Wer zahlt in Österreich die Krankenversicherung?

Gefragt von: Eleonore Bruns
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In Österreich zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber (anteilig), Selbstständige, Pensionisten sowie der Staat (z.B. bei Arbeitslosigkeit) in die Krankenversicherung ein; die Beiträge richten sich nach dem Einkommen und der jeweiligen Sozialversicherungsanstalt (wie der ÖGK), wobei auch Angehörige mitversichert werden können oder eine Selbstversicherung möglich ist. Der Großteil der Finanzierung kommt aus Beiträgen (Dienstgeber/Dienstnehmer), ein Teil aus Steuern und Gebietskörperschaften.

Ist man in Österreich automatisch krankenversichert?

In Österreich sind Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer automatisch krankenversichert. Man spricht vom Prinzip der Pflichtversicherung.

Wer bezahlt in Österreich die Krankenversicherung?

Beitragshöhe. Arbeiter und Angestellte zahlen einen Dienstnehmeranteil von 3,87 %. Der Dienstgeber zahlt einen Dienstgeberanteil von 3,78 %. Pensionisten zahlen seit Juni 2025 6 %.

Wie wird die Krankenversicherung in Österreich finanziert?

In Österreich sind rund 70% der Gesundheitsausgaben öffentlich finanziert; davon stammen zwei Drittel aus Krankenversicherungsbeiträgen und ein Drittel aus den Haushalten der Gebietskörperschaften. Der Anteil an Steuerfinanzierung ist im internationalen Vergleich gering.

Ist die Krankenversicherung in Österreich gesetzlich?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist das Solidarsystem für ca. 90 % der Deutschen, das eine umfassende Gesundheitsversorgung sicherstellt, basierend auf Einkommen (14,6 % + Zusatzbeitrag) und mit kostenfreier Familienmitversicherung, wobei Leistungskataloge weitgehend identisch sind, Unterschiede aber bei Zusatzleistungen und Service bestehen. Alle Bürger sind versicherungspflichtig, müssen sich aber eine Kasse aussuchen können (freie Kassenwahl) und können jährlich wechseln, um Kosten zu sparen. 

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Wer zahlt die gesetzliche Krankenversicherung?

Die gesetzliche Krankenversicherung wird hauptsächlich durch Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, die sich den allgemeinen Satz teilen, sowie durch einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag finanziert; zudem zahlt der Staat Beiträge für Sozialleistungsempfänger wie Bürgergeld-Bezieher, und auch Rentner, Studenten und freiwillig Versicherte tragen ihren Teil, wobei der Arbeitgeber bei Angestellten immer die Hälfte übernimmt. 

Woher kommt das Geld für die Krankenversicherung?

Grundsätzlich werden die Beiträge von den Mitgliedern der Krankenkasse und den Arbeitgebern, Rentenversicherungsträgern oder sonstigen Stellen einkommensabhängig getragen und fließen dem Gesundheitsfonds zu. Der Bundeszuschuss wird aus Steuergeldern ebenfalls an den Gesundheitsfonds gezahlt.

Ist man in Österreich krankenversichert, wenn man nicht arbeitet?

Sie sind grundsätzlich krankenversichert, wenn Sie vom AMS eine der folgenden Leistungen erhalten: Arbeitslosengeld. Notstandshilfe.

Wie wird die österreichische Gesundheitskasse finanziert?

Finanziert wird die ÖGK großteils durch gesetzlich festgelegte Krankenversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer*innen, Arbeitgeber*innen und Pensionist*innen. Diese bilden das starke Fundament unserer sozialen Krankenversicherung.

Ist die deutsche Krankenversicherung in Österreich gültig?

Ja, Ihre deutsche Krankenversicherung (gesetzlich oder privat) gilt grundsätzlich in Österreich für notwendige Behandlungen, vor allem dank der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) (rückseitig auf der e-card). Sie erhalten damit Zugang zu den staatlichen medizinischen Leistungen, wie sie auch österreichische Bürger erhalten, müssen aber oft mit Eigenbeteiligung rechnen und bei Privatversicherten direkt mit der Rechnung umgehen; für Langzeitaufenthalte oder umfassendere Absicherung ist eine zusätzliche private Reisekrankenversicherung ratsam. 

Ist ein Obdachloser krankenversichert?

Berlin: (hib/PK) Auch Obdachlose mit Bezug von Arbeitslosengeld II sind krankenversichert. Während des Leistungsbezugs werden die Krankenversicherungsbeiträge vom Jobcenter übernommen, heißt es in der Antwort (19/4754) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/4363) der Fraktion Die Linke.

Wie bin ich in Österreich krankenversichert?

In Österreich ist man durch das System der Pflichtversicherung krankenversichert, was meist automatisch über den Arbeitgeber geschieht (Beiträge werden geteilt) oder bei Pensionisten/Selbständigen durch eigene Zahlungen. Falls keine Pflicht besteht, kann man sich freiwillig selbstversichern bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) oder eine private Zusatzversicherung abschließen. Die elektronische Gesundheitskarte (e-card) ist der Schlüssel für Arztbesuche.
 

Was kostet ein Arztbesuch ohne Krankenversicherung?

Die Kosten eines Arztbesuchs für Selbstzahler können stark variieren, abhängig von der Art der Behandlung und dem Arzt. Ein einfacher Besuch beim Hausarzt kann zwischen 30 und 100 Euro kosten, je nachdem, welche Leistungen in Anspruch genommen werden.

Kann man in Deutschland und Österreich gleichzeitig krankenversichert sein?

Kann man in Deutschland und Österreich krankenversichert sein? Doppelversicherungen beziehungsweise zwei Krankenversicherungen sind grundsätzlich nicht zugelassen. Als Grenzgänger versichern Sie sich in dem Land, in dem Sie arbeiten. Medizinische Leistungen und Behandlungen erhalten Sie aber in beiden Ländern.

Ist jeder Mensch in Österreich krankenversichert?

Anders als bei Privatversicherungen sind bei der Pflichtversicherung automatisch alle Menschen, die im Inland unselbstständig erwerbstätig sind, gesetzlich geschützt. Dieser Schutz besteht unabhängig von Einkommen, Geschlecht oder Alter.

Wo ist man krankenversichert, wenn kein Einkommen?

Wenn Sie kein Einkommen haben, können Sie sich in Deutschland entweder kostenlos familienversichern (als Ehepartner/Kind), sich freiwillig gesetzlich versichern (mit Mindestbeitrag) oder bei Bezug von Sozialleistungen (Bürgergeld) die Beiträge werden vom Amt übernommen. Haben Sie nur Ersparnisse, wird der Mindestbeitrag der GKV fällig, berechnet auf einer fiktiven Basis (ca. 1.248,33 € monatlich in 2025), auch wenn Sie weniger oder gar nichts verdienen. 

Wer zahlt Krankenkassenbeiträge für Flüchtlinge?

Für Flüchtlinge werden die Krankenkassenbeiträge je nach Aufenthaltsstatus und Dauer gestaffelt bezahlt: Am Anfang übernehmen Sozialämter oder Jobcenter die Kosten für die Grundversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) über Behandlungsscheine oder spezielle Leistungen; nach 18 Monaten oder bei Arbeitsaufnahme werden sie in die gesetzliche Krankenversicherung integriert und die Beiträge vom Arbeitgeber/Jobcenter übernommen. Nach 36 Monaten haben sie Anspruch auf das volle Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung, wobei die Kosten weiterhin oft von den Sozialleistungsträgern getragen werden. 

Wer trägt die Kosten für die Krankenversicherung?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw . Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitgeber bzw . Rentenversicherungsträger tragen die Beiträge inklusive Zusatzbeiträge aus dem Arbeitsentgelt oder der Rente jeweils zur Hälfte.

Wie erfährt die Krankenkasse mein Einkommen?

Krankenkassen überprüfen das Einkommen durch Anforderung von Nachweisen wie Steuerbescheide, Gehaltsnachweise oder Kontoauszüge, besonders bei Selbstständigen und in der Familienversicherung, oft mittels jährlicher Fragebögen. Bei Angestellten übermittelt der Arbeitgeber meist automatisch die Daten. Die Kasse fordert diese Belege an, um Beiträge korrekt zu berechnen oder Zuzahlungsbefreiungen zu prüfen und gleicht sie mit den gemeldeten Daten ab, wobei sie bei Bedarf auch Informationen vom Finanzamt einfordern darf. 

Wie viel Krankenkassenbeitrag zahlt der Staat für Bürgergeld-Empfänger?

Der Bund zahlt Beiträge für die Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld an die gesetzlichen Krankenkassen. Denn es ist eine staatliche Aufgabe, die medizinische Versorgung von Menschen am Existenzminimum im Krankheitsfall abzusichern. Im Jahr 2025 liegen die Beiträge pro Person bei 133 Euro monatlich.

Warum gibt es in Deutschland so viele gesetzliche Krankenkassen?

Es gibt viele gesetzliche Krankenkassen, weil der Gesetzgeber Wettbewerb fördern will, um Innovationen und bessere Dienstleistungen zu schaffen, obwohl historisch bedingt viele Kassen (wie AOK, BKK, TK) aus unterschiedlichen Berufsgruppen entstanden sind; heute konkurrieren sie hauptsächlich über Service und Zusatzleistungen, da die Kernleistungen nahezu gleich sind und Beiträge über den Gesundheitsfonds geregelt werden, wobei jede Kasse versucht, Versicherte mit attraktiven Angeboten (Bonusprogramme, spezielle Tarife) zu gewinnen. 

Was kostet eine gesetzliche Krankenversicherung ohne Einkommen?

Eine gesetzliche Krankenversicherung ohne Einkommen kostet einen Mindestbeitrag, der 2025 bei etwa 175 bis 220 Euro monatlich liegt (inkl. Pflegeversicherung), da er auf einer fiktiven Mindestbemessungsgrundlage berechnet wird (ca. 1.248,33 € Einkommen) und je nach Krankenkasse und Anspruch auf Krankengeld variiert. Wer kein Einkommen hat, zahlt diesen Mindestbeitrag, da er unabhängig von tatsächlichen, geringeren Einnahmen gilt.