Welche Aktien profitieren von Deflation?

Gefragt von: Erhard Bender
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Festverzinsliche Anlagen, aber auch Tagesgeld und Sparkonten, profitieren in deflationären Zeiten, da der reale Zins steigt - Anleger ziehen dann Geld aus Aktien ab, auch der Wert von Immobilien und Immobilienanlagen sinkt in diesem Zusammenhang.

Wer profitiert von der Deflation?

In erster Linie profitieren Konsumenten von einer Deflation. Durch die sinkenden Preise steigt ihre Kaufkraft, sie bekommen also mehr Ware für ihr Geld. Das gilt allerdings nur, solange die deflationäre Wirkung nicht auch das eigene Gehalt/Einkommen erfasst - also etwa in Form von Lohnkürzungen oder sogar Jobverlust.

Welche Anlage bei Deflation?

Günstiger ist in der Deflation indes die Entwicklung von Anleihen und Kontenanlagen. Da die Kaufkraft steigt, lohnt sich selbst bei niedrigen Renditen das Sparen. Geben beispielsweise die Preise um zwei Prozent pro Jahr nach, bringt eine dreiprozentige Anleihe eine reale Rendite von stolzen fünf Prozent.

Was passiert mit Aktien bei Deflation?

Aktien stellen eine Beteiligung am Unternehmen dar. Im Zuge einer Deflation sinken die allgemeinen Preise und tendenziell auch die nachgefragte Menge. Daher könnten Unternehmen weniger Geld (Umsätze) einnehmen, sodass die Gewinne und somit auch die Aktienkurse sinken könnten.

Was steigt bei einer Deflation?

Die Inflation ist durch ein steigendes Preisniveau gekennzeichnet, welches durch eine hohe im Umlauf befindliche Geldmenge verursacht wird. Die Kaufkraft des Geldes nimmt ab. Der Geldwert sinkt folglich bei der Inflation und steigt bei der Deflation.

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Wie kommt man aus einer Deflation raus?

Um die Deflation zu bekämpfen, kann die Zentralbank den Leitzins senken. Aber auch staatliche Anreize wie Steuersenkungen oder verstärkte staatliche Investitionen können helfen. Generell sind deflationäre Tendenzen wesentlich seltener als die Inflation.

Was bedeutet eine Deflation für Sparer?

Was heißt das für Verbraucher? Was ein Preisrückgang, genannt Deflation, für Sparer bedeutet, erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart: "Das heißt, dass die Preise im Schnitt zurückgehen.

Wer sind die Verlierer der Deflation?

Deflation beeinflusst auch das Verhältnis zwischen Schuldnern und Gläubigern. Verlierer sind die Schuldner, deren Verbindlichkeiten real aufwerten. Zur Gruppe der Schuldner gehört der Staat, er ist in vielen Ländern der größte Schuldner.

Wann gab es die letzte Deflation in Deutschland?

Die Deflation in Deutschland, die im Jahre 1929 begann, gilt als die mit Abstand längste und schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts.

Wann kommt die nächste Deflation?

Deflation tritt auf, wenn die Inflationsrate unter 0 % fällt. Dadurch können mit der gleichen Geldeinheit mehr Waren und Dienstleistungen als zuvor gekauft werden. Das Gegenteil von Deflation ist Inflation. Deflation unterscheidet sich von Disinflation, bei der die Inflationsrate sinkt, aber immer noch positiv ist.

Welche Anlage ist krisensicher?

Zu den krisensicheren Geldanlagen gehören insbesondere materielle Anlagen wie Gold oder auch Immobilien. Aber auch fest veranlagte Gelder auf Sparbüchern, dem Tagesgeldkonto oder bei Staatsanleihen sicherer Staaten zählen zu krisensicheren Geldanlageformen.

Wo sollte Geld in Krisenzeiten investiert werden?

Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin sind daher eher nur als langfristiges Investment geeignet und werden als Krisenwährung gesehen. Idealerweise sollte man ca. 5 bis 10% des Portfolios in Edelmetalle investieren. Auch Häuser, Wohnungen und Grundstücke zählen als Sachwerte zu den Klassikern in Krisenzeiten.

Was passiert mit Immobilien bei Deflation?

Während eine Inflation die Preise für Güter und Dienstleistungen sowie Immobilien in die Höhe treibt, bewirkt eine Deflation das Gegenteil. Bei einer Deflation steigt der Wert von Geld, während die Preise für Produkte und Dienstleistungen, darunter auch Immobilien, sinken.

Wer ist der Gewinner bei einer Inflation?

Inflation nützt Schuldnern und schadet Gläubigern. Denn mit der Geldentwertung schrumpft auch der reale Wert von Forderungen. Der größte Gewinner ist deshalb der Staat. Ist die Inflationsrate höher als der Zins, zu dem er sich Geld geliehen hat, schmelzen seine Schulden auf wunderbare Weise dahin.

Welche Unternehmen profitieren von der Inflation?

Bei einer sich beschleunigenden Inflation profitieren vor allem Unternehmen aus den Sektoren Energie und Grundstoffe, da der Wert ihrer Aktiva und die Preise ihrer Produkte tendenziell steigen.

Welche Gruppen profitieren von einer Inflation?

Folgen der Inflation

Grundsätzlich gesprochen profitieren Schuldner sowie Besitzer von Sachvermögen. Zu den Verlierern gehört tendenziell die Mittelschicht, insbesondere Arbeitnehmer, Sparer sowie Pensionisten. Allgemeine Wirtschaftslage: Eine leichte Inflation wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus.

Wird es in Deutschland eine Deflation geben?

Entsprechend rechnen Ökonomen nicht mit einer Deflation, aber mit einer sinkenden Inflation. Allerdings: Bis die Teuerungsrate auf Vorkriegswerte absinkt, wird es dauern. Kriwoluzky rechnet erst ab 2025 damit, dass EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent wieder zu erreichen.

Welches Land hat die höchste Deflation?

Die niedrigste Inflationsrate der Welt verzeichnet derzeit der Südsudan mit sogar minus 4,3 Prozent.

Ist Deflation schlimmer als Inflation?

Es tritt auf, wenn das Angebot an Waren und Dienstleistungen die Nachfrage nach ihnen übersteigt, was zu einer Senkung ihrer Preise führt. Deflation kann schlimmer sein als Inflation, weil sie zu einem Teufelskreis aus sinkender Nachfrage und wirtschaftlicher Aktivität führen kann.

Was passiert mit den Schulden bei einer Deflation?

Was passiert mit den Schulden bei einer Deflation? Deflation bezeichnet das Gegenteil der Inflation, den Preisverfall. Die nominale Höhe der Schulden und geschuldeten Zinsen bleibt während einer Deflation gleich. Da Geld an Wert gewinnt, erhöht sich aber die reale Schuldenlast.

Wann kommt die Hyperinflation in Deutschland?

Zurzeit steigen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um zehn Prozent, das heißt, die Güter waren im November 2022 durchschnittlich also um zehn Prozent teurer als im November 2021. Bei einer Hyperinflation steigen die Preise jeden Monat mindestens um 50 Prozent.

Was tun mit erspartem bei hoher Inflation?

Damit das Ersparte Zuwachs erlebt, bieten sich vor allem Aktien als Ausweg an. Zum Einstieg eignen sich etwa Fondssparpläne. Dabei zahlen Anleger regelmäßige Beträge, in vielen Fällen ab 25 Euro aufwärts, in einen Investmentfonds ein, in dem verschiedene Wertpapiere gebündelt sind und der von Profis geführt wird.

Was mache ich mit meinem Geld bei Inflation?

Sieben Geldtipps gegen die Inflation
  1. Wenn die Preise steigen: Kosten senken. ...
  2. Welche Geldanlage bei Inflation am besten ist. ...
  3. Besonders auf die Energiepreise achten. ...
  4. Persönliche Ausgaben kritisch überprüfen. ...
  5. Ruhe bewahren. ...
  6. Wer seinen Sparplan anpassen sollte. ...
  7. Altersabsicherung nicht vergessen.

Können Immobilien als Inflationsschutz funktionieren?

Als krisensichere Geldanlagen gelten in der Regel Anlagemöglichkeiten, die weniger abhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen sind. Dazu zählen unter anderem Immobilien, aber auch andere Sachwerte und Edelmetalle können darunter fallen.