Was kommt vor Inkasso?

Gefragt von: Kirsten Engelhardt
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Vor einem Inkasso stehen in der Regel mehrere Mahnungen (Zahlungserinnerungen) durch den ursprünglichen Gläubiger, oft mit steigendem Druck und Fristsetzungen, bevor das Unternehmen einen Inkassodienstleister beauftragt, was als vorgerichtliche Phase beginnt. Bleiben diese Versuche erfolglos, folgt oft ein gerichtliches Mahnverfahren mit Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid, was dann die Zwangsvollstreckung (Lohn-/Kontopfändung, Besuch Gerichtsvollzieher) ermöglicht.

Was ist der nächste Schritt nach Inkasso?

Wenn der Schuldiger oder die Schuldigerin nicht bezahlt, kann das Inkassobüro ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten, um die offene Forderung einzutreiben. Legt der Schuldner oder die Schuldnerin keinen Widerspruch dagegen ein, kommt es zum Vollstreckungsbescheid.

Was kommt nach Inkasso?

Nach dem Inkasso kommt in der Regel ein gerichtliches Mahnverfahren (Mahn- und Vollstreckungsbescheid) und, wenn weiterhin nicht gezahlt wird, die Zwangsvollstreckung (z.B. Pfändung von Konto oder Lohn). Wenn Sie die Forderung nicht anerkennen, sollten Sie unbedingt reagieren (z.B. mit Widerspruch), um eine Titulierung und teure Pfändungsmaßnahmen zu verhindern, da Inkassobüros oft mit rechtlichen Schritten drohen, die Sie selbst prüfen sollten. 

Wie verläuft ein Inkassoverfahren?

Ein Inkassoverfahren läuft typischerweise in drei Phasen ab: vorgerichtlich, gerichtliche Mahnung und Zwangsvollstreckung. Zuerst versucht ein Inkassobüro außergerichtlich, durch Mahnungen und Zahlungsvereinbarungen die Schuld zu begleichen; scheitert dies, folgt das gerichtliche Mahnverfahren mit Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid. Hat der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel, kann die Zwangsvollstreckung durch Pfändung eingeleitet werden, bis die Forderung getilgt ist. 

Wie viele Mahnungen vor Inkasso?

Gesetzlich ist oft nur eine einzige Mahnung nötig, um in Zahlungsverzug zu geraten und ein Inkasso einzuleiten; viele Unternehmen schicken aus Kulanz jedoch zwei bis drei Mahnungen (Zahlungserinnerung, erste, zweite Mahnung), um die Kundenbeziehung zu wahren, bevor sie Mahn- und Inkassoverfahren starten. Nach Fälligkeit und Verzug kann der Gläubiger theoretisch sofort ein Inkassounternehmen beauftragen, aber eine Mahnung ist der übliche Weg, um den Schuldner in Verzug zu setzen. 

Die miesen Tricks der Inkasso-Firmen bei Schulden

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Wie lange hat man Zeit, Inkasso zu zahlen?

Sie haben in der Regel 3 Jahre Zeit für die meisten Inkassoforderungen, da die Verjährungsfrist meist am Ende des Jahres beginnt, in dem die Forderung fällig wurde, aber diese Frist kann sich durch Mahnungen, Vollstreckungsbescheide oder Urteile verlängern, und bestimmte Schulden (z.B. Steuern, Krankenkassenbeiträge) haben abweichende Fristen, wobei titulierte Forderungen sogar 30 Jahre verjähren können. Die eigentliche Zahlungsfrist innerhalb des Inkassoverfahrens ist oft kurz (z.B. 14 Tage nach Mahnung), aber die Verjährungsfrist ist entscheidend für die langfristige Schuld. 

Wie lange dauert es, bis die Schulden an ein Inkassobüro übergeben werden?

Üblicherweise werden überfällige Forderungen erst nach 120 bis 180 Tagen abgeschrieben und an ein Inkassobüro übergeben. Wenn Sie überfällige Schulden haben und von jemandem kontaktiert wurden, der sich als Mitarbeiter eines Inkassobüros ausgibt, seien Sie vorsichtig. Es gibt Betrüger, die sich als Inkassomitarbeiter ausgeben.

Was passiert, wenn man trotz Inkasso nicht bezahlt?

Wenn man eine Inkasso-Forderung nicht bezahlt, eskalieren die Kosten und der Prozess, was zu einem gerichtlichen Mahnverfahren, einem Vollstreckungsbescheid und schließlich zur Zwangsvollstreckung (z.B. Pfändung von Konto, Lohn) führen kann, es sei denn, die Forderung ist unberechtigt, dann legt man Widerspruch ein; wichtig ist, bei begründeten Forderungen zu reagieren, um weitere Eskalationen und Kosten zu verhindern. 

