Was muss ich beachten, wenn ich ein Kleingewerbe anmelde?

Gefragt von: Herr Prof. Eduard Ott MBA.
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Wenn Sie ein Kleingewerbe anmelden, müssen Sie zuerst beim Gewerbeamt den Gewerbeschein beantragen (oft online möglich) und sich dann beim Finanzamt melden, um steuerliche Besonderheiten wie die Kleinunternehmerregelung (Umsatz unter 22.000 € im Vorjahr und 50.000 € im laufenden Jahr) zu klären, da Sie dann keine USt. ausweisen müssen, aber auch keine Vorsteuer abziehen können. Wichtig sind auch IHK-Pflichtmitgliedschaft, Berufsgenossenschaft (BG) und ggf. spezielle Erlaubnisse je nach Branche, sowie eine Prüfung, ob Ihr Arbeitsvertrag eine Nebentätigkeit erlaubt.

Was kommt auf mich zu, wenn ich Kleingewerbe anmelde?

Nach erfolgter Anmeldung erhält der Gründer den Gewerbeschein für sein Kleingewerbe. Die weiteren Schritte sind: Anmeldung beim Finanzamt, bei IHK oder HWK, Arbeitsagentur und Berufsgenossenschaft.

Wie viel Geld darf ich verdienen, ohne Gewerbe anzumelden?

Sie müssen ein Gewerbe anmelden, sobald Sie selbstständig, auf Gewinn ausgerichtet und nicht als Freiberufler tätig sind – unabhängig vom Umsatz, aber es gibt steuerliche Kleinunternehmerregelungen, wonach Sie bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und voraussichtlich unter 100.000 € im laufenden Jahr auf USt. verzichten können, sowie einen Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 € für Einzelunternehmer, aber jede regelmäßige Tätigkeit muss grundsätzlich dem Finanzamt gemeldet werden, auch bei Hobbys, wenn der Gewinnbetrag die Freigrenzen (z.B. 410 €/820 €) überschreitet. 

Was muss ich bei einem Kleingewerbe beachten?

Bei einem Kleingewerbe musst du vor allem die Gewerbeanmeldung, die steuerliche Erfassung (inkl. Option für die Kleinunternehmerregelung), mögliche Kammermitgliedschaften (IHK/HWK) und spezielle Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Krankenversicherung) beachten; die größten Stolpersteine sind die Abgrenzung zu Freiberuflern, die korrekte Anwendung der Umsatzsteuergrenzen (§ 19 UStG) und die Pflicht zur Buchführung, auch wenn sie einfacher gehalten werden kann, sowie die Namensführung (Dein Name + Sachzusatz). 

Welche Steuern zahlt man bei Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe ist nicht steuerfrei. Die wichtigsten Steuern sind Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Wie funktioniert die Buchhaltung beim Kleingewerbe? Beim Kleingewerbe genügt die einfache Buchführung mit der EÜR für die Ermittlung des Gewinns.

Kleingewerbe anmelden - worauf ist zu achten? DAS ist meine Erfahrung!

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Was muss ich als Kleingewerbe beim Finanzamt abgeben?

Als Kleingewerbetreibender müssen Sie zur Berechnung Ihrer Einkommensteuer eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) beim Finanzamt einreichen und je nach Höhe Ihrer Umsätze nach dem Umsatzsteuergesetz Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen.

Wie viel darf ich mit einem Kleingewerbe im Monat verdienen?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Was prüft das Finanzamt bei Kleingewerbe?

Das Finanzamt prüft Ihre Buchhaltung hinsichtlich der korrekten Abführung folgender Steuerarten:

  • Umsatzsteuer.
  • Lohnsteuer.
  • Vorsteuer.
  • Solidaritätszuschlag.
  • Kirchensteuer.

Für wen lohnt sich Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe lohnt sich für alle Existenzgründer, die mit wenig Aufwand und geringen Kosten einen Betrieb eröffnen möchten. Das Kleingewerbe kann sich für Sie in folgenden Fällen lohnen: Sie möchten Ihre Geschäftsidee erst einmal ohne großen Aufwand ausprobieren. Sie verfügen nur über geringes Startkapital.

Welche Pflichten habe ich mit einem Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe hat Pflichten wie ordentliche Buchführung (EÜR ausreichend, bis Umsatz/Gewinn steigt), Abführung von Einkommen- und ggf. Gewerbesteuer (Freibeträge beachten) und die korrekte Rechnungsstellung mit Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG), wenn keine USt. ausgewiesen wird. Wichtig sind auch die Mitgliedschaft bei Kammern (IHK/HWK), Berufsgenossenschaft, Absicherung (Haftpflicht) und die Beachtung der Arbeitszeitgrenzen bei Nebengewerben.
 

Welche Steuerklasse gilt für Kleingewerbe?

Für dein Kleingewerbe spielt die Steuerklasse keine Rolle – die gilt nur für dein Einkommen als Angestellter. Gewinne aus dem Gewerbe werden in deiner Einkommensteuererklärung zusätzlich berücksichtigt und zum übrigen Einkommen addiert.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer keinen Umsatz mache?

