Was verdient ein ehrenamtlicher Betreuer im Monat?

Gefragt von: Michael Huber-Wiegand
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Ein ehrenamtlicher Betreuer verdient kein monatliches Gehalt, sondern erhält eine Aufwandsentschädigung von aktuell etwa 425 € pro Jahr (plus ggf. Inflationsausgleich 2024/2025), die Auslagen wie Porto, Fahrtkosten (0,42 €/km) deckt und jährlich beantragt werden muss. Diese Pauschale kann optional durch Einzelabrechnung tatsächlich entstandener Kosten ersetzt werden, wenn diese höher sind, und wird von der Staatskasse übernommen, wenn die betreute Person mittellos ist. Es gibt auch separate, steuerfreie Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschalen von bis zu 840 € bzw. 3.000 € pro Jahr, die aber nicht direkt mit der Betreuung verrechnet werden.

Welche Vergütung bekommt man als ehrenamtlicher Betreuer?

Als ehrenamtlicher Betreuer erhält man keine direkte Vergütung, aber Anspruch auf Ersatz tatsächlich entstandener Ausgaben (z.B. Fahrtkosten) und eine jährliche pauschale Aufwandsentschädigung (derzeit 425 €, ab 2026 voraussichtlich 450 €), die aus der Staatskasse gezahlt wird, wenn die betreute Person mittellos ist. Diese Aufwandsentschädigung ist steuerfrei, solange sie bestimmte Freibeträge nicht überschreitet. 

Wie hoch ist die Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche?

Ehrenamtliche können eine steuerfreie Ehrenamts-Pauschale von 840 € pro Jahr (70 € monatlich) erhalten, die für verschiedene Tätigkeiten gilt, sowie einen separaten Übungsleiter-Freibetrag von 3.000 € pro Jahr für spezielle leitende, ausbildende oder betreuende Tätigkeiten; beide können kombiniert werden, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. Darüber hinaus gibt es den Aufwendungsersatz für tatsächliche Ausgaben wie Fahrtkosten oder Büromaterial, die belegt werden müssen. 

Wie hoch ist die Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Betreuer 2025?

Die Ehrenamtspauschale 2025 beträgt weiterhin 840 Euro pro Jahr und Person. Dieser steuerfreie Höchstbetrag wurde zuletzt 2021 von zuvor 720 Euro angehoben und bleibt auch 2025 unverändert. Vereine können diesen Betrag als Aufwandsentschädigung auszahlen, ohne dass dafür Steuern oder Sozialabgaben anfallen.

Wie hoch ist der Stundenlohn für Ehrenamtliche?

Für ein Ehrenamt gibt es keinen gesetzlichen Stundenlohn, aber eine steuerfreie Ehrenamtspauschale von 840 € pro Jahr (ca. 70 €/Monat) oder die Übungsleiterpauschale von 3.000 € pro Jahr, die für Trainer, Ausbilder usw. gilt; diese Pauschalen sind steuer- und abgabenfrei, aber nur wenn die Tätigkeit hauptsächlich dem Allgemeinwohl dient und nicht auf Erwerb ausgerichtet ist. Eine tatsächliche Vergütung, die den Mindestlohn (aktuell 12,41 €/Std.) berührt, wird meist als Minijob oder bezahlte Tätigkeit gewertet und unterliegt Steuern und Sozialabgaben, da die Freibeträge überschritten werden könnten. 

Was verdient eigentlich ein rechtlicher Betreuer 🤔

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Kann ein ehrenamtlicher Betreuer Geld annehmen?

Die Betreuung wird grundsätzlich unentgeltlich (ehrenamtlich) geführt. Als Betreuerin oder Betreuer können Ihnen jedoch Auslagen, die Ihnen durch die Wahrnehmung dieses Amtes entstehen, erstattet werden. Die Aufwandsentschädigung gemäß §1835a BGB betrug bis zum 31.12.2020 pauschal 399,00 € pro Jahr.

Wird das Ehrenamt auf die Rente angerechnet?

