Wie kann ich meine Steuerrückzahlung vor Pfändung schützen?

Gefragt von: Herr Prof. Gustav Conrad B.Eng.
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Die einzige Möglichkeit, um eine Steuerrückzahlung vor der Pfändung zu schützen, bietet § 765a ZPO. Dafür muss der Schuldner beim Vollstreckungsgericht einen Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen.

Kann eine Steuerrückerstattung gepfändet werden?

Bei Überschuldung können Gläubiger per Pfändung auf Einkommen oder Vermögen zugreifen. Neben Lohn und Kontoguthaben ist auch die Steuererstattung generell pfändbar. Hierauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern hin. Steuererstattungen könnten im Rahmen von Pfändungen vom Finanzamt an Gläubiger abgezweigt werden.

Kann die Lohnsteuererstattung gepfändet werden?

Wann darf der Lohnsteuerjahresausgleich gepfändet werden? Rechtlich gilt: Eine Steuererstattung ist grundsätzlich pfändbar, weil sie als Einkommen im weiteren Sinne gilt (§ 850 ZPO). Das heißt: Ein Gläubiger kann die Auszahlung durch das Finanzamt oder über das P-Konto in Anspruch nehmen.

Wie verhindert man eine Pfändung?

Um eine Kontopfändung zu vermeiden, kann der Schuldner den Kreditgeber kontaktieren und Möglichkeiten wie eine Ratenpause oder Senkung der Rate durch Verlängerung der Laufzeit besprechen. Die gesetzlichen Bestimmungen für die Pfändung sind in § 829 der Zivilprozessordnung (ZPO) zu finden.

Welche Einmalzahlungen sind nicht pfändbar?

Nicht pfändbar sind unter anderem bestimmte Zulagen (Gefahren-, Schmutz-, Erschwerniszulagen), Spesen, Kindergeld, Schmerzensgeld, Sozialleistungen, Studienbeihilfen und ein Teil von Weihnachtsgeld sowie Urlaubsgeld (bis zu einem gewissen Freibetrag), während Mehrarbeitsvergütung zur Hälfte geschützt ist, aber andere Sonderzahlungen oft voll pfändbar sind, wenn sie die allgemeinen Freigrenzen überschreiten oder nicht spezifisch geschützt sind. 

Ist deine Steuerrückzahlung pfändbar?! 💸

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Welche Sonderzahlungen dürfen nicht gepfändet werden?

Nicht pfändbar sind unter anderem bestimmte Zulagen (Gefahren-, Schmutz-, Erschwerniszulagen), Spesen, Kindergeld, Schmerzensgeld, Sozialleistungen, Studienbeihilfen und ein Teil von Weihnachtsgeld sowie Urlaubsgeld (bis zu einem gewissen Freibetrag), während Mehrarbeitsvergütung zur Hälfte geschützt ist, aber andere Sonderzahlungen oft voll pfändbar sind, wenn sie die allgemeinen Freigrenzen überschreiten oder nicht spezifisch geschützt sind. 

Sind Sonderzahlungen in Österreich pfändbar?

Sonderzahlungen. Die üblichen 2 Sonderzahlungen im Jahr, wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, werden wie gesonderte Monatsbezüge behandelt und gesondert gepfändet.

Kann das Finanzamt ohne Ankündigung pfänden?

Ja – rechtlich ist eine Pfändung auch ohne vorherige Mahnung möglich, wenn ein Titel vorliegt. Das bedeutet: Der Gläubiger muss nicht erst eine Mahnung verschicken oder eine letzte Zahlungsaufforderung schicken, bevor er pfändet.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Pfändung zu umgehen?

Um eine Pfändung abzuwenden, müssen Sie entweder die Schulden vollständig begleichen, mit dem Gläubiger eine Ratenzahlung vereinbaren, einen Insolvenzantrag stellen oder rechtzeitig Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einlegen (falls unberechtigt), wobei eine frühzeitige Kommunikation mit dem Gläubiger und/oder professionelle Schuldnerberatung entscheidend sind, um die beste Strategie zu finden und ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einzurichten, um den Grundfreibetrag zu sichern.
 

Welche Geldeingänge sind nicht pfändbar?

Nicht pfändbar sind grundsätzlich ein gesetzlich festgelegter Grundfreibetrag (aktuell ca. 1.560 € monatlich, steigend mit Unterhaltsberechtigten) auf einem normalen Konto oder bis zu 1.560 € auf einem P-Konto, sowie bestimmte zweckgebundene Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und das Bürgergeld (bis zur Pfändungsgrenze). Auch bestimmte Gegenstände des persönlichen Bedarfs und Haushalts werden geschützt. 

Wie kann ich die Steuererstattung auf ein anderes Konto überweisen lassen?

Grundsätzlich verwendet das Finanzamt für Steuererstattungen die zuletzt hinterlegte Bankverbindung. Möchtest du sie auf ein anderes Konto überweisen lassen, gibst du deine neue Bankverbindung in der Steuererklärung an oder du teilst sie in einem elektronischen Schreiben mit.

Kann das Finanzamt eine Pfändung rückgängig machen?

Kann man eine Pfändung vom Finanzamt stoppen? Eine Pfändung durch das Finanzamt aufheben können Betroffene, indem sie die offenen Forderungen direkt zahlen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Vollstreckungsschutz zu beantragen. Dieser wird aber nur bewilligt, wenn eine unbillige Härte vorliegt.

Kann das Finanzamt Steuerrückzahlungen einbehalten?

Ja, das Finanzamt kann die Steuerrückerstattung einbehalten, wenn die allgemeinen Voraussetzungen der Aufrechnung erfüllt sind.

