Wie funktioniert die Günstigerprüfung für Kindergeld?

Gefragt von: Harald Franke
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Die Günstigerprüfung einfach erklärt Das Finanzamt berechnet deine Steuer mit und ohne Kinderfreibetrag. Ist der Vorteil durch den Freibetrag größer als das Kindergeld, wird er berücksichtigt – das Kindergeld aber hinzugerechnet. Ist das Kindergeld günstiger, wird nichts berücksichtigt.

Wie funktioniert die Günstigerprüfung beim Kindergeld?

Bei der Günstigerprüfung prüft das Finanzamt automatisch, welche Option für die betreffende Person günstiger ist. So untersucht die Günstigerprüfung zum Beispiel, ob es für den Steuerpflichtigen günstiger ist, Kindergeld zu bekommen oder den Kinderfreibetrag zu nutzen.

Bei welchem Einkommen lohnt sich eine Günstigerprüfung?

Die Günstigerprüfung lohnt sich, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter ca. 18.000 € (Ledige) bzw. 36.000 € (Verheiratete) liegt. Diese Werte ergeben sich aus den Grundfreibeträgen und Tarifgrenzen 2026 laut Einkommensteuergesetz.

Ist die Einkommensgrenze für Kindergeld brutto oder netto?

Für das **normale Kindergeld gibt es keine Einkommensgrenze (weder brutto noch netto), es wird einkommensunabhängig gezahlt. Die Verwirrung entsteht oft durch den Kinderzuschlag, der eine untere Mindesteinkommensgrenze (z.B. 900 € brutto für Paare) und eine obere Grenze (gleitend) hat, wobei das Bruttoeinkommen zählt. 

Warum gibt es ab 2025 kein Kindergeld mehr?

Eine tragende Rolle bei dieser Maßnahme soll die neue Kindergrundsicherung spielen. Die Kindergrundsicherung soll ab 2025 bisherige Leistungen wie das Kindergeld, Leistungen aus dem Bürgergeld für Kinder oder den Kinderzuschlag bündeln. Dadurch entstehen auch zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe.

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Wie hoch ist das Kindergeld ab 2026?

Ab dem 1. Januar 2026 steigt das Kindergeld in Deutschland um 4 Euro pro Monat auf 259 Euro für jedes Kind, eine automatische Erhöhung, für die Eltern keinen neuen Antrag stellen müssen, da die Familienkasse die Beträge automatisch anpasst. Parallel dazu wird auch der Kinderfreibetrag erhöht, was vor allem Familien mit höheren Einkommen zugutekommt. 

Wie viel darf ein Kind verdienen, damit die Eltern noch Kindergeld bekommen?

Für Kinder in der ersten Ausbildung (Schule, erste Berufsausbildung, erstes Studium) gibt es keine Verdienstgrenze für das Kindergeld, nur die 20-Stunden-Grenze bei einem Zweitstudium/zweiter Ausbildung; danach wird es komplizierter und es gelten andere Regeln (z.B. für Kinder mit Behinderung oder arbeitssuchende Kinder). Solange das Kind sich in einer Erstausbildung befindet, ist der Verdienst egal, auch Minijobs (bis 556 €/Monat) sind erlaubt, aber bei Zweit-Ausbildungen oder nach der Ausbildung darf es nicht mehr als ca. 20 Stunden pro Woche arbeiten. 

Wer bekommt bald 630 € pro Kind?

Jedes Kind soll bis zum 18. Lebensjahr oder bis zum ersten Schulabschluss, unabhängig vom Einkommen der Eltern, 328 Euro bekommen. Dieser kann, je nach Elterneinkommen, auf 630 Euro anwachsen.

Welche Einkommensgrenze für Kindergrundsicherung?

Hier gibt es keine Einkommensgrenze – jedes Kind erhält 250 Euro pro Monat, ganz egal, wie hoch das Bruttoeinkommen der Eltern ist. Es handelt sich also um den Ersatz des Kindergeldes.

Kann Elster die Günstigerprüfung machen?

Günstigerprüfung beantragen

Es gibt aber auch einen Fall, bei dem Sie eine Günstigerprüfung explizit beantragen müssen. Das können Sie über ELSTER erledigen oder auch über andere Steuersoftware, am Ende ist es nur ein Häkchen in der Anlage KAP. Es geht dabei um Kapitalerträge.

Was ist das beste Gehalt, damit die Steuer nicht so hoch ist?

Der Spitzensteuersatz greift im Jahr 2025 ab einem Einkommen von 68.481 Euro, im Jahr 2026 erst ab 69.879 Euro (Steuerfortentwicklungsgesetz).

Was passiert, wenn ich den Freibetrag zu hoch angegeben habe?

Wer mehr Freistellungsaufträge erteilt als erlaubt, überschreitet den gesetzlichen Sparerpauschbetrag und muss die zu viel freigestellten Kapitalerträge nachversteuern. Die Banken melden die genutzten Beträge ans Bundeszentralamt, das automatisch ans Finanzamt weitergibt, wenn die Summe zu hoch ist.

Welche Nachteile hat die Günstigerprüfung?

Es gibt einen bürokratischen Nachteil: Wer auf eine Günstigerprüfung abhebt, muß die Kapitalerträge erklären, also die Anlage KAP ausfüllen, was mit der Abgeltungsteuer grundsätzlich nicht mehr nötig ist.

Wann sollte ich die Günstigerprüfung beantragen?

Achtung: Sollten ihre Kapitalerträge nicht den Grundfreibetrag von 9.744 € in 2021 (9.408 € in 2020; 9.984 € in 2022) (§ 32a I 2 EStG) stellen Sie unbedingt den Antrag auf Günstigerprüfung. Andernfalls unterliegen sämtliche Kapitalerträge der Steuer von 25 % ab dem ersten Euro.

Werden Kinderfreibeträge bei den Vorauszahlungen berücksichtigt?

Nach § 37 Absatz 3 Satz 12 EStG bleiben bei der Festsetzung der Einkommen- steuer-Vorauszahlungen der Kinderfreibetrag sowie der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- bzw. Ausbildungsbedarf außer Ansatz.

Wie viel darf ich maximal verdienen, um Kinderzuschlag zu bekommen?

Alleinerziehende Personen mit einem Kind (6 Jahre) und einer Warmmiete von 490 Euro dürfen zwischen 1.270 und 3.020 Euro brutto verdienen. Alleinerziehende Personen mit zwei Kindern (6 und 8 Jahre) und einer Warmmiete von 790 Euro dürfen zwischen 930 und 4.380 Euro brutto verdie- nen.

Was ändert sich 2025 beim Kindergeld?

Ab dem 1. Januar 2025 steigt das Kindergeld um 5 € auf 255 € pro Monat und Kind, was automatisch ausgezahlt wird, und auch der Kinderfreibetrag sowie der Kinderzuschlag werden erhöht; außerdem sind für die Zukunft weitere Reformen wie die Kindergrundsicherung geplant.
 

Wer bekommt 800 € Kindergeldzuschuss?

Voraussetzungen für Kinderzuschlag

Ihr Kind lebt in Ihrem Haushalt, ist unter 25 Jahre alt und nicht verheiratet beziehungsweise nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Sie erhalten Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung) für Ihr Kind.

Wie wird der Kinderfreibetrag bei der Günstigerprüfung berücksichtigt?

Diese Prüfung nennt man Günstigerprüfung. Das Finanzamt errechnet, wie viel Kindergeld sie für ein Jahr erhalten haben. Anschließend prüft es, ob der Kinderfreibetrag für Sie mehr Geld ergibt. Ergibt der Kinderfreibetrag tatsächlich mehr Geld, verrechnet das Finanzamt diesen Geldvorteil mit ihren Steuern.

Kann ich Kindergeld bekommen, auch wenn mein Kind ein hohes Einkommen hat?

Das Kindergeld hängt nicht davon ab, ob Ihr Kind ein eigenes Einkommen hat. Es kommt auch nicht darauf an, wieviel Ihr Kind verdient. Das spielt für das Kindergeld nur eine Rolle, wenn Ihr Kind bereits erwachsen ist, aber aufgrund einer Behinderung weiter Kindergeld bekommt.

Wie viel Kindergeld 2025 pro Kind?

Für das Jahr 2025 beträgt das Kindergeld einheitlich 255 Euro pro Kind und Monat, eine Erhöhung um 5 Euro gegenüber 2024, die seit dem 1. Januar 2025 gilt. Diese steuerfreie Leistung wird unabhängig von der Anzahl der Kinder oder dem Einkommen der Eltern gezahlt und gilt für Kinder bis 18, bei Ausbildung, Studium oder Freiwilligendiensten oft auch länger.
 

Was ändert sich 2025 für Eltern?

Für Geburten ab dem 1. April 2025 gelten neue Regeln beim Bezug von Elterngeld. Nur Paare und Alleinerziehende, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 175.000 Euro haben, erhalten Elterngeld. Bislang liegt die Grenze bei 200.000 Euro.

Was passiert am 1. Januar 2026?

Die Aktivrente soll zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Mit der Aktivrente wird belohnt, wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet. Die Aktivrente sieht eine Steuerbefreiung des Gehalts von bis zu 2.000 Euro im Monat vor.

Wie hoch ist das Kindergeld für 7 Kinder?

Für 7 Kinder erhalten Sie in Deutschland seit 2023 ein einheitliches Kindergeld von 250 € pro Kind, was monatlich 1.750 € ergibt, und ab 2026 wird der Betrag auf 259 € pro Kind erhöht, also insgesamt 1.813 € monatlich, wobei es seit 2023 keine Staffelung mehr nach Kinderzahl gibt, nur noch einen einheitlichen Betrag.