Wie beantrage ich die Fünftelregelung für meine Abfindung?

Gefragt von: Liesel Breuer-Schramm
sternezahl: 4.9/5 (57 sternebewertungen)

Die Fünftelregelung wird nicht automatisch berücksichtigt, sondern muss über Ihre persönliche Einkommensteuererklärung beantragt werden. Das bedeutet: Nach Erhalt der Abfindung geben Sie die Zahlung in Ihrer Steuererklärung an, und das Finanzamt prüft, ob die Voraussetzungen für die Fünftelregelung erfüllt sind.

Wie beantrage ich die Fünftelregelung beim Finanzamt?

Steuerliche Behandlung der Fünftelregelung

Seit dem Steueränderungsgesetz 2001 muss die Berücksichtigung der Fünftelregelung jetzt nicht mehr beantragt werden. Das Finanzamt prüft automatisch, ob für Sie die normale Besteuerung oder die ermäßigte Besteuerung nach der Fünftelregelung günstiger ist.

Welche Voraussetzungen müssen für die Fünftelregelung bei Abfindungen erfüllt sein?

Welche Voraussetzungen müssen für die Fünftelregelung erfüllt sein?

  • Die Einkünfte müssen außerordentlich sein (z. B. Abfindung, Entschädigung).
  • Es muss eine Zusammenballung von Einkünften in einem Kalenderjahr vorliegen.
  • Die Anwendung muss in der Steuererklärung beantragt werden.

Wo finde ich die Fünftelregelung im Einkommensteuergesetz?

Mit der sogenannten Fünftelregelung werden außerordentliche Einkünfte im deutschen Steuerrecht begünstigt (§ 34 EStG). Eine einmalige, hohe Einnahme wird steuerlich so behandelt, als erhielte der Empfänger diese gleichmäßig auf die nächsten fünf Jahre verteilt.

Wie berechnet man die Steuer auf eine Abfindung mit der Fünftelregelung?

Um die Steuerlast von Arbeitnehmern – vor allem bei höheren finanziellen Abstandszahlungen – ein wenig zu mildern, bietet der Fiskus die sogenannte Fünftelregelung an. So funktioniert sie: Die Abfindungssumme wird durch 5 geteilt – dieses Fünftel wird zum Jahresbrutto gerechnet und versteuert.

Abfindung und die Fünftelregelung

40 verwandte Fragen gefunden

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Fünftelregelung anzuwenden?

Nein seit Januar 2025 sind Arbeitgeber grundsätzlich nicht mehr gesetzlich dazu verpflichtet, die Fünftelregelung automatisch anzuwenden.

Wann lohnt sich die Fünftelregelung nicht?

Die Fünftelregelung lohnt sich besonders für Steuerzahler mit einem normalerweise eher niedrigen zu versteuernden Einkommen. Wer hingegen bereits den Spitzensteuersatz von 42 % zahlt (in 2025 für Einkommen ab 68.481), profitiert nicht von der Fünftelregelung, da durch die Abfindung der Steuersatz nicht weiter ansteigt.

Ist die Fünftelregelung ab 2025 noch möglich?

Ab dem 01.01.2025 ist die Anwendung der Fünftelregelung nicht mehr im Rahmen des Lohnsteuerabzugs möglich! Das bedeutet: Die begünstigte Besteuerung kann ab dem Veranlagungszeitraum 2025 nur noch über die Einkommensteuererklärung beantragt werden.

Wie bekomme ich meine Abfindung steuerfrei?

Steuerfrei kann die Abfindung genau in einem Fall sein. Dafür müssen Sie Ihr Einkommen drastisch reduzieren oder sogar einen Verlust im Auszahlungsjahr der Abfindung erzielen. Sie können Ihr zu versteuerndes Einkommen durch einen Verlustvortrag bei der Steuererklärung im Jahr der Auszahlung auf 0 Euro reduzieren.

Wie funktioniert die Fünftelregelung bei der Abfindung bei der Haufe?

Wie die Fünftelregelung funktioniert

Im ersten Schritt wird die Jahreslohnsteuer für den verbleibenden Arbeitslohn berechnet. Im zweiten Schritt wird dem verbleibenden Jahresarbeitslohn 1/5 der Abfindung hinzugerechnet und die Jahreslohnsteuer erneut berechnet. Daraufhin wird die Differenz gebildet.

Was muss ich bei der Steuererklärung beachten, wenn ich eine Abfindung bekommen habe?

Werden Abfindungen voll versteuert? Ja, obwohl eine Abfindung als Entschädigung für den Arbeitsplatzverlust gezahlt wird, ist sie grundsätzlich voll zu versteuern, d.h. die gesamte Zahlung ist voll einkommensteuerpflichtig. Eine Abfindung gilt als „außerordentliche Einkünfte“ im Sinne von § 34 EStG.

Soll die Fünftelregelung abgeschafft werden?

Ab dem 01.01.2025 entfällt die Fünftelregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren. In der Praxis hat sich nämlich herausgestellt, dass das Verfahren für Arbeitgeber in vielen Fällen kompliziert ist oder falsche Anwendung gefunden hat.

