Was passiert mit betrieblicher Altersvorsorge, wenn man das Unternehmen verlässt?
Gefragt von: Herr Prof. Dr. Peter Müllersternezahl: 4.2/5 (38 sternebewertungen)
Wenn Sie ein Unternehmen verlassen, bleibt Ihre betriebliche Altersvorsorge (bAV) erhalten, solange die sogenannten Unverfallbarkeitsfristen erfüllt sind – seit 2018 sind das in der Regel mindestens 21 Jahre Alter und 3 Jahre Betriebszugehörigkeit. Der angesparte Teil gehört Ihnen (Unverfallbarkeit) und Sie können ihn entweder privat weiterführen (oft als beitragsfrei gestellt) oder unter bestimmten Voraussetzungen zu einem neuen Arbeitgeber übertragen, der den Vertrag übernimmt oder eine neue, wertgleiche Zusage erteilt. Der alte Arbeitgeber kann unverfallbare Anwartschaften auch abfinden, wenn die Rente sehr gering ausfallen würde.
Was passiert mit meiner betrieblichen Altersvorsorge, wenn ich kündige?
Arbeitnehmer*innen müssen auf keinen Fall Geld zurückzahlen, wenn sie kündigen. Eingezahlte bAV-Beiträge gehen bei einem Arbeitgeberwechsel nicht verloren. Die neue Firma muss irgendeine Form der betrieblichen Altersvorsorge anbieten. Im Idealfall übernimmt der neue Arbeitgeber den vorhandenen bAV-Vertrag.
Was passiert mit meiner Altersvorsorge, wenn ich kündige?
Wenn Sie einen Vorsorgefonds oder eine Rentenkasse haben
Die Altersvorsorgekomponente (obligatorische Kapitalerhaltung): Dieser Anteil muss bei Kündigung in einen Kapitalerhaltungsfonds übertragen werden . Sie können dieses Geld erst ab dem Rentenalter abheben. Dadurch wird sichergestellt, dass Sie unabhängig von einem Jobwechsel eine solide Altersvorsorgebasis beibehalten.
Was passiert mit meiner betrieblichen Altersvorsorge, wenn mein Arbeitgeber wechselt?
Bei einem Arbeitgeberwechsel bleibt Ihre betriebliche Altersvorsorge (bAV) erhalten; sie geht nicht verloren, Sie können sie entweder beim alten Arbeitgeber ruhen lassen (beitragsfrei stellen) und einen neuen Vertrag beim neuen Arbeitgeber abschließen, oder – falls der neue Arbeitgeber zustimmt – den bestehenden Vertrag (z.B. Direktversicherung/Pensionsfonds) mitnehmen und übertragen, was als Portabilität bekannt ist. Eine sofortige Auszahlung ist meist nicht möglich.
Was passiert mit der Betriebsrente, wenn man das Unternehmen verlässt?
Kündigung: Die Betriebsrente kann verfallbar werden, wenn das Unternehmen nach Kündigung tatsächlich verlassen wird. Durch beispielsweise Elternzeit oder Krankheit kann die Betriebsrente nicht verfallbar werden.
Betriebliche Altersvorsorge | Warum sie jetzt schon gescheitert ist 😱
Wann verliert man den Anspruch auf Betriebsrente?
Nach der seit 01.01.2018 geltenden gesetzlichen Regelung ist eine bAV dann unverfallbar, wenn Ihre Mitarbeitenden, die eine bAV erhalten haben, nach Vollendung des 21. Lebensjahres aus dem Betrieb ausscheiden und die Zusage für mindestens 3 Jahre bestanden hat.
Was passiert mit der betrieblichen Altersvorsorge, wenn ein Aufhebungsvertrag geschlossen wird?
Ein Aufhebungsvertrag berührt die betriebliche Altersversorgung (bAV), aber verfällt diese meist nicht automatisch; Ihre Anwartschaften bleiben erhalten, müssen aber explizit im Vertrag geschützt werden, um nicht durch allgemeine "Erledigungsklauseln" verloren zu gehen. Unverfallbare Ansprüche sind oft vor Abfindungen geschützt, aber neue Verträge oder spezielle Klauseln können zu Nachteilen führen. Wichtig ist eine genaue Prüfung und Absicherung der bAV im Aufhebungsvertrag, um spätere Auszahlungen sicherzustellen.
