Was muss ich beachten, wenn ich Bürge?
Gefragt von: Marianne Barth MBA.sternezahl: 4.7/5 (44 sternebewertungen)
Ein Bürge muss volljährig, geschäftsfähig und in der Regel in Deutschland wohnhaft sein, aber vor allem bonitätsstark – also über ein regelmäßiges, ausreichend hohes Einkommen (oft 3x Miete) und eine gute Bonität (Schufa) verfügen, damit er die Hauptschuld im Notfall übernehmen kann, und die Bürgschaft muss schriftlich (Urkunde im Original) erfolgen.
Was muss man bei einer Bürgschaft beachten?
Bei einer Bürgschaft müssen Sie unbedingt beachten, dass sie schriftlich erfolgen muss, Ihre Bonität und Ihr Einkommen geprüft werden, Sie voll für die Schuld einstehen (oft als "Bürge und Zahler") und der Vertrag alle wichtigen Daten (Gläubiger, Schuldner, Höhe) enthält, um hohe finanzielle Risiken zu vermeiden und Ihre eigene Kreditwürdigkeit nicht zu gefährden. Überlegen Sie genau, ob Sie die volle finanzielle Verantwortung für die Fremdverbindlichkeit übernehmen können.
Welche Nachteile hat eine Bürgschaft?
Nachteile einer Bürgschaft sind das enorme finanzielle Risiko für den Bürgen (Haftung mit Privatvermögen bis zum Ruin), die Belastung der Bonität (Schufa-Eintrag) und der persönlichen Beziehungen, fehlende Rechte am Kredit, sowie die Vererbbarkeit der Bürgschaft, weshalb Bürgen oft unterschätzen, dass sie unüberlegt für fremde Schulden haften, ohne Gegenleistung zu erhalten.
Welche Voraussetzungen braucht man als Bürge?
Prinzipiell kann jede Person bürgen, die mindestens 18 Jahre alt ist und in Deutschland lebt. Damit ein Kreditinstitut einen Bürgen als Sicherheit akzeptiert, ist zudem erforderlich, dass dieser ein regelmäßiges Einkommen beziehungsweise ausreichende finanzielle Mittel hat.
Was wird bei einem Bürgen geprüft?
Damit der Bürge das Risiko, dass er damit übernimmt, einschätzen kann, prüft er Ihre Bonität, indem er sich das Bonitätsranking Ihres Unternehmens einholt. Anhand dieser Information entscheidet die Bank oder der Versicherer, ob er ein Angebot für eine Bürgschaft unterbreitet und zu welchen Konditionen.
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Wird man als Bürge in der Schufa eingetragen?
Ja, eine Bürgschaft wird in der Regel in die SCHUFA eingetragen, meist als neutraler Vermerk, der aber die Bonität beeinträchtigen kann, da eine bestehende Bürgschaft als finanzielle Belastung gewertet wird und Kredite erschweren kann; bei Zahlungsausfall des Hauptschuldners kann sie sogar zu einem negativen SCHUFA-Eintrag führen. Bei Mietbürgschaften ist die Situation oft anders, dort erfolgt meist keine SCHUFA-Meldung, wenn alles glatt läuft, wie creditSUN aufzeigt.
Was muss ich als Bürge nachweisen?
Einkommen: Die Bank prüft die Einkommenssituation des Bürgen. So stellt sie sicher, dass er über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um im Bedarfsfall die Kreditverpflichtungen des Schuldners zu übernehmen. Hierzu werden in der Regel Gehaltsnachweise und/oder Steuerbescheide angefordert.
Wie viel muss man verdienen, um zu Bürgen?
Wie viel muss ein Mietbürge verdienen? Es gibt keine gesetzlich festgelegte Mindesteinkommensgrenze für Mietbürgen. Allerdings prüfen Vermieter in der Regel die Bonität des Bürgen. Als Faustregel gilt oft, dass das monatliche Nettoeinkommen des Bürgen mindestens das 3-fache der Monatsmiete betragen sollte.
