Welche Steuern gibt es für Kleingewerbe?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Jutta Friedrich
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Ein Kleingewerbe ist nicht steuerfrei. Die wichtigsten Steuern sind Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Wie funktioniert die Buchhaltung beim Kleingewerbe? Beim Kleingewerbe genügt die einfache Buchführung mit der EÜR für die Ermittlung des Gewinns.

Welche Steuern zahlt man bei Kleingewerbe?

Kleingewerbetreibende müssen eine Gewerbeanmeldung vornehmen und Gewerbesteuern zahlen – genau wie ein gewöhnliches Gewerbe. Du musst keine Gewerbesteuer zahlen, wenn dein Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro nicht überschreitet. Auch 2023 lag der Gewerbesteuer-Freibetrag bei 24.500 Euro.

Wie hoch sind die Steuern für ein Kleingewerbe?

Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt (Umsatz max. 25.000 EUR im Vorjahr, ab 2025 bis 100.000 EUR im laufenden Jahr), ist von der Umsatzsteuer befreit. Wird die Grenze überschritten, gilt der Regelsteuersatz von 19 %, für einige Produkte und Dienstleistungen 7 %.

Welche Steuern gibt es im Nebengewerbe?

Gewerbesteuer: Wann musst Du Gewerbesteuer zahlen? Für Gewinne aus Nebengewerben gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro. Solange Dein Gewinn darunter bleibt, musst Du keine Gewerbesteuer zahlen. Erst wenn Dein Gewinn diese Grenze überschreitet, wird die Gewerbesteuer fällig.

Welche laufenden Kosten gibt es bei Kleingewerbe?

Die laufenden Kosten eines Kleingewerbes sind branchenabhängig, umfassen aber typischerweise Beiträge für IHK/HWK, Versicherungen (Kranken-, Pflege-, evtl. Gewerbehaftpflicht), Betriebsausgaben (Miete, Internet, Marketing) und Steuern (Einkommensteuer, Gewerbesteuer ab 24.500€ Gewinn), wobei die Kleinunternehmerregelung Umsatzsteuer befreit, aber nicht alle Kosten (wie die Einkommensteuer) entfallen lässt. Eine gute Planung ist wichtig, da Kosten wie Steuerberaterhonorare oder Software hinzukommen können. 

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Was muss ich als Kleingewerbe beim Finanzamt abgeben?

Als Kleingewerbetreibender müssen Sie zur Berechnung Ihrer Einkommensteuer eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) beim Finanzamt einreichen und je nach Höhe Ihrer Umsätze nach dem Umsatzsteuergesetz Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen.

Wie viel darf ich im Kleingewerbe im Monat verdienen?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Was bleibt bei Kleingewerbe übrig?

Liegt das zu versteuernde Einkommen im Veranlagungszeitraum unter dem Grundfreibetrag in Höhe von 11.604 € bei Ledigen und 23.208 € bei Verheirateten, bleibt das Kleingewerbe in Bezug auf die Einkommensteuer steuerfrei.

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Welche Tipps gibt es für Kleingewerbe, um Steuern zu sparen?

Als Kleingewerbe Steuern sparen: unsere 5 Tipps

  1. Erkenne versteckte Betriebsausgaben, um im Kleingewerbe Steuern zu sparen.
  2. Mache Fahrten mit dem Privatauto geltend.
  3. Setze auch die zu Hause genutzten Arbeitsmittel ab.
  4. Lege Privatgegenstände in den Betrieb ein.
  5. Stelle deinen Partner 2025 als 556-Euro-Kraft ein.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer keinen Umsatz mache?

Vermerken Sie aber keine Ausgaben und haben auch keinen Umsatz, hat dies keine Konsequenzen. Sie sind lediglich verpflichtet, weiter eine Steuererklärung einzureichen.

Welche Steuerklasse gilt für Kleingewerbe?

Für dein Kleingewerbe spielt die Steuerklasse keine Rolle – die gilt nur für dein Einkommen als Angestellter. Gewinne aus dem Gewerbe werden in deiner Einkommensteuererklärung zusätzlich berücksichtigt und zum übrigen Einkommen addiert.

Für wen lohnt sich ein Kleingewerbe?