Wie wird die betriebliche Altersvorsorge ausgezahlt, wenn der Arbeitgeber wechselt?
Wer über seinen Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen hat, bekommt mit dem Renteneintrittsalter eine Betriebsrente ausgezahlt. Alternativ kann der Arbeitnehmer sich das gesparte Geld oft auch als einmalige Kapitalauszahlung oder als Teilkapitalisierung auszahlen lassen.
Kann man sich die betriebliche Altersvorsorge vorzeitig auszahlen lassen?
Eine vorzeitige Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist grundsätzlich nicht möglich, da der Zweck die Aufstockung der Rente ist, aber es gibt Ausnahmen, meist nur bei sehr kleinen Rentenansprüchen (Kleinstanwartschaft) oder bei Arbeitgeberwechsel/Insolvenz (ggf. als Abfindung nach Zustimmung), wobei hohe Nachteile wie Nachzahlungen von Steuern und Sozialabgaben entstehen und das Geld oft erst mit Rentenalter ausgezahlt wird – Alternativen sind die Beitragsfreistellung oder die Übertragung zu einem neuen Vertrag.
Wie komme ich an meine betriebliche Altersvorsorge?
Die betriebliche Altersvorsorge kann auf drei Wegen ausgezahlt werden: als monatliche lebenslange Rente, als Einmalauszahlung oder als Mischform von beiden. Auf die Auszahlung der Betriebsrente müssen Sie Steuern und Sozialabgaben zahlen. Seit 2020 gibt es einen Freibetrag für gesetzlich versicherte Rentner.
Wer muss die betriebliche Altersvorsorge kündigen?
Alle Rechte zum Versicherungsvertrag liegen grundsätzlich immer auf der Seite des Versicherungsnehmers. Deshalb kann eine Vertragskündigung in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nur durch den Versicherungsnehmer veranlasst werden.
Was passiert mit meiner Direktversicherung, wenn ich kündige?
Auch wenn der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer des Vertrages ist, kann er die Direktversicherung ebenfalls nicht einfach kündigen. Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, ist er aber nicht verpflichtet, die Beiträge weiterzuzahlen. In diesem Fall geht die Direktversicherung auf den Arbeitnehmer über.
Kann man eine private Altersvorsorge kündigen und auszahlen lassen?
Kann man sich eine private Rentenversicherung vorzeitig auszahlen lassen? Eine vorzeitige komplette Auszahlung Ihrer Rentenversicherung ist nur möglich, wenn Sie Ihren Vertrag kündigen oder verkaufen. In der Regel bieten moderne private Rentenversicherungen gute alternative Möglichkeiten bei finanziellen Belastungen.
Was passiert mit Zusatzversorgung bei Kündigung?
Wenn Ihr Arbeitsverhältnis endet, meldet Ihr*e Arbeitgeber*in Sie bei der Zusatzversorgungskasse ab. Wir stellen Ihre Betriebsrente dann beitragsfrei. Das bedeutet: Sie zahlen keine weiteren Beiträge ein, aber Ihre bisher erworbenen Ansprüche und Zeiten bleiben vollständig erhalten.
Was muss im Aufhebungsvertrag stehen, um keine Sperrzeit zu bekommen?
Damit Sie im Falle eines Aufhebungsvertrags eine Sperre beim Arbeitsamt vermeiden, müssen Sie wichtige Beweggründe nachweisen, wie zum Beispiel eine drohende, betriebsbedingte Kündigung oder gesundheitliche Probleme. Auch eine Verkürzung der Sperrfrist ist in einigen Fällen möglich.
Welche Nachteile hat es, die betriebliche Altersvorsorge privat weiterzuführen?
Die private Weiterführung einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nach einem Jobwechsel hat Nachteile wie den Verlust des Arbeitgeberzuschusses, mögliche höhere Kosten und schlechtere Konditionen (Garantiezinsen, Kollektivrabatte), die Komplexität der Übertragung und die fehlende Flexibilität, aber auch Vorteile wie den Erhalt der bisherigen Anwartschaften und steuerlichen Vorteile. Hauptkritikpunkte sind oft die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter und die Kürzung von Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Elterngeld) während der Ansparphase durch die Entgeltumwandlung.
Was passiert mit der betrieblichen Altersvorsorge, wenn man das Unternehmen verlässt?