Welche 3 Arten der Bürgschaft gibt es?
Gesetzlich näher geregelt sind nur folgende Bürgschaftsarten:
- Selbstschuldnerische Bürgschaft. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft ist die Einrede der Vorausklage ausgeschlossen, ohne dass dies ausdrücklich vereinbart werden muss. ...
- Mitbürgschaft. ...
- Zeitbürgschaft.
Wie hoch sind die Kosten für eine Bürgschaft?
Bürgschaftskosten sind meist eine jährliche Provision in Prozent der Bürgschaftssumme (z.B. 0,5 % bis 5 %), die je nach Anbieter (Bank oder Versicherung), Bürgschaftsart (Miet-, Anzahlungs-, Gewährleistungsbürgschaft), Bonität und Laufzeit variieren; Banken sind oft teurer (1,5 %–11 %), Versicherungen günstiger (0,65 %–4,5 %), wobei auch versteckte Gebühren oder einmalige Kosten möglich sind, die die Gesamtkosten beeinflussen können.
Wie komme ich aus der Bürgschaft wieder raus?
Eine Bürgschaft ist meist nicht einfach kündbar, endet aber, wenn die Hauptschuld bezahlt ist oder bei unbefristeten Verträgen unter bestimmten Bedingungen (z.B. nach 3 Jahren und wesentlicher Verschlechterung der Verhältnisse des Hauptschuldners) per ordentlicher Kündigung, oft bei Mietbürgschaften oder wenn vertraglich vereinbart; bei Kreditbürgschaften ist Kündigung meist nur bei Vertragsbruch durch den Gläubiger oder bei Widerruf (innerhalb 14 Tagen) möglich, sonst nur durch Verhandlung mit dem Gläubiger, da sie meist an den Hauptvertrag gekoppelt ist.
Wie viel Kredit mit 2000 € netto?
Bei 2.000 € Netto können Sie je nach Art des Kredits und Laufzeit unterschiedliche Summen bekommen: Für einen Ratenkredit (Konsumkredit) sind oft 10.000 € bis 30.000 € bei längerer Laufzeit (z.B. 3-15 Jahre) möglich, während bei einer Immobilienfinanzierung (mit höherer monatlicher Rate von ca. 600-800 €) Kreditsummen von ca. 140.000 € bis 240.000 € denkbar sind, wobei die tatsächliche Summe stark von Eigenkapital, Zinsen und Ihren individuellen Ausgaben abhängt.
Wann ist eine Bürgschaft unwirksam?
Damit eine Bürgschaft sittenwidrig ist, muss einer der folgenden Umstände zutreffen: Krasse finanzielle Überlastung des Bürgen bei emotionaler Verbundenheit. Erhebliche Einwirkung auf die Entscheidungsfreiheit des Bürgen oder Verharmlosung der Risiken. Ausnutzen einer seelischen Zwangslage oder unzulässige ...
Hat der Bürge einen Anspruch gegen den Schuldner?
Nach § 771 BGB kann der Bürge die Zahlung an den Gläubiger verweigern, bis dieser erfolglos gegen den Hauptschuldner vollstreckt hat. Diese Einrede der Vorausklage (oder eigentlich Vorausvollstreckung) kann je- doch vertraglich ausgeschlossen, indem sich der Bürge "selbstschuldnerisch" verbürgt (§ 773 I Nr. 1 BGB).
Wann wird eine Bürgschaft abgelehnt?
Eine Bürgschaft kann gemäß § 138 BGB unwirksam sein, wenn sie als sittenwidrig eingestuft wird. Dies kann der Fall sein, wenn der Bürge finanziell erheblich überfordert ist und er die Bürgschaft nur übernommen hat, weil er dem Hauptschuldner (z.
Wie funktioniert eine private Bürgschaft?
