, entgangenen Arbeitslohn oder Krankenhauskosten. Auch die sogenannten Schmerzensgelder, die das Leid nach einer Verletzung ausgleichen sollen, können geltend gemacht werden.
Welche 3 Klagearten gibt es?
Die drei grundlegenden Klagearten im deutschen Zivilprozess sind die Leistungsklage (Fordern einer Handlung/Unterlassung), die Gestaltungsklage (Änderung/Aufhebung/Begründung eines Rechtsverhältnisses) und die Feststellungsklage (Feststellung eines Rechtsverhältnisses). Diese Unterscheidung richtet sich nach dem Ziel, das der Kläger mit seinem Antrag verfolgt: eine konkrete Handlung zu erwirken, eine Rechtslage zu verändern oder den Status quo gerichtlich feststellen zu lassen.
Bei welchem Gericht reicht man eine Klage ein?
Eine mündliche Klageerhebung ist nur bei dem Verwaltungsgericht möglich. In den seltenen Fällen, in denen eine Klage bei dem Oberverwaltungsgericht oder dem Bundesverwaltungsgericht zu erheben ist, muss dies also schriftlich geschehen.
Wann lohnt sich ein Klageverfahren?
Auch wenn eine Kündigung diskriminierend erscheint oder Sie keine klare Begründung erhalten haben, kann sich eine Klage lohnen. In vielen Fällen führt sie zu einem Vergleich oder einer Abfindung. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zögern zunächst, rechtliche Schritte zu unternehmen und eine Klage einzureichen.
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Kann ich ohne Rechtsanwalt eine Klage einreichen?
Weder vor dem Amtsgericht noch vor dem Verwaltungsgericht oder Sozialgericht herrscht Anwaltszwang. Auch arbeitsgerichtlich können Sie in der ersten Instanz ohne Anwalt auftreten. Anwaltszwang herrscht hingegen vor den Landgerichten – auch in der ersten Instanz – oder wenn Sie Berufung oder Revision einlegen wollen.
Wann hat eine Klage Aussicht auf Erfolg?
Die Klage hat Aussicht auf Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist. Da keine aufdrängende oder abdrängende Sonderzuweisung ersichtlich ist, ist der Verwaltungsrechtsweg gem. § 40 Abs. 1 VwGO eröffnet, wenn eine öffentlich-rechtliche Streitigkeit nichtverfassungsrechtlicher Art vorliegt.
Wie reicht man am besten eine Klage ein?
Sie leiten ein Gerichtsverfahren ein, indem Sie eine Klage einreichen . In manchen Fällen reichen Sie einen Antrag oder eine Petition ein. Das Gericht stellt Ihnen verschiedene Klageformulare zur Verfügung, die Sie für Ihre Klage verwenden können. Diese Formulare sind online und bei der Pro-Se-Intake-Stelle erhältlich.
Kann ich ohne Anwalt Anzeige erstatten?
Sie brauchen nicht unbedingt einen Anwalt, um eine Anzeige zu erstatten. Allerdings kann es in komplexeren Fällen sinnvoll sein, sich anwaltlich beraten zu lassen. Ein Rechtsanwalt kann Ihnen dabei helfen, Ihre Rechte zu verstehen und zu schützen, insbesondere dann, wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind.
Wann hat eine Klage Erfolg?
Eine Klage hat dann Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist. Der maßgebliche Beurteilungszeitpunkt ist der Schluss der mündlichen Verhandlung (§ 296a Satz 1 ZPO). Ist die Klage unzulässig, wird sie abgewiesen. Dieses Prozessurteil erwächst nicht in materielle Rechtskraft.
Was bringt eine Klage?
Ziel einer Klage ist es, eine gerichtliche Entscheidung zu erlangen. Was eingeklagt wird, ist jedoch vielfältig. Die häufigste Klage im Zivilprozess ist die sogenannte allgemeine Leistungsklage.
Was muss in einer Klage stehen?
Die Klage muss unter anderem den genauen Namen und die genaue Anschrift des Klägers und des Beklagten enthalten und das angerufene Gericht bezeichnen.
Welche Klagemöglichkeiten gibt es?
Klagearten beschreiben die Zielrichtung eines Rechtsstreits und werden hauptsächlich im Zivil- und öffentlichen Recht unterschieden, wobei die Haupttypen im Zivilrecht die Leistungsklage (Handlung/Unterlassung fordern), Gestaltungsklage (Rechtslage ändern) und Feststellungsklage (Bestehen/Nichtbestehen klären) sind. Im öffentlichen Recht kommen hinzu Anfechtungsklage (gegen Verwaltungsakt) und Verpflichtungsklage (Erlass eines VA begehren).
Wie lange dauert es, bis eine Klage einreicht wird?