Welche 11 Wörter sollte man einem Inkassobeauftragten sagen?

Wenn Sie verhindern möchten, dass Inkassounternehmen Sie anrufen, verwenden Sie folgende Formulierung: „ Bitte stellen Sie jegliche Kommunikation bezüglich dieser Schulden ein .“ Diese einfache Formulierung, schriftlich an ein Inkassounternehmen gerichtet, verpflichtet dieses rechtlich dazu, Sie nur noch zu kontaktieren, um Sie über bestimmte Maßnahmen zu informieren, wie zum Beispiel …

Hat Inkasso Auswirkungen auf die SCHUFA?

Ein Inkasso führt nicht automatisch zu einem Schufa-Eintrag, aber es ist oft der nächste Schritt: Ein negativer Schufa-Eintrag kann erfolgen, wenn eine berechtigte Forderung nach mindestens zwei Mahnungen und erfolgloser Zahlungsfrist (mindestens 4 Wochen zwischen den Mahnungen) nicht beglichen wird und der Schuldner auf die drohende Meldung hingewiesen wurde. Widersprechen Sie der Forderung schriftlich oder zahlen Sie innerhalb der Frist nach der Meldung, wird kein Eintrag vorgenommen.
 

Wann meldet Inkasso an die Schufa?

Ein Schufa-Eintrag durch ein Inkasso erfolgt erst nach mindestens zwei Mahnungen, wobei der Schuldner mindestens einmal auf den negativen Eintrag hingewiesen wurde, die Forderung unbestritten und fällig ist und zwischen der ersten Mahnung und der Meldung mindestens vier Wochen liegen müssen. Erst wenn diese gesetzlichen Voraussetzungen nach § 31 BDSG erfüllt sind und Sie trotz Androhung nicht zahlen, darf das Inkasso eine Meldung an die Schufa vornehmen, um Ihre Bonität zu beeinflussen. 

In welcher Reihenfolge müssen die Schulden beglichen werden?

Indem Sie zuerst Ihre Schulden mit den höchsten Zinsen tilgen, zahlen Sie weniger Zinsen. So werden Sie schneller schuldenfrei. Um diese Strategie anzuwenden, listen Sie Ihre Schulden nach Zinssatz auf, vom höchsten zum niedrigsten . Zahlen Sie zuerst die Schulden mit dem höchsten Zinssatz ab.

Was passiert, nachdem eine Forderung an ein Inkassobüro übergeben wurde?

Wird Ihre Schuld an ein Inkassobüro übergeben, können die rechtlichen und finanziellen Folgen erheblich sein. Zahlen Sie Ihre Schulden nicht, riskieren Sie negative Auswirkungen auf Ihre Kreditwürdigkeit und Ihre Schufa-Auskunft für bis zu sieben Jahre .

Welche Folgen hat Inkasso?

Bei Inkasso wird eine offene Forderung professionell eingetrieben, was in mehreren Phasen abläuft: Zuerst versucht das Inkassobüro außergerichtlich durch Mahnungen, Telefonate oder Besuchstermine eine Einigung zu erzielen, oft mit Ratenzahlungsangeboten. Bleibt die Zahlung aus, folgt eine gerichtliche Phase mit Mahnverfahren und möglichem Vollstreckungsbescheid. Am Ende kann es zur Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher kommen, der pfändbare Vermögenswerte (Lohn, Konto) einzieht, wobei stets Freibeträge zu beachten sind. 

Wie läuft das Inkassoverfahren ab?

Es beginnt mit einem Schreiben an den Schuldner, in dem die Höhe der ausstehenden Forderung angegeben und das Recht auf gerichtliche Schritte vorbehalten wird . Oftmals werden Schulden schnell beglichen, ohne dass weitere Schritte nötig sind. Erfolgt die Zahlung jedoch nicht, kann Klage erhoben und eine Forderungsanmeldung beim Gericht eingereicht werden.

Wie verhalte ich mich bei einem Inkassoschreiben?

Wenn Sie einen Inkasso-Brief erhalten, bleiben Sie ruhig, prüfen Sie zuerst die Echtheit und die Forderung: Handelt es sich um Betrug, ignorieren Sie den Brief und zahlen Sie nichts; handelt es sich um eine echte, aber unberechtigte Forderung, legen Sie schriftlich per Einschreiben Widerspruch ein; bei berechtigten Forderungen zahlen Sie oder suchen Sie eine Einigung, aber zahlen Sie niemals ohne Prüfung sofort und vermeiden Sie den Kontakt über die auf dem Brief angegebene Telefonnummer bei Betrugsverdacht. 