Welche Anlage bei Steuererklärung Fünftelregelung bei Abfindungen?

Geben Sie die Abfindung in Anlage N Ihrer Steuererklärung unter „ermäßigt besteuerte Entschädigung“ ein.

Wie bekomme ich meinen Arbeitgeber dazu, mir eine Abfindung zu zahlen?

Um eine Abfindung zu bekommen, benötigen Sie meistens einen Grund (z.B. Kündigungsschutz), da es keinen automatischen Anspruch gibt; Sie müssen in der Regel eine Kündigungsschutzklage erheben, um außergerichtlich oder gerichtlich einen Vergleich zu verhandeln, bei dem der Arbeitgeber zahlt, um ein teures Verfahren zu vermeiden, oft unter Mithilfe eines Anwalts, der formale Fehler prüft und die Verhandlung führt, wobei die Höhe von Faktoren wie Betriebszugehörigkeit, Gehalt und Alter abhängt. 

Wie viel Prozent nimmt das Finanzamt bei einer Abfindung?

Dabei wird die Steuer auf das Einkommen ohne Abfindung mit der Steuer des Einkommens zuzüglich eins Fünftels (also 20 %) der Abfindungszahlung verglichen. Die Differenz wird dann mit fünf multipliziert. Der so errechnete Betrag entspricht der Einkommenssteuer, die von der Abfindung einbehalten wird.

Wo muss ich die Fünftelregelung in meiner Steuererklärung eintragen?

Wenn Dein Arbeitgeber die Fünftelregelung für die Abfindung bis 2024 angewendet hat, bist Du verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen. Du musst die „ermäßigt besteuerte Entschädigung“ in der Anlage N der Steuererklärung in Zeile 17 eintragen.

Kann ich meine Abfindung steuerfrei erhalten, wenn ich auswandere?

Abfindung für erbrachte Leistungen

Ziehen Sie in ein Land, das ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland geschlossen hat und leben Sie dort mehr als 183 Tage im Jahr, werden Ihre Einkünfte (Einkommen, Abfindungszahlungen usw.) normalerweise in Ihrem neuen Wohnsitzland besteuert.

Wann greift die Fünftelregelung bei Abfindungen?

Mit dem Wachstumschancengesetz reagierte der Gesetzgeber und schafft ab dem 1. Januar 2025 die Pflicht des Arbeitgebers, die Fünftelregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren anzuwenden, ab. Sonstige Einkünfte werden künftig vom Arbeitgeber, genau wie der laufende Arbeitslohn, regulär dem Lohnsteuerabzug unterworfen.

Für wen lohnt sich die Fünftelregelung?

Die Fünftelregelung ist immer günstiger. Arbeitnehmer, die eine Lohnersatzleistung beziehen profitieren von der Regelung. Bei Arbeitslosen mit Lohnersatzleistungen wird der Vorteil allerdings durch den Progressionsvorbehalt verringert.

Wie kann ich die Steuer auf meine Abfindung reduzieren?

Die Abfindung in eine Rürup-Rente investieren

Investieren Sie einen Teil Ihrer Abfindung – 27.565,20 Euro sind möglich – in eine Rürup-Rente, können Sie davon in 2024 und allen Folgejahren 100 % als Sonderausgabe geltend machen und entsprechend Steuern sparen. Für Verheiratete gelten höhere Beträge.

Wie wird die Einmalzahlung der Riester-Rente mit der Fünftelregelung besteuert?

Diese Einmalzahlung ist im Jahr der Auszahlung als sonstige Einkünfte voll steuerpflichtig, soweit sie auf geförderten Beiträgen beruht. Ab 2018 wird die Einmalzahlung jedoch durch Anwendung der sog. Fünftelregelung (Berechnung der Steuer für 1/5 der Einmalzahlung und Multiplikation mit fünf) ermäßigt besteuert.

Wie beantrage ich die Fünftelregelung beim Finanzamt?

Steuerliche Behandlung der Fünftelregelung

Seit dem Steueränderungsgesetz 2001 muss die Berücksichtigung der Fünftelregelung jetzt nicht mehr beantragt werden. Das Finanzamt prüft automatisch, ob für Sie die normale Besteuerung oder die ermäßigte Besteuerung nach der Fünftelregelung günstiger ist.

Wie versteuert man am besten eine Abfindung?

Grundsätzlich gilt: Eine Abfindung ist nicht steuerfrei. Seit 2006 besteht die Regelung, dass eine Abfindung komplett versteuert werden muss, da sie als außerordentliche Einkunft gewertet wird. Sie ist demzufolge lohnsteuerpflichtig.

Wann sollte man eine üppige Abfindung ablehnen?

Was zunächst üppig klingt, ist also am Ende oft nicht mehr viel. Vor allem, sagt Abeln, wenn man der Netto-Abfindung die Summe gegenüberstellt, die eine Führungskraft von Mitte fünfzig oder älter durch die Kündigung verliert – zum Beispiel, weil sich die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge verringern.