Die Dauer einer Klage hängt stark vom Gericht und der Komplexität ab: Einfache Fälle dauern oft 6-12 Monate, können aber bei umfangreicher Beweisaufnahme oder Berufungen auch 1-3 Jahre oder länger dauern. Amtsgerichte sind oft schneller (durchschnittlich ca. 4-6 Monate) als Landgerichte (durchschnittlich 7-12 Monate oder länger). Wichtig sind auch spezifische Fristen wie die 3-Wochen-Frist bei Kündigungen.
Wie kann man im Gericht gewinnen?
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- Stellen Sie sich auf die Adressaten Ihrer Botschaft ein. ...
- Bereiten Sie sich gründlich vor. ...
- Stellen Sie sich auf Gegenargumente ein. ...
- Konzentrieren Sie sich auf den Knackpunkt. ...
- Stellen Sie Ihre Beurteilung nicht als eindeutig dar.
Wie viel kostet eine Klage?
Die Kosten einer Klage hängen stark vom Streitwert (Wert der Forderung) ab und setzen sich aus Gerichtsgebühren (abhängig vom Streitwert) und möglichen Anwaltskosten zusammen, wobei die Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GKG) bzw. Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) berechnet werden, beispielsweise kostet eine Klage bis 1.000 € Streitwert rund 58 € Gerichtskosten, plus Anwaltskosten, wenn ein Anwalt beauftragt wird. Für eine erste Schätzung helfen online Prozesskostenrechner des Justiz-Portals, kann man sich online informieren, wobei die Kosten bei Gewinn in der Regel von der Gegenseite getragen werden müssen.
Was passiert, wenn man eine Klage gewinnt?
Wurde Ihrer Klage vollständig stattgegeben, muss der unterlegene Beklagte die Kosten des Verfahrens tragen. Und das kann ganz schön ins Geld gehen. Er muss nämlich nicht nur die Gerichtsgebühren zahlen. Dazu kommen gegebenenfalls Zeugenentschädigungen, Sachverständigenkosten und andere Auslagen.
Wie bringe ich eine Klage ein?
Eine Klage reicht man ein, indem man eine Klageschrift schriftlich oder mündlich bei der Rechtsantragsstelle des zuständigen Gerichts einreicht (z.B. Amts-, Land-, Sozial-, Verwaltungsgericht), je nach Streitwert und Art des Falls. Wichtig ist eine klare Darstellung des Sachverhalts, die genauen Daten der Parteien und der Antrag an das Gericht. Ab einem Streitwert von über 5.000 € besteht beim Landgericht Anwaltszwang, sonst kann man oft selbst klagen, aber anwaltliche Beratung ist ratsam, um Fristen (z.B. Verjährung) zu beachten.
Wann ist eine Klage nicht zulässig?
Im Zivilrecht kann beispielsweise eine Klage unzulässig sein, wenn sie an einem unzuständigen Gericht eingereicht wurde oder notwendige Angaben fehlen. Auch Fristversäumnisse können zur Unzulässigkeit führen.
Was passiert nach einer Klageeinreichung?
Nach der Klageeinreichung prüft das Gericht die Klage, verlangt ggf. einen Vorschuss und stellt die Klageschrift dann dem Beklagten zu, der eine Frist (meist 2 Wochen) zur schriftlichen Stellungnahme hat; reagiert er nicht, droht ein Versäumnisurteil, reagiert er, folgt meist ein schriftliches Vorverfahren oder ein früher erster Termin, bis hin zur mündlichen Hauptverhandlung und einem abschließenden Urteil oder Vergleich.
Wie wird das Gericht über die Klage entscheiden?
In einem Klageverfahren ergeht nach einer mündlichen Verhandlung üblicherweise ein Urteil. Im Einverständnis der Beteiligten kann auch ohne mündliche Verhandlung im schriftlichen Verfahren ein Urteil gesprochen werden. Im schriftlichen Verfahren kann über eine Klage außerdem durch Gerichtsbescheid entschieden werden.
Wer zahlt den Anwalt bei Klage?
Bei einer Klage zahlt grundsätzlich der Verlierer des Prozesses die Anwalts- und Gerichtskosten beider Seiten (§ 91 ZPO) – das gilt für Zivilprozesse. Eine wichtige Ausnahme ist das Arbeitsrecht in der ersten Instanz: Hier trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten, egal ob sie gewinnt oder verliert. Wer Rechtsschutz hat, wird meist von seiner Versicherung unterstützt, die auch im Falle einer Niederlage zahlt.
Welche Beispiele gibt es für Zivilverfahren?
Beispiele dafür sind:
- Streitigkeiten aus dem Eheverhältnis.
- Verlassenschaftsangelegenheiten.
- Streitigkeiten um unbewegliches Gut.
- Bestandstreitigkeiten.
Kann ich privat eine Klage einreichen?
Die Erhebung der Privatklage erfolgt durch Einreichung einer Anklageschrift oder zu Protokoll der Geschäftsstelle. Dabei ist zu beachten, dass die Privatklage so erhoben werden muss, dass sich die Täterin oder der Täter, Tatort und -zeit, sowie der Tathergang (Sachverhalt) aus ihr eindeutig ergeben.