Wie hoch ist die Strafe bei Geldunterschlagung?

Gefragt von: Herr Prof. Gisbert Thomas B.Sc.
sternezahl: 4.3/5 (75 sternebewertungen)

Die Strafe für Geldunterschlagung nach deutschem Recht (§ 246 StGB) ist eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren für die einfache Unterschlagung, während die veruntreuende Unterschlagung (wenn etwas anvertraut wurde) bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe vorsieht. Die genaue Höhe hängt vom Schaden, der Schuld und Vorstrafen ab; in schweren Fällen kann auch ein Berufsverbot drohen, und bei Geldstrafen über 90 Tagessätzen oder Freiheitsstrafen über drei Monaten erfolgt ein Eintrag ins Führungszeugnis.

Wie hoch ist die Geldstrafe bei Unterschlagung?

Die Höhe einer Geldstrafe wegen Unterschlagung (§ 246 StGB) hängt von der Anzahl der Tagessätze (mindestens 5, maximal 360) und deren individueller Höhe ab, die sich nach dem Einkommen des Täters richtet, wobei der Strafrahmen bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder eben Geldstrafe ist, bei veruntreuender Unterschlagung bis zu 5 Jahre. Die konkrete Strafe variiert je nach Fall, Wert der Sache und Vorstrafen, wobei Schadenswiedergutmachung mildernd wirken kann.
 

Was ist die Strafe für das Unterschlagen von Leistungen?

Strafgesetzbuch (StGB) § 246 Unterschlagung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

Was passiert bei einer Anzeige wegen Unterschlagung?

Die einfache Unterschlagung wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt es sich um eine veruntreuende Unterschlagung, ist die unterschlagene Sache also dem Täter anvertraut gewesen, so wird eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe verhängt.

Welche Strafen drohen bei Unterschlagung?

Eine Unterschlagung nach § 246 StGB wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft; bei veruntreuender Unterschlagung (§ 246 Abs. 2 StGB) droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Die genaue Strafe hängt von Faktoren wie dem Wert der Sache, dem Schaden, Vorstrafen, Geständnis und Schadenswiedergutmachung ab, wobei auch ein Berufsverbot und zivilrechtliche Folgen möglich sind. 

Wie hoch ist die Strafe für Urkundenfälschung? Fachanwalt für Strafrecht klärt auf

45 verwandte Fragen gefunden

Was passiert, wenn man Geld stiehlt?

Ladendiebstahl ist als Vergehen gemäß § 242 StGB eingestuft, was eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen kann. Im Jugendstrafrecht können allerdings mildere Strafen verhängt werden, wie Sozialstunden, Erziehungsbewährung oder Jugendstrafe.

Wie hoch ist die Geldstrafe bei Erschleichen von Leistungen?

Das Erschleichen von Leistungen (§ 265a StGB) wird meist mit einer Geldstrafe in Tagessätzen geahndet, die sich nach den Einkommensverhältnissen des Täters richtet (oft 5 bis 20 Tagessätze bei geringer Schuld, aber bis zu 360 Tagessätze möglich). Bei Wiederholungstätern, erschwerenden Umständen oder höheren Werten droht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Die genaue Höhe hängt von der Schwere des Verstoßes (z.B. Schwarzfahren vs. Sozialleistungen) und den persönlichen Verhältnissen ab.
 

Was ist Geld unterschlagen?

Geld unterschlagen bedeutet, dass jemand Geld oder Vermögenswerte, die ihm anvertraut wurden oder die er gefunden hat, rechtswidrig für sich behält, anstatt sie dem eigentlichen Besitzer zurückzugeben oder für den vorgesehenen Zweck zu verwenden. Es ist eine strafbare Handlung (§ 246 StGB), bei der man sich eine fremde bewegliche Sache zueignet, ohne dass ein Gewahrsamsbruch wie beim Diebstahl nötig ist, da die Sache bereits im Besitz des Täters ist. Eine besonders schwere Form ist die veruntreuende Unterschlagung, wenn die Sache dem Täter anvertraut wurde (z.B. als Mitarbeiter), was höhere Strafen nach sich zieht. 

