Was sind die Voraussetzungen zur Zulässigkeit eines Einspruchs?
Gefragt von: Herr Prof. Sigurd Hartwig B.A.sternezahl: 4.4/5 (25 sternebewertungen)
Ein Einspruch muss erst die formellen Hürden nehmen. Erst danach schaut man nach der Begründung. Darum ist die Begründung selbst auch keine Voraussetzung für die Zulässigkeit, sondern lediglich eine Soll-Vorschrift, die nur zur einer Ablehnung wegen fehlender Begründung führen kann.
Wann ist ein Einspruch berechtigt?
Wann ist ein Einspruch begründet? Ein Einspruch ist begründet, wenn das Begehren des Steuerbürgers = Einspruchsführers nach den Steuergesetzen berechtigt ist. Anders ausgedrückt: Wenn die Steuergesetze die begehrte Rechtsfolge zulassen.
Kann man einen Einspruch ohne Begründung einlegen?
Eine Begründung ist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll. So steigen die Chancen, dass man Ihnen Recht gibt. Falls Sie zur Fristwahrung einen unbegründeten Einspruch einlegen, teilen Sie in Ihrem Einspruchsschreiben mit, dass die Begründung folgt.
Welche Gründe gibt es für einen Einspruch gegen einen Steuerbescheid?
Wann ist ein Einspruch gegen den Steuerbescheid sinnvoll?
- Wenn Ihr Steuerbescheid fehlerhaft ist, z. B. ...
- Wenn der Bescheid ohne Begründung von Ihrer Steuererklärung abweicht.
- Wenn ein Musterprozess läuft, der Ihren Fall betreffen könnte.
Wann kann man einen Einspruch erheben?
Grundsätzlich kann aber gegen alle Verwaltungsakte von Behörden Einspruch (oder teilweise Widerspruch) erhoben werden, wenn es sich um Einzelfallentscheidung mit unmittelbaren Konsequenzen für Ihre Person handelt. Damit soll erreicht werden, dass die Entscheidung geändert oder zurückgenommen wird.
Einspruchsverfahren | Abgabenordnung
Ist ein Widerspruch ohne Begründung zulässig?
Ob Sie Ihren Widerspruch begründen oder zusätzliche Unterlagen einreichen, können Sie selbst entscheiden. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass ein Widerspruch nicht begründet werden muss.
Was ist der Unterschied zwischen Einspruch und Widerspruch?
Einspruch und Widerspruch sind beides Rechtsbehelfe gegen behördliche Entscheidungen, aber sie werden in unterschiedlichen Rechtsgebieten verwendet: Widerspruch ist der Standardfall im allgemeinen Verwaltungs- und Sozialrecht (z.B. BAföG, Hartz IV), während Einspruch speziell im Steuer-, Bußgeld- und Ordnungswidrigkeitenrecht (Finanzamt, Strafbefehl) angewendet wird. Der Unterschied ist oft nur der Fachbegriff, da beide Verfahren die erneute Prüfung eines Bescheids durch die Behörde verlangen; wichtig ist nur, dass Sie aktiv werden, auch wenn Sie die Begriffe verwechseln, da Behörden beides meist akzeptieren.
Wie formuliere ich eine Begründung zum Widerspruch?
Ein Widerspruchs-Muster beginnt mit Absender, Empfänger, Datum und Betreff (inkl. Aktenzeichen), erklärt dann sachlich, dass Sie Widerspruch gegen einen Bescheid vom [Datum] einlegen, weil die Entscheidung falsch ist, und begründet dies mit konkreten Argumenten und Beweisen (z.B. Arztberichte, Kontoauszüge). Es ist ratsam, eine Begründung nachzureichen, aber Sie können auch „Begründung wird nachgereicht“ schreiben, um die Frist zu wahren.
Wann ist ein Einspruch unbegründet?
Die Einwendung – wie hier gegen den Einkommensteuerbescheid vorgebracht – ist unbegründet (§ 351 Abs. 2 AO). Zu prüfen ist allerdings in diesen Fällen immer, ob das Begehren nicht auch als Einspruch gegen den Grundlagenbescheid auszulegen ist.
Ist es möglich, einen Einspruch per E-Mail einzureichen?
Nein, ein Widerspruch gegen einen Verwaltungsakt ist per einfacher E-Mail in der Regel unwirksam, da die gesetzliche Schriftformerfordernis (§ 357 ZPO, § 81 VwVfG) nicht erfüllt wird. Es bedarf entweder einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) oder der Einreichung über das De-Mail-Verfahren. Eine einfache E-Mail mit angehängtem, unterschriebenem PDF-Scan reicht nicht aus, da die Identität des Absenders nicht eindeutig feststeht. Alternativen sind der klassische Brief oder die Einlegung zur Niederschrift bei der Behörde.
Ist ein Einspruch ohne Begründung zur Wahrung der Frist wirksam?
Nicht erforderlich ist es, den Einspruch innerhalb der Monatsfrist zu begründen. Die Begründung kann also zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Ist ein Einspruchsverfahren anhängig, muss das Finanzamt den Steuerbescheid in vollem Umfang und „in alle Richtungen“ erneut prüfen.
Warum soll man einen Einspruch beim Finanzamt zurücknehmen?