Vermerken Sie aber keine Ausgaben und haben auch keinen Umsatz, hat dies keine Konsequenzen. Sie sind lediglich verpflichtet, weiter eine Steuererklärung einzureichen.

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Welche Nachteile hat es, ein Kleingewerbe anzumelden?

Nachteile eines Kleingewerbes sind die unbeschränkte persönliche Haftung mit Privatvermögen, der keine Vorsteuerabzug (besonders bei hohen Investitionen ungünstig), Einschränkungen beim Firmennamen (muss Vor- und Nachnamen enthalten) und eine potenziell schlechtere Image-Wirkung, da der Zusatz der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) auf Rechnungen zwingend ist. Zudem kann die Anmeldung zu vorzeitiger Aufgabe von Förderungen führen, daher ist eine genaue Prüfung wichtig, so YouTube.
 

Wird Kleingewerbe auf Gehalt angerechnet?

Ihre Gewinne werden mithilfe der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) in der jährlichen Einkommensteuererklärung angeben und versteuert. Wer ein Kleingewerbe als Nebengewerbe betreibt, muss bei der Steuer sämtliche Einnahmen in seiner Einkommensteuererklärung berücksichtigen.

Wie läuft ein Kleingewerbe ab?

Ein Kleingewerbe läuft in einfachen Schritten ab: Du meldest dein Gewerbe beim Gewerbeamt an (erhältst den Gewerbeschein), füllst den steuerlichen Fragebogen für das Finanzamt aus (wobei du die Kleinunternehmerregelung wählen kannst, um Umsatzsteuer zu sparen), meldest dich bei der relevanten IHK/HWK und der Berufsgenossenschaft an, eröffnest ein Geschäftskonto und führst meist die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Wichtig ist, dass du als Kleingewerbetreibender nicht ins Handelsregister musst und für den Start mit überschaubarem Aufwand die passende Form für eine Selbstständigkeit ist.
 

Welche Unterlagen benötigt man für ein Kleingewerbe?

Neben der Geschäftsidee benötigst du für die Gewerbeanmeldung lediglich deinen Personalausweis bzw. eine Aufenthaltserlaubnis, wenn du nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hast. Bei speziellen Gewerben brauchst du zusätzliche Dokumente, um ein Mini-Gewerbe anmelden zu können.

Welche Steuern muss ich als Kleingewerbe zahlen?

Kleingewerbetreibende müssen eine Gewerbeanmeldung vornehmen und Gewerbesteuern zahlen – genau wie ein gewöhnliches Gewerbe. Du musst keine Gewerbesteuer zahlen, wenn dein Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro nicht überschreitet. Auch 2023 lag der Gewerbesteuer-Freibetrag bei 24.500 Euro.

Wie viel Geld darf ich mit einem Kleingewerbe steuerfrei verdienen?

Bis zu einem Umsatz von 25.000 Euro im Jahr müssen Sie keine Umsatzsteuer berechnen und abführen. Allerdings dürfen Sie in diesem Fall auch keine Vorsteuer geltend machen. Für die Einkommenssteuererklärung gibt es spezielle Formulare, die Sie vom Finanzamt erhalten.

Welche laufenden Kosten gibt es bei Kleingewerbe?

Die laufenden Kosten eines Kleingewerbes sind branchenabhängig, umfassen aber typischerweise Beiträge für IHK/HWK, Versicherungen (Kranken-, Pflege-, evtl. Gewerbehaftpflicht), Betriebsausgaben (Miete, Internet, Marketing) und Steuern (Einkommensteuer, Gewerbesteuer ab 24.500€ Gewinn), wobei die Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer befreit, aber nicht alle Kosten (wie die Einkommensteuer) entfallen lässt. Eine gute Planung ist wichtig, da Kosten wie Steuerberaterhonorare oder Software hinzukommen können. 

Wie oft werden Kleinunternehmer vom Finanzamt geprüft?

Eine Betriebsprüfung ist eine Kontrolle durch das Finanzamt, bei der geprüft wird, ob deine Buchhaltung korrekt, vollständig und gesetzeskonform ist. Die Prüfung betrifft in der Regel den Zeitraum der letzten drei bis fünf Jahre.

Welche Pflichten hat ein Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe hat Pflichten wie ordentliche Buchführung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht meist), steuerliche Pflichten (Einkommen-, Gewerbe- und ggf. Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung möglich), Gewerbeanmeldung, IHK/HWK-Mitgliedschaft, Berufsgenossenschaft, sowie persönliche Haftung mit Privatvermögen. Rechnungen müssen Hinweise zur Kleinunternehmerregelung enthalten, und es bestehen Aufbewahrungspflichten für Belege.
 

Was sind die Nachteile der Kleinunternehmerregelung?

Die Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Wer keine Umsatzsteuer ausweist, kann auch keine Vorsteuer abziehen. Wenn Sie also teure Investitionen wie einen neuen PC, Büroeinrichtungen oder Maschinen tätigen, können Sie sich die Mehrwertsteuer nicht vom Finanzamt zurückholen.

Was muss ich als Kleinunternehmer beim Finanzamt abgeben?

Als Kleinunternehmer:in musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben. Teil der Steuererklärung ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR). In dieser Anlage ermittelst Du Deinen Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, indem Du Deine Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnest.