Wer muss den Unterhalt versteuern?
Gefragt von: Ramona Ott B.Sc.sternezahl: 4.8/5 (69 sternebewertungen)
Bei derjenigen Person, die den Unterhalt erhält, sind die Einnahmen als sonstige Einkünfte zu versteuern, soweit diese bei der leistenden Person die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug erfüllen (Korrespondenzprinzip).
Wer muss Unterhalt versteuern?
Geschiedene und dauernd getrennt lebende Ehegatten können ihre Unterhaltsleistungen an den Ex-Gatten im Rahmen des Realsplittings bis zu 13.805 Euro als Sonderausgaben absetzen. Im Gegenzug muss der Empfänger die Zahlungen als sonstige Einkünfte versteuern.
Welche Unterhaltszahlungen sind steuerfrei?
Die Freibeträge für Kinder sind: Der Kinderfreibetrag in Höhe von 6.672 Euro und der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs-, oder Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.928 Euro. Die Freibeträge führen dazu, dass Sie für diesen Teil Ihres Einkommens keine Steuern zahlen.
Sind Unterhaltszahlungen Einnahmen?
Unterhaltszahlungen zählen grundsätzlich nicht zu den Einkünften. Eine Ausnahme davon bildet das sogenannte Realsplitting zwischen geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten/Lebenspartnern.
Wie wirkt sich eine Steuernachzahlung auf den Unterhalt aus?
Steuernachzahlungen sind grundsätzlich bei der Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens und somit bei der Unterhaltsbemessung zu berücksichtigen. Sie wird monatsweise dem Einkommen im Jahr des Zuflusses zugerechnet.
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Was sind Gründe für Steuernachzahlung?
Wenn die Einnahmen deutlich höher sind als von den Steuerbehörden erwartet, kommt es in der Regel zu einer Nachzahlung. Ein Grund dafür können beispielsweise Gehaltsschwankungen, neue Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit oder neue Einnahmen aus einer Vermietung sein.
Was reduziert den Kindesunterhalt?
Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) hat, er sich erheblich an der Betreuung beteiligt (nur bei Minderjährigen), oder wenn das Einkommen des Zahlenden grundsätzlich zu niedrig ist, um den vollen Betrag zu decken (nach Abzug von Selbstbehalt und Einkommensminderungen). Wichtig sind auch Abzüge für berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale oder Einzelnachweis) und anrechenbare Schulden.
Wie wird der Empfänger von Unterhaltsleistungen versteuert?
Unterhaltsleistungen sind als wiederkehrende Bezüge einzuordnen. Da sie entweder freiwillig oder aufgrund einer gesetzlichen Unterhaltspflicht geleistet werden, sind sie dem Empfänger nicht zurechenbar. Der Unterhaltsberechtigte muss also Unterhaltszahlungen nicht als Einkommen versteuern.
Welche Einkünfte gelten nicht als Einkommen?
Steuerfreie Einkünfte werden nicht besteuert, unabhängig davon, ob Sie sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Folgende Posten gelten laut IRS als steuerfrei: Erbschaften, Schenkungen und Vermächtnisse sowie Barauszahlungen für Artikel, die Sie bei Einzelhändlern, Herstellern oder Händlern kaufen.
Wie wirken sich Unterhaltszahlungen steuerlich aus?
Sie ist rechtlich nicht bindend, ist aber für viele Gerichte eine Orientierungsgrundlage. Unterhaltszahlungen können als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Für das Jahr 2023 ist dies bis zu einem Betrag von 10.908 Euro und für das Jahr 2024 bis zu 11.604 Euro möglich.
Wie gebe ich Kindesunterhalt in der Steuererklärung an?
Falls du keinen Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag für das Kind hast, kannst du gezahlten Kindesunterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzen. Kindesunterhalt ist steuerfrei und muss nicht in der Steuererklärung angegeben werden.
Wie hoch ist der Freibetrag bei Unterhaltszahlungen?
Der "Unterhaltsfreibetrag" ist der Selbstbehalt, den Sie behalten dürfen, wenn Sie Unterhalt zahlen – er variiert je nach Empfänger: Für minderjährige/privilegierte Kinder sind es aktuell (2025) 1.450 € (erwerbstätig) / 1.200 € (nicht erwerbstätig), für getrennt lebende Ehegatten 1.600 € / 1.475 € und für volljährige Kinder 1.750 € (unabhängig vom Erwerbsstatus), wobei die Düsseldorfer Tabelle die Richtwerte vorgibt. Es gibt auch steuerliche Freibeträge, wie den für den Ehegattenunterhalt bis 13.805 €, der aber steuerpflichtig ist, wenn der Empfänger zustimmt.
Ist Kindesunterhalt zu versteuerndes Einkommen?
Kindesunterhalt von der Steuer absetzen
Grundsätzlich können Sie Ihre Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Maximal 11.784 Euro können so in der Steuererklärung 2024 steuerlich geltend gemacht werden.
Wie müssen Unterhaltszahlungen nachgewiesen werden?
STEUERRAT: Grundsätzlich gilt auch bei Zahlungen an Angehörige, die im Inland wohnen, die Pflicht zum Nachweis. Üblicherweise geschieht dies durch Bankbelege im Anschluss an Überweisungen. Bei Barzahlungen müssen Abhebungsnachweise und detaillierte Empfängerbestätigungen beigebracht werden.
Ist freiwilliger Unterhalt eine Schenkung?
Freiwilliger Unterhalt ist grundsätzlich keine Schenkung im steuerlichen Sinne, wenn er gesetzliche Unterhaltspflichten erfüllt, wie z.B. an Kinder im Studium, da er als notwendige Leistung gilt und schenkungssteuerbefreit ist. Allerdings können überhöhte freiwillige Zahlungen über das gesetzliche Maß hinaus oder Zahlungen ohne gesetzliche Pflicht wie Schenkungen behandelt werden und unterliegen dann dem Schenkungssteuerrecht mit entsprechenden Freibeträgen (z.B. 400.000 € für Kinder). Wichtig ist die Unterscheidung: Gesetzlicher Unterhalt ist steuerfrei, freiwillige „Extra-Zahlungen“ können steuerpflichtig werden, wenn sie nicht nur den angemessenen Bedarf decken.
Wie hoch ist der Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen im Jahr 2025?
In welcher Höhe sind Aufwendungen als Unterhaltszahlungen begünstigt? Der Höchstbetrag für Unterhaltsaufwendungen beträgt im Jahr 2025 für jede unterhaltene Person 12.096 EUR.
Welches Einkommen muss man nicht versteuern?
Diese Teile nennt man "Freibeträge". Ein wichtiger Freibetrag ist zum Beispiel der sogenannte "Grundfreibetrag", der schon im Tarif eingearbeitet ist. Dieser liegt im Jahr 2021 bei 9.744 Euro, das bedeutet: bei einem Einkommen bis zu 9.744 Euro beträgt die Steuer 0 Euro.
Welche Einkünfte bleiben steuerfrei?
Steuerfreie Einnahmen sind Einkünfte, die entweder nicht zu den steuerbaren Einkunftsarten gemäß dem Einkommensteuergesetz gehören oder durch gesetzliche Regelungen ausdrücklich von der Steuerpflicht befreit sind. Zu nicht steuerbaren Einnahmen zählen beispielsweise Erbschaften, Schenkungen oder Lotteriegewinne.
Welche Einkünfte sind steuerfrei?
Für sonstige Einkünfte gilt eine Freigrenze von 256 € pro Kalenderjahr. Das bedeutet, wenn deine sonstigen Einkünfte unterhalb von 256 € liegen, zahlst du keine Steuern darauf.
Sind Unterhaltszahlungen Einkünfte?
Unterhalt zählt grundsätzlich nicht als Einkommen für den Empfänger (z.B. Kindesunterhalt), ist aber für den Leistenden steuerlich absetzbar (als außergewöhnliche Belastung oder Sonderausgabe). Bei Sozialleistungen wie Wohngeld oder Bürgergeld wird Unterhalt jedoch angerechnet, da er als Einkommen gilt. Bei der Kreditprüfung durch die Bank zählt nachehelicher Unterhalt als Einkommen, aber dessen Dauerhaftigkeit ist entscheidend.
Wo trage ich den erhaltenen Unterhalt in der Steuererklärung ein?
Die Unterhaltszahlungen trägt er beim Realsplitting dann in die Anlage Sonderausgaben seiner Steuererklärung ein. Die gleiche Summe muss er darüber hinaus in der Anlage U im Abschnitt A erfassen.
Wer ist der Unterhaltsempfänger?
Ein Unterhaltsempfänger (auch Unterhaltsgläubiger) ist eine Person, die Anspruch auf finanzielle Unterstützung (Unterhalt) von einer anderen Person hat, meist um ihren grundlegenden Lebensbedarf zu decken, wie z.B. Kinder von Eltern, getrennt lebende Ehepartner oder bedürftige Verwandte in gerader Linie; die Höhe des Unterhalts hängt vom Bedarf des Empfängers und den Einkommensverhältnissen des Zahlers (Unterhaltsschuldners) ab.
Wann fällt der Unterhalt weg?
Man muss Unterhalt zahlen, bis das Kind seine erste abgeschlossene Berufsausbildung oder sein Studium beendet hat und selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann; das Alter (meist 18+) ist weniger entscheidend als die Ausbildungsreife und Zielstrebigkeit, wobei bei grundlosem Abbruch der Ausbildung oder Nichtergreifen einer Ausbildung der Anspruch entfallen kann, wenn das Kind sich nicht um die Durchsetzung kümmert oder eigene Einkünfte verschweigt.
Wie hoch ist das Existenzminimum bei Unterhaltszahlungen?
Der Selbstbehalt beträgt beim Ehegattenunterhalt bei Berufstätigkeit 1.600 Euro (Stand: 2025). Das bedeutet: Sie muss maximal 2.000 – 1.600 = 400 Euro Unterhalt an ihren Ehepartner zahlen. Denn 1.600 Euro müssen mindestens erhalten bleiben, um ihre eigenen Kosten zu decken.
Wie viel Kindesunterhalt bei 3000 € netto?
Bei 3.000 € Nettoeinkommen liegt der Unterhaltsbedarf je nach Alter des Kindes laut Düsseldorfer Tabelle 2025 zwischen ca. 555 € (0-5 Jahre) und 797 € (ab 18) vor Abzug des Kindergeldes; nach Abzug des Kindergeldes (255 €) sind das grob 300 € bis über 500 €, wobei die genaue Höhe vom Alter abhängt und oft der Zahlbetrag (bedarf minus Kindergeld) maßgeblich ist, der sich nach den konkreten Einkommensgruppen und der Kinderzahl richtet.