Wer ist Kleinunternehmer nach § 19 UStG?

Gefragt von: Frau Marliese Thomas
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Sie können die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn Ihr Gesamtumsatz (§ 19 Abs. 2 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 25.000 € betragen hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 € nicht übersteigt.

Wann ist jemand gem. § 19 UStG als Kleinunternehmer anzusehen?

Der Gesamtumsatz darf im vorangegangenen Kalenderjahr und im bisher laufenden Kalenderjahr nicht mehr als 100.000 Euro betragen haben. Der Unternehmer hat eine “Kleinunternehmer-Identifikationsnummer” beim Bundeszentralamt für Steuern auf elektronischem Wege beantragt.

Woher weiß ich, ob ich Kleinunternehmer bin?

Als Kleinunternehmer gelten Sie laut Umsatzsteuerrecht, wenn Sie die Umsatzgrenze von 25.000 Euro im Vorjahr nicht überschritten haben und der Umsatz im aktuellen Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Wichtig: Beide Voraussetzungen müssen gegeben sein.

Wer fällt unter die Kleinunternehmerregelung?

Seit dem 1. Januar 2025 ist Kleinunternehmer gemäß § 19 Abs. 1 UStG, dessen Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro (vorher: 22.000 Euro) nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro (vorher: 50.000 Euro) nicht überschreitet.

Wer ist ein Kleinunternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne?

Ein Kleinunternehmer ist eine Person oder ein Unternehmen, das bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreitet (ab 2025: 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr) und dadurch von der Umsatzsteuer befreit ist, was weniger Bürokratie bedeutet, aber auch den Abzug gezahlter Mehrwertsteuer (Vorsteuer) ausschließt. Diese Regelung (nach § 19 UStG) vereinfacht die Buchführung, da keine Umsatzsteuer ausgewiesen und abgeführt werden muss, was besonders für Gründer attraktiv ist, die ihre Rechnungen netto stellen können. 

Umsatzsteuer leicht erklärt: Kleinunternehmer nach § 19 UStG

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Ist man automatisch Kleinunternehmer?

Lag Ihr steuerpflichtiger Jahresumsatz im Gründungsjahr unter 22.000 Euro und erwarten Sie im zweiten Jahr nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz, bleibt es bei der Kleinunternehmer-Regelung. Überschreiten Sie im zweiten Jahr die 22.000-Euro-Grenze, unterliegen Sie ab dem dritten Jahr automatisch der Regelbesteuerung.

Wann kann die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG angewendet werden?

Unternehmer kann die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Abs. 1 UStG dann angewendet werden, wenn der Gesamtumsatz des laufenden Jahres nicht mehr als 25.000 Euro beträgt. Überschreiten Sie die vorgegebenen Grenzen, erfolgt automatisch ein Wechsel vom Kleinunternehmer zur Regelbesteuerung.

Bin ich Kleinunternehmer oder Umsatzsteuerpflichtig?

Sollten Sie im Jahr der Gründung die Umsatzgrenze von 25.000 € überschreiten, so ist bereits der Umsatz der Regelbesteuerung zu unterwerfen und somit umsatzsteuerpflichtig, der zur Überschreitung der Grenze führt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Sie vierteljährlich Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

Was bedeutet der Hinweis "Hinweis 19 UStG" auf einer Rechnung?

Die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer ist in § 19 des Umsatzsteuergesetzes geregelt. Auf Ihrer Rechnung sollte sich daher der Hinweis finden: „Im Sinne der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.

Ist ein Einzelunternehmen ein Kleinunternehmen?

Ja, ein Einzelunternehmen ist eine häufige und die einfachste Form eines Kleinunternehmens; dabei betreibt eine einzelne Person ein Gewerbe, das unter bestimmten Umsatzgrenzen fällt und von komplizierten Handelsgesetzbuch (HGB) Pflichten befreit ist, was es zum typischen "Kleingewerbe" macht, obwohl auch Personengesellschaften als Kleingewerbe geführt werden können. Das Einzelunternehmen ist also die Rechtsform, während "Kleingewerbe" die gewerbliche Tätigkeit mit geringerem Umfang beschreibt, die oft in dieser Rechtsform ausgeübt wird.
 

Wann prüft das Finanzamt Kleinunternehmer?

Kleinunternehmern droht wie allen anderen Unternehmern eine Betriebsprüfung, wenn das Finanzamt feststellt, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung gibt. Dazu zählen folgende Punkte: Ihre jährlichen Gewinne schwanken stark. Ihre Steuererklärung war nicht plausibel.

Wie sieht eine Steuernummer für Kleinunternehmer aus?

Welche Steuernummer brauchst du als Kleingewerbe? Wenn du nur Geschäftsbeziehungen im Inland hast, reicht deine betriebliche Steuernummer in der Form xx/xxx/xxxxx. Du findest sie auf deinen Steuerbescheiden. Zu Beginn deiner Selbstständigkeit erhältst du sie vom Finanzamt.

