Wer kann die Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26 und 26a EStG) in Anspruch nehmen?

Gefragt von: Susann Fuchs-Singer
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Wer sich in der Verwaltung und Organisation von Impf- oder Testzentren engagiert, kann die Ehrenamtspauschale in Anspruch nehmen. Ab 2021 beträgt sie 840 Euro (§ 3 Nr. 26a EStG). Um die Pauschalen nutzen zu können, muss der Auftraggeber oder Arbeitgeber gemeinnützig oder ein öffentlicher Arbeitgeber sein.

Wer kann die Ehrenamtspauschale in Anspruch nehmen?

Die Ehrenamtspauschale können alle Personen beanspruchen, die nebenberuflich (max. 1/3 Vollzeitäquivalent) für eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation tätig sind, z.B. als Kassierer, Platzwart, in der Pflege oder als Jugendleiter, einschließlich Studierende, Rentner und Arbeitslose, wobei der Betrag bis zu 840 € jährlich steuerfrei ist. Die Tätigkeit muss aktiv sein und darf nicht im Rahmen eines regulären Arbeitsverhältnisses erfolgen. 

Was ist der Ehrenamtsfreibetrag im Sinne des § 3 Nr. 26a EStG?

Die steuerfreien Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten sind bis zum Maximalbetrag von 840 EUR (2020: 720 EUR) pro Jahr bzw. 70 EUR (2020: 60 EUR) pro Monat nicht beitragspflichtig.

Welche Tätigkeiten fallen unter § 3 Nr. 26 EStG?

Die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 EStG steht nur für „nebenberufliche“ Lehrkräfte, Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer zu (siehe Merkblatt). Der Steuerfreibetrag vermindert das steuerpflichtige, das sozialversicherungspflichtige und ggf. auch das zusatzversorgungspflichtige Entgelt.

Ist es möglich, mehrere Ehrenamtspauschalen zu erhalten?

Wenn Sie eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben, die nicht von der Übungsleiterpauschale erfasst ist, können Sie möglicherweise die Ehrenamtspauschale erhalten. Es ist auch erlaubt, aus zwei unterschiedlichen ehrenamtlichen Engagements jeweils eine Pauschale zu nutzen.

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Was ist der Unterschied zwischen Aufwandsentschädigung und Ehrenamtspauschale?

Die Aufwandsentschädigung zählt zu den Einkünften und ist somit vom Prinzip her steuerpflichtig. Im Rahmen des Ehrenamtes gibt es jedoch Freibeträge (Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale), die steuerfrei und sozialversicherungsfrei sind.

Wann darf die Ehrenamtspauschale ausgezahlt werden?

Die Ehrenamtspauschale darf nur gezahlt werden, wenn es dazu einen Beschluss des Vorstands oder der Mitgliederversammlung bzw. eine Satzungsregelung gibt. Das heißt: Den Freibetrag von 840€ kann steuerfrei nur erhalten, wer auch tatsächlich einen nachweisbaren Anspruch darauf hat.

Was sind steuerfreie Einnahmen nach 3 Nummer 26 26a 26b EStG?

Nach § 3 Nr. 26 EStG sind Einnahmen nur aus bestimmten nebenberuflich ausgeübten Tätigkeiten bis € 3.000 im Jahr steuerfrei. Es muss sich dabei um eine Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, eine künstlerische Tätigkeit oder die Pflege alter, kranker Menschen oder Menschen mit Behinderung handeln.

Was ist, wenn § 3 Nr. 26 EStG überschritten wird?

Arbeitnehmer tragen steuerfreie Einnahmen bis zu € 3.000 in der Anlage N, Zeile 26 ein. Übersteigen diese den Ehrenamtsfreibetrag, wird der Mehrbetrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N aufgenommen.

Wie hoch ist der Stundensatz der Ehrenamtspauschale?

Für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt es keinen gesetzlichen Mindeststundenlohn, aber steuerfreie Pauschalen: die Ehrenamtspauschale (840 €/Jahr, seit 2021) für allgemeine Vereinstätigkeiten (z.B. Kassenwart), die Übungsleiterpauschale (3.000 €/Jahr) für pädagogische, künstlerische oder Betreuungstätigkeiten (z.B. Trainer, Ausbilder), sowie spezielle Pauschalen für Betreuungen. Rechnerisch ergeben sich bei der Ehrenamtspauschale je nach Stundenzahl oft nur niedrige Beträge (z.B. 7 €/Std. bei 120 Stunden), aber der Vorteil ist die Steuer- und Sozialabgabenfreiheit bis zu diesen Grenzen. 

Bei welchem Ehrenamt bekommt man eine Aufwandsentschädigung?

Eine Aufwandsentschädigung kann mit Ausnahme des Vorstandes jedem ehrenamtlich Tätigen gezahlt werden unabhängig davon, ob die Person Mitglied im Verein ist oder nicht.

Kann ich die Ehrenamtspauschale auch ohne Geldfluss in Anspruch nehmen?

Der Wortlaut des § 3 Nr. 26a EStG stellt eindeutig auf Einnahmen ab, die bis 500 Euro im Jahr steuerfrei sind. Wenn keine Einnahmen erzielt werden, gleichwohl aber eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt wurde, kann der Betroffene die steuerliche Vergünstigung des § 3 Nr. 26a EStG nicht in Anspruch nehmen.

Welche Beispiele gibt es für die Ehrenamtspauschale?

Die Ehrenamtspauschale (bis 840 €/Jahr) gilt für allgemeine, nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen oder öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Vorstandsarbeit, Kassier, Platzwart, Schriftführer, Gerätewart, Reinigung, Betreuung, Fahrdienste oder als Schiedsrichter im Amateurbereich – nicht aber für Lehrtätigkeiten, die unter die höhere Übungsleiterpauschale fallen. Wichtig ist, dass die Tätigkeit nebenberuflich ist (max. 1/3 der Vollzeit-Zeit) und gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dient.
 

Wie kann ich die Ehrenamtspauschale geltend machen?

Die Ehrenamtspauschale ist zwar steuerfrei, Du musst sie aber trotzdem in Deiner Steuererklärung angeben. Weil die Pauschale keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet ist, gehört Deine Aufwandsentschädigung dorthin, wo Du auch Deine Einnahmen aus dem Hauptberuf einträgst.

Was zählt alles als ehrenamtliche Tätigkeit?

Welche Tätigkeiten werden als Ehrenamt anerkannt?

  • Übungsleiter und Trainer.
  • Freiwillige Feuerwehr und Unterstützung der Polizei.
  • Jugendarbeit und Sozialarbeit.
  • Rettungsdienste und Sanitäter.
  • Pflegetätigkeiten und Seniorenbegleiter.
  • Palliativbegleiter.
  • Arbeit in religiösen Gemeinden bzw. ...
  • Ehrenamtliche Richter und Schöffen.

Wer bekommt die Ehrenamtspauschale 2025?

Grundsätzlich kann die Ehrenamtspauschale 2025 an alle Personen gezahlt werden, die nebenberuflich für eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation tätig sind.

Was fällt alles unter § 3 Nr. 26a EStG?

§ 3 Nr. 26a EStG stellt die Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag juristischer Personen des öffentlichen Rechts und bestimmter Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke bis insgesamt 720 EUR bzw. ab Vz 2021 840 EUR jährlich steuerfrei.

Wer kann die Ehrenamtspauschale nutzen?

Die Ehrenamtspauschale richtet sich an alle, die nebenberuflich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke tätig sind – dazu gehören auch Rentner, Studenten, Schüler, Hausfrauen und Arbeitslose – und erhalten bis zu 840 € jährlich steuerfrei für Aufwandsentschädigungen wie Tätigkeiten als Schatzmeister, Platzwart, Betreuer, Ausbilder oder in der Kinder- und Altenhilfe, solange die Tätigkeit nebenberuflich (max. 1/3 Vollzeit) und nicht kommerziell ist. 

Für welche Berufsgruppen gibt es eine Betriebsausgabenpauschale?

Welche Berufsgruppen fallen unter diese Regelung?

  • hauptberufliche selbständige schriftstellerische oder journalistische Tätigkeit.
  • nebenberufliche wissenschaftliche, künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit, dazu zählen auch Lehr- und Prüfungstätigkeiten.

Kann ich Fahrtkosten für meine nebenberufliche Tätigkeit steuerlich geltend machen?

Fahrtkosten. Wenn du für deine nebenberufliche Tätigkeit viel durch die Gegend fahren musst, kannst du die dabei entstehenden Fahrtkosten ebenfalls steuerlich geltend machen: Mit dem privaten PKW: 0,30 € pro gefahrenem Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: tatsächliche Ticketkosten (mit Beleg!)

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Welche Freiberuflichen Tätigkeiten sind von der Übungsleiterpauschale erfasst?

Die Übungsleiterpauschale stellt Einnahmen bis zur Höhe von insgesamt 3.000 Euro im Jahr aus bestimmten begünstigten nebenberuflichen Tätigkeiten steuerfrei. Sie erfasst somit nicht nur Aufwandsentschädigungen, sondern alle Einnahmen wie Zahlungen für Verdienstausfall und Zeitverlust.

Wie hoch darf eine Ehrenamtspauschale pro Stunde sein?

Somit beträgt der stündliche Lohn der Ehrenamtspauschale 5,80 Euro und die jährlichen 840 Euro sind erreicht. Bei einer Überschreitung der 840-Euro-Grenze würden sie keine Aufwandsentschädigung mehr erhalten, sondern den stündlichen Mindestlohn.

Kann ich mein Ehrenamt steuerlich absetzen?

Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür Geld erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr. Auch wenn Sie mehrere Ehrenämter ausüben, gibt es diesen bestimmten Freibetrag nur einmal jährlich.

Ist Aufwandsentschädigung Nebeneinkommen?

Steuerpflichtig wird die Aufwandsentschädigung, wenn Du mehr als 250 Euro im Monat bekommst. Dann rechnet Dir die Agentur für Arbeit alles über 250 Euro im Monat als Nebeneinkommen auf Dein Arbeitslosengeld an.