Wie hoch ist die Geldstrafe bei einer Anzeige?

Wie hoch die Geldstrafe am Ende tatsächlich ausfällt, richtet sich dann nach der Tagessatzhöhe: Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach dem Einkommen der Angeklagten. Hier gilt die Faustregel, dass ein Tagessatz 1/30 des monatlichen Nettoeinkommens entspricht.

Wie lange steht Unterschlagung im Führungszeugnis?

Die Löschungsfristen sind abhängig von der Art und Schwere der Verurteilung: Einfache Eintragungen: Löschung nach 3 Jahren ab Rechtskraft der Verurteilung. Erweiterte Eintragungen: Löschung nach 5 Jahren, bei bestimmten Sexualstraftaten nach 10 Jahren.

Was zählt alles zur Unterschlagung?

Unterschlagung (§ 246 StGB) ist, wenn jemand eine fremde, bewegliche Sache sich selbst oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, also so behandelt, als gehöre sie ihm, ohne sie zu stehlen (Wegnahme), sondern indem er sie z.B. behält, verkauft, verbraucht oder die Rückgabe verweigert, obwohl sie ihm anvertraut wurde, was eine höhere Strafe nach sich zieht. Sie ist ein Auffangtatbestand und wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 3 Jahren, bei anvertrauten Sachen bis zu 5 Jahren) bestraft, wobei auch der Versuch strafbar ist. 

Was ist Veruntreuung von Geldern?

Veruntreuung von Geldern bedeutet, dass jemand vorsätzlich und rechtswidrig fremde finanzielle Mittel oder Vermögenswerte, die ihm anvertraut wurden, für eigene Zwecke missbraucht oder sich damit bereichert, was in Deutschland meist unter dem Straftatbestand der Untreue (§ 266 StGB) fällt. Es handelt sich um eine Form des Vertrauensmissbrauchs, bei der Personen in einer besonderen Position (z.B. Mitarbeiter, Geschäftsführer, Treuhänder) ihre Macht über fremdes Vermögen zum Schaden des Eigentümers ausnutzen, beispielsweise durch den „Griff in die Kasse“ oder die missbräuchliche Verwendung von Firmengeldern.
 

Wie hoch ist die Geldstrafe für unterlassene Hilfeleistungen?

Jeder Mensch, der dazu in der Lage ist, Hilfe zu leisten, soll dies tun, sofern sich ein Unglücksfall ereignet. Die Strafe für unterlassene Hilfeleistung liegt bei einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe. Es handelt sich hierbei mithin um ein Vergehen und nicht etwa um ein Verbrechen.

Wie lange kann eine Unterschlagung angezeigt werden?

Gemäß § 78 StGB verjährt die Unterschlagung binnen drei Jahren. Bei einer veruntreuenden Tatbestandsvariante ist diese Frist auf fünf Jahre erhöht. Sobald die Tat beendet ist, also eine konkrete Gefahr zu Enteignung des Opfers besteht, läuft die Verjährung an.

Wie hoch ist die Geldstrafe?

(1) Die Geldstrafe wird in Tagessätzen verhängt. Sie beträgt mindestens fünf und, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze. (2) Die Höhe eines Tagessatzes bestimmt das Gericht unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters.

Was ist ein besonders schwerer Fall der Unterschlagung?

Ein besonderer Fall ist die veruntreuende Unterschlagung, § 246 Abs. 2 StGB. Hierbei wurde dem Täter eine fremde Sache anvertraut, die er z.B. aufbewahren sollte. Wenn er sich diese ihm anvertraute Sache dann zueignet (indem er z.B. die Rückgabe verweigert), hat er einen besonderen Vertrauensbruch begangen.

Wie berechnet man die Höhe einer Geldstrafe?

