Welche Diagnose für Nachteilsausgleich?

Gefragt von: Alfons Lange
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Für einen Nachteilsausgleich kommen Diagnosen wie Legasthenie (LRS), Dyskalkulie (Rechenschwäche), AD(H)S, Autismus-Spektrum-Störungen und chronische (psychische oder somatische) Erkrankungen in Frage, aber auch körperliche Behinderungen, Hör- oder Sehbehinderungen, die die Lern- und Prüfungsfähigkeit beeinträchtigen. Wichtig ist eine offizielle Diagnose (z.B. durch schulpsychologische Dienste, Ärzte, Psychologen), die die Einschränkung belegt, auch wenn manche Bundesländer bei LRS/Dyskalkulie auch Lehrer-Einschätzungen akzeptieren.

Bei welchen Krankheiten gibt es Nachteilsausgleich?

Studierende mit Bewegungs- und Sinnesbeeinträchtigungen können genauso wie Studierende mit länger andauernden, chronisch-somatischen oder psychischen Erkrankungen, mit Teilleistungsstörungen wie Legasthenie, mit Autismus oder anderen längerfristigen Beeinträchtigungen einen Anspruch auf Nachteilsausgleich bei der ...

Was sind Gründe für einen Nachteilsausgleich?

Gründe für einen Nachteilsausgleich

Hörschädigung/Gehörlosigkeit und Sprachbehinderungen. Internistische/chronische Erkrankungen. Körperbehinderungen. Lernbehinderungen.

Welche Kinder bekommen einen Nachteilsausgleich?

Kinder bekommen einen Nachteilsausgleich, wenn eine diagnostizierte Beeinträchtigung (wie LRS, Dyskalkulie, ADHS, chronische Krankheiten, körperliche oder seelische Behinderungen) den schulischen Lernerfolg erschwert, sodass sie Nachteile gegenüber anderen Schülern haben; der Ausgleich schafft faire Lernbedingungen, ohne das Leistungsniveau zu senken, und wird oft durch Atteste, Gutachten oder schulpsychologische Berichte beantragt und von der Schule entschieden. 

Was zählt zum Nachteilsausgleich?

Zu den Beeinträchtigungen, die zu einem Nachteilsausgleich führen können, zählen länger andauernde so- matische oder psychische Erkrankungen, Teilleistungs-, Autismus-Spektrum- oder andere Störungen im Neu- rodiversitätsspektrum, motorische Beeinträchtigungen und Beeinträchtigungen des Sehens, Hörens oder Sprechens.

5 Fakten zum Nachteilsausgleich, die du wissen musst. Schau das an, bevor du einen Antrag stellst...

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Welche Beispiele gibt es für Nachteilsausgleiche?

Maßnahmen zum Nachteilsausgleich

  • Schreibzeitverlängerung und Verlängerung von Vorbereitungszeiten.
  • Verlängerung der Prüfungszeit um tatsächlich anfallende Pausen.
  • Prüfungen in separaten Räumen mit eigener Aufsicht.
  • Verlängerung von Fristen für Haus- und Abschlussarbeiten.
  • Änderung der Prüfungsform.

Was ist ein Nachteilsanspruch?

Wer in Bezug auf einen Arbeitsschutzmangel Maßnahmen ergreift, ist unter Umständen rechtlich vor Kündigung und Benachteiligung geschützt. Benachteiligung bedeutet, dass jemand eines oder beides der folgenden Dinge erleidet: schlechter behandelt zu werden als zuvor oder eine Verschlechterung seiner Situation .

Welche Formulierungen für Nachteilsausgleichen sind unzulässig?

Um einen Nachteilsausgleich zu schreiben, benötigen Sie ein formloses, aber präzises Schreiben an die zuständige Stelle (Prüfungsamt, Schulleitung), in dem Sie Ihre Beeinträchtigung und die konkreten, prüfungsrelevanten Nachteile (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, langsames Schreiben) nachvollziehbar darlegen und spezifische Ausgleichsmaßnahmen beantragen (z.B. Zeitverlängerung), gestützt durch aktuelle ärztliche Atteste oder Gutachten, die die Notwendigkeit belegen. Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich, idealerweise vor Prüfungsbeginn, und fügen Sie alle relevanten Nachweise bei.
 

Was ist besser, Notenschutz oder Nachteilsausgleich?

Der Begriff „Nachteilsausgleich“ wird oft mit „Notenschutz“ gleichgesetzt, jedoch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während der Nachteilsausgleich dafür sorgt, dass Kinder mit LRS die gleichen Chancen wie andere haben, ohne die Bewertung zu beeinflussen, greift der Notenschutz direkt in die Benotung ein.

Kann man mit ADHS einen Nachteilsausgleich bekommen?

Viele ADHS-Kinder benötigen in der Schule jedoch besondere Unterstützung und individuelle Förderung, damit sie ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen und den schulischen Anforderungen gerecht werden können. In diesen Fällen kann wegen einer vorliegenden "Beeinträchtigung" ein Nachteilsausgleich beantragt werden.

Was ist der Nachteilsausgleich nach § 126 SGB IX?

SGB 9 § 126 Nachteilsausgleich

(1) Die Vorschriften über Hilfen für behinderte Menschen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile oder Mehraufwendungen (Nachteilsausgleich) werden so gestaltet, dass sie unabhängig von der Ursache der Behinderung der Art oder Schwere der Behinderung Rechnung tragen.

Ist ein Nachteilsausgleich sinnvoll?

Beides, Notenschutz und Nachteilsausgleich, kann also sinnvoll sein, wenn das betroffene Kind unter einem starken Notendruck steht, der es psychisch schwer belastet – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass parallel dazu eine pädagogische Förderung begonnen wird.

Kann eine Schule einen Nachteilsausgleich ablehnen?

Insbesondere Menschen mit einer Dyskalkulie werden daran gehindert, eine gut qualifizierte Ausbildung zu absolvieren, da viele Schulen und Hochschulen einen Nachteilsausgleich verweigern.

Welche chronischen Krankheiten gelten als Behinderung?

Chronische Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Rheuma, Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, chronische Schmerzen, Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa), psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen) oder auch schwere Haut- und Atemwegserkrankungen gelten als Behinderung, wenn sie den Alltag dauerhaft erheblich beeinträchtigen und eine ärztliche Behandlung über mindestens sechs Monate notwendig ist, wobei der Grad der Behinderung (GdB) je nach Schwere variiert und durch einen Antrag beim Versorgungsamt festgestellt wird.
 

Kann man mit einem Nachteilsausgleich sitzen bleiben?

Die Möglichkeit eines offiziellen Nachteilsausgleichs bleibt Schülern vorbehalten, bei denen ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychotherapeut eine Lese-, Rechtschreib- oder Rechenstörung nach ICD-10 diagnostiziert hat.

Welchen Nachteilsausgleich gibt es bei lrs?

Der Nachteilsausgleich bei LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) sind schulische Maßnahmen, die betroffenen Schülern Chancengleichheit ermöglichen, indem ihre fachlichen Leistungen fairer bewertet werden, ohne die Anforderungen zu senken; Beispiele sind verlängerte Zeit, Vorlesen von Aufgaben, Nutzung von Rechtschreibprogrammen, da eine LRS als Behinderung gilt und der Grundsatz des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 3 S. 2 GG) gilt. Er wird auf Antrag mit Diagnose und Gutachten gewährt, häufig jährlich neu beantragt, um den Bedarf anzupassen. 

Welche Arten von Nachteilsausgleich gibt es?

Nachteilsausgleich ist möglich z . B . in Form von Zeitzuschlägen bei schriftlichen Arbei- ten, einer Anpassung des schulischen Arbeitsplatzes an die Bedürfnisse der Schülerin/ des Schülers oder der Bereitstellung spezieller Hilfsmittel .

Kann man mit Nachteilsausgleich aufs Gymnasium?

Das heißt, dass die Kinder bei normaler Leistungsfähigkeit Schwierigkeiten in einem Teilbereich haben. Um Kindern mit einer solchen Problematik bei entsprechenden Noten den Besuch eines Gymnasiums zu ermöglichen, wird ein sogenannter Nachteilsausgleich gewährt.

Kann man mit Dyskalkulie hochbegabt sein?

Kinder können mit einer Rechenstörung leben und gleichzeitig in gewissen Lernbereichen hochbegabt sein. Sie sind zweifach aussergewöhnlich, haben sie doch aussergewöhnliche Talente sowie spezielle Lern- und Leistungsprobleme.

Welchen Behinderungsgrad hat man bei Asperger?

Bei tiefgreifenden Entwicklungsstörungen wie dem Asperger-Syndrom wird ein GdB von 30 bis 40 bei leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten vorgesehen.

Wird Nachteilsausgleich im Zeugnis vermerkt?

Nein, der Nachteilsausgleich wird grundsätzlich nicht direkt im Zeugnis vermerkt, um die Chancengleichheit zu wahren und Stigmatisierung zu vermeiden; stattdessen wird er in der Schülerakte und im Förderplan dokumentiert, aber es gibt Ausnahmen, besonders bei bestimmten Landesregelungen oder bei Notenschutz (ein Teil des Nachteilsausgleichs) kann ein Hinweis im Zeugnis stehen, z. B. bei LRS im Abiturzeugnis.
 

Welche Nachteilsausgleiche gibt es nach dem GdB?

Nachteilsausgleiche bei GdB 70

  • Behinderten-Pauschbetrag: 1.780 Euro (§ 33b EStG).
  • Wahlweise bei der Steuer absetzbar: Entfernungspauschale 30 ct/ km , ab dem 21. ...
  • Bei Merkzeichen G behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale bei der Steuer absetzbar: 900 Euro (§ 33 Absatz 2a EStG).
  • Ermäßigte BahnCard.

Wann macht ein Nachteilsausgleich Sinn?

Ein Nachteilsausgleich kann für Kinder mit einer festgestellten (ärztlich attestierten) chronischen Erkrankung, einer Behinderung oder auch bei vorübergehenden Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes beantragt werden.

Unter welchen Förderschwerpunkt fällt ADHS?

Bei ADHS hilfreich sind auch die Empfehlungen des Sozialverbands VdK Deutschland e.V. zum schulischen Nachteilsausgleich, hier speziell der Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Wie formuliere ich einen Nachteilsausgleich?

Um einen Nachteilsausgleich zu schreiben, benötigen Sie ein formloses, aber präzises Schreiben an die zuständige Stelle (Prüfungsamt, Schulleitung), in dem Sie Ihre Beeinträchtigung und die konkreten, prüfungsrelevanten Nachteile (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, langsames Schreiben) nachvollziehbar darlegen und spezifische Ausgleichsmaßnahmen beantragen (z.B. Zeitverlängerung), gestützt durch aktuelle ärztliche Atteste oder Gutachten, die die Notwendigkeit belegen. Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich, idealerweise vor Prüfungsbeginn, und fügen Sie alle relevanten Nachweise bei.