Welche Nachteile hat die Kleinunternehmerregelung?

Zu den Nachteilen gehört, dass Kleinunternehmer kein Recht auf Vorsteuerabzug haben. Sie werden wie Endverbraucher behandelt, die Umsatzsteuer entrichten müssen, so dass sie im Ver gleich zu „regulären“ Unternehmern höhere Betriebsausgaben und damit einen höheren Liquiditätsbedarf haben.

Wer ist nach § 19 Umsatzsteuer befreit?

S.d. § 19 Umsatzsteuergesetzes (UStG) sind grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Voraussetzung ist, dass der Gesamtumsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Kann ich 2025 auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

Verzicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung

Gemäß § 19 Abs. 2 UStG kann der Unternehmer auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten. Der Verzicht kann seit 2025 nur noch bis zum letzten Tag des Monats Februar des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres abgegeben werden.

Wie weise ich nach, dass ich Kleinunternehmer bin?

Der Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ist auf Rechnungen eines Kleinunternehmers verpflichtend und besagt, dass aufgrund der Steuerbefreiung keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird, um eine korrekte Abrechnung und Anerkennung zu gewährleisten. Mögliche Formulierungen sind: „Gemäß § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ oder „Für diesen Umsatz gilt die Steuerbefreiung nach § 19 UStG.“. Werden die Grenzen (2025: 25.000 € Vorjahresumsatz, 100.000 € laufender Umsatz) überschritten oder wird die Regelung freiwillig verlassen, entfällt der Hinweis und es muss Umsatzsteuer ausgewiesen werden, was eine längerfristige Entscheidung für 5 Jahre bedeutet, wenn man darauf optiert. 

Was ist ein Kleinunternehmen nach 19?

Sie können die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn Ihr Gesamtumsatz (§ 19 Abs. 2 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 25.000 € betragen hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 € nicht übersteigt.

Wie viel Geld darf ich als Kleinunternehmer steuerfrei verdienen?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Was muss auf der Rechnung für Kleinunternehmer stehen?

Zwingende Anforderungen an eine Rechnung für Kleinunternehmer sind: ➢ Vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers ➢ Vollständige Anschrift des Rechnungsempfängers ➢ Ausstellungsdatum der Rechnung (Rechnungs-Datum) Steuer-Nr. und/oder Umsatzsteuer-Identifikations-Nr.

Was bedeutet "Kein Steuerausweis gem. Kleinuntern.-reg. §19 UStG" auf meiner Rechnung?

Kein Ausweis von Umsatzsteuer

Du kannst deine Rechnung zum Beispiel mit dem Satz »Nach § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet« ergänzen. Weist du als Kleinunternehmer in deinen Rechnungen unzulässigerweise Umsatzsteuer aus, liegt ein unberechtigter Steuerausweis vor.

Was muss ich als Kleinunternehmer beim Finanzamt abgeben?

Als Kleinunternehmer:in musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben. Teil der Steuererklärung ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR). In dieser Anlage ermittelst Du Deinen Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, indem Du Deine Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnest.

Welche Steuernummer muss auf die Rechnung Kleinunternehmer?

Ja, Kleinunternehmer müssen entweder ihre Steuernummer oder ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) auf Rechnungen angeben, da dies eine gesetzliche Pflicht (gemäß § 14 UStG) ist, um das Finanzamt eindeutig zu identifizieren, außer bei Kleinbetragsrechnungen unter 250 €. Wenn die Steuernummer noch nicht vorhanden ist, kann vorübergehend der Vermerk „Steuernummer beantragt“ genutzt werden, aber die vollständige Rechnung muss nachgereicht werden. 

Welche Umsatze zählen zu § 19 UStG?

1 UStG bezeichneten Grenzen von 17.500 € und 50.000 € ist jeweils von dem Gesamtumsatz im Sinne des § 19 Abs. 3 UStG auszugehen (vgl. Abschnitt 19.3). Der Gesamtumsatz ist hier jedoch stets nach vereinnahmten Entgelten zu berechnen.

Wie beantrage ich die Kleinunternehmerregelung beim Finanzamt?

Die Anmeldung für Kleinunternehmer funktioniert folgendermaßen: Nutzen Sie dafür das ELSTER-Formular zur steuerlichen Erfassung. Geben Sie die Planzahlen für Ihr Geschäft an der gegebenen Stelle an. Wenn Sie neu gründen, werden Sie wahrscheinlich keinen festen Umsatz angeben können.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mehr als 22.000 Euro verdiene?

Im Jahr 2021 erzielt er einen Umsatz von 38.000 Euro. Damit liegt er zwar unter der Grenze von 50.000 Euro, aber er hat bereits im Vorjahr (2020) die Umsatzgrenze von 22.000 Euro überschritten und ist damit umsatzsteuerpflichtig.