Die Bürgschaft hängt direkt von der Hauptforderung ab und endet, wenn die Schuld beglichen ist. Bürge und Hauptschuldner: Der Bürge kann nach Zahlung an den Gläubiger die Summe vom Hauptschuldner zurückfordern. Wenn der Bürge zahlt, übernimmt er zudem die Sicherheiten, die zuvor beim Gläubiger lagen.
Kann ein Bürge sein Geld zurückfordern?
Der Bürge kann die aufgrund einer Bürgschaft auf erstes Anfordern geleistete Zahlung nur zurückfordern, wenn der Gläubiger die Leistung nach materiellem Bürgschaftsrecht nicht behalten darf; ob der Bürge die Anforderung hätte zurückweisen dürfen, ist unerheblich.
Was ist besser, Bankbürgschaft oder Kaution?
In der Regel ist eine Kautionsversicherung einer Bankbürgschaft klar vorzuziehen. Aufgrund rechtlicher Regelungen ist die Bankbürgschaft zu stark benachteiligt, um mit den deutlich besseren Konditionen einer Kautionsversicherung konkurrieren zu können.
Wie kann sich ein Bürge absichern?
Der Bürge, also in diesem Fall der Versicherer, kann die Einrede der Vorausklage nutzen, um die Inanspruchnahme der Bürgschaft vorläufig zu verhindern. Einrede der Vorausklage bedeutet, dass Ihr Auftraggeber (Gläubiger) versuchen muss, seinen Anspruch gegenüber Ihnen geltend zu machen.
Was muss ein Bürge vorlegen?
Ein Bürge muss vor allem eine schriftliche Bürgschaftserklärung mit allen relevanten Daten (Bürge, Schuldner, Gläubiger, Betrag) unterzeichnen und nachweisen, dass er bonitätsfähig ist, meist durch Einkommensnachweise, eine Selbstauskunft und eine SCHUFA-Auskunft, um der kreditgebenden Bank oder dem Vermieter seine Zahlungsfähigkeit zu demonstrieren. Das Original der Bürgschaftsurkunde muss dem Gläubiger vorgelegt werden.
Was reicht als Einkommensnachweis?
Als Einkommensnachweis zählen je nach Situation Lohn-/Gehaltsabrechnungen (oft der letzten 3 Monate), Arbeitgeberbescheinigungen, Einkommensteuerbescheide, Renten- oder BAföG-Bescheide, Bescheide über Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) und für Selbstständige BWAs oder EÜR, die alle das regelmäßige Einkommen belegen. Wichtig ist, dass der Nachweis die Höhe und Herkunft des Einkommens klar darstellt, z.B. für eine Wohnungssuche oder einen Kredit.
Was passiert, wenn ich Bürge bin?
Ein Bürge haftet für die Verbindlichkeiten eines anderen. Das bedeutet, dass der Bürge die Ratenzahlung eines Kredits übernimmt, wenn der eigentliche Kreditnehmer diese nicht zahlen kann. Daher gilt ein Bürge – ähnlich wie beispielsweise eine Immobilie oder eine Risikolebensversicherung – als Sicherheit für die Bank.
Wie viel Kredit kann man sich mit 2000 € netto leisten?
Bei 2.000 € Netto können Sie je nach Art des Kredits und Laufzeit unterschiedliche Summen bekommen: Für einen Ratenkredit (Konsumkredit) sind oft 10.000 € bis 30.000 € bei längerer Laufzeit (z.B. 3-15 Jahre) möglich, während bei einer Immobilienfinanzierung (mit höherer monatlicher Rate von ca. 600-800 €) Kreditsummen von ca. 140.000 € bis 240.000 € denkbar sind, wobei die tatsächliche Summe stark von Eigenkapital, Zinsen und Ihren individuellen Ausgaben abhängt.
Wird ein Bürge überprüft?
Der Gläubiger ist nicht zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Bürgen verpflichtet. Der Bürge kann sich auch nicht darauf berufen, dass er nicht damit gerechnet habe, in Anspruch genommen zu werden. Er hat die gleiche Verpflichtung zur Zahlung an den Gläubiger, wie derjenige, für den er bürgt.