Wann lohnt es sich, ein Kleingewerbe anzumelden? Ein Kleingewerbe anzumelden, lohnt sich besonders in zwei Fällen: Wenn man ein Einzelunternehmen gründet und/oder wenn man saisonal oder nebenberuflich selbstständig ist und die Umsätze niedriger als die der hauptberuflichen Tätigkeit sind.

Ist ein Kleingewerbe ab 2026 steuerfrei?

Für das Jahr 2026 kann sie die Kleinunternehmerregelung jedoch nicht mehr in Anspruch nehmen, da sie dann die Grenze für das Vorjahr von 25.000 Euro übersteigt. Somit muss sie Ihre Umsätze ab dem 01. Januar 2026 der Umsatzsteuer unterwerfen.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mehr als 22.000 verdiene?

Im Jahr 2021 erzielt er einen Umsatz von 38.000 Euro. Damit liegt er zwar unter der Grenze von 50.000 Euro, aber er hat bereits im Vorjahr (2020) die Umsatzgrenze von 22.000 Euro überschritten und ist damit umsatzsteuerpflichtig.

Wie viel Umsatz muss ich als Selbstständiger haben, um 3000 € netto zu verdienen?

Um 3.000 € netto als Selbstständiger zu haben, brauchst du je nach Kosten und Steuern einen monatlichen Umsatz zwischen ca. 6.000 € und 9.000 €, wobei 6.000 € der Mindestwert für den Gewinn sind, zu dem noch Steuern, Sozialabgaben (wie Krankenversicherung) und Betriebskosten hinzukommen, während 9.000 € ein realistischerer Wert mit Puffer für Ausgaben und Steuern sind. Eine grobe Faustregel lautet: Umsatz = (Netto-Wunsch + Steuern + Abgaben + Betriebskosten) / (1 - Umsatzsteuer-Satz). 

Wann muss man 45% Steuern zahlen?

Der Spitzensteuersatz in Deutschland beträgt 42 % und gilt 2025 ab einem Einkommen von 68.481 € bis 277.826 €. Wer mehr als 277.826 € verdient, wird in Deutschland mit dem Höchststeuersatz von 45 % besteuert (auch Reichensteuer genannt).

Welche Nachteile hat ein Kleingewerbe?

Nachteile eines Kleingewerbes sind die volle persönliche Haftung mit dem Privatvermögen, eingeschränkte Wahlmöglichkeiten bei der Rechtsform und dem Firmennamen (Vor-/Nachname muss rein), geringere Attraktivität für Geschäftskunden (kein Vorsteuerabzug für diese) und ein potenziell schlechteres Image. Zudem gibt es Umsatzgrenzen, bei deren Überschreitung eine Umwandlung nötig wird, und die fehlende Möglichkeit des Vorsteuerabzugs bei hohen Investitionen schränkt die Liquidität ein. 

Ist ein Kleingewerbe im Jahr 2025 steuerfrei?

U ist im Jahre 2025 Kleinunternehmer, da er die Umsatzgrenze von 25.000 EURO unterschreitet. Wichtig: Der Umsatz, der im Gründungsjahr die 25.000 Euro übersteigen lässt, führt zu einer sofortigen Beendigung der Kleinunternehmerregelung und unterliegt der Regelbesteuerung.

Wann prüft das Finanzamt Kleinunternehmer?

Kleinunternehmern droht wie allen anderen Unternehmern eine Betriebsprüfung, wenn das Finanzamt feststellt, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung gibt. Dazu zählen folgende Punkte: Ihre jährlichen Gewinne schwanken stark. Ihre Steuererklärung war nicht plausibel.

Was muss ich als Kleinunternehmer beim Finanzamt abgeben?

Als Kleinunternehmer:in musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben. Teil der Steuererklärung ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR). In dieser Anlage ermittelst Du Deinen Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, indem Du Deine Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnest.

Welche Änderungen gibt es ab 2025 für Kleinunternehmer?

Ab 2025 werden die Umsätze der Kleinunternehmer ausdrücklich von der Umsatzsteuer befreit. In der Praxis ergibt sich daraus für betroffene Selbstständige keine Veränderung: Sie dürfen weiterhin keine Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und müssen keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen beim Finanzamt einreichen.