Was muss ich als Aktionär bei einer Kapitalerhöhung machen?

Gefragt von: Lore Frank
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Einer Kapitalerhöhung müssen die Aktionäre zustimmen. In der Regel haben die Kleinanleger dabei nichts zu melden, weil die größeren Anteile des Grundkapitals von institutionellen Anlegern, also Banken und Fonds, gehalten werden.

Was tun als Aktionär bei Kapitalerhöhung?

Aktionäre genießen bei einer Kapitalerhöhung nach Paragraph 186 des Aktiengesetzes in der Regel ein sogenanntes Bezugsrecht. In diesem Fall dürfen die Altaktionäre als erstes die neuen und jungen Aktien kaufen. Sie werden ihnen dann gemäß ihren Stimmanteilen von den emittierenden Unternehmen angeboten.

Was bedeutet eine Kapitalerhöhung für Aktionäre?

Wenn eine Aktiengesellschaft (AG) frisches Eigenkapital benötigt, um z.B. Investitionen zu finanzieren, kann sie ihr Grundkapital erhöhen, indem sie zusätzliche Aktien ausgibt. Dieser Kapitalerhöhung müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung zustimmen.

Was passiert mit einer Aktie bei einer Kapitalerhöhung?

Bei einer Kapitalerhöhung sinkt in der Regel der Aktienkurs, weil der Preis, zu dem die neuen Aktien ausgegeben werden, meist unter dem Kurs der alten Aktien liegt. Dadurch sinkt das Vermögen der Bestandsaktionäre.

Wie löse ich meine Bezugsrechte ein?

Die Aktionäre können innerhalb der Bezugsfrist (mindestens zwei Wochen) das Bezugsrecht ausüben oder es an der Börse verkaufen. Der Wert des Bezugsrechts lässt sich rechnerisch ermitteln, unterliegt jedoch nach dessen Handelsaufnahme an einer Börse den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.

Kapitalerhöhung und Bezugspreis am Beispiel erklärt

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Sollte man Bezugsrechte wahrnehmen?

Das Bezugsrecht ist wichtig für Aktionäre, weil dadurch bei einer Kapitalerhöhung ein sogenannter „Verwässerungseffekt“ der Aktienanteile vermieden werden kann. Von einem solchen Effekt wird gesprochen, wenn durch die Kapitalerhöhung mehr Anteile im Umlauf sind, der Aktionär aber daran nicht beteiligt wird.

Was passiert wenn ich meine Bezugsrechte nicht verkaufe?

Bezugsrechte, die nicht innerhalb der vorgegebenen Frist ausgeübt werden, gelten als unopted. Sie gehen wieder in das Eigentum des Emittenten über, der sie in einer speziellen Auktion, die über fünf Tage geht (20% pro Tag), zum Verkauf anbietet.

Wie wird eine Kapitalerhöhung durchgeführt?

Die effektive Kapitalerhöhung findet durch Mittelzufluss von außen statt. Es handelt sich um einen tatsächlichen Geldtransfer über eine Aktienemission statt. Um die Höhe der Kapitalerhöhung festzustellen, werden das Bookbuilding-Verfahren, der Block Trade oder das Accelerated Bookbuilding verwendet.

Was braucht man für eine Kapitalerhöhung?

Voraussetzungen für eine ordentliche Kapitalerhöhung:
  • Zustimmung der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 75 % aller anwesenden, stimmberechtigten Anteilseigner (Geringerer Grenzwert kann in der Satzung verankert sein).
  • Nennwert der neuen Aktien muss dem Nennwert der Altaktien gleichen oder darüber liegen.

Wie viele Bezugsrechte erhält ein Aktionär?

Jeder Aktionär erhält je alte Aktie ein Bezugsrecht. Um eine neue Aktie zu beziehen, sind in aufgeführtem Beispiel fünf Bezugsrechte notwendig. Der rechnerische Wert eines Bezugsrechts ergibt sich somit aus der Differenz des Börsenkurses der Aktien vor Kapitalerhöhung zu dem Kurs der Aktien nach Kapitalerhöhung.

Sollte man bei einer Kapitalerhöhung Aktien kaufen?

Aktionäre müssen daher gut abwägen, ob sie bei einer Kapitalerhöhung mitziehen, ob sie nur ihre alten Aktien behalten oder ob sie verkaufen. Altaktionäre haben gewöhnlich ein Bezugsrecht: Sie können so viele neue Aktien kaufen, dass sie ihren Anteil am Unternehmen konstant halten.

Was passiert mit Bezugsrecht Aktien?

Der Wert der Bezugsrechte entschädigt für den Kursverlust, den die Altaktionäre durch die Ausgabe neuer Aktien erleiden. Vom aktuellen Kurs wird nämlich am Tag der Ausgabe der errechnete Wert des Aktienkurses abgezogen.

Wann verkauft man am besten Bezugsrechte?

