Welche Nachteile hat Altersteilzeit?

Gefragt von: Cathrin Burkhardt
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Nachteile der Altersteilzeit sind vor allem geringere Nettogehälter (trotz Aufstockung), potenziell niedrigere Rentenansprüche durch geringere Beitragszahlungen, der Wegfall von Zusatzleistungen (wie Dienstwagen) und die fehlende Verpflichtung des Arbeitgebers, was die Umsetzung erschwert, sowie das finanzielle Risiko bei Insolvenz des Arbeitgebers. Beim Blockmodell fehlt zudem ein sanfter Übergang, da man zuerst voll arbeitet.

Was spricht gegen Altersteilzeit?

Einer der größten Nachteile für Arbeitnehmer ist die mögliche Reduzierung der Rentenansprüche. Da das Einkommen während der Altersteilzeit niedriger ist, sind auch die Rentenbeiträge geringer, was letztendlich zu einem geringeren Rentenanspruch führen kann.

Hat Altersteilzeit Auswirkungen auf die Rente?

Die Altersteilzeit wirkt sich positiv auf die Rente aus, da der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, mindestens 80 % der bisherigen Rentenversicherungsbeiträge auf Basis des vollen Entgelts weiterzuzahlen, wodurch Renteneinbußen weitgehend vermieden werden und der Rentenanspruch stabil bleibt, auch wenn durch die Teilzeit die tatsächlichen Beitragszahlungen geringer sind. Sie ermöglicht einen sanften Übergang in die Rente ohne die hohen Abschläge, die bei vorzeitiger Rente anfallen würden, und sollte idealerweise so geplant werden, dass sie nahtlos in eine abschlagsfreie Altersrente mündet. 

Wie hoch ist der Verlust bei Altersteilzeit?

Zweiter finanzieller Vorteil der Altersteilzeit

Der Verlust von 1,8 Entgeltpunkten und damit von rund 65,- € brutto bei der Regelaltersrente hält sich also in Grenzen. Würden nur Rentenversicherungsbeiträge für 50 % des Vollzeitentgelts gezahlt, läge der Verlust bei rund 162,- € brutto.

Ist Altersteilzeit zu empfehlen?

Ja, Altersteilzeit lohnt sich oft, besonders wenn der Arbeitgeber aufstockt, da sie einen sanften Übergang in die Rente ermöglicht mit nur geringen Renteneinbußen und mehr Freizeit, da Arbeitnehmer fast das volle Gehalt (ca. 70-90%) erhalten, während Rentenbeiträge auf Basis des Vollzeitgehalts gezahlt werden, was langfristig besser ist als eine Rente mit Abschlägen. Es erfordert jedoch eine genaue Planung, da der Arbeitgeber zustimmen muss und es individuelle Vor- und Nachteile gibt. 

Abfindungskiller: Sage NIE diese 3 Wörter!

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Wie viel verliert man bei Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit arbeiten älteren Mitarbeiter, je nach Vereinbarung, um bis zu 60 Prozent weniger und bekommen bis zu 80 Prozent des Lohns. Es handelt sich um eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung, die für ältere Beschäftigte an das Unternehmen ausbezahlt wird.

Wie wichtig sind die letzten 5 Jahre vor der Rente?

Die letzten 5 Jahre vor der Rente zählen für die Rentenhöhe nicht magisch mehr, da die Rentenberechnung auf dem gesamten Berufsleben basiert; ABER sie sind extrem wichtig für die optimale Gestaltung des Ruhestands, da hier noch finanzielle, rechtliche (z.B. Abschläge, Altersteilzeit) und steuerliche Entscheidungen getroffen werden können, die den Start ins Rentenalter maßgeblich beeinflussen und Lücken schließen. Wer diese Phase nicht nutzt, um Rentenansprüche zu prüfen, Steuern zu optimieren oder das Portfolio anzupassen, verpasst die letzte Chance, den Ruhestand finanziell zu sichern und die Weichen für mehr Lebensqualität zu stellen. 

Hat Altersteilzeit Auswirkungen auf die Pension?

Die Altersteilzeit wirkt sich nicht negativ auf die Pension aus.

Was ist die 3. Regel im Ruhestand?

