Welche Kosten können vom Unterhalt abgezogen werden?
Gefragt von: Galina Reutersternezahl: 5/5 (73 sternebewertungen)
Vom zu zahlenden Unterhalt können Sie berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Gewerkschaftsbeiträge), Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Risikoleben), Altersvorsorge (Betriebsrente, Altersvorsorgeaufwendungen), bestimmte Schulden (z.B. eheprägende), Kinderbetreuungskosten sowie ggf. Kranken- und Pflegeversicherungen abziehen, um das bereinigte unterhaltsrelevante Einkommen zu ermitteln. Auch Kosten für die Kinderbetreuung, die beim Umgang entstehen, können eine Rolle spielen.
Welche Kosten kann man vom Kindesunterhalt abziehen?
Kindesunterhalt kann als sogenannte „außergewöhnliche Belastung“ in der Steuererklärung abgesetzt werden, wobei der Höchstbetrag für 2024 bei 11.784 € und für 2025 bei 12.096 € liegt – dies gilt aber nur, wenn das Kind eigenes Einkommen über 624 € pro Jahr hat, was zu einer Verrechnung führt. Beim Berechnen des unterhaltsrelevanten Einkommens gibt es abzugsfähige Kosten wie berufsbedingte Aufwendungen (z.B. Fahrtkosten über die Kilometerpauschale), notwendige Kredite, Beiträge zur Altersvorsorge (z.B. Riester-Rente) und Kosten für eine angemessene Ausbildung.
Was darf der Vater vom Unterhalt abziehen?
Abzugsfähig sind z.B.: Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Beiträge zu Berufsverbänden, vom Arbeitgeber nicht erstattete Fahrtkosten (0,42 Euro pro gefahrenem Kilometer hin und zurück, bei mehr als 30 Kilometern einfache Strecke 0,28 Euro für die Mehrkilometer), Gewerkschaftsbeiträge.
Was reduziert Kindesunterhalt?
Kindesunterhalt wird durch das eigene Einkommen des Kindes (z.B. aus Job, Kapital), berufsbedingte Aufwendungen (Fahrkosten), <<<a href="#section_2">abzugsfähige Versicherungen</a>>>, angemessene Altersvorsorge, Schulden (ehebedingte), <<<a href="#section_3">Kosten bei ausgedehntem Umgang</a>>> und bei Erwachsenen die Anrechnung des Kindergelds gemindert, während die <<<a href="#section_4">Düsseldorfer Tabelle</a>>> die Bemessungsgrundlage darstellt und spezielle Situationen wie <<<a href="#section_5">Kurzarbeit</a>>> eine Neubewertung erfordern.
Welche Versicherungen kann ich vom Kindesunterhalt abziehen?
Beim Unterhalt werden vor allem Pflichtversicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) und berufsbedingte Versicherungen wie die Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung (wenn sie der Einkommenssicherung dient) vom Einkommen abgezogen, um das bereinigte Nettoeinkommen zu ermitteln, aus dem der Unterhalt berechnet wird. Auch Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie bestimmte Altersvorsorgebeiträge können berücksichtigt werden, wenn sie tatsächlich gezahlt werden und bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Trennungsunterhalt: Wie lange? Und auch rückwirkend für die Vergangenheit?
Was muss der Vater zusätzlich zum Unterhalt bezahlen?
Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.
Wann darf der Vater den Kindesunterhalt kürzen?
Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
Wann zahlt Vater weniger Unterhalt?
Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.
Was sollen Alimente abdecken?
Den sogenannten Naturalunterhalt leistet das betreuende Elternteil, bei dem das Kind wohnt. Laut Gesetz sind die Alimente für das Kindeswohl zu nutzen und zur Deckung der Kosten für Nahrung, Kleidung, Bildung, Wohnen, Urlaub, sowie Kultur- und Freizeitaktivitäten zu verwenden.
Was kann von der Düsseldorfer Tabelle abgezogen werden?
Grundsätzlich ist das Nettoeinkommen die Grundlage zur Berechnung der Unterhaltszahlungen anhand der Düsseldorfer Tabelle. Hier wurden also bereits die Krankenversicherung, die Lohnsteuer und die Rentenvorsorge abgezogen.
Kann ich Kredite vom Kindesunterhalt abziehen?
Ja, bestimmte Kreditkosten können beim Kindesunterhalt vom Einkommen abgezogen werden, aber nicht alle; Zinsen für notwendige Darlehen (z.B. für selbstgenutztes Eigenheim bis zum Wohnvorteil, ehebedingte Schulden), berufsbedingte Kosten (z.B. Kfz-Kosten zur Arbeit) und Altersvorsorge sind abzugsfähig, um das zu versteuernde Einkommen zu mindern, wobei immer der Mindestunterhalt sichergestellt sein muss. Kreditraten für neu aufgenommene Kredite (z.B. nach Trennung) werden oft nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt.
Wie viel Unterhalt bei 2000 € netto?
Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet.
Welche Kosten sind nicht im Unterhalt enthalten?
Im Unterhalt sind die grundlegenden Lebenshaltungskosten wie Ernährung, Wohnung, Kleidung und Taschengeld enthalten, aber nicht enthalten sind Sonder- und Mehrbedarf, also unvorhergesehene oder langfristig höhere Kosten (z.B. teure Zahnarztbehandlungen, Brillen, Nachhilfe, Klassenfahrten, Ausbildungs-Mehrbedarf), die über den Pauschalbetrag hinausgehen. Auch Luxusausgaben, Konsumschulden oder private Versicherungen sind nicht abgedeckt.
Welche Ausgaben mindern den Unterhalt?
Um den Unterhalt zu mindern, werden vom Bruttoeinkommen die Steuern und Sozialabgaben abgezogen und dann berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), notwendige Kosten für Altersvorsorge (Riester, BU-Versicherung, private Kranken- und Pflegeversicherungen) sowie gesundheitliche oder andere notwendige Ausgaben (z.B. Kreditraten, Steuerberatung, Kosten der Umgangsbetreuung) als sogenannte "abzugsfähige Positionen" berücksichtigt, um das unterhaltsrelevante Einkommen zu bereinigen, wobei die konkrete Berücksichtigung vom Einzelfall und der Art des Unterhalts (Ehegatten-, Kindesunterhalt) abhängt.
Wann muss der Vater keinen Unterhalt zahlen?
Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbst für seinen Unterhalt sorgen kann (z.B. durch eigenes Einkommen aus Ausbildung/Job), oder wenn der Vater selbst nicht leistungsfähig ist (sein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt). Bei volljährigen Kindern endet die Pflicht oft nach erster Ausbildung/Studium, aber auch bei Abbruch ohne triftigen Grund, Weltreisen oder freiwilligen sozialen Jahren, wenn das Kind untätig bleibt.
Was mindert das Nettoeinkommen bei Kindesunterhalt?
Der Kindesunterhalt wird praktisch wie folgt berechnet: Vom Nettoeinkommen jedes Elternteils werden dessen berufsbedingten Aufwendungen abgezogen. Das sind pauschal 5% des Nettos, es sei denn man kann im Einzelfall höhere Kosten für Arbeitsweg, Arbeitskleidung, Bürobedarf und ähnliches geltend machen.
Was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?
Wenn der Unterhaltspflichtige zunächst nicht zahlen will oder kann, besteht die Möglichkeit einen Unterhaltsvorschuss bei der jeweiligen Unterhaltsvorschusskasse zu beantragen. Diese ist in der Regel beim Jugendamt, zuweilen aber auch beim Sozialamt angegliedert.
Wie kann man Unterhaltszahlungen reduzieren?
Um Unterhaltszahlungen zu reduzieren, muss eine wesentliche Änderung der Verhältnisse nachgewiesen werden, z.B. durch Einkommensverlust, erhöhte Kosten (Versicherungen, Fahrtkosten), oder eine gesteigerte Betreuungsleistung des Kindes (über 50 %). Der Weg führt über eine Abänderungsklage beim Familiengericht nach dem Motto: Mehr Abzugsfähiges vom Einkommen abziehen oder die Unterhaltslast durch neue Umstände senken. Eine außergerichtliche Einigung ist der erste Schritt, ansonsten muss ein Gericht entscheiden, oft bei mindestens 10 % Abweichung.
Was muss der Vater ausser Alimenten noch zahlen?
Der unterhaltspflichtige Elternteil ist in der Regel nur verpflichtet, gegen entsprechenden Nachweis, den existenznotwendigen Sonderbedarf zu leisten. Der Gesetzgeber sieht als Sonderbedarf vor allem Kosten für Heilung, Erhaltung der Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
Kann ich gekaufte Sachen vom Unterhalt abziehen?
Kleidungsstücke für das Kind kauft, Freizeitaktivitäten oder Reisen mit dem Kind bezahlt und dann die dafür aufgewendeten Kosten vom monatlich zu entrichtenden Unterhaltsbetrag abziehen will.
Kann zu wenig gezahlter Kindesunterhalt nachgefordert werden?
Ja, Sie können zu wenig gezahlten Kindesunterhalt nachfordern, aber nur für die letzten 12 Monate rückwirkend, wenn Sie den Unterhaltspflichtigen fristgerecht in Verzug gesetzt haben (z.B. durch Mahnung oder Auskunftsverlangen), andernfalls können Sie den Anspruch verlieren. Wichtig ist ein schriftlicher, nachweisbarer Nachweis und eine zeitnahe Geltendmachung des Anspruchs, idealerweise über das Jugendamt (Beistandschaft) oder einen Anwalt, um den Verzug zu begründen und den Anspruch zu sichern.
Was reduziert die Unterhaltszahlung?
Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt.
Was kann der Vater vom Kindesunterhalt abziehen?
Welche Kosten sind beim Kindesunterhalt abzugsfähig? Abzugsfähig sind unter anderem berufsbedingte Aufwendungen, notwendige Kreditzahlungen und Kosten für eine angemessene Altersvorsorge. Diese Kosten werden vom Bruttoeinkommen abgezogen, um das unterhaltsrelevante Einkommen zu ermitteln.
Kann man Urlaub vom Unterhalt abziehen?
Generell kann der Kindesunterhalt nicht für die Zeit gekürzt werden, in der sich Kinder beim unterhaltspflichtigen Elternteil aufhalten. Das gilt auch für den Unterhalt in den Ferien.