Wenn Du den automatischen Verkauf vermeiden willst darfst Du nicht bis zum letzten Handelstag warten. Ohne Weisung werden die Bezugsrechte am letzten Handelstag bestens verkauft.

Wie funktioniert der Handel mit Bezugsrechten?

Bezugsrechtsemission ist ein Angebot eines Unternehmens an seine Aktionäre, innerhalb einer festgelegten Frist mehr Aktien zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Die Bezugsrechte werden in der Regel mit einem Abschlag auf den normalen Aktienkurs angeboten, um das Interesse der Aktionäre zu wecken.

Warum haben Aktionäre ein Bezugsrecht?

Diese Aktionäre, Altaktionäre genannt, sollen das Recht eingeräumt bekommen, ihren Anteil am bisherigen Grundkapital zu erhalten. Das Bezugsrecht sichert diese Erhaltung des Stimmrechtsanteils und Vermögensanteils des Aktionärs (Verwässerungsschutz).

Was passiert wenn man nicht an Kapitalerhöhung teilnimmt?

Wenn man seiner Bank keine Anweisung gibt, dann werden die Bezugsrechte am Ende der Bezugsfrist automatisch verkauft zu dem dann gültigen Preis. Die Folge eines Verkaufs: Die Beteiligung des Anlegers an der Deutschen Bank wird verwässert. Das heißt, seine Beteiligung am Geldhaus verringert sich.

Was kostet eine Kapitalerhöhung?

Gerichtskosten. Für die Eintragung der Kapitalerhöhung erhebt das Handelsregister Gebühren in Höhe von 70 Euro. Wird gleichzeitig der Rechtsformzusatz im Namen geändert, kommen weitere 40 Euro hinzu. Beispielsfall: Für die Eintragung fallen Handelsregistergebühren von insgesamt 110 Euro an.

Wer trägt die Kosten der Kapitalerhöhung?

Kosten im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung (z.B. Notargebühren, Handelsregistergebühren) können von der KapGes getragen werden (Veranlassungsprinzip), ohne dass hierin eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA, → Verdeckte Gewinnausschüttung) zu sehen wäre.

Warum sind junge Aktien günstiger?

Sobald ein Unternehmen sein Grundkapital erhöht und weitere Aktien ausgibt, verändert sich auch der Wert des Bezugsrechts. Denn immerhin werden diese weiteren neuen Aktien zu einem vergünstigten Vorzugspreis angeboten. Dieser liegt somit unter dem Kurs der vorhandenen Aktien.

Wie funktioniert eine Kapitalerhöhung bei einer GmbH?

Für die Kapitalerhöhung ist ein satzungsändernder Beschluss mit einer ¾-Mehrheit erforderlich. Bei der effektiven Kapitalerhöhung werden die neu gebildeten Geschäftsanteile im Wege einer Übernahmeerklärung gegen Bar- oder Sacheinlage übernommen. Mit der Eintragung im Handelsregister wird die Kapitalerhöhung wirksam.

Ist der Verkauf von Bezugsrechten steuerpflichtig?

Die Veräußerung des (originären) BZR ist im Privatvermögen steuerlich irrelevant, da sie nur im Rahmen eines privaten Veräußerungsgeschäfts (§ 23 EStG) steuerlich zu erfassen ist und die hierfür maßgebende Jahresfrist bereits abgelaufen ist (BMF-Schreiben vom 09.10.2012, Rz. 109).

Wie viel ist ein Bezugsrecht Wert?

Das Bezugsrecht ermittelt man nach der Formel: (Kurs der alten Aktie - Bezugskurs der jungen Aktie) : (Bezugsverhältnis + 1). Beispiel: Eine Kapitalerhöhung um 20 Prozent = 2 neue Aktien je 10 Altaktien; Bezugskurs 10 Euro; Kurs der alten Aktie 30 Euro.

Wann werden Bezugsrechte automatisch verkauft?

Sollten Anleger keine Bezugsrechte beziehen und die entsprechenden Mitteilungen von Bank oder Broker ignorieren, dann werden die Bezugsrechte unlimitiert am letzten Handelstag automatisch aus dem Depot verkauft. Die nächsten Handelstage dürften recht volatil werden, bei der Aktie und bei den Bezugsrechten.

Wann werden Bezugsrechte in Aktien umgewandelt?

Der Zeitrahmen, in dem Bezugsrechte ausgegeben und gehandelt werden können, ist begrenzt: Laut dem Aktiengesetz müssen mindestens zwei Wochen, also 14 Tage, als Bezugsfrist eingeräumt werden, damit die Altaktionäre zum Bezugsrechtspreis junge Aktien erwerben können.

Können Bezugsrechte verfallen?

Der Aktionär kann seine Bezugsrechte auch während der Bezugsfrist von mindestens zwei Wochen an der Börse verkaufen oder verfallen lassen.