Wer ist dazu berechtigt Auskünfte über den Patienten zu erhalten?

Gefragt von: Brunhilde Brückner
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Ein Arzt darf nur dann Auskunft über den Gesundheitszustand des Patienten geben, wenn dieser ihn ausdrücklich von seiner Schweigepflicht entbunden hat. Dies muss nicht unbedingt schriftlich erfolgen, in den meisten Fällen reicht auch eine mündliche Zusage des Patienten.

Wer bekommt Auskunft über Patienten?

Schweigepflicht gilt auch gegenüber nahen Angehörigen

Das bedeutet: Ärzte dürfen aufgrund ihrer Schweigepflicht normalerweise keiner anderen Person Auskunft erteilen. Das gilt etwa neben Versicherungen und der Krankenkasse auch für nahe Angehörige, wie Ehegatten, Eltern, Kinder.

Welche Personen können medizinisches Fachpersonal von seiner Schweigepflicht entbinden?

Grundsätzlich kann nur der Patient (Betroffene) selbst der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zustimmen. Dies gilt aber nur dann, wenn der Patient auch einwilligungsfähig ist.

Wie bekommt Lebenspartner Auskunft im Krankenhaus?

Im Falle einer Krankheit wird eine Vorsorgevollmacht für unverheiratete Paare wichtig. Deswegen ist es wichtig, dass unverheiratete Partner sich gegenseitig eine Vorsorgevollmacht erteilen. Diese Vollmacht bewirkt, dass der andere Partner die Krankenakte und Befunde einsehen kann.

Wer bekommt Auskunft wenn ich im Krankenhaus liege?

München (dpa/tmn) - Grundsätzlich fällt alles, was zwischen Arzt und Patient besprochen wird, unter die ärztliche Schweigepflicht. Daher wird meist schon bei der Aufnahme in ein Krankenhaus abgefragt, wer überhaupt informiert werden darf.

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Wer unterliegt der Schweigepflicht?

Schweigepflichtiger Personenkreis des § 203 StGB. Zur Verschwiegenheit verpflichtet sind gem. § 203 StGB insbesondere die Angehörigen folgender Berufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe, deren Ausübung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordert.

Wie bekommt man raus wo jemand im Krankenhaus liegt?

Um eine Auskunft zu bekommen, ob jemand ins Krankenhaus eingeliefert wurde, bleibt leider nur die Möglichkeit, die in Frage kommenden Krankenhäuser abzutelefonieren oder persönlich vorbeizufahren und beim Empfang nachzufragen. Hier gilt dasselbe wie bei der telefonischen Auskunft.

Werden Angehörige nach OP informiert?

Angehörige werden nach vorheriger Absprache vom jeweiligen Anästhesisten telefonisch informiert, wenn der Patient auf Station aufgenommen wurde und können – sofern es der Zustand des Patienten erlaubt – noch am OP-Tag zu Besuch kommen.

Wer hat im Krankenhaus Schweigepflicht?

Schweigepflichtige Personen. Zunächst erfasst die Schweigepflicht nur Ärzte. Nach § 203 Abs. 3 StGB sind aber auch alle Gehilfen einbezogen - also die Sekretärin ebenso wie der MTA oder eine Ärztin im Praktikum, aber auch der Zivildienstleistende genauso wie die mitarbeitende Ehefrau.

Hat der Ehepartner automatisch Vorsorgevollmacht?

Weder Ehepartner:in noch Kinder können dies automatisch. Sie müssen dazu bevollmächtigt sein. Ausnahme seit 1. Januar 2023: Notvertretungsrecht für Ehegatten in Gesundheitsangelegenheiten für maximal 6 Monate.

Welcher Personenkreis unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht nach 203 StGB?

Berufsständisch der Schweigepflicht unterliegende Personengruppen gem. § 203 Abs. 1 Nr. 1-7 StGB, wie z.B. Ärzte, Rechtsanwälte oder Angehörige eines Unternehmens der privaten Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherung oder einer privatärztlichen, steuerberaterlichen oder anwaltlichen Verrechnungsstelle.

Hat eine Krankenschwester Schweigepflicht?

Der Schweigepflicht unterliegt auch das Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern, wie etwa Sprechstundenhilfen, Krankenschwestern, Krankenpfleger und Rettungssanitäter. Die Ärzte sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter darüber zu belehren und dies schriftlich zu dokumentieren.

In welchen Fällen dürfen Informationen die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen weitergegeben werden?