Ist die Steuerrückzahlung während einer Privatinsolvenz sicher?

Auch während einer Privatinsolvenz wird die Steuererstattung eingezogen, da sie zur Insolvenzmasse zählt. Im Rahmen der Aufteilung von verfügbaren Mitteln an die Gläubiger geht die Zahlung vom Finanzamt direkt an die Insolvenzverwaltung über. Steuerpflichtige erhalten dann keinen Cent auf ihr Bankkonto.

Ist Steuerausgleich pfändbar?

Gemäß § 46 Abs. 1 Abgabenordnung (AO) ist eine Steuerrückzahlung pfändbar. Diese Steuerrückzahlungen gelten als normales Einkommen. Demnach kann der Gläubiger insbesondere den Erstattungsbetrag nach einem Lohnsteuerjahresausgleich oder zu viel gezahlte Einkommenssteuern pfänden.

Welches Konto kann nicht vom Finanzamt gepfändet werden?

Die wichtigsten Informationen zum P-Konto in Kürze: Mit einem P-Konto ist ein Teil Ihres Kontoguthabens vor der Pfändung geschützt. Sie können hierüber frei verfügen. Die Bank überweist diesen Betrag trotz Pfändung nicht an das Finanzamt.

Wie kann ich mein Geld vor Pfändung schützen?

Wer Guthaben auf dem Konto – oder besser: einen Teil davon – vor einer drohenden Pfändung sichern möchte, sollte sein Konto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Damit bleibt Geld auf dem Konto bis zu einer gesetzlich festgelegten Grenze verschont.

Kann man eine stille Pfändung machen?

Kann ich verhindern, dass die Arbeitgeberin von der Lohnpfändung erfährt? Es besteht die Möglichkeit, dass die Arbeitgeberin von der Pfändung nichts erfährt. Dies wird «stille Lohnpfändung» genannt. Ob eine stille Lohnpfändung jedoch durchgeführt wird, liegt im Ermessen des Betreibungsamtes.

Was tun gegen Pfändung vom Finanzamt?

Wenn das Finanzamt Ihr Konto pfändet, müssen Sie sofort handeln: Lassen Sie Ihr Konto in ein P-Konto umwandeln, um Ihr Existenzminimum zu sichern, kontaktieren Sie umgehend das Finanzamt für eine Ratenzahlung oder Stundung, und legen Sie fristgerecht Einspruch gegen die Pfändung ein, um die Rechtswidrigkeit oder eine unzumutbare Härte geltend zu machen – am besten mit professioneller Schuldnerberatung oder einem Anwalt.
 

Ist es möglich, eine Zwangsvollstreckung zu stoppen?

Ja, eine Zwangsvollstreckung lässt sich stoppen, am besten durch frühzeitige Verhandlung mit dem Gläubiger, aber auch durch rechtliche Schritte wie die Vollstreckungsabwehrklage (§ 767 ZPO), wenn Einwände wie vollständige Bezahlung, Stundung oder Verjährung bestehen, oder durch einen Vollstreckungsschutzantrag bei unzumutbarer Härte (z.B. bei drohender Obdachlosigkeit). Auch ein Insolvenzverfahren kann eine Zwangsversteigerung verhindern. 

Kann das Finanzamt mein Konto pfänden trotz Insolvenzverfahren?

– Ja, das ist möglich! Viele Schuldner sind überrascht, wenn sie trotz laufendem Insolvenzverfahren eine Nachzahlung vom Finanzamt erhalten. Schließlich ging man davon aus, dass mit Eröffnung des Verfahrens alle Schulden „eingefroren“ werden – und dass neue Forderungen nicht mehr entstehen können.

Wann ist eine Pfändung unzulässig?

Unzulässig ist eine Pfändung, wenn sie Gegenstände betrifft, die generell nicht pfändbar sind oder wenn die Vollstreckung aus anderen Gründen nicht stattfinden darf. Überpfändung betrifft demgegenüber grundsätzlich pfändbare Vermögenswerte, deren Erfassung jedoch der Höhe nach überzogen ist.

Ist mein Weihnachtsgeld vor Pfändung geschützt?

Weihnachtsgeld: Keine Pfändung bis 780 Euro. Um unpfändbare Beträge des Weihnachtsgeldes zu schützen, muss der Schuldner rasch und möglichst vor Auszahlung von sich aus aktiv werden und einen separaten Antrag stellen. Das Wichtigste in Kürze: Vom Weihnachtsgeld bleiben bis zu 780 Euro pfändungsfrei.

Wie hoch ist das Existenzminimum in Österreich 2025?

Das Existenzminimum in Österreich für 2025 wird durch den gestiegenen Ausgleichszulagenrichtsatz von rund 1.273,99 € (für Alleinstehende) bestimmt, was zu angepassten Lohnpfändungsgrenzen führt – so bleiben z.B. monatlich ca. 1.209 € für Sozialhilfe Alleinstehenden, während es für die Lohnpfändung spezielle Tabellen gibt, die den pfändungsfreien Betrag basierend auf Einkommen und Unterhaltsverpflichtungen festlegen, mit höheren Werten für Paare und Kinder. 

Ist der AMS-Bezug pfändbar?

Auch Geldleistungen wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Krankengeld, Wochengeld etc. können gepfändet werden! In diesen Fällen ist der Drittschuldner nicht der Arbeitgeber sondern die jeweilige auszahlende Stelle, zum Beispiel die Österreichische Gesundheitskasse oder das Arbeitsmarktservice.