Welche Abzüge gibt es bei der Auszahlung der Riester-Rente?

Gefragt von: Henri Albers-Kaiser
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Bei der Auszahlung der Riester-Rente fallen hauptsächlich Einkommensteuer auf die Rentenbezüge und ggf. Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) an; wichtig ist, dass die staatlichen Zulagen und Steuervorteile in der Ansparphase nun versteuert werden müssen, was aber durch niedrigeren Steuersatz im Alter oft vorteilhaft ist. Es gibt die Option einer 30%-igen Einmalzahlung, die voll versteuert wird, der Rest wird verrentet. Bei vorzeitiger Kündigung müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile vollständig zurückgezahlt werden.

Wie hoch ist die Steuer auf die Auszahlung einer Riester-Rente?

Sie müssen Ihre Riester-Rente, ebenso wie die normale Rente vom Staat, zu 100 % versteuern. Und zwar mit Ihrem persönlichen Steuersatz, der sich nach Ihrem Einkommen richtet.

Wird die Riesterrate bei Auszahlung besteuert?

Wie alle Renteneinkünfte wird auch die Riesterrente bei Auszahlung besteuert. Der Umfang der Besteuerung richtet sich danach, ob Ihre eingezahlten Beiträge durch die Altersvorsorgezulage und/oder den zusätzlichen Sonderausgabenabzug gefördert oder nicht gefördert waren.

Wie berechne ich die Auszahlung meiner Riester-Rente?

Die Berechnung der Riester-Auszahlung hängt von Einzahlungen, Zulagen, Rendite und Kosten ab und erfolgt meist über Online-Rechner, die Ihre Daten (Einkommen, Kinder) verwenden, um das angesparte Kapital zu schätzen und daraus eine monatliche Rente oder eine teilweise Einmalzahlung zu ermitteln, wobei die Rentenhöhe mit dem persönlichen Steuersatz versteuert wird. Sie erhalten meist eine lebenslange Rente, können sich aber bis zu 30 % des Kapitals einmalig auszahlen lassen und versteuern dann 30 % der Gesamtsumme (bei Einmalzahlung) oder einen Teil der monatlichen Rente (Renteneintritt: ca. 83,5 % des Betrags). 

Wie sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?

Für die Auszahlung der Riester-Rente gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dir das gesamte Vorsorgevermögen als lebenslange Rente auszahlen lassen. Oder du lässt dir eine Einmalzahlung in Höhe von 30 % des Gesamtkapitals (20 % bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden) auszahlen.

Wie wird die Auszahlung Deiner Riester-Rente versteuert? | So funktioniert es

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Was bleibt von der Riester-Rente übrig?

Von der Riester-Rente bleibt am Ende eine lebenslange Rente übrig, von der Sie sich zu Beginn 30 % als Einmalzahlung auszahlen lassen können, aber der Rest wird besteuert. Die Auszahlungen werden nachgelagert besteuert, also im Alter versteuert, aber Sie müssen die staatlichen Zulagen zurückzahlen, wenn Sie vorzeitig kündigen oder das Kapital vor Rentenbeginn entnehmen (außer bei bestimmten Wohnzwecken). Bei einer Kündigung geht ein erheblicher Teil verloren, da Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, der sogenannte Rückkaufswert ist deutlich niedriger als das gesamte Guthaben. 

Welche Sozialabgaben fallen für die Riester-Rente an?

Auf die Auszahlung einer Riester-Rente fallen grundsätzlich keine Sozialabgaben an, wenn Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Es müssen aber die vollen Steuern entrichtet werden (nachgelagerte Besteuerung), da die Beiträge steuerbegünstigt waren. Ein wichtiger Sonderfall sind freiwillig gesetzlich Versicherte und Selbstständige sowie Riester-Verträge im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) – hier müssen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Rentenzahlung gezahlt werden, etwa 17 %. 

Wie viel wird von der Riester-Rente abgezogen?

Im Jahr 2020 beziffert sich der gesamte Abzugsbetrag auf 13,3 % des Bruttoeinkommens (9,3 % Rentenversicherung und 4 % Riester-Beitrag).

Wie wird die Einmalzahlung der Riester-Rente mit der Fünftelregelung besteuert?

Diese Einmalzahlung ist im Jahr der Auszahlung als sonstige Einkünfte voll steuerpflichtig, soweit sie auf geförderten Beiträgen beruht. Ab 2018 wird die Einmalzahlung jedoch durch Anwendung der sog. Fünftelregelung (Berechnung der Steuer für 1/5 der Einmalzahlung und Multiplikation mit fünf) ermäßigt besteuert.

Ist eine Riester-Rente von 100 Euro monatlich anrechnungsfrei?

Wer im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen ist, hat Anspruch auf einen Freibetrag für eine Riester-Rente. Seit 2018 bleibt eine Rente in Höhe von mindestens 100 Euro monatlich anrechnungsfrei.

Was bekomme ich ausgezahlt, wenn ich meine Riester-Rente kündige?

Eine Auszahlung der Riester-Rente bei Kündigung ist möglich, aber mit hohen Verlusten verbunden, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen und der sogenannte Rückkaufswert meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Sie erhalten nur den Restbetrag nach Abzug von Kosten und der Rückforderung von Förderung, was oft zu finanziellen Einbußen führt und in manchen Fällen sogar dazu, dass Sie mehr zurückzahlen müssen, als Sie erhalten. 

Wie viel Steuern bei Kapitalauszahlung?

Bei einer Kapitalauszahlung in Deutschland werden Erträge meist mit der 25 % Abgeltungsteuer besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) und ggf. Kirchensteuer (8–9 % der Steuer). Für betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder Lebensversicherungen gelten spezielle Regeln: oft der persönliche Steuersatz auf den Ertragsanteil oder die gesamte Auszahlung (nach einem Freibetrag), was zu höheren Steuern (bis zu 42 %) führen kann, besonders bei Einmalzahlungen, die in ein hohes Einkommensjahr fallen. 

Wie wird eine Rentenversicherung bei Einmalzahlung versteuert?

Eine Einmalzahlung aus der Rentenversicherung kann steuerpflichtig sein, aber die Besteuerung hängt stark davon ab, ob es sich um eine gesetzliche oder private Rente handelt und wann der Vertrag geschlossen wurde: Bei privaten Rentenversicherungen (ab 2005) muss meist nur die Hälfte der Erträge versteuert werden (Halbeinkünfteverfahren), wenn bestimmte Alters- und Laufzeitvoraussetzungen erfüllt sind. Sonderzahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung (um Rentenabschläge auszugleichen) sind hingegen steuerlich absetzbar (als Sonderausgaben) und mindern das zu versteuernde Einkommen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. 

Wie hoch ist der Freibetrag bei der Riester-Rente?

Ein Riester-Freibetrag existiert hauptsächlich bei der Anrechnung auf die Grundsicherung im Alter: Es bleiben monatlich 100 € plus 30 % des darüber hinausgehenden Betrags bis zu einem Maximalbetrag (ca. 281,50 € in 2024/2025) anrechnungsfrei. In der Steuererklärung sind die Beiträge (bis 2.100 €) absetzbar, aber die spätere Rente muss versteuert werden (nachgelagerte Besteuerung), wobei der persönliche Grundfreibetrag zählt. 

Welche Nachteile hat es, die Riester-Rente ruhen zu lassen?

Die größten Nachteile beim Ruhenlassen einer Riester-Rente sind der Verlust staatlicher Zulagen und Steuervorteile, eine geringere Gesamtsumme im Alter, da keine neuen Beiträge und Förderungen fließen, und vor allem der Verlust des Pfändungsschutzes, was das Kapital bei Privatinsolvenz angreifbar macht. Das angesparte Guthaben bleibt zwar erhalten und Sie erhalten es später als Rente, aber der Staat zahlt nicht mehr mit, was die spätere Altersvorsorge schmälert.
 

Wie wird die Riester-Rente bei einer Einmalzahlung besteuert?

Du versteuerst die Gesamtsumme auf einen Schlag. In dem Fall zieht dir der Staat davon 30 Prozent an Steuern ab. Versteuern musst du dann nur die verbleibenden 70 Prozent. Aber denk daran: In dem Jahr der Kontoauflösung wird eine sehr hohe Steuersumme auf die Einmalzahlung fällig, ohne dass du hohe Einnahmen hast.

Wann macht die Fünftelregelung keinen Sinn?

Wenn das zu versteuernde Einkommen bereits ohne außerordentliche Einkünfte so hoch ist, dass der Spitzensteuersatz erreicht ist, hat die Fünftelregelung keine Auswirkung.

Wie lässt man sich am besten die Riester-Rente auszahlen?

Eine Riester-Rente vor Rentenbeginn ausgezahlt zu bekommen, ist eigentlich nur durch Kündigung möglich. Wird die Riester-Rente gekündigt, müssen jedoch staatliche Zulagen und Förderungen zurückgezahlt werden. Beides zieht der Anbieter automatisch ab und zahlt den verbleibenden Rest aus.

Was ist besser, monatliche Rente oder Kapitalauszahlung?

Besser ist, was zu Ihrer individuellen Situation passt: Die monatliche Rente bietet lebenslange finanzielle Sicherheit und Planungssicherheit, ideal bei weniger Rücklagen. Die Kapitalauszahlung bietet Flexibilität, ermöglicht größere Anschaffungen (Immobilie, Kredit) und kann bei früherem Tod vorteilhaft für Erben sein, birgt aber das Risiko, das Geld selbst zu verbrauchen, bevor man stirbt, und hat oft eine andere Besteuerung.
 

Wie berechne ich den Auszahlungsbetrag meiner Riester-Rente?

Die Berechnung der Riester-Auszahlung hängt von Einzahlungen, Zulagen, Rendite und Kosten ab und erfolgt meist über Online-Rechner, die Ihre Daten (Einkommen, Kinder) verwenden, um das angesparte Kapital zu schätzen und daraus eine monatliche Rente oder eine teilweise Einmalzahlung zu ermitteln, wobei die Rentenhöhe mit dem persönlichen Steuersatz versteuert wird. Sie erhalten meist eine lebenslange Rente, können sich aber bis zu 30 % des Kapitals einmalig auszahlen lassen und versteuern dann 30 % der Gesamtsumme (bei Einmalzahlung) oder einen Teil der monatlichen Rente (Renteneintritt: ca. 83,5 % des Betrags). 

Kann ich meine Riester-Rente auf einmal auszahlen lassen?

Nein, eine vollständige Einmal-Auszahlung der Riester-Rente ist normalerweise nicht möglich, da sie als lebenslange Rente gedacht ist; Sie können sich aber zu Rentenbeginn bis zu 30 % des Kapitals auf einmal auszahlen lassen, der Rest wird verrentet, oder Sie erhalten bei sehr geringen Guthaben (Kleinbetragsrente) die gesamte Summe auf einmal, was voll versteuert wird. Nur bei Wohn-Riester können Sie vor Rentenbeginn ohne Nachteile auf das Guthaben zugreifen, um z. B. eine Immobilie zu finanzieren. 

Wie wird die Riester-Rente bei der Auszahlung besteuert?

Die Auszahlung der Riester-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung, das heißt, Riester-Rentner müssen die kompletten Steuern auf die Rente zahlen. In der Ansparphase wird die Riester-Rente in der Steuererklärung in die Anlage AV, in der Auszahlungsphase in die Anlage R-AV/bAV eingetragen.

Welche Abzüge habe ich bei der Riester-Rente?

Die Riester-Rente bietet in der Ansparphase Steuervorteile, da Beiträge bis 2.100 € (2024/2025) pro Jahr als Sonderausgaben absetzbar sind (Voraussetzung: Mindestens 4 % des Bruttoeinkommens einzahlen) und staatliche Zulagen (Grund-, Kinder-, Berufseinsteigerbonus) gewährt werden. Dafür unterliegt die spätere Rentenauszahlung der nachgelagerten Besteuerung: Rentenbezüge werden voll besteuert, aber da der Steuersatz im Alter meist niedriger ist, profitieren viele von diesem Vorteil. 

Wie hoch ist die monatliche Auszahlung bei Riester-Rente?

Wie viel Riester-Rente Sie monatlich bekommen, hängt von Ihren Einzahlungen, Zulagen, Rendite und Laufzeit ab, liegt aber oft zwischen 100 und 400 Euro oder mehr, wobei die tatsächliche Summe stark variiert; eine Durchschnittszahl bei Auszahlung lag 2022 bei etwa 132 € pro Monat, aber viele Rentner erhalten auch deutlich mehr (teilweise über 200 €), da die Auszahlung steuerpflichtig ist und bis zu 30 % als Einmalzahlung entnommen werden können.