Eine Geldstrafe wird in Deutschland durch die Multiplikation von Anzahl der Tagessätze (abhängig von der Schwere der Tat) und Höhe des Tagessatzes (abhängig vom Nettoeinkommen des Täters, geteilt durch 30) berechnet, um die individuelle Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, wobei die Strafe in der Regel zwischen 5 und 360 Tagessätzen liegt.
 

Wer trägt die Kosten, wenn ein Strafverfahren eingestellt wird?

Wird das Verfahren eingestellt oder kommt es zum Freispruch, können die notwendigen Auslagen (inklusive Anwaltshonorare) vom Staat übernommen werden. Hier gilt: Das Gericht ordnet in diesem Fall an, dass die Staatskasse die Verteidigungskosten trägt, sofern diese gesetzlich angemessen sind.

Wie hoch ist die geringste Geldstrafe in Deutschland?

Wie hoch kann eine Geldstrafe mindestens oder maximal sein? Die Anzahl der Tagessätze beträgt mindestens fünf und, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze. Das bedeutet, dass die geringste Geldstrafe in Deutschland fünf Euro und die höchste 10,8 Millionen Euro beträgt.

Welche Strafe droht bei Geldunterschlagung?

Bei Unterschlagung von Geld droht gemäß § 246 Strafgesetzbuch (StGB) eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren; bei der schwerwiegenderen veruntreuenden Unterschlagung (wenn die Sache anvertraut war) sogar bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe. Die genaue Höhe der Geldstrafe (Anzahl der Tagessätze) und die Entscheidung für eine Geld- oder Freiheitsstrafe hängt von Faktoren wie Schadenshöhe, Schuld, Vorstrafen und der Art der Tat ab. 

Was ist ein Beispiel für Unterschlagung?

Für eine Unterschlagung muss der Täter sich die Sache dann nur noch „zueignen“. Das bedeutet: Er macht nach außen erkennbar, dass er die Sache nun als seine ansieht. Klassisches Beispiel: Der Bankmitarbeiter steckt Bargeld der Bank, das er verwaltet, in sein Portemonnaie ein.

Ist bei Unterschlagung Gewahrsam gebrochen?

Was ist eine Unterschlagung? Die Unterschlagung ist ebenfalls ein strafrechtliches Delikt, ein sogenanntes Eigentumsdelikt. Bei der Unterschlagung wird aber kein fremder Gewahrsam gebrochen, sondern bei der Unterschlagung eignet sich der Täter rechtswidrig eine Sache zu ohne fremden Gewahrsam zu brechen.

Wie viel sind 90 Tagessätze a 30 €?

§ 40 StGB in Tagessätzen verhängt. 90 Tagessätze sollen drei Nettomonatslöhnen entsprechen. Wenn Sie also zum Beispiel 1.500 EUR im Monat netto zur Verfügung haben, dann errechnet sich daraus ein Tagessatz in Höhe von 50 EUR (1.500 geteilt durch 30).

Wie viel Geld bekommt man bei einer leichten Körperverletzung?

Bei leichter Körperverletzung (§ 223 StGB) droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren, wobei die Höhe der Geldstrafe von der Schwere der Verletzung, dem Einkommen des Täters (Tagessätze) und Vorstrafen abhängt; oft bewegen sich die Strafen in der Praxis bei 30 bis 90 Tagessätzen, was je nach Einkommen mehrere hundert bis über tausend Euro ausmachen kann. Bei höheren Tagessätzen (über 90) wird die Verurteilung im Führungszeugnis eingetragen.
 

Was zählt unter Geldstrafen?

Die Geldstrafe ist im Strafrecht eine Strafe, die nur durch ein Urteil oder durch einen Strafbefehl im Strafprozess verhängt werden kann. Sie ist damit von den zivilrechtlichen Entschädigungszahlungen, Ordnungsgeldern, Bußgeldern, Zwangsgeldern oder anderen Ordnungsmitteln zu unterscheiden.