Ehrenamtliche Aufwandsentschädigungen werden bei Rentnern über der Regelaltersgrenze nicht auf die Rente angerechnet, da unbegrenzter Hinzuverdienst erlaubt ist. Bei vorzeitiger Altersrente oder Erwerbsminderungsrente hängt es davon ab: Steuerfreie Beträge (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr, Übungsleiterpauschale) sind unbedenklich. Höhere Entschädigungen, die einen konkreten Verdienstausfall ersetzen, zählen als Hinzuverdienst und können angerechnet werden, bis zu bestimmten Grenzen. 

Wie hoch ist der Aufwendungsersatz?

Die Aufwandspauschale gemäß § 1878 BGB beträgt zurzeit 425,00 € pro Jahr.

Wie viel darf man maximal ehrenamtlich verdienen?

Verdienen ein/e Übungsleiter/in oder ein/e Betreuer/in mehr als 3.000 Euro und ein/e Ehrenamtliche/r mehr als 840 Euro pro Jahr, werden für den Betrag, der den Freibetrag übersteigt, Steuern fällig. Eingetragen in der Steuererklärung wird das Ganze als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (Anlage S).

Wie viel verdient ein Betreuer im Monat netto?

Hinweis: Das Medianentgelt für den Beruf "Betreuungskraft / Alltagsbegleiter/in" in der Berufsgattung "Berufe in der Haus- & Familienpflege - Helfer-/Anlerntätigkeiten" beträgt 2.987 €. Das untere Quartil liegt bei 2.518 € und das obere Quartil beträgt 3.632 €.

Kann ein Betreuer über das Geld des Betreuten frei verfügen?

Kontrolliert werden vor allem Entscheidungen um die Finanzen, denn der Betreuer kann ja relativ frei über das Geld des Betreuten verfügen.

Wie hoch ist die aktuelle Betreuervergütung?

Für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer erhöht sich die Aufwandspauschale von 425 € auf 450 €. Mit der Betreuungsrechtsreform wurde zum 1. Januar 2023 die Schlussabwicklung bei Beendigung der Betreuung (Schlussbericht und Schlussrechnung) in den §§ 1863 Absatz 4, 1872 und 1873 BGB insgesamt neu geregelt.

Was muss ein ehrenamtlicher Betreuer alles machen?

Ein ehrenamtlicher Betreuer unterstützt eine hilfebedürftige Person bei rechtlichen und persönlichen Angelegenheiten, wie der Vermögenssorge, Gesundheitssorge oder Aufenthaltsbestimmung, da diese ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Die Hauptaufgabe ist es, die Wünsche des Betreuten zu respektieren und ihm ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, indem er beispielsweise Behördengänge erledigt, Rechnungen zahlt oder Arzttermine koordiniert. Die Tätigkeit wird unentgeltlich ausgeübt, wobei Kosten erstattet werden und Vereine Unterstützung bieten.
 

Wie wird ein Betreuer vergütet?

Ein Betreuer wird je nach Art unterschiedlich bezahlt: Ehrenamtliche Betreuer erhalten eine jährliche Aufwandsentschädigung (aktuell ca. 425 €), während Berufsbetreuer monatliche Pauschalen erhalten, die sich nach den Vermögens- und Einkommensverhältnissen der betreuten Person richten und vom Gericht festgesetzt werden. Bei Mittellosigkeit der betreuten Person zahlt der Staat die Kosten, andernfalls muss die betreute Person selbst zahlen. 

Sind ehrenamtliche Betreuer befreit?

Der Ehegatte, Geschwister und Verwandte in gerader Linie (Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern) sind als Betreuer von einigen Genehmigungspflichten bei Geldanlagen und der Rechnungslegung befreit (§ 1859 BGB; sogenannte „befreite“ Betreuer). Dies gilt ebenso für Vereinsbetreuer und Behördenbetreuer.

Was bekommen ehrenamtliche Betreuer?

Ehrenamtliche Betreuer erhalten keine reguläre Vergütung, aber eine jährliche Aufwandspauschale (aktuell 425 €, plus Inflationsausgleich für 2024/2025) und Ersatz für notwendige Auslagen (§§ 1878, 1877 BGB). In besonderen Fällen, wenn die betreute Person Vermögen hat und der Aufwand überdurchschnittlich hoch ist, kann das Betreuungsgericht eine Vergütung nach § 1876 BGB festsetzen. 

Wie hoch ist eine angemessene Aufwandsentschädigung?

Eine angemessene Aufwandsentschädigung hängt von der Art der Tätigkeit ab, wobei der Staat steuerfreie Pauschalen vorsieht: die Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr (z.B. für Vorstände) und die Übungsleiterpauschale bis 3.000 €/Jahr (für Trainer, Betreuer etc.). Diese Beträge sind steuerfrei und sozialabgabenfrei, solange die jeweiligen Freigrenzen nicht überschritten werden; darüber hinausgehende Beträge sind steuerpflichtig. Auch der tatsächliche Ersatz von Auslagen (z.B. Fahrtkosten) ist steuerfrei, muss aber nachgewiesen werden. 

Welche Fahrtkosten werden im Ehrenamt erstattet?

Fahrtkosten im Ehrenamt werden idealerweise vom Verein steuerfrei erstattet, meist über eine Kilometerpauschale (z.B. 30 Cent/km), was unkompliziert ist. Werden sie nicht erstattet, können sie in der Steuererklärung nur begrenzt als Werbungskosten geltend gemacht werden, oft nur über die sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 840 € pro Jahr steuerfrei) hinaus, wobei Nachweise nötig sind. Grundsätzlich gilt: Ehrenamtliche sollen nicht auf Kosten sitzen bleiben, aber die Erstattung muss ordnungsgemäß abgewickelt werden, oft durch interne Regelungen oder Verträge. 

Wie hoch ist das Gehalt für Ehrenamtliche?

Im Rahmen der Ehrenamtspauschale dürfen Ehrenamtliche maximal 840 Euro im Jahr als Entschädigung erhalten, unabhängig davon, wie viele Ehrenämter sie ausüben. Auf diesen Freibetrag fallen keine Steuern oder Sozialversicherungsabgaben an.

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert?

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert? Ja, Personen, die sich im Ehrenamt engagieren, sind durch die gesetzliche Krankenversicherung versichert.

Wie hoch ist der Stundenlohn der Ehrenamtspauschale?

Die Ehrenamtspauschale ist eine steuer- und abgabenfreie Aufwandsentschädigung von bis zu 840 € pro Jahr (Stand 2025), es gibt aber keinen festen Stundenlohn, da sie pauschal gezahlt wird; rechnet man sie um, ergeben sich je nach Stundenzahl niedrige Beträge (z.B. 7 €/Stunde bei 120 Std./Jahr), die steuerfrei bleiben, solange die Grenze nicht überschritten wird; für bestimmte Tätigkeiten gibt es die höhere Übungsleiterpauschale (bis 3.000 €/Jahr).
 

Was muss ein ehrenamtlicher Betreuer nachweisen?

Bei der erstmaligen oder erneuten Übernahme einer ehrenamtlichen rechtlichen Betreuung müssen Betreuer:innen ab dem 01.01.2023 gem. §21 BtOG ihre Eignung durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses sowie eines Auszuges aus dem Zentralen Schuldnerverzeichnis nach §882b ZPO nachweisen.

Was passiert mit dem Amt des Betreuers, wenn er stirbt?

Das bedeutet die Entscheidung für die Praxis: Stirbt der Betreuer, dann endet damit auch sein Amt. Die Erben sollten die Unterlagen über die Betreuung dem Amtsgericht übergeben. Auf keinen Fall sollten sie betreuungsrechtliche Aufgaben übernehmen oder Auflagen des Gerichts bezüglich der Betreuung erfüllen.

Kann der Betreuer über das Vermögen verfügen, wie er will?

Kann der Betreuer über das Vermögen verfügen, wie er will? Natürlich nicht. Er darf Geld vom Bankkonto abheben, wenn nicht weniger als € 2.500,00 auf dem Konto verbleiben. Der Betreuer kann auch bei dem Vormundschaftsgericht eine allgemeine Ermächtigung beantragen.