Wie kann man in der PKV bleiben?

Gefragt von: Hans Peter Simon-Friedrich
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Um in der PKV zu bleiben, müssen Sie die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) kontinuierlich überschreiten, sich als Selbstständiger/Freiberufler oder Beamter qualifizieren, oder bei Einkommensverlusten einen Befreiungsantrag stellen, falls die Voraussetzungen (z.B. Alter, Mindestversicherungsdauer) erfüllt sind, wobei Sie bei Einkommenssinken aufpassen müssen, nicht automatisch in die GKV zurückzufallen.

Kann ich in der privaten Krankenversicherung bleiben?

Ja, Sie können in der privaten Krankenversicherung (PKV) bleiben, aber es hängt stark von Ihrer Situation ab: Wenn Sie schon privat versichert sind, können Sie meistens bleiben, müssen dann aber den vollen Beitrag selbst zahlen, wenn der Arbeitgeberzuschuss wegfällt (z.B. bei Teilzeit/Elternzeit/Arbeitslosigkeit). Bei Einkommensminderung müssen Sie aktiv werden (z.B. durch Befreiung von der Versicherungspflicht) und sollten schnell handeln, da ein späterer Wechsel zurück in die GKV schwierig bis unmöglich werden kann, besonders über 55 Jahre. 

Kann man einfach so in die private Krankenversicherung?

Jedes freiwillige Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse kann sich alternativ auch privat krankenversichern. Beratungsgespräche über die Beitrags- und Prämienkonditionen und die Leistungsunterschiede der verschiedenen Systeme sind mit den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen zu führen.

Unter welchen Bedingungen kann man in die private Krankenversicherung?

Versicherungsfreiheit besteht ab Beginn der Beschäftigung, wenn das voraussichtliche Jahreseinkommen die festgelegte Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet. 2026 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 Euro pro Jahr. Ab diesem Gehalt dürfen Sie in die private Krankenversicherung wechseln.

Wie viel Einkommen braucht man, um privat versichert zu sein?

Seit 2013 wurde diese Entgeltgrenze um über 48 Prozent erhöht: von 52.200 Euro auf 77.400 Euro ab 2026. Anders gerechnet: Ab dem kommenden Jahr muss ein Arbeitnehmer 2.100 Euro mehr im Monat verdienen als im Jahr 2013, um in die Private Krankenversicherung wechseln zu können.

So kannst Du von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln!

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Kann man mit 50 noch in die private Krankenversicherung wechseln?

Sind Sie nicht angestellt, sondern hauptberuflich selbstständig, freiberuflich tätig oder verbeamtet, haben Sie grundsätzlich jederzeit die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung in die Private Krankenvollversicherung zu wechseln.

Für wen lohnt sich die PKV?

Eine private Krankenversicherung (PKV) lohnt sich vor allem für gutverdienende Angestellte (über der JAEG, ca. 73.800 €/Jahr), Selbstständige/Freiberufler mit stabilen Einkommen und Beamte (mit Beihilfe), wenn Wert auf bessere Leistungen (Chefarzt, Einbettzimmer, schnellere Termine, Heilpraktiker) gelegt wird und eine flexible, individuelle Absicherung gewünscht ist, insbesondere für Singles oder kinderlose Paare. Für Familien mit vielen Kindern oder Geringverdiener ist die GKV oft vorteilhafter wegen der beitragsfreien Familienversicherung.
 

Wann wird man von der PKV abgelehnt?

Ausschlusskriterien für die private Krankenversicherung (PKV) sind vor allem schwerwiegende oder chronische Vorerkrankungen wie Krebs, fortgeschrittene Herz-, Lungen-, Nieren- oder neurologische Erkrankungen (MS, Parkinson), insulinpflichtiger Diabetes, schwere psychische Störungen, Suchterkrankungen oder AIDS/HIV-Infektionen, die zu einer Ablehnung des Antrags führen können. Auch laufende Behandlungen, kürzliche Operationen oder die Notwendigkeit einer baldigen Behandlung (z. B. Bandscheibenvorfall, Zahnbehandlungen) sind häufig Ablehnungsgründe oder führen zu Risikozuschlägen (Zuschläge auf die Prämie) oder Leistungsausschlüssen (keine Übernahme bestimmter Leistungen). 

Ist es besser, privat oder gesetzlich zu versichern?

