Wer zahlt Unterhalt bei gemeinsamen Sorgerecht?
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Bei gemeinsamen Sorgerecht zahlt der Elternteil, bei dem das Kind überwiegend lebt (Residenzmodell), den Naturalunterhalt (Kost und Logis), während der andere Elternteil den Barunterhalt (Geld) zahlt. Beim Wechselmodell (Paritätische Betreuung) zahlen beide Eltern anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen, wobei der Besserverdienende dem anderen oft einen Ausgleich zahlt, da beide Naturalunterhalt leisten. Grundsätzlich sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig und haften nach ihren Einkommen, unabhängig vom Sorgerecht.
Wer muss bei geteiltem Sorgerecht Unterhalt zahlen?
Leben die Eltern getrennt und wird das Kind überwiegend von einem Elternteil betreut, so muss in der Regel alleine der andere Elternteil für den Unterhalt des Kindes aufkommen ( § 1606 Absatz 3 Satz 2 BGB ). Der betreuende Elternteil leistet seinen Anteil in Form des sog. Naturalunterhalts.
Wer zahlt Unterhalt bei 50/50?
Jeder leistet deshalb den Unterhalt zu 50 % durch Betreuung und ist zu 50 % in Abhängigkeit von seinem eigenen Einkommen barunterhaltspflichtig. Wenn die Eltern gleich hohes Einkommen haben, ist es mit dem Unterhalt einfach. Keiner muss an den anderen zahlen, nur das Kindergeld ist hälftig zu teilen.
Wie viel Unterhalt bei gemeinsamen Sorgerecht?
Bei geteiltem Sorgerecht (Wechselmodell, 50/50 Betreuung) zahlen beide Elternteile anteilig Unterhalt, basierend auf ihren Einkommen, anstatt dass nur ein Elternteil (meist der Vater) Barunterhalt zahlt. Der Unterhaltsanspruch des Kindes wird nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt, wobei der Naturalunterhalt (Betreuung, Kost & Logis) beider Eltern angerechnet wird und der Unterhalt "über Kreuz" gezahlt wird, oft durch einen Zahlbetrag an den anderen Elternteil. Die genaue Höhe hängt von den Einkommen beider Elternteile ab, wobei der Elternteil mit dem höheren Einkommen den höheren Anteil zahlt.
Wann muss der Kindsvater Kindesunterhalt zahlen?
Ein Vater muss Kindesunterhalt zahlen, solange das Kind bedürftig ist, in der Regel bis zur ersten abgeschlossenen Berufsausbildung, was auch bei volljährigen Kindern der Fall ist, die noch zur Schule gehen, studieren oder eine Ausbildung machen, wobei beide Elternteile anteilig nach Einkommen zahlen. Der zahlungspflichtige Elternteil (der nicht mit dem Kind zusammenlebt) leistet Barunterhalt, normalerweise monatlich im Voraus zum Ersten des Monats, basierend auf der Düsseldorfer Tabelle, während der betreuende Elternteil Naturalunterhalt (Kost und Logis) leistet. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen des Vaters und der Altersstufe des Kindes.
Sorgerecht: Das müssen Eltern beachten!
Wann braucht ein Vater keinen Unterhalt zahlen?
Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbst für seinen Unterhalt sorgen kann (z.B. durch eigenes Einkommen aus Ausbildung/Job), oder wenn der Vater selbst nicht leistungsfähig ist (sein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt). Bei volljährigen Kindern endet die Pflicht oft nach erster Ausbildung/Studium, aber auch bei Abbruch ohne triftigen Grund, Weltreisen oder freiwilligen sozialen Jahren, wenn das Kind untätig bleibt.
Was muss ein getrennt lebender Vater zahlen?
Seit 1. Januar 2025 muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt, mindestens 482 Euro im Monat zahlen, wenn es unter sechs Jahre alt ist (2026: 486 Euro). Für ältere Kinder mehr. Wenn Du Kindesunterhalt zahlen musst und arbeitest, darfst Du 2025 und 2026 mindestens 1.450 Euro als Selbstbehalt für Dich behalten.
Welche Pflichten hat der Vater bei gemeinsamen Sorgerecht?
Beim gemeinsamen Sorgerecht hat der Vater die Pflicht, das Kindeswohl zu fördern, wichtige Entscheidungen (Schule, Gesundheit, Religion) gemeinsam mit der Mutter zu treffen, den Kindesunterhalt zu leisten und aktiv Umgang mit dem Kind zu pflegen; er muss sich mit der Mutter austauschen, das Kindeswohl über eigene Interessen stellen und darf das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil nicht negativ beeinflussen.
Hat der Vater Anspruch auf halbes Kindergeld?
Ja, der Vater hat oft Anspruch auf die Hälfte des Kindergeldes, die als Anrechnung auf seinen Kindesunterhalt gilt, wenn das Kind bei der Mutter lebt; beim sogenannten Wechselmodell, wo das Kind bei beiden Elternteilen lebt, steht jedem Elternteil ein Viertel des Kindergeldes zu, der Betrag wird hälftig aufgeteilt. Das Kindergeld wird nur an ein Elternteil ausgezahlt (meist das, bei dem das Kind wohnt), aber der Unterhaltspflichtige muss die Hälfte davon abziehen, oder es wird aufgeteilt, um die Betreuungsleistung beider Eltern zu honorieren.
Was reduziert die Unterhaltszahlung?
Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt.
Welches Kind steht beim Unterhalt an erster Stelle?
Wie Sie sehen, stehen die minderjährigen Kinder an erster Stelle. Volljährige Kinder stehen in Ziffer 4 (mit Ausnahme der den Minderjährigen gleichgestellten) recht weit hinten an, gehen aber den Eltern des Unterhaltsschuldners noch vor, die unter Ziffer 6 erfasst sind.
Wer muss die Alimente bei geteiltem Sorgerecht zahlen?
Beim geteilten Sorgerecht (häufig beim Wechselmodell) entfällt der klassische Barunterhalt oft, da beide Eltern Naturalunterhalt leisten; der Unterhaltsbedarf wird aber anhand des gemeinsamen Einkommens beider Elternteile berechnet und anteilig aufgeteilt, sodass der Besserverdienende oft einen Ausgleich zahlt, da der andere die Betreuung übernimmt, wobei das Kindergeld zur Hälfte angerechnet wird und der Unterhalt sich nach den tatsächlichen Verhältnissen richtet.
Wer zahlt den Kindesunterhalt, wenn beide Eltern das Kind betreuen?
Unterhaltspflicht der Eltern
„Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. “ Das bedeutet, dass Beide für den Unterhalt des Kindes gemeinsam sorgen müssen. Es spielt keine Rolle, ob ein Kind bei der Mutter oder bei dem Vater wohnt und betreut wird.
Kann der Vater freiwillig das Sorgerecht abgeben?
Ja, ein Vater kann das Sorgerecht freiwillig abgeben, aber es ist kein einfacher Verzicht, sondern erfordert einen Antrag beim Familiengericht und eine gerichtliche Entscheidung, die immer das Kindeswohl als oberstes Kriter<bos> hat; eine einfache Erklärung oder außergerichtliche Einigung ist nicht rechtswirksam. Wenn beide Eltern einverstanden sind, wird das Gericht dem Antrag in der Regel stattgeben, aber es prüft die Entscheidung immer im Hinblick auf das Wohl des Kindes.
Wie viel Unterhalt bei 2000 € netto?
Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet.
Wie oft darf der Vater das Kind bei gemeinsamen Sorgerecht sehen?
Beim gemeinsamen Sorgerecht gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene feste Anzahl für den Umgang; es wird individuell geregelt, orientiert sich aber oft am Residenzmodell (jedes zweite Wochenende) oder variiert nach Alter des Kindes (häufiger bei Kleinkindern, seltener aber länger bei Schulkindern), wobei stets das Kindeswohl und die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund stehen und eine einvernehmliche Regelung durch die Eltern angestrebt wird, notfalls durch das Jugendamt oder Gericht.