Nach einem Einspruch kann es passieren, dass die Behörde zu Ihren Ungunsten neu bescheidet. Dann sollten Sie eine Rücknahme des Einspruchs in Erwägung ziehen. Auch hier hilft Ihnen ein Steuerrechtler.
Wann muss ein Widerspruch begründet werden?
Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes: Ein Widerspruch ist begründet, wenn der angefochtene Verwaltungsakt gegen geltendes Recht verstößt. Dies kann der Fall sein, wenn das zum Zeitpunkt des Erlasses geltende Recht unrichtig angewandt wurde oder wenn für die Entscheidung ein unrichtiger Sachverhalt herangezogen wurde.
Was sind die Zulässigkeitsvoraussetzungen für einen Einspruch?
Damit ein Einspruch statthaft sein kann, muss er sich gegen einen wirksamen Verwaltungsakt der Finanzbehörden wenden (§ 347 AO, § 348 AO). Hierzu ist der Einspruch bei jener Behörde einzuwenden, welche den angefochtenen Verwaltungsakt erlassen hat (§ 357 II 1 AO). Zu dieser Regel existiert eine Ausnahme.
Wann hat ein Einspruch Aussicht auf Erfolg?
Der Einspruch hat Aussicht auf Erfolg, wenn er zulässig und begründet ist.
Was muss im Einspruch stehen?
Diese Angaben sind wichtig für den Widerspruch:
- Adressat.
- Datum.
- Die Bezeichnung des Bescheids.
- Informationen zur fraglichen Entscheidung.
- Schriftliche Erklärung, dass Sie der Entscheidung widersprechen wollen.
- Begründung für den Widerspruch.
- Nachweise wie Kontoauszüge, ärztliche Atteste und Fotos zur Begründung.
Wann ist ein Einspruch unzulässig?
(1) Das Gericht hat von Amts wegen zu prüfen, ob der Einspruch an sich statthaft und ob er in der gesetzlichen Form und Frist eingelegt ist. Fehlt es an einem dieser Erfordernisse, so ist der Einspruch als unzulässig zu verwerfen. (2) Das Urteil kann ohne mündliche Verhandlung ergehen.
Wann kann ein Einspruch eingelegt werden?
In der Regel müssen Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids Widerspruch einlegen. Die genaue Frist finden Sie in der Rechtsbehelfsbelehrung. Fehlt bei Ihrem Bescheid die Rechtsbehelfsbelehrung oder ist diese unvollständig beziehungsweise unrichtig, verlängert sich die Widerspruchsfrist auf ein Jahr.
Bis wann muss man die Begründung eines Einspruchs nachreichen?
Dafür haben Sie genau einen Monat Zeit - gezählt wird ab dem Tag, an dem Ihnen der Bescheid zugegangen ist. Also auf Deutsch: Ab dem Tag, an dem Sie das Schreiben aus dem Briefkasten geholt haben. Falls Sie noch medizinische Berichte für Ihre Begründung benötigen, können Sie diese nachreichen.
Kann ein Widerspruch ohne Begründung abgelehnt werden?
Für den Widerspruch ist keine Form vorgeschrieben. Eine Begründung ist sinnvoll, jedoch nicht zwingend erforderlich. Begründung kann auch nachgereicht werden.
Was sollte in einem Widerspruch stehen?
Ein Widerspruch muss schriftlich (oder elektronisch/zur Niederschrift), fristgerecht und mit allen relevanten Angaben wie Ihrem Namen, Adresse, dem Aktenzeichen des Bescheids, dem Datum des Widerspruchs, der Behördenadresse sowie einer klaren Erklärung, dass Sie Widerspruch einlegen, und einer Begründung versehen sein, idealerweise mit Nachweisen und Ihrer Unterschrift. Wichtig ist die eigenhändige Unterschrift bei schriftlicher Form, um die Formgültigkeit sicherzustellen.
Welche Begründung bei Einspruch gegen Steuerbescheid?
Die wichtigsten Gründe für einen Einspruch beim Steuerbescheid. Du hast vergessen, Werbungskosten oder andere Aufwendungen in deiner Steuererklärung anzugeben. Das Finanzamt hat Steuerfreibeträge oder Kosten nicht anerkannt, die du angegeben hast. Dein Steuerbescheid weicht ohne Begründung von deiner Steuererklärung ab ...
Wann lohnt sich ein Einspruch?
Oft lohnt sich deswegen ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid, um die verhängte Strafe nicht tragen zu müssen. Vor allem, wenn Punkte in Flensburg oder Fahrverbote drohen, lohnt es sich, gegen eine Ordnungswidrigkeit Einspruch einzulegen.
Was sind Beispiele für Widersprüche?
Ein Widerspruch liegt vor, wenn sich zwei Dinge widersprechen. Jemand, der sich öffentlich als Umweltschützer bezeichnet, aber nie daran denkt, den Müll rauszubringen, ist ein Beispiel für einen Widerspruch. Der Ausdruck „Widerspruch in sich“ beschreibt eine Aussage, die gegensätzliche Ideen enthält.
Sind Unstimmigkeiten Widersprüche?
Inkonsistenz und Widerspruch sind wichtige Begriffe. Leider werden sie leicht verwechselt . Eine inkonsistente Aussage oder Überzeugung ist in sich widersprüchlich und umgekehrt. Darüber hinaus sind zwei widersprüchliche Aussagen oder Überzeugungen auch untereinander inkonsistent.