Die Wahl zwischen privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) hängt stark von Ihrer Situation ab: Die GKV bietet Familienmitversicherung und Solidarität, ist für die meisten Pflicht, während die PKV oft schnellere Termine, höhere Leistungen (z.B. Chefarzt, Einzelzimmer) und Beitragsrückerstattungen ermöglicht, aber nur für bestimmte Berufsgruppen (Besserverdienende, Selbstständige, Beamte) zugänglich ist und mit Eintrittsalter & Gesundheitszustand teurer wird. Die Entscheidung ist oft lebenslang, da ein Wechsel in die PKV schwierig ist, der umgekehrte Weg aber noch komplizierter.
 

Was passiert, wenn man die PKV nicht mehr bezahlen kann?

Wenn Sie Ihre PKV-Beiträge nicht mehr zahlen können, werden Sie nach Mahnungen automatisch in den Notlagentarif umgestellt, der nur Leistungen bei akuten Krankheiten, Schmerzzuständen, Schwangerschaft und Mutterschaft abdeckt, aber Sie bleiben versichert. Um dies zu verhindern, können Sie einen Tarifwechsel, Stundung, Ratenzahlung oder den Wechsel in die GKV prüfen. Der Notlagentarif ist eine Übergangslösung, bis Sie die Schulden begleichen können, danach kehren Sie in Ihren regulären Tarif zurück. 

Wie lasse ich mich privat versichern?

Um privat versichert zu werden, müssen Sie eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen: Als Angestellter die jährliche Einkommensgrenze (JAEG) überschreiten (für 2025 bei ca. 73.800 €), selbstständig, freiberuflich, verbeamtet oder Student sein. Der Prozess beinhaltet einen Antrag mit Gesundheitsprüfung, bei dem Sie Ihren Gesundheitszustand wahrheitsgemäß angeben müssen.
 

Wie lange dauert die Aufnahme in PKV?

Eine private Krankenversicherung (PKV) kann man relativ schnell abschließen, oft beginnend mit dem nächsten Monat, aber der Prozess dauert wegen der Gesundheitsprüfung meist Tage bis Wochen; für Selbstständige, Beamte oder Freiberufler geht es jederzeit, während Angestellte nur unter bestimmten Voraussetzungen (Jahresarbeitsentgeltgrenze) wechseln können, wobei der Abschluss oft zeitnah nach dem Ausscheiden aus der GKV erfolgen muss, um Lücken zu vermeiden, wobei eine rückwirkende Aufnahme bis zu 2-3 Monate möglich ist. 

Was kostet eine private Krankenversicherung ohne Job?

Ohne Einkommen wird dabei ein fiktives Einkommen angenommen. Dieser sogenannte Mindestbeitrag für die Krankenversicherung ohne Einkommen liegt bei 1.248,33 Euro im Monat (Stand 2025). Davon zahlst du 14,0 Prozent plus Zusatzbeitrag.

Wie lange muss man arbeitslos sein, um aus der PKV zu kommen?

Einzige Voraussetzung: Sie müssen Ihren PKV-Vertrag spätestens innerhalb von drei Monaten nach Beginn Ihrer Versicherungspflicht wegen Arbeitslosigkeit kündigen, damit Sie ab dem ersten Tag der Versicherungspflicht keine Beiträge mehr zahlen müssen.

Wie komme ich in die private Krankenversicherung?

Um in die Private Krankenversicherung (PKV) zu kommen, müssen Sie als Angestellter die jährliche Einkommensgrenze (JAEG) überschreiten (2025: 73.800 € brutto) oder zu einer der folgenden Gruppen gehören: Selbstständige, Freiberufler, Beamte oder Studierende (unter bestimmten Bedingungen), wobei Sie bei Antragstellung eine Gesundheitsprüfung bestehen müssen. Der Wechsel erfordert eine Entscheidung gegen die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), ist aber oft irreversibel. 

Kann ich mit 55 Jahren in die private Krankenversicherung?

Ja, eine private Krankenversicherung (PKV) ist auch mit über 55 Jahren möglich, aber der Wechsel ist an strenge Bedingungen geknüpft: Sie müssen die Versicherungspflichtgrenze überschreiten und eine Gesundheitsprüfung bestehen, wobei Ablehnungen, Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse drohen; die größte Herausforderung ist jedoch die Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach dem 55. Lebensjahr, da diese gesetzlich fast ausgeschlossen ist. 

Was sind die Nachteile einer privaten Krankenversicherung?

