Wie hoch ist das Zinsrisiko einer Anleihe?

Gefragt von: Imke Thiel
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Das Zinsrisiko einer Anleihe, also das Risiko, dass der Wert der Anleihe bei Zinsänderungen fällt, hängt hauptsächlich von der Laufzeit und der sogenannten Duration ab: Längere Laufzeiten und höhere Durationswerte bedeuten ein höheres Risiko, da der Kursverlust bei steigenden Zinsen stärker ausfällt (ein Anleihen-ETF mit Duration 6 verliert ca. 6 %, wenn die Zinsen um 1 % steigen), während kurzlaufende Anleihen weniger empfindlich reagieren und schneller neue, höhere Zinsen mitnehmen können.

Wie hoch ist das Risiko von Anleihen?

Das Risiko wird bei Anleihen anhand der Bonität des Emittenten ermittelt. Wenn Unternehmen eine schwache Bonität aufweisen, ist das Risiko größer als bei Unternehmen mit einer guten Bonität. Je höher das Risiko (das heißt, je schlechter die Bonität), desto höher sind jedoch die Zinsen.

Was ist das Zinsrisiko von Anleihen?

Zinsrisiko im Überblick

Wenn die Zinssätze steigen, sinkt der Wert von Anleihen – dies wird als Zinsrisiko bezeichnet. Das Zinsrisiko betrifft alle festverzinslichen Wertpapiere, zum Beispiel also Anleihen. Langfristige Anleihen sind besonders anfällig für eine Veränderung der Zinssätze.

Kann man mit Anleihen einen Verlust machen?

Wie bei jedem handelbaren Vermögenswert unterliegen die Anleihekurse Angebot und Nachfrage in den betreffenden Märkten. Das bedeutet, dass Anleger einen Gewinn erzielen können, wenn der Wert der Anleihe steigt, oder einen Verlust erleiden, wenn eine Anleihe, die sie verkaufen, an Wert verloren hat.

Werden Anleihen immer mit 100% zurückgezahlt?

In der Regel werden die meisten Anleihen am Ende ihrer Laufzeit zum Nennwert, also zu 100 %, zurückgezahlt. Das gilt jedoch nur, wenn der Emittent zahlungsfähig bleibt.

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Was ist der Nachteil bei Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Wie hoch ist die Rendite der 10-jährigen deutschen Anleihe?

10-jährige Anleihen, insbesondere Bundesanleihen (deutsche Staatsanleihen), sind wichtige Referenzwerte für die Zinsen im Euroraum; ihre Rendite spiegelt die Markterwartungen an Wirtschaft und Inflation wider, wobei die Rendite der deutschen 10-jährigen Anleihe Ende 2025 bei etwa 2,9 % liegt (Stand 19. Dez. 2025). Während eine höhere Rendite auf gestiegenes Risiko oder Inflation hindeutet, gelten deutsche Anleihen aufgrund der Bonität Deutschlands als sehr sicher und bieten aktuell wieder positive Zinsen, im Gegensatz zu früheren Negativzinsphasen. Man kann sie über einen Broker kaufen, der Emittent (z.B. die Bundesrepublik) gibt sie aber auch direkt aus. 

Was ist das Währungsrisiko bei Anleihen?

Das Währungsrisiko bei Anleihen entsteht, wenn eine Anleihe in einer Fremdwährung (z.B. USD, JPY) notiert ist und der Anleger in Euro investiert. Fällt der Fremdwährungskurs gegenüber dem Euro, verringert sich der Wert der Zinszahlungen und der Rückzahlung in Euro, was zu Verlusten führen kann – selbst bei einer ansonsten guten Anleihe. Dieses Risiko kann durch Währungsabsicherung (Hedging) mit Derivaten wie Forwards oder Futures reduziert, aber nicht komplett eliminiert werden, da die Absicherung Kosten verursacht.
 

Was passiert mit Anleihen bei Pleite?

Insolvenz: Bei Insolvenz des Emittenten besteht für den Anlegerinnen oder Anleger ein Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Durch den Nachrang wird diese Art der Anleihe erst nach „normalen“ Anleihen und sonstigen Schulden bedient.

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um Anleihen zu kaufen?

Den besten Zeitpunkt für den Anleihekauf bestimmen Sie durch die aktuelle Zinsentwicklung: Kaufen Sie idealerweise, wenn die Zinsen hoch sind und fallen, da dann bestehende Anleihen mit höheren Zinsen attraktiver werden und im Kurs steigen. Warten Sie mit dem Kauf, wenn die Zinsen fallen, da Anleihen dann teuer werden können. Anleihen kaufen Sie jederzeit über ein Wertpapierdepot an der Börse, wobei Kursschwankungen und Stückzinsen beachtet werden müssen.
 

Was passiert mit einer Anleihe, wenn die Zinsen sinken?

Fallen die Zinsen, steigen die Kurse von Anleihen. Bei steigenden Zinsen sinken sie. Das Zinsniveau wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zu den wichtigsten zählen das Wirtschaftswachstum, die Erwartungen über die Inflation und die Geldpolitik der Notenbanken.

Was sind derzeit die besten Anleihen?

Die "besten" Anleihen hängen von Ihren Zielen ab (Sicherheit vs. Rendite), aber derzeit sind Anleihen von soliden Unternehmen wie Bayer, E.ON, Deutsche Telekom und staatliche Anleihen (z.B. Bundesanleihen, Österreich-Anleihen) sowie Anleihen aus Schwellenländern (z.B. über ETFs) gefragt, wobei hohe Renditen bei Unternehmensanleihen und High-Yield-ETFs locken, während Staatsanleihen Sicherheit bieten. 

Wie hoch ist der risikolose Zinssatz?

Der risikolose Zinssatz hängt vom Kontext ab, aber aktuell (Dezember 2025) liegt der Basiszinssatz nach IDW S1 (für Unternehmensbewertung) meist um die 2,50 % (Stand: 01.01.2025), während die EZB Leitzinsen bei etwa 2,00 % (Einlagenzinssatz) bis 2,15 % (Hauptrefinanzierungssatz) liegen, und Tagesgeld-Angebote für Sparer derzeit bis zu rund 3,05 % bieten. Für die Bewertung von Unternehmen wird oft ein Basiszinssatz von ca. 3,25 % (Stand: 31.09.2025) herangezogen, kombiniert mit einer Marktrisikoprämie.
 

Was ist das Zinsrisiko bei Anleihen?

Der Zinssatz einer Anleihe hängt von zwei Dingen ab: der Laufzeit und der Kreditqualität. Längerfristige Anleihen haben in der Regel höhere Kupons, um den Anleger für das Risiko zu entschädigen, dass die Zinsen vor der Fälligkeit der Anleihe steigen. Dies wird auch als Zinsrisiko bezeichnet.

Welche Risiken muss man bei Anleihen beachten?

Risiken

  • Kursverluste bei vorzeitigem Verkauf oder bei Verschlechterung der Bonität des Emittenten sind möglich 1
  • Bei festverzinslichen Anleihen besteht ein Zinsänderungsrisiko 2
  • Kapitalverluste bis hin zum Totalverlust und ein Entgang etwaiger ausstehender Zinszahlungen sind bei Ausfall des Emittenten möglich 3

Was ist die sicherste Anleihe?

Deutsche Staatsanleihen, auch Bundesanleihen genannt, gelten als eine der sichersten Anlageformen.

Kann man bei Anleihen einen Verlust machen?

Auch bei der Rückzahlung der Anleihe kann ein Verlust entstehen, wenn der Dollar-Kurs zum Zeitpunkt der Rückzahlung niedriger steht als beim Erwerb der Anleihe (da man weniger Euro für denselben Betrag an Dollar bekommt). Anderenfalls können aber auch Währungsgewinne entstehen.

Was passiert, wenn man mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat?

Wenn Sie mehr als 100.000 € auf einem Konto haben, sind Beträge über dieser Grenze bei einer Bankpleite nicht gesetzlich abgesichert, aber durch freiwillige Einlagensicherungssysteme oft zusätzlich geschützt, wobei dieser Schutz variieren kann und der Verlust der Kaufkraft durch Inflation droht; daher empfiehlt es sich, das Geld auf mehrere Banken zu verteilen oder anders anzulegen. 

Was sind die Nachteile von Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Sind Anleihen eine sichere Geldanlage?

Auch wenn Anleihen als vergleichsweise sichere Geldanlage gelten, sind sie nicht risikofrei. Drei Risiken sollten Sie besonders im Blick behalten: Zinsänderungs- und Kursrisiko: Wenn das allgemeine Zinsniveau steigt, verlieren bereits emittierte Anleihen in der Regel an Wert.

Können Anleihen wertlos werden?

Das Risiko von Anleihen hängt von der Bonität (Kreditwürdigkeit) der Emittent:innen ab. Diese Bonität ist v.a. in Krisenzeiten zu hinterfragen. In der Regel ist das Risiko umso höher, je mehr die Emittent:innen an Zins zahlen. Werden diese insolvent, ist die Anleihe wertlos.

Was ist das Zinsänderungsrisiko bei Anleihen?

Das Zinsänderungsrisiko bei Anleihen beschreibt die Gefahr von Kursverlusten, wenn sich das Marktzinsniveau ändert: Steigende Zinsen drücken den Kurs bestehender, fest verzinslicher Anleihen nach unten, da deren fester Kupon im Vergleich zu neuen, höher verzinsten Anleihen unattraktiver wird. Sinkende Zinsen bewirken das Gegenteil und lassen Anleihekurse steigen. Das Risiko hängt stark von der Restlaufzeit (lange Laufzeiten sind sensibler) und der sogenannten Duration (ein Maß für die Zinssensitivität) ab.
 

Welche Anleihen bringen die höchste Rendite?

Anleihen mit hoher Rendite sind meist riskantere Hochzinsanleihen (High-Yield-Bonds), die von Emittenten mit niedrigerer Bonität (BB oder schlechter) stammen, wie z.B. manche Unternehmensanleihen von Raizen oder The Platform Group AG, die deutlich über 9-18 % Rendite bieten, oder auch Schwellenländeranleihen (z.B. Ägypten), welche ebenfalls hohe Renditen aufweisen, aber mit höherem Risiko verbunden sind. Solche Papiere ermöglichen höhere Erträge, da Anleger für das höhere Ausfallrisiko entschädigt werden, und finden sich oft im Bereich der Unternehmensanleihen oder bei speziellen ETFs. 

Wie viel Zinsen bekomme ich für deutsche Staatsanleihen?

Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen, insbesondere die 10-jährige Bundesanleihe (DE10Y), liegen aktuell (Ende 2025) im Bereich um 2,8 % bis 2,9 %, variieren aber je nach Laufzeit und Marktbedingungen; neuere Anleihen haben oft niedrigere feste Kupons (z.B. 2,5 % - 2,9 %), während die tatsächliche Rendite durch den Kaufpreis bestimmt wird, der über oder unter dem Nennwert liegt, was zu einer höheren oder niedrigeren Rendite bis zur Fälligkeit führt. Die Zinsen sind über die Zeit gestiegen, nachdem sie in früheren Jahren niedrig waren.