Werden ETFs anders versteuert?

Gefragt von: Rose Rieger
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Alle Fonds – also auch ETFs – werden durch die Kapitalertragsteuer besteuert. Diese beträgt derzeit 25%. Auf diesen Steuersatz werden noch 5,5% Solidaritätszuschlag und eventuell 8 oder 9% Kirchensteuer berechnet.

Welche Steuerschlupflöcher gibt es bei ETFs?

Anleger von Investmentfonds zahlen Kapitalertragsteuer auf die von ihren Fonds verkauften Vermögenswerte und unterliegen der Wash-Sale-Regel. ETFs unterliegen nicht denselben Steuerrichtlinien . ETF-Anbieter bieten Anteile „in natura“ an, wobei autorisierte Teilnehmer als Puffer zwischen Anlegern und den durch den Handel ausgelösten Steuerereignissen der Anbieter fungieren.

Wie lange muss man ETFs halten, damit sie steuerfrei sind?

Von Immobilien kennst Du vielleicht die sogenannte Spekulationsfrist: Liegen zehn Jahre zwischen Kauf und Verkauf eines Hauses, ist der Verkauf steuerfrei. So etwas gibt es bei ETFs nicht. Egal ob Du Deinen ETF nur ein paar Monate oder mehr als zehn Jahre im Depot hattest: Steuern fallen immer an.

Wie kann ich Steuern auf ETFs umgehen?

ETF Steuern sparen mit der NV-Bescheinigung

Wer wenig verdient, kann auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) beantragen – wenn das Einkommen inklusive Kapitalerträgen unter dem Grundfreibetrag liegt – aktuell 12.096 Euro für Ledige und 24.192 Euro für Paare. Das bedeutet: Keine Steuerpflicht auf Kapitalerträge.

Welche ETFs sind steuerfrei?

Nur wer keine Gewinne oder Erträge realisiert sowie keine Vorabpauschale zu entrichten hat, muss keine Steuern auf ETFs zahlen. Wenn du den Sparerpauschbetrag über einen Freistellungsauftrag in Anspruch nimmst, sind bis zu 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für Zusammenveranlagte steuerfrei.

STOPP! 5 Warnsignale, dass ETFs nichts für dich sind

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Wie hoch ist der Freistellungsauftrag für ETFs?

Er beträgt 1.000€ für Singles bzw. 2.000€ für Ehepaare.

Warum ist ETF 30% steuerfrei?

Die 30,00 % beschreiben den steuerfreien Anteil, nicht den Anteil, den man zu versteuern hat. Die Teilfreistellung soll zudem auch Anleger in ausländische Fonds entschädigen, da seit der Investmentsteuerreform eine Anrechnung der Quellensteuer nicht mehr möglich ist.

Ist es sinnvoll, monatlich 500 Euro in ETFs zu investieren?

500 Euro monatlich in ETFs zu investieren, ist ein starker Start für den Vermögensaufbau über einen ETF-Sparplan, der durch Zinseszins zu beträchtlichem Vermögen führen kann, z.B. über 500.000 € in 30 Jahren (mit S&P 500), erfordert aber ein gutes Depot mit kostenlosen Sparplänen (Neobroker wie Scalable Capital, Trade Republic, Direktbanken wie ING, Consorsbank) und die Wahl eines breit gestreuten ETFs (z.B. MSCI World/FTSE All-World) für eine einfache Strategie oder zwei ETFs für gezielte Ländergewichtung. Wichtig ist die langfristige Perspektive und das regelmäßige Besparen, um von der Marktentwicklung zu profitieren.
 

Wie vermeide ich Abgeltungssteuer?

Willst Du keine Abgeltungssteuer zahlen, kannst Du Freistellungsaufträge erteilen, bei sehr geringem sonstigen Einkommen eine Nichtveranlagungsbescheinigung oder Kapitalverluste mit Gewinnen verrechnen. Damit kannst Du Abgeltungssteuer verhindern - teilweise oder komplett.

Wie hoch ist die Steuer auf ETFs im Jahr 2025?