Nachteile der privaten Krankenversicherung (PKV) sind die fehlende Familienversicherung (jedes Mitglied zahlt eigenen Beitrag), deutlich höhere Beiträge im Alter, schwieriger Rückwechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Notwendigkeit, Arztkosten oft vorzustrecken und später erstattet zu bekommen; zudem werden Vorerkrankungen mit Risikozuschlägen oder Ablehnung geahndet, und es gibt keine Beitragsfreiheit bei längerer Krankheit, was die PKV langfristig teuer und unflexibel machen kann.
 

Wann fliegt man aus der gesetzlichen Krankenkasse?

Man fliegt aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV), wenn das regelmäßige Brutto-Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) übersteigt (2025: 73.800 €/Jahr, 2026: 77.400 €) und man sich für die private Krankenversicherung (PKV) oder freiwillige GKV entscheidet, wobei ältere Arbeitnehmer über 55 Jahre oft nicht mehr zurück können, wenn sie die Grenze unterschreiten. Auch Selbstständige, Studenten oder Beamte können sich freiwillig gesetzlich versichern, aber der häufigste „Rauswurf“ erfolgt durch Überschreiten der JAEG bei Angestellten.
 

Was ist teurer, PKV oder GKV?

Ob die private Krankenversicherung (PKV) teurer als die gesetzliche ist, hängt stark vom Alter, Einkommen und den gewählten Leistungen ab; oft ist die PKV anfangs günstiger, wird aber mit dem Alter oder bei hohen Einkommen teurer und kann im Alter zur finanziellen Belastung werden, da PKV-Beiträge nicht mit dem Einkommen (wie in der GKV) steigen, sondern sprunghaft angepasst werden, wenn Kostensteigerungen die Schwellenwerte überschreiten. Während GKV-Beiträge proportional zum Einkommen sind, basieren PKV-Beiträge auf Risiko, Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss, was für Jüngere oft vorteilhaft ist, aber im Alter zu sehr hohen Beiträgen führen kann, da eine Rückkehr in die GKV schwierig ist. 

Wann kommt man nicht in die private Krankenversicherung?

Ausschlusskriterien für die private Krankenversicherung (PKV) sind vor allem schwerwiegende oder chronische Vorerkrankungen wie Krebs, fortgeschrittene Herz-, Lungen-, Nieren- oder neurologische Erkrankungen (MS, Parkinson), insulinpflichtiger Diabetes, schwere psychische Störungen, Suchterkrankungen oder AIDS/HIV-Infektionen, die zu einer Ablehnung des Antrags führen können. Auch laufende Behandlungen, kürzliche Operationen oder die Notwendigkeit einer baldigen Behandlung (z. B. Bandscheibenvorfall, Zahnbehandlungen) sind häufig Ablehnungsgründe oder führen zu Risikozuschlägen (Zuschläge auf die Prämie) oder Leistungsausschlüssen (keine Übernahme bestimmter Leistungen). 

Was ist im Alter besser, PKV oder GKV?

Im Alter lohnt sich die GKV eher bei geringer Rente und Familienversicherung, da Beiträge einkommensabhängig sind und die Familienversicherung erhalten bleibt. Die PKV ist vorteilhaft für Gutverdiener mit konstantem Einkommen, die bessere Leistungen, Beitragsstabilität durch Altersrückstellungen und Beihilfeansprüche (z.B. Beamte) schätzen; hier müssen jedoch Rücklagen für höhere Beiträge im Alter gebildet werden, da ein Wechsel zurück in die GKV oft schwierig ist. PKV-Beiträge sind nicht vom Einkommen abhängig, aber bilden durch Alterungsrückstellungen Puffer, um die Steigerungen zu dämpfen, was oft zu geringeren Durchschnittsbeiträgen als in der GKV führt, wenn frühzeitig vorgesorgt wird. 

Was ist eine anonyme Risikovoranfrage für die PKV?

Eine anonyme Anfrage in der PKV (Private Krankenversicherung) ist eine Risikovoranfrage, bei der ein Versicherungsmakler Ihre Gesundheitsdaten (anonymisiert) bei verschiedenen Anbietern prüft, bevor Sie einen offiziellen Antrag stellen, um zu erfahren, ob und zu welchen Konditionen (Zuschläge, Ausschlüsse) Sie versichert werden könnten – ideal bei Vorerkrankungen, um eine Ablehnung und eine negