Was sind die Nachteile von BAföG?

Gefragt von: Leonore Gabriel
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Die Nachteile von BAföG sind hauptsächlich die Bürokratie bei der Antragstellung, die Begrenzung der Förderdauer und die Rückzahlungspflicht (die Hälfte des Betrags als zinsloses Darlehen bis max. 10.000 €), die eine finanzielle Verpflichtung nach dem Studium darstellt, sowie die Elternabhängigkeit, die viele vom Antrag abhält, obwohl sie anspruchsberechtigt wären. Zudem gibt es Einkommensgrenzen und eine Regelung für die Arbeitszeit, die den Erwerb von Berufserfahrung einschränken kann.

Was sind Nachteile von BAföG?

Einer der größten Nachteile der BAföG-Förderung ist, dass es sich dabei um eine Art Darlehen handelt. Bis zu einer Obergrenze von 10.000 € muss ungefähr die Hälfte der erhaltenen Zahlungen an die Bundeskasse zurückgeführt werden.

Was spricht gegen BAföG?

Viele Kritiker sprechen sich zum Beispiel für eine Entbürokratisierung des BAföG, eine Vereinfachung der Anträge, eine bessere Ausstattung der BAföG-Ämter, ein elternunabhängiges BAföG, eine dynamische Erhöhung des BAföG und eine grundsätzliche Überarbeitung der Förderkriterien aus.

Ist es sinnvoll, BAföG zu beantragen?

Ja, BAföG lohnt sich fast immer, da es eine finanzielle Starthilfe bietet, die oft mehr kostet, als man später zurückzahlen muss, mit Vorteilen wie einem zinslosen Darlehensanteil, gedeckelter Rückzahlung (max. 10.010 €), späterem Beginn der Rückzahlung (5 Jahre nach Abschluss) und der Möglichkeit, auch mit Nebenjob oder Elterneinkommen noch etwas zu bekommen. Es reduziert den Druck, viel jobben zu müssen, gibt mehr Zeit zum Studieren und ist eine wichtige Förderung, um unabhängig von der Herkunft eine Ausbildung zu ermöglichen.
 

Wie viel Prozent BAföG muss man zurückzahlen?

Von dem erhaltenen BAföG musst du grundsätzlich 50 % als zinsloses Darlehen zurückzahlen, der Rest ist ein Zuschuss, aber die Gesamtsumme ist gedeckelt und es gibt Nachlässe bei vorzeitiger Zahlung, sodass du maximal 10.010 Euro zahlen musst und bei schneller Rückzahlung sogar weniger als 50 % des ursprünglichen Betrags zurückzahlen kannst, da du Rabatte erhältst. 

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In welchem Fall muss man BAföG nicht zurückzahlen?

Man muss BAföG nicht oder nur wenig zurückzahlen, wenn das monatliche Einkommen unter dem Freibetrag (ca. 1.690 € für Singles, mit Freibeträgen für Partner/Kinder höher) liegt, was eine Freistellung vom BAföG-Darlehen (Stundung) ermöglicht, oder wenn es nur geringfügig darüber liegt (weniger als 42 €), dann zahlt man nur den Betrag über dem Freibetrag. Auch bei frühzeitiger, vollständiger Rückzahlung gibt es Erleichterungen, und nach 20 Jahren kann Restschuld bei Mitwirkung erlassen werden. Schüler-BAföG muss grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden (Ausnahmen beachten). 

Wie viel BAföG ist maximal?

Das maximale BAföG für Studierende liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 € pro Monat, wenn man nicht bei den Eltern wohnt und die entsprechenden Voraussetzungen (Alter, Versicherung) erfüllt sind. Wer bei den Eltern wohnt, erhält maximal 664 €, während Schüler (Gymnasium/Gesamtschule) bis zu 666 € erhalten können. Ältere Studierende (ab 30) oder solche mit speziellen Versicherungsbedürfnissen können unter Umständen auch etwas mehr bekommen, aber 992 € sind der allgemeine Höchstsatz. 

Was zahlt das BAföG alles?

Mit Bafög fördert Dich der Staat während Deiner Ausbildung, in der Schulzeit oder im Studium, indem Du monatlich Geld für Deinen Lebensunterhalt bekommst. Der Bafög-Höchstsatz liegt im Wintersemester 2025/26 bei 992 Euro. Wer über die Eltern krankenversichert ist, bekommt monatlich höchstens 855 Euro.

In welchen Fällen wird BAföG abgelehnt?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (meist 45 Jahre, mit Ausnahmen) überschreit, die Regelstudienzeit stark überschreitet, bereits einen ersten Hochschulabschluss hat (z.B. Master nach Bachelor), Teilzeit studiert, bestimmte Vermögensgrenzen überschreitet oder die nötigen Leistungsnachweise nicht erbringt. Auch bei Nichtbestehen der Zwischenprüfung ohne anerkannte Gründe kann die Förderung entfallen. 

Warum kein BAföG beantragen?

Laut einer bundesweiten Umfrage unter mehr als 22 000 Studierenden beantragen bis zu 70 Prozent der Anspruchsberechtigten kein BAföG. Der Hauptgrund: 82 Prozent der Betroffenen unterschätzen ihre Chancen und glauben fälschlicherweise, nicht förderfähig zu sein – oft wegen einer Fehleinschätzung des Elterneinkommens.

Welche Vorteile hat BAföG?

5 gute Gründe, BAföG zu beantragen

  • Dir wird die Hälfte des Geldes vom Staat geschenkt. ...
  • Die maximale Verschuldung ist auf 10.010 Euro gedeckelt. ...
  • Du zahlst keine Zinsen – anders als bei Studienkrediten & Co. ...
  • Die Rückzahlung beginnt erst Jahre später. ...
  • Du musst weniger Jobben – und hast mehr Zeit zum Studieren!

Welches BAföG sollte man nicht zurückzahlen?

Man muss BAföG nicht oder nur wenig zurückzahlen, wenn das monatliche Einkommen unter dem Freibetrag (ca. 1.690 € für Singles, mit Freibeträgen für Partner/Kinder höher) liegt, was eine Freistellung vom BAföG-Darlehen (Stundung) ermöglicht, oder wenn es nur geringfügig darüber liegt (weniger als 42 €), dann zahlt man nur den Betrag über dem Freibetrag. Auch bei frühzeitiger, vollständiger Rückzahlung gibt es Erleichterungen, und nach 20 Jahren kann Restschuld bei Mitwirkung erlassen werden. Schüler-BAföG muss grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden (Ausnahmen beachten). 

Was sind die Vor- und Nachteile?

Nachteil ist das Gegenteil von Vorteil. Als Substantive unterscheiden sich Nachteil und Vorteil darin, dass Nachteil eine Schwäche oder unerwünschte Eigenschaft ist; ein Nachteil, während Vorteil jede Bedingung, jeder Umstand, jede Gelegenheit oder jedes Mittel ist, das besonders günstig für den Erfolg oder ein gewünschtes Ziel ist.

Warum müssen Studenten BAföG zurückzahlen?

1. Wer muss BAföG zurückzahlen? Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien oder Hochschulen erhalten BAföG zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als Darlehen. Dieser Darlehensanteil ist zinslos und muss zurückgezahlt werden.

Wann steht mir kein BAföG zu?

Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (meist 45 Jahre, mit Ausnahmen) überschreit, die Regelstudienzeit stark überschreitet, bereits einen ersten Hochschulabschluss hat (z.B. Master nach Bachelor), Teilzeit studiert, bestimmte Vermögensgrenzen überschreitet oder die nötigen Leistungsnachweise nicht erbringt. Auch bei Nichtbestehen der Zwischenprüfung ohne anerkannte Gründe kann die Förderung entfallen. 

Ist Bafog nur für Deutsche?

Das BAföG ist die staatliche Bildungsbeihilfe in Deutschland. In vielen Fällen haben auch ausländische Studierende Anspruch darauf . Das Gesetz knüpft den Anspruch auf BAföG an die Staatsangehörigkeit und insbesondere an den Aufenthaltsstatus des Studierenden.

Werden Schulden der Eltern beim BAföG berücksichtigt?

Ob Studenten die derzeit maximal 992 Euro pro Monat erhalten, hängt oft auch von der Familie ab, denn auch deren Einkommen ist bei der Bemessung relevant. Dabei werden aber beim BAföG die Schulden der Eltern nicht berücksichtigt.

Wie viel pro Monat verdienen BAföG?

Einkommensgrenzen der Eltern und Studierenden im Überblick

Verheiratete Elternpaare dürfen bis zu 2.540 Euro im Monat verdienen, damit der volle BAföG-Anspruch bestehen bleibt. Bei Alleinstehenden sind es 1.690 Euro, bei Stiefeltern 850 Euro. Auch Kapitalerträge sind darin eingeschlossen.

Wie viel BAföG muss man maximal zurückzahlen?

Maximal musst du 10.010 Euro BAföG zurückzahlen, was 77 Monatsraten à 130 Euro entspricht, wobei nur der Darlehensanteil (die Hälfte) fällig wird und du bei schneller Rückzahlung Rabatte bekommst. Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderung und wird vierteljährlich mit 390 Euro (3 Raten) abgebucht, mit Freistellungsoptionen bei geringem Einkommen. 

Wer bekommt die 1000 Euro BAföG?

Die „Studienstarthilfe“ von 1.000 Euro soll hier helfen. Allerdings nur denen, die noch unter 25 Jahre alt sind und vor dem Studium selbst (oder über die Eltern) Bürgergeld, Kinderzuschlag, Wohngeld oder einige wenige andere Sozialleistungen bezogen haben. Die Studienstarthilfe gibt es seit Wintersemester 2024/2025.

Wie hoch darf der Kontostand bei BAföG sein?

Beim BAföG darfst du bis zu 15.000 € eigenes Vermögen haben (ab 30 Jahren sogar bis zu 45.000 €), ohne dass es deine Förderung kürzt; darüber hinaus gehende Beträge werden anteilig auf deinen BAföG-Satz angerechnet. Was als Vermögen zählt, sind Sparguthaben, Bausparverträge, Wertpapiere, aber auch Autos (ab einem bestimmten Wert) und Immobilien. 

Wann muss ich BAföG nicht zurückzahlen?

Du musst BAföG nicht zurückzahlen, wenn dein Einkommen unter einem bestimmten Freibetrag liegt (aktuell ca. 1.690 € netto für Singles) oder wenn du einen Antrag auf Freistellung stellst, weil dein Einkommen zu gering ist, um die Raten zu bedienen, oder wenn du spezielle Posten wie Schulgeld im Ausland hattest, die erlassen werden, und du dich an die Regeln hältst und rechtzeitig einen Antrag beim Bundesverwaltungsamt (BVA) stellst, was auch für bis zu 4 Monate rückwirkend möglich ist. Auch bei sehr geringem Einkommen über dem Freibetrag (bis 42 €) gibt es eine Freistellung, bis die Mindestrate (oft 130 €) erreicht wird. 

Wie kann ich BAföG sparen?

Wie hoch ist der Rabatt von der BAföG-Darlehensschuld? Wenn du dein Darlehen auf einen Schlag vollständig oder zumindest zu einem großen Teil zurückzahlst, so bekommst du einen Nachlass auf die Darlehensschuld. Der Prozentsatz des Rabattes ist abhängig von der Höhe der Darlehensschuld.