Aber wie hoch sind nun die ETF-Steuern, die Anfang 2026 fällig werden? Entscheidend ist der Basiszins. Für das Steuerjahr 2025 hat die Bundesbank diesen auf 2,53 Prozent festgelegt. Dieser Wert ist im Januar 2026 Grundlage für die Berechnung der Vorabpauschale.

Wie viel sollte man pro Monat in ETFs investieren?

Wie viel Sie pro Monat in einen ETF-Sparplan einzahlen, hängt von Ihrem Einkommen ab, aber eine gute Faustregel sind 15-20 % Ihres Nettoeinkommens, wobei ein Einstieg schon ab 1 € möglich ist und auch kleine Beträge wie 25 € oder 50 € (z.B. mit 10 € ETF, 10 € Tagesgeld, 10 € Weiterbildung) sinnvoll sind; der wichtigste Faktor ist, überhaupt anzufangen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, auch wenn es nur 10 € im Monat sind, da dies über Jahre große Wirkung entfaltet.
 

Wie lange sollte man Geld in ETFs anlegen?

Für Geldanlagen in ETFs empfiehlt sich ein langfristiger Anlagehorizont von mindestens 5 bis 10 Jahren, besser 15 Jahre oder länger, um Marktschwankungen auszusitzen, den Zinseszinseffekt zu nutzen und eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit zu erzielen. Der optimale Zeitraum hängt von Ihren persönlichen Zielen ab, wobei mittelfristige Ziele (10-15 Jahre) für Altersvorsorge oder Kinderbildung gut passen, aber auch Jahrzehnte möglich sind. Es gibt keine Mindesthaltedauer, aber kurzfristige Anlagen erhöhen das Risiko unnötiger Verluste.
 

Kann man ETFs steuerfrei auszahlen?

Wann muss ich Steuern auf einen ETF zahlen? Für deine gesamten Kapitalerträge steht dir ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (für Paare: 2.000 Euro) im Jahr zu. Das heißt bis zu dieser Höhe sind deine Gewinne und Ausschüttungen aus ETFs steuerfrei.

Wann muss ich ETFs in der Steuererklärung angeben?

Erst wenn Ihre Kapitalerträge, z. B. aus ETF-Verkäufen, die im Freistellungsauftrag genannte Summe überschreiten, werden Ihnen Steuern von Ihren Gewinnen abgezogen. Falls Sie mit Ihrem Fonds zwar Kursgewinne verbuchen, jedoch keine ETF-Anteile verkauft haben, müssen Sie noch keine Steuern zahlen.

Welche Steuervorteile gibt es mit ETFs?

Altersvorsorge mit ETF: Mit einem ETF-Sparplan können Sie eine zusätzliche Rente aufbauen und – im Rahmen der Basisrente (Rürup-Rente) – dabei viel Steuern sparen. Die Beiträge sind 2025 bis 29.344 Euro steuerlich abzugsfähig; bei Ehepaaren ist es mit 58.688 Euro das Doppelte.

Wie kann ich meine Kapitalertragsteuer senken?

7 Wege zur Vermeidung der Kapitalertragsteuer

  1. Was ist Kapitalertragsteuer? ...
  2. Steuerfreie Geldanlagen. ...
  3. Gewinne nicht realisieren. ...
  4. Verlustverrechnung. ...
  5. Freibeträge mit ausschüttenden ETFs nutzen. ...
  6. Freibeträge durch Teilverkäufe ausschöpfen. ...
  7. Freistellungsauftrag einreichen. ...
  8. Freiwillige Veranlagung zum Einkommensteuersatz.

Wie hoch ist der Sparerfreibetrag im Jahr 2025?

Die Höhe des Sparerpauschbetrags liegt pro Jahr bei maximal 1.000 € pro Person. Zusammen Veranlagte können einen Betrag in Höhe von 2.000 € ausschöpfen (Stand: 2025). Dieser kann zwischen den beiden Veranlagten beliebig aufgeteilt werden.

Wann fällt keine Abgeltungssteuer an?

Steuern fallen nicht an, wenn der Gesamtgewinn in einem Kalenderjahr weniger als 600 Euro beträgt. Geregelt ist dies in § 23 des Einkommensteuergesetz (EStG) .