Der Arzt darf seine Schweigepflicht gegenüber der Polizei nur dann brechen, wenn er im Rahmen der Behandlung mitbekommt, dass sein Patient ein schweres Verbrechen plant und dadurch die Gesundheit anderer gefährdet wird.

Wer darf im Krankenhaus Auskunft geben?

Ein Arzt darf nur dann Auskunft über den Gesundheitszustand des Patienten geben, wenn dieser ihn ausdrücklich von seiner Schweigepflicht entbunden hat. Dies muss nicht unbedingt schriftlich erfolgen, in den meisten Fällen reicht auch eine mündliche Zusage des Patienten.

Wer bekommt den Arztbrief?

Patientinnen und Patienten haben das Recht, sich den Inhalt erklären zu lassen. Wer eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsucht oder zu einer Untersuchung oder Behandlung in einer Klinik war, bekommt hinterher einen Arztbrief.

Unter welchen Umständen darf ein Arzt Patientendaten an Dritte weitergeben?

Zulässig ist dies etwa, wenn die Daten für die Vorsorge, Diagnostik oder Behandlung vonnöten sind. Die Übermittlung der Patientendaten an Dritte ist nur in wenigen Ausnahmefällen zulässig und bedarf entweder der expliziten Einwilligung des Betroffenen oder einer gesetzlich bestimmten Erlaubnis.

In welchen Fällen gilt die Schweigepflicht nicht?

Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Schweigepflicht. § 138 StGB regelt für jede Person die Strafbarkeit der Nichtanzeige bestimmter geplanter Straftaten. Zu diesen Straftaten zählt unter anderem Menschenhandel, Menschenraub, räuberische Erpressung, Raub, Totschlag, Mord und Brandstiftung.

Was darf man trotz Schweigepflicht sagen?

Trotz auferlegter Verschwiegenheit dürfen Sie natürlich über Ihren Job sprechen. Sofern nicht explizit anders geregelt, dürfen Sie über Ihre Tätigkeit, Aufgaben oder auch Ihr Gehalt erzählen. Entscheidend ist, dass Sie keine der oben genannten persönlichen Daten oder schützenswerten Informationen ausplaudern.

Wann gilt die ärztliche Schweigepflicht nicht?

Die Schweigepflicht gilt über den Tod hinaus, wenn der Arzt nach einer gewissenhaften Prüfung zum Ergebnis kommt, dass eine Offenbarung dem ausdrücklich geäußerten oder mutmaßlichen Willen des Patienten nicht entspricht.

Wann ruft ein Krankenhaus die Angehörigen an?

Krankenhaus ruft Angehörige an, sobald Tod festgestellt wurde.

Wer schreibt der Patienten nach einer OP krank?

Die Krankschreibung nach dem Aufenthalt im Krankenhaus

In diesem Fall kann Ihnen das Krankenhaus eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu 7 Tage nach Ihrer Entlassung ausstellen. Alternativ können Sie sich an Ihren Hausarzt wenden, um eine AU zu erhalten. Bei diesem erhalten Sie zudem eine Folgebescheinigung.

Warum fragt das Krankenhaus nach Patientenverfügung?

Wann braucht das Krankenhaus meine Patientenverfügung? Das Krankenhauspersonal benötigt die Patientenverfügung grundsätzlich dann, wenn ein Patient nicht mehr selbst entscheiden kann, ob er eine Behandlung möchte oder nicht7. Man spricht hierbei von der Einwilligungsfähigkeit des Patienten.

Kann jeder Arzt in Akte einsehen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Patientenakte aber einem Rechtsanwalt zugänglich gemacht werden. Selbst andere Ärzte dürfen ohne Ihre Einwilligung Ihre Patientenakte nicht lesen. Allerdings ist ein Informationsaustausch unter behandelnden Ärzten auch möglich, wenn Ihr Einverständnis anzunehmen ist.

Hat ein Patient Schweigepflicht?

Die Schweigepflicht ist grundsätzlich gegenüber Dritten, aber auch gegenüber anderen Ärzten, Familienangehörigen des Patienten sowie eigenen Fami- lienangehörigen, zu beachten. Nach dem Tod des Patienten be- steht die ärztliche Schweigepflicht fort.

Wie finde ich Patienten?

Patientinnen und Patienten können online nach Praxen suchen oder die Telefon-Auskünfte nutzen - bundesweit mit dem 116117-Patientenservice oder mit regionalen Angeboten.