Wer zahlt Gerichtskosten bei Einspruch?

Gefragt von: Frau Prof. Helen Hess MBA.
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Wer Gerichtskosten bei einem Einspruch zahlt, hängt vom Ausgang des Verfahrens ab: Grundsätzlich trägt die unterlegene Partei die Kosten, also wer den Prozess verliert, muss die Gerichtsgebühren und oft auch die Anwaltskosten des Gegners tragen; bei teilweisem Erfolg werden die Kosten verhältnismäßig aufgeteilt. Legt man z.B. gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch ein und das Gericht bestätigt das Bußgeld, zahlt man selbst; bei Erfolg (Freispruch oder Reduzierung) trägt die Staatskasse die Kosten des Verfahrens.

Welche Kosten entstehen bei einem Einspruch?

Ein Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid verursacht zunächst keine Kosten. Wird er aber abgelehnt, kommt es zur Gerichtsverhandlung. Dann fallen Gerichtskosten von mindestens 50 Euro an. Dazu kommen die Kosten für die anwaltliche Beratung und Vertretung.

Wer muss die Gerichtskosten bezahlen?

Grundsätzlich zahlt im Zivilprozess die unterlegene Partei alle Kosten (Gericht, eigene Anwälte, gegnerische Anwälte). Im Strafverfahren trägt der Verurteilte die Kosten, bei Freispruch die Staatskasse. Bei teilweisem Erfolg werden die Kosten verhältnismäßig aufgeteilt. Wer sich das nicht leisten kann, kann Prozesskostenhilfe beantragen. 

Wann muss man den Rechtsanwalt der Gegenseite bezahlen?

Sie müssen die Anwaltskosten der Gegenseite zahlen, wenn Sie den Prozess verlieren; das Gericht entscheidet über die Kostenverteilung, meist nach dem Verursacherprinzip, wonach der Unterlegene zahlt. Bei einem teilweisen Sieg werden die Kosten quotenmäßig aufgeteilt (z. B. 70 % Sie, 30 % Gegner). Ausnahmen: Im Arbeitsrecht zahlt in erster Instanz jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten. Auch bei einem Verkehrsunfall muss die gegnerische Versicherung oft die Kosten erstatten, wenn Sie unverschuldet sind, da der Anwalt dann notwendig wurde. 

Was kostet ein Einspruch bei Gericht?

Der Einspruch gegen den Strafbefehl selbst ist grundsätzlich kostenfrei und löst keine Gebühren aus. Allerdings: Wenn Sie Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen, dann wird das Gericht in aller Regel den Termin zur Hauptverhandlung bestimmen.

Einspruch gegen den Bußgeldbescheid - Was kostet das Verfahren? | ADAC | Recht? Logisch!

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Welche Kosten entstehen bei Widerspruch?

Sowohl ein Widerspruchs- als auch ein Sozialgerichts-Verfahren ist für Sie grundsätzlich kostenlos. Es können für Sie allerdings Kosten entstehen, wenn Sie einen Anwalt oder eine Anwältin beauftragen. Diese Kosten werden Ihnen von der TK nur dann erstattet, wenn Sie das Verfahren abschließend gewinnen.

Wie geht es nach einem Einspruch weiter?

Nach einem Einspruch muss das Gericht die Anklage (ursprünglich Strafbefehl) nochmals prüfen und entscheiden, ob die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen zur Eröffnung des Hauptverfahrens vorliegen.

Wann muss die Gegenseite die Anwaltskosten übernehmen?

Sie müssen die Anwaltskosten der Gegenseite zahlen, wenn Sie den Prozess verlieren; das Gericht entscheidet über die Kostenverteilung, meist nach dem Verursacherprinzip, wonach der Unterlegene zahlt. Bei einem teilweisen Sieg werden die Kosten quotenmäßig aufgeteilt (z. B. 70 % Sie, 30 % Gegner). Ausnahmen: Im Arbeitsrecht zahlt in erster Instanz jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten. Auch bei einem Verkehrsunfall muss die gegnerische Versicherung oft die Kosten erstatten, wenn Sie unverschuldet sind, da der Anwalt dann notwendig wurde. 

Wie viel berechnet ein Anwalt pro Fall?

Die Höhe des Honorars hängt letztendlich von der Erfahrung Ihres Anwalts ab. Für seine Arbeit an dem Fall erhält er üblicherweise einen Prozentsatz der endgültigen Vergleichssumme zuzüglich eines Betrags zur Deckung der Gerichtskosten und etwaiger Nebenkosten (mehr dazu weiter unten). Typischerweise beträgt dieser Betrag etwa ein Drittel der Vergleichssumme .

Wann verliert ein Anwalt seinen Honoraranspruch?

Falls sich der Anwalt nicht an seine Pflichten aus dem Anwaltsvertrag gehalten hat, verliert er unter Umständen seinen Vergütungsanspruch. Dies kann etwa der Fall sein, wenn er die Interessen des Mandanten nicht ordnungsgemäß wahrgenommen hat oder rechtswidrig gehandelt hat.

Wer ist von der Zahlung von Gerichtskosten befreit?

(1) In Verfahren vor den ordentlichen Gerichten und den Gerichten der Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit sind von der Zahlung der Kosten befreit der Bund und die Länder sowie die nach Haushaltsplänen des Bundes oder eines Landes verwalteten öffentlichen Anstalten und Kassen.

Wann kommt die Rechnung für Gerichtskosten?

Eine Kostenrechnung erhält man erst nach Abschluss des Verfahrens. Auch hier gilt für die endgültige Kostenentscheidung der Grundsatz: Wer verliert, trägt die Kosten. Sofern Gebühren mit Eingang des Verfahrens zu erheben sind, setzt das Gericht durch Beschluss den so genannten Streitwert vorläufig fest.

Wer trägt die Gerichtskosten, wenn der Verlierer kein Geld hat?

Wenn der Verlierer eines Prozesses kein Geld hat, muss grundsätzlich der Gewinner die Gerichtskosten vorstrecken und bleiben im schlimmsten Fall auf den Kosten der unterlegenen Partei sitzen, wenn diese insolvent ist; es gibt aber Ausnahmen (z.B. Sozialrecht, Arbeitsgericht, wo jeder selbst zahlt), und wer finanziell schwach ist, kann Prozesskostenhilfe (PKH) beantragen, wodurch der Staat die eigenen Kosten übernimmt, aber Anwaltskosten der Gegenseite können trotzdem fällig werden, wenn man verliert und PKH nicht greift oder bewilligt wurde. 

Was kostet es, wenn der Anwalt Widerspruch einlegt?

Anwaltskosten im Widerspruchsverfahren richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG); im Sozialrecht (z. B. bei Krankenkasse/Rente) gibt es einen Rahmen von 50 € bis 640 € (Betragsrahmengebühren), wobei höhere Gebühren eine besondere Schwierigkeit oder einen großen Umfang voraussetzen. Bei Erfolg trägt oft die Gegenseite diese Kosten, sonst sind sie erstattungsfähig, wenn die Anwaltszuziehung notwendig war. Es gibt auch die Möglichkeit einer individuellen Vergütungsvereinbarung.
 

Was ist der Unterschied zwischen Einspruch und Widerspruch?

Einspruch und Widerspruch sind beides Rechtsbehelfe, um gegen behördliche oder gerichtliche Entscheidungen vorzugehen, aber sie werden in unterschiedlichen Rechtsbereichen eingesetzt: Widerspruch ist typischerweise gegen Verwaltungsakte gerichtet (z. B. Sozialleistungen, BAföG), während Einspruch speziell gegen bestimmte Bescheide wie Steuerbescheide, Bußgeldbescheide oder Strafbefehle genutzt wird und oft eine kürzere Frist hat, aber auch die Möglichkeit bietet, die Vollziehung auszusetzen. 

Wie viel darf ein Anwalt maximal Kosten?

Anwaltskosten können stark variieren, basieren meist auf dem Streitwert (nach RVG-Tabellen, z.B. 1.357 € bei 50k € Streitwert) oder Stundenhonoraren (oft 150–400 €/Stunde, Spezialisten teurer), wobei die gesetzliche Erstberatung für Verbraucher auf 226,10 € (brutto) begrenzt ist. Die Kosten hängen von der Komplexität des Falls, dem Streitwert und der Erfahrung des Anwalts ab; bei großen Streitwerten oder Spezialisten können schnell Tausende von Euros zusammenkommen, bis hin zu über 1.000 € pro Stunde.
 

Wie viel verlangt ein Anwalt pro Stunde?

Durchschnittliche Stundensätze

Bundesweit lagen die durchschnittlichen Regelstundensätze bei 190 Euro. Deutliche Unterschiede zeigen sich im Hinblick auf das Geschlecht der nach Zeithonorar abrechnen Rechtsanwälte: Die niedrigsten Stundensätze lagen bei Rechtsanwälten bei 164 Euro, bei Rechtsanwältinnen bei 144 Euro.

Wann muss ich die Gerichtsgebühren zahlen?

Gerichtskosten zahlt man grundsätzlich, wenn man ein Verfahren verliert (der Unterlegene trägt die Kosten), aber in vielen Verfahren (z.B. Zivil-, Verwaltungs-, Sozialgerichte) muss oft schon zu Beginn ein Vorschuss gezahlt werden, bevor das Gericht tätig wird, und die endgültige Kostentragung klärt sich erst am Ende. Im Strafverfahren zahlt bei Verurteilung der Angeklagte; bei Freispruch trägt die Staatskasse die Kosten. Ausnahmen gibt es in Sozialverfahren gegen Behörden, wo die Behörde bei Niederlage die Kosten trägt.
 

Was deckt den Rechtsschutz nicht ab?

Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht für Kosten, die dem Versicherten selbst entstehen. Das betrifft beispielsweise Reisekosten und Verdienstausfall für Gerichtstermine und Besprechungen mit dem Anwalt. Außerdem zahlt die Rechtsschutzversicherung meist nur bis zur zweiten Instanz.

Wer muss den Brief vom Anwalt zahlen?

Wer einen Anwaltsbrief bekommt, muss in der Regel zuerst selbst zahlen – entweder direkt an den eigenen Anwalt oder die gegnerische Seite, falls man im Unrecht ist und der Gegner Anwaltskosten als Schaden geltend macht. Zahlt der Verlierer eines Prozesses, trägt er die Kosten beider Seiten, außer im Arbeitsrecht. Besteht eine Rechtsschutzversicherung, zahlt diese oft die Kosten (abzüglich Selbstbehalt), der Anwalt rechnet dann direkt mit der Versicherung ab. Kann man sich die Kosten nicht leisten, gibt es staatliche Hilfe (Beratungs-/Prozesskostenhilfe). 

Was passiert, wenn jemand Einspruch erhebt?

Der Zweck eines Einspruchs besteht darin, die rechtliche Zulässigkeit einer Eheschließung zu prüfen, nicht die emotionale. Sofern also niemand mit einem stichhaltigen juristischen Grund Einspruch erhebt, wird es lediglich zu einer kurzen Unterbrechung der Zeremonie und einer etwas peinlichen Situation kommen.

Wann hat ein Einspruch Aussicht auf Erfolg?

Der Einspruch hat Aussicht auf Erfolg, wenn er zulässig und begründet ist.

Was passiert, wenn ein Widerspruch abgelehnt wird?

Wird der Widerspruch ganz oder teilweise abgelehnt, so erlässt die Behörde einen sog. Widerspruchsbescheid. Gegen den Widerspruchsbescheid ist eine Klage möglich. Vor einer Klage muss in der Regel erst Widerspruch eingelegt werden (Vorverfahren), weil erst nach einem erfolglosen Widerspruch eine Klage zulässig ist.