Wie viel Geld muss ich in der ETF haben, um davon zu leben?

Um von ETFs zu leben, musst du ein großes Kapital aufbauen, das deine jährlichen Ausgaben deckt, meist nach der 4-Prozent-Regel (das 25-fache der Jahresausgaben) oder durch Dividendenerträge; für 40.000 € pro Jahr benötigst du ca. 1 Million € (4 %-Regel) oder je nach ETF-Typ (Dividendenrendite, Steuern, Inflation) eine andere Summe, z.B. 400.000 € bis 1,2 Mio. € für 1.000 €/Monat, wobei du durch regelmäßiges Investieren (z.B. 10-20 % des Nettoeinkommens) und den Zinseszinseffekt dorthin gelangst. 

Kann man mit ETFs Millionär werden?

Ja, mit ETFs kann man Millionär werden, vor allem durch den Zinseszinseffekt und einen langen Anlagehorizont, wobei die benötigte Sparrate stark vom Startalter abhängt: Wer früh startet (z.B. mit 18), kann mit etwa 200 €/Monat bei 7 % Rendite in 49 Jahren Millionär werden, während ein Start mit 40 schon 1.000 €/Monat erfordert; wichtig sind ein breit gestreuter ETF (wie MSCI World), niedrige Kosten und die Entscheidung für einen thesaurierenden ETF für den Sparplan. 

Wie lange muss ich sparen, um 100.000 € zu haben?

Wie lange Sie brauchen, um 100.000 Euro zu sparen, hängt stark von Ihrer Sparrate und der erzielten Rendite ab, aber grob gesagt: Mit einer monatlichen Sparrate ab ca. 120 € über 30 Jahre (mit Rendite), ab ca. 245 € über 20 Jahre oder ab ca. 645 € über 10 Jahre (jeweils mit 5 % Rendite) erreichen Sie das Ziel; mit aggressiveren Strategien (z.B. Aktien) geht es schneller, mit Tagesgeld dauert es länger, aber der Zinseszinseffekt beschleunigt den Prozess nach den ersten 100.000 € erheblich. 

Sind ETFs nach 10 Jahren steuerfrei?

ETFs solltest du langfristig halten, idealerweise 10 Jahre oder mehr, um vom Zinseszinseffekt und steigenden Märkten zu profitieren. Steuerlich gibt es keine Spekulationsfrist – Gewinne sind immer steuerpflichtig, aber durch kluge Planung kannst du Steuern minimieren.

Wie entnehme ich Geld aus ETFs?

So legst du einen Entnahmeplan für ETFs an.

  1. Auswahl der ETFs die du entsparen möchtest.
  2. Einmalanlage in die gewählten ETFs.
  3. Einrichtung des Entnahmeplans bei deinem Broker.
  4. Höhe des Entnahmebetrags festlegen.
  5. Termin der Auszahlung festlegen.
  6. Konto festlegen, auf das ausgezahlt werden soll.

Welcher ETF ist der beste?

Es gibt nicht den einen besten ETF, da die Wahl vom Anziel abhängt (z.B. langfristig breit gestreut vs. kurzfristig spekulativ), aber für die meisten Privatanleger sind ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World die beste Basis, da sie breit diversifiziert sind und zu den stabilsten Renditen der letzten Jahre gehören (z.B. Amundi MSCI World, HSBC MSCI World, SPDR MSCI World). Für Sektor-Wetten oder Hebel-Produkte gibt es kurzfristig Top-Performer wie Goldminen-ETFs oder Leveraged ETFs, diese sind aber deutlich risikoreicher. 

Wie hoch muss der Freistellungsauftrag bei 10.000 € sein?

Jeder Sparer oder Bankkunde muss seinen Freistellungsauftrag selbst erteilen. Die Höchstsumme für einen Freistellungsauftrag beläuft sich bei Alleinstehenden auf 1.000 Euro pro Jahr, bei Verheirateten 2.000 Euro. Sparer können die Gesamtsumme aufteilen und Freistellungsaufträge bei mehreren Banken hinterlegen.