Was sollten Sie einem Inkassobeauftragten niemals sagen?

Sie sollten bei der ersten Kontaktaufnahme mit einem Inkassounternehmen niemals die Inhaberschaft einer Forderung anerkennen . Auch wenn die Forderung berechtigt erscheint, ist es wichtig zu überprüfen, ob sie tatsächlich Ihnen gehört und ob sie noch rechtlich eingetrieben werden kann.

Wie viele Mahnungen muss man vor Inkasso schreiben?

Rechtlich gesehen ist – unter speziellen Voraussetzungen – keine einzige Mahnung erforderlich. Wir empfehlen immer einmal zu mahnen. Die weitverbreitete Annahme, dass dreimal gemahnt werden muss, ist nicht korrekt. Sobald Ihr Kunde sich im Zahlungsverzug befindet, können Sie ein Inkassounternehmen beauftragen.

Wie reagiere ich bei Inkasso?

  1. Erster Schritt: Überprüfe die Forderung!
  2. Zweiter Schritt: Überprüfe das Inkassounternehmen!
  3. Dritter Schritt: Lege Widerspruch ein!

Was dürfen Inkasso-Nichts?

Ein Inkasso darf nicht drohen (Polizei, Gefängnis, Schufa-Eintrag), die Wohnung betreten, nachbarn ausfragen, oder pfänden – das können nur Gerichte. Sie dürfen nur berechtigte Forderungen eintreiben, keine überhöhten Kosten verlangen (besonders Mehrwertsteuer!), und müssen die Forderung genau belegen können (Rechnung). Sie dürfen auch keine unzulässigen Geschäftspraktiken anwenden, wie z.B. den Schuldner unter Druck setzen, indem sie die Klärung eines Widerspruchs verschleiern. 

Kann man aus Inkassoverfahren herauskommen, ohne zu bezahlen?

Ja, die Löschung eines Inkassokontos ohne Zahlung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich . Sie haben das Recht, unrichtige, veraltete oder nicht nachweisbare Forderungen anzufechten – und in vielen Fällen kann dies zu einer erfolgreichen Löschung führen.

Wie hoch dürfen Inkassokosten maximal sein?

Inkassokosten dürfen nicht willkürlich festgelegt werden, sondern richten sich nach der Höhe der Hauptforderung und dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG); bei unbestrittenen Forderungen liegen die Sätze meist zwischen 0,5 und 1,3 Gebührensätzen, bei strittigen bis zu 2,5, zuzüglich Auslagen (z.B. Porto) bis max. 20€ und Verzugszinsen, wobei seit 2021 bei Forderungen unter 50€ die Inkassokosten auf 30€ begrenzt sind und die erste Mahnung kostenlos sein muss. 

Wie lange darf Inkasso Geld einfordern?

Ein Inkasso darf Forderungen so lange einfordern, wie diese rechtlich durchsetzbar sind, was bei normalen Rechnungen meist drei Jahre nach Ende des Jahres der Fälligkeit ist (§ 195 BGB), aber durch gerichtliche Titel (wie einen Vollstreckungsbescheid) auf bis zu 30 Jahre verlängert werden kann, wobei die Verjährung durch rechtliche Schritte wie Mahnverfahren gehemmt oder neu gestartet wird. 

Wie lange dauert es, bis Gerichtsvollzieher wegen Schulden kommen?

Wenn Sie eine Schuld nicht beglichen haben, erhalten Sie möglicherweise ein Schreiben von Gerichtsvollziehern (auch Vollstreckungsbeamte genannt), in dem ihnen ein Besuch zur Eintreibung der Zahlung angekündigt wird. Ignorieren Sie dieses Schreiben nicht – es handelt sich um eine sogenannte „Vollstreckungsankündigung“. Andernfalls können die Gerichtsvollzieher Sie nach sieben Tagen aufsuchen.

Wie läuft das Inkassoverfahren ab?

Der mehrstufige Inkassoprozess variiert je nach Gläubiger, umfasst aber in der Regel telefonische und schriftliche Benachrichtigungen, die Einstellung von Dienstleistungen (falls zutreffend), Meldungen an Kreditauskunfteien, die Beauftragung von Inkassounternehmen und gegebenenfalls gerichtliche Schritte .