Die 3%-Regel

Am anderen Ende des Spektrums gehen manche Rentner auf Nummer sicher und entnehmen 3–3,5 % ihres Vermögens . Dieser konservative Ansatz kann besser geeignet sein, wenn: Sie frühzeitig in Rente gehen und Ihr Geld länger reichen soll; Sie planen, Ihren Erben etwas zu hinterlassen.

Was ist besser, Altersteilzeit oder Rente mit 63?

Besser ist nicht pauschal zu sagen, es hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen ab: Die Rente mit 63 ermöglicht einen früheren, aber oft mit Abschlägen verbundenen Start in die Rente, während die Altersteilzeit einen sanfteren Übergang bietet, bei dem Sie die Arbeitszeit reduzieren und der Arbeitgeber Rentenbeiträge aufstockt, was geringere Rentenkürzungen oder sogar eine abschlagsfreie Rente ermöglichen kann, besonders bei 45 Beitragsjahren. Die Altersteilzeit ist vorteilhaft, wenn Sie die Zeit bis zur abschlagsfreien Rente überbrücken wollen, die Rente mit 63 ist besser, wenn Sie die volle Flexibilität wollen und nötige Jahre (45) erfüllt haben, um Abschläge zu vermeiden.
 

Ist Altersteilzeit ab 50 Jahren möglich?

Für wen kommt die Altersteilzeit in Frage? Die Altersteilzeit ist möglich für Arbeitnehmer*innen ab dem 55. Lebensjahr, die in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit wenigstens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig – in Voll- oder Teilzeit – beschäftigt waren.

Ist es besser, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen oder zu kündigen?

Statt zu kündigen, könnten Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren, bis Sie vollständig in Rente gehen können. Ein vorzeitiger Ruhestand ist keine schlechte Idee . Doch Vorsicht: Sie könnten es später bereuen, nicht länger gearbeitet zu haben. Wägen Sie Ihre Entscheidung daher gut ab und planen Sie vorausschauend.

Was passiert, wenn man während der Altersteilzeit stirbt?

Stirbt jemand während der Altersteilzeit im Blockmodell, geht das angesparte Wertguthaben (das „Guthaben“ aus der Arbeitsphase) als Einkommen auf die Erben über und muss ausgezahlt werden, was auch die Hinterbliebenenrente beeinflusst. Das Arbeitsverhältnis endet durch den Tod, aber die Erben erhalten die noch ausstehenden Zahlungen und das angesparte Wertguthaben als Teil des Nachlasses, wobei die Rentenansprüche der Hinterbliebenen entsprechend berücksichtigt werden. 

Welche Änderungen gibt es bei der Altersteilzeit ab 2026?

⚠️ Achtung: Seit 1. Jänner 2024 wird die geblockte Altersteilzeit nach und nach abgeschafft. Die Förderung für Arbeitgeber:innen (in Form des Altersteilzeitgeldes) wird bis Ende 2028 schrittweise reduziert und ab 2029 vollständig eingestellt. Ab dann ist nur noch das kontinuierliche Modell möglich.

Ist es möglich, mit 60 Jahren in den Vorruhestand zu gehen?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Vorruhestand mit 60 in Deutschland besteht nicht mehr, aber Sie können durch betriebliche Vereinbarungen (z.B. Altersteilzeit) oder mit Abschlägen über die gesetzliche Rente (z.B. Altersrente für langjährig Versicherte ab 63 mit 35 Jahren Wartezeit) oder durch spezielle Regelungen (z.B. Bergbau, Schwerbehinderung) früher aus dem Job aussteigen; oft wird der Vorruhestand mit 60 über die Altersteilzeit in Blockmodell oder individuelle Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber ermöglicht, wobei die Rente erst später beginnt oder eine Überbrückung nötig ist.
 

Welche Alternativen gibt es zur Altersteilzeit?

Als Ersatz für die ehemalige Altersteilzeit hat der Gesetzgeber 2009 mit dem Flexi-II-Gesetz die Möglichkeit von Zeitwertkonten geschaffen. Mit Zeitwertkonten* kann Arbeitszeit über einen langen Zeitraum angespart und später als Freizeit genutzt werden.

Ist es möglich, mit 50 Jahren in den Ruhestand zu gehen?

Mit 50 in Rente zu gehen, ist über die gesetzliche Rentenversicherung allein nicht möglich, aber durch private Vorsorge oder spezielle Modelle wie Altersteilzeit (ab 55) erreichbar; wichtig ist, die Rentenlücke zu berechnen und frühzeitig mit Sparen (z.B. ETFs), Ausgleichen von Abschlägen ab 50 oder Altersteilzeit die Finanzierung zu sichern.
 

Was ist die 4-Prozent-Regel für den Ruhestand?

Die 4-Prozent-Regel ist eine Faustregel für den Ruhestand, die besagt, dass man jährlich 4 % des angesparten Vermögens entnehmen kann, um das Kapital über mindestens 30 Jahre zu erhalten, wobei der Betrag an die Inflation angepasst wird. Sie basiert auf der Forschung von William Bengen (1994) und gilt als nützliches Werkzeug, um den Finanzbedarf zu bestimmen, ist jedoch umstritten, da sie historische Daten nutzt und individuelle Umstände nicht berücksichtigt; eine flexible Entnahmestrategie wird oft empfohlen. 

Wie viel Geld brauche ich, um mich im Ruhestand zu setzen?

Laut Faustregel benötigt sie für ein ausreichendes Auskommen im Ruhestand damit monatlich 1.600 Euro. Sie erhält nach 40 vollen Beitragsjahren monatlich 1.367,60 Euro von der gesetzlichen Rentenversicherung. Die persönliche Versorgungslücke beträgt in diesem Fall 232,40 Euro pro Monat.

Was sind die Nachteile von Altersteilzeit?

Nachteile der Altersteilzeit sind vor allem geringere Nettogehälter (trotz Aufstockung), potenziell niedrigere Rentenansprüche durch geringere Beitragszahlungen, der Wegfall von Zusatzleistungen (wie Dienstwagen) und die fehlende Verpflichtung des Arbeitgebers, was die Umsetzung erschwert, sowie das finanzielle Risiko bei Insolvenz des Arbeitgebers. Beim Blockmodell fehlt zudem ein sanfter Übergang, da man zuerst voll arbeitet. 

Was verliert man bei Altersteilzeit?

Wer durch die Altersteilzeit bereits vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, der wird für den vorzeitigen Rentenbezug Abschläge in der gesetzlichen Rentenversicherung in Kauf nehmen müssen. Die Abschläge betragen lebenslang 0,3% für jeden Monat des vorzeitigen Bezugs.

Was ändert sich bei der Altersteilzeit 2026?

Ab 2026 gibt es in Österreich deutliche Änderungen bei der Altersteilzeit: Die maximale Bezugsdauer wird schrittweise auf 3 Jahre verkürzt, der staatliche Lohnausgleich sinkt vorübergehend von 90 % auf 80 %, und es gilt ein strengeres Verbot für Nebentätigkeiten, was zu erheblichen Kürzungen der Leistungen und Rückforderungen führen kann, wenn die neuen Regeln missachtet werden. Auch die Zugangsvoraussetzungen (Beschäftigungsjahre) werden angehoben. 

Wie viele Rentenpunkte bekomme ich für 10.000 €?

Mit 10.000 € Jahreseinkommen erhalten Sie abhängig vom Jahr und dem Durchschnittsentgelt rund 0,2 Rentenpunkte pro Jahr; beispielsweise 2025 sind es mit dem Durchschnitt von 50.493 € genau 0,198 Rentenpunkte (10.000 € / 50.493 €). Diese Zahl wird berechnet, indem Ihr Bruttojahreseinkommen durch das aktuelle Durchschnittsentgelt aller Versicherten geteilt wird.
 

Warum ist der Jahrgang 1964 bei der Rente besonders?

Der Jahrgang 1964 ist bei der Rente besonders, weil er den Übergangspunkt markiert, an dem die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre abgeschlossen ist, und die speziellen, früheren Zugänge zur Rente ohne Abschläge (z. B. mit 63 Jahren) für frühere Jahrgänge enden, wodurch dieser Jahrgang die strengeren neuen Regeln voll trifft, aber auch von neuen Flexibilisierungen profitiert. Für sie gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren, aber sie können bei 45 Versicherungsjahren immerhin noch mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen – eine Option, die für nach 1964 Geborene (mit 45 Jahren) auch erst mit 67 möglich ist. 

Was ändert sich 2026 in der Rente?

Wer 2026 in den Ruhestand geht, muss einen höheren Anteil seiner Rente versteuern. Ab Januar 2026 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil von 83,5 auf 84 Prozent. Somit bleiben 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Bestandsrenten sind hiervon nicht betroffen.