Informationen zur Unverfallbarkeit der Ansprüche: Ihre Ansprüche aus der bAV werden nach einer bestimmten Zeit unverfallbar. Das bedeutet, dass Sie Ihre angesparten Leistungen auch dann behalten, wenn Sie das Unternehmen verlassen.
Wird die betriebliche Altersvorsorge bei Kündigung ausgezahlt?
Nein, eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) wird bei Kündigung nicht automatisch ausgezahlt; sie wird meist beitragsfrei gestellt oder übertragen, da sie für das Alter gedacht ist, aber bei sehr geringer Rentenanwartschaft (Kleinstanwartschaft) oder mit Zustimmung des Arbeitgebers kann eine vorzeitige Auszahlung oder Abfindung möglich sein, allerdings oft mit Verlusten verbunden. Die beste Alternative zur Kündigung ist oft die Beitragsfreistellung, um die Ansprüche zu erhalten.
Was bleibt von 300 € Betriebsrente übrig?
Von 300 € Betriebsrente bleiben nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben (Kranken- & Pflegeversicherung) netto etwa 220 € bis 270 € übrig, da ein Teil steuerfrei ist und für die Krankenkasse ein Freibetrag (ca. 187 € in 2025) gilt – auf den Rest und die gesamte Pflegeversicherung fallen Abzüge an, wobei die genaue Summe von deinem Steuersatz und Kinderstatus abhängt.
Was passiert mit meiner betrieblichen Altersvorsorge, wenn ich den Arbeitgeber wechsele?
Beim Jobwechsel bleibt Ihre betriebliche Altersvorsorge (bAV) erhalten und kann mitgenommen, privat weitergeführt oder ruhend gestellt werden, wobei der neue Arbeitgeber den Vertrag entweder übernimmt, in sein System überträgt oder Sie einen neuen abschließen müssen, idealerweise innerhalb eines Jahres nach dem Wechsel, um die Mitnahme zu beantragen. Die angesparten Ansprüche gehen durch gesetzliche Regelungen zur Unverfallbarkeit nicht verloren, aber Details wie Zuschüsse und Zusatzleistungen (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung) können sich ändern.
Kann man eine betriebliche Altersvorsorge vorzeitig auszahlen?
Eine vorzeitige Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist grundsätzlich nicht möglich, da der Zweck die Aufstockung der Rente ist, aber es gibt Ausnahmen, meist nur bei sehr kleinen Rentenansprüchen (Kleinstanwartschaft) oder bei Arbeitgeberwechsel/Insolvenz (ggf. als Abfindung nach Zustimmung), wobei hohe Nachteile wie Nachzahlungen von Steuern und Sozialabgaben entstehen und das Geld oft erst mit Rentenalter ausgezahlt wird – Alternativen sind die Beitragsfreistellung oder die Übertragung zu einem neuen Vertrag.
Wann ist die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge steuerfrei?
Die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge im Rentenalter unterliegt der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge während der Einzahlungsphase steuerfrei sind. Die Auszahlungen hingegen müssen im Alter als Einkommen versteuert werden.
Was passiert, wenn man die betriebliche Altersvorsorge kündigt?
Wenn sie den bAV-Vertrag kündigen, werden diese vorher gesparten Abgaben sofort fällig, da die Grundlage für die Vergünstigung weggefallen ist – selbst wenn der angesparte Betrag erst im Rentenalter ausgezahlt wird. So kann die Kündigung der bAV sogar zum Verlustgeschäft werden.
Warum sollte man keinen Aufhebungsvertrag machen?
Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages kann für den Arbeitnehmer verschiedene gravierende sozialrechtliche Folgen haben, die sich unmittelbar auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirken. Durch den Aufhebungsvertrag droht eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld für die Dauer von in der Regel 12 Wochen.
Wem muss ich einen Arbeitgeberwechsel melden?
Beim Arbeitgeberwechsel müssen Sie primär Ihren alten und neuen Arbeitgeber informieren (oft durch die Personalabteilungen geregelt) und sich bei der Krankenkasse melden (mit einer einfachen Mitteilung, die der neue AG an die Kasse weiterleibt), sowie je nach Situation auch bei der Agentur für Arbeit, falls Sie arbeitslos werden oder eine Sperrzeit droht. Der alte AG meldet Ihre Abmeldung, der neue meldet Sie an; Sie teilen dem neuen Arbeitgeber einfach Ihre Krankenkasse mit.