Was wird planmäßig oder außerplanmäßig abgeschrieben?

Gefragt von: Arno Merz-Buchholz
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Normalerweise wird eine jährliche planmäßige Abschreibung über einen gesetzlich festgelegten Zeitraum vorgenommen. Wenn der Vermögensgegenstand jedoch einen plötzlichen Wertverlust erleidet, kommt die außerplanmäßige Abschreibung zum Einsatz.

Was wird planmäßig abgeschrieben?

Die planmäßige Abschreibung erfasst den Werteverzehr von langlebigen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens. Hierbei werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Vermögensgegenstandes auf die Nutzungsdauer verteilt. Die Abschreibung kann hierbei entweder linear oder degressiv erfolgen.

Was ist der Unterschied zwischen planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung?

Bei der planmäßigen Abschreibung wird die Wertminderung eines Wirtschaftsgutes erfasst. Wie der Name Dir schon verrät, werden außerplanmäßige Abschreibungen dann durchgeführt, wenn es eine außergewöhnliche Wertminderung von Anlage- oder Umlaufvermögen gibt.

Welche Vermögensgegenstände werden planmäßig abgeschrieben?

Nach § 253 Abs. 3 und 4 HGB sowie § 7 EStG gilt die planmäßige Abschreibung für alle abnutzbaren Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und des Umlaufvermögens. Dazu zählen beispielsweise: Immobilien wie Grundstücke und Gebäude.

Was versteht man unter außerplanmäßige Abschreibung?

Die außerplanmäßige Abschreibung erfolgt dann, wenn du eine außergewöhnliche Wertminderung bei abnutzbaren Anlagegütern berücksichtigen musst. Dies gilt ebenso für nicht abnutzbare Anlagegüter. Das heißt, die außergewöhnliche Abschreibung gilt für das gesamte Anlagevermögen.

Außerplanmäßige Abschreibung

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Wann darf man außerplanmäßig abschreiben?

Grob zusammengefasst werden außerplanmäßige Abschreibungen immer dann vorgenommen, wenn Vermögensgegenstände eines Unternehmens einer plötzlichen Wertminderung unterliegen, die voraussichtlich dauerhaft ist. Dies können beispielsweise PKWs, Maschinen oder auch Wertpapiere sein.

Wie bucht man außerplanmäßige Abschreibungen?

Die Wertminderung bucht der Unternehmer im Zeitpunkt des Schadenseintritts bzw. im Zeitpunkt der Schadensentdeckung auf das Konto "Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen" 4840 (SKR 03) bzw. 6230 (SKR 04).

Warum dürfen Grundstücke nicht planmäßig abgeschrieben werden?

Das Grundstück ist ein nicht abnutzbarer Vermögensgegenstand und wird somit nicht planmäßig abgeschrieben. Das Gebäude hingegen unterliegt einer planmäßigen Abschreibung. Handelsrechtlich gibt es keine genaue Regelung zur Abschreibungsdauer für Gebäude, nach § 253 Abs.

Welche Vermögensgegenstände werden nicht planmäßig abgeschrieben?

Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens wie Rohstoffe, Forderungen oder flüssige Mittel werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Wird Umlaufvermögen planmäßig abgeschrieben?

Die Abschreibung auf Umlaufvermögen bezeichnet im Rechnungswesen die buchmäßige Erfassung der Wertverluste von Gegenständen im Umlaufvermögen. Das Umlaufvermögen unterliegt im Gegensatz zum Anlagevermögen keiner planmäßigen Abschreibung. Allerdings können außerplanmäßige Abschreibungen notwendig werden.

Wann beginnt die planmäßige Abschreibung?

Die Abschreibung beginnt im Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung. Zeitpunkt der Anschaffung ist der der Lieferung. Zeitpunkt der Herstellung ist der der Fertigstellung. Muss ein erworbenes Wirtschaftsgut noch vom Verkäufer montiert werden, gilt es erst mit Abschluss der Montage als geliefert.

Sind außerplanmäßige Abschreibungen kosten?

Die außerplanmäßige Abschreibung stellt einen Aufwand dar und mindert somit den Gewinn des Unternehmens.

Warum wird Grund und Boden nicht abgeschrieben?

Ein Grundstück wird für steuerliche Zwecke in Grund und Boden und Gebäude unterteilt. Ein Gebäude unterliegt einer Wertminderung und kann regelmäßig abgeschrieben werden. Dem gegenüber unterliegt der Grund und Boden keinem Wertverzehr. Im Normalfall kann daher für den Grund und Boden keine Abschreibung genutzt werden.

Was muss alles abgeschrieben werden?

Abnutzbare bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter müssen grundsätzlich "abgeschrieben" werden, d.h. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Absetzbar ist dann jedes Jahr die sog. "Absetzung für Abnutzung" (AfA).

Was muss nicht abgeschrieben werden?

Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) im Netto-Preissegment bis 800 Euro muss dagegen nicht abgeschrieben werden. Hier kann sich das Unternehmen auch für den Sofortabzug als Betriebsausgabe entscheiden.

Werden Vorräte planmäßig abgeschrieben?

Finanzanlagen können nicht planmäßig abgeschrieben werden

Die Finanzanlagen stellen ein nicht abnutzbares Wirtschaftsgut bzw. einen nicht abnutzbaren Vermögensgegenstand dar, sodass weder handels- noch steuerrechtlich planmäßige Abschreibungen vorzunehmen sind.

Welche Anlagen werden abgeschrieben?

Welches Anlagevermögen soll abgeschrieben werden und wie lange? Abschreiben können Sie Anlagegüter, die sich länger als ein Jahr im Unternehmen befinden, und deren Stückpreis höher ist als 500 Euro (ohne MwSt.).

Welche Vermögensgegenstände können abgeschrieben werden?

Die Grundlage der Abschreibung

Generell sind Wirtschaftsgüter des Anlage- und Umlaufvermögens abschreibungspflichtig. Dazu gehören Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Werkzeuge, Konzessionen, Patente, Lizenzen und Forderungen.

Können Grundstücke außerplanmäßig abgeschrieben werden?

Außerplanmäßige Abschreibungen sind auch bei Grundstücken vorzunehmen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt (vgl. hierzu die Ausführungen bei Erl. 5 zu § 79 KommHV-Doppik). Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen bei Grundstücken können beispielsweise durch (chemische usw.)

Wie wird ein Grundstück abgeschrieben?

Grundstücke dürfen per Gesetz nicht abgeschrieben werden, da diese keiner Abnutzung unterliegen. Während Gebäude mit fortgeschrittenem Alter abnutzen, bleiben Grundstücke auch im hohen Alter problemlos nutzbar. Deshalb ist eine Abschreibung von Grundstücken nicht vorgesehen.

Welcher Grundsatz wird mit der Pflicht zur außerplanmäßigen Abschreibung auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bei dauernder Wertminderung umgesetzt?

Für die außerplanmäßige Abschreibung besteht also bei voraussichtlich dauernder Wertminderung ein Abschreibungsgebot (gemildertes Niederstwertprinzip).

Werden unbebaute Grundstücke abgeschrieben?

Das Gebäude wird über die Jahre abgenutzt. Aus diesem Grund kann es abgeschrieben werden. Das gilt für den Grund und Boden nicht. Werden an unbebauten Grundstücken allerdings Maßnahmen ergriffen, die zu einer wirtschaftlichen Nutzung des Grund und Boden, werden diese Maßnahmen den Anschaffungskosten angerechnet.

Wie wirkt sich die Abschreibung auf die Liquidität aus?

Abschreibungen vermindern das Unternehmensergebnis in der GuV und verringern damit auch die Steuerlast. Die Besonderheit: Abschreibungen sind aber nicht liquiditätswirksam, d.h., sie führen nicht zum Abfluss von Liquidität.

Wann liegt eine dauerhafte Wertminderung vor?

Eine voraussichtlich dauernde Wertminderung liegt hier vor, wenn der Börsenwert zum Bilanzstichtag unter denjenigen im Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile gesunken ist und der Kursverlust die Bagatellgrenze von 5 % der Anschaffungskosten bei Erwerb überschreitet.

Was kann sofort abgeschrieben werden?

Wirtschaftsgüter bis 250 Euro (ohne Umsatzsteuer) werden sofort abgeschrieben. Bei Wirtschaftsgütern, der Anschaffungskosten oder Herstellungskosten zwischen 251 Euro und 800 Euro liegen, kann zwischen Sofortabschreibung und Sammelposten gewählt werden.