Wer hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht, wenn beide das Sorgerecht haben?
Bei geteiltem Sorgerecht haben beide Elternteile das Aufenthaltsbestimmungsrecht gemeinsam, was bedeutet, sie müssen sich bei grundlegenden Entscheidungen über den Wohnort des Kindes einigen. Leben die Kinder primär bei einem Elternteil (betreuender Elternteil), trifft dieser die alltäglichen Entscheidungen, größere Entscheidungen (z. B. Umzug, Internat) erfordern aber weiterhin die Zustimmung beider. Können sich die Eltern nicht einigen, kann das Familiengericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht einem Elternteil allein übertragen, um das Kindeswohl zu sichern.
Wer gewinnt häufiger das Sorgerecht?
Mütter gewinnen in Deutschland häufiger Sorgerechtsprozesse
Im Jahr 2018 übertrugen deutsche Richter und Richterinnen das Sorgerecht in Scheidungsverfahren in 914 Fällen auf die Mutter, in 251 Fällen auf beide Eltern gemeinsam und nur in 102 Fällen auf den Vater.
Wann muss der Vater keinen Unterhalt zahlen?
Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind selbst für seinen Unterhalt sorgen kann (z.B. durch eigenes Einkommen aus Ausbildung/Job), oder wenn der Vater selbst nicht leistungsfähig ist (sein Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt). Bei volljährigen Kindern endet die Pflicht oft nach erster Ausbildung/Studium, aber auch bei Abbruch ohne triftigen Grund, Weltreisen oder freiwilligen sozialen Jahren, wenn das Kind untätig bleibt.
Wann muss Frau Unterhalt an Mann zahlen?
Eine Frau muss ihrem Mann Unterhalt zahlen, wenn sie getrennt leben und er bedürftig ist (z.B. wegen Kinderbetreuung, Krankheit, Alter oder Arbeitslosigkeit) und sie leistungsfähig ist – entweder als Trennungsunterhalt während der Trennung bis zur Scheidung oder als nachehelicher Unterhalt nach der Scheidung unter bestimmten Voraussetzungen, da das deutsche Unterhaltsrecht für beide Ehepartner gleichermaßen gilt.
Wie berechnet man den Unterhalt bei einer Trennung?
Ein Trennungsunterhaltsrechner hilft, den Unterhaltsanspruch zu ermitteln, indem er das bereinigte Nettoeinkommen beider Partner (Brutto minus Steuern, Sozialabgaben, berufsbedingte Aufwendungen) als Basis nimmt, um dann meist 45 % der Differenz dieser Einkommen an den unterhaltsberechtigten Partner zu zahlen, wobei der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen (ca. 1.600 €) beachtet werden muss; auch Kindergeld wird berücksichtigt. Es gibt viele Online-Rechner von Anwälten oder Finanzportalen, die diese Berechnung durchführen.
Was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?
Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.
Wer muss Unterhalt zahlen bei gemeinsamen Sorgerecht?
Während im Residenzmodell derjenige, der mit dem Kind zusammenlebt, den Naturalunterhalt in Form von Unterkunft und Nahrungsmitteln stellt, ist der andere Elternteil barunterhaltspflichtig. Das heißt, er muss Barunterhalt an den hauptsächlich betreuenden Elternteil zahlen.
Welche Pflichten hat ein getrennt lebender Vater?
Nach einer Trennung hat ein Vater vor allem die Pflicht, für den finanziellen Unterhalt des Kindes zu sorgen und Umgang mit dem Kind zu pflegen, was auch eine Pflicht ist. Besteht gemeinsames Sorgerecht, müssen weiterhin wichtige Entscheidungen (Schule, Wohnort) gemeinsam getroffen werden. Das Wohl des Kindes steht immer im Mittelpunkt; Kommunikation und Kooperation mit der Mutter sind zentral, notfalls mit Unterstützung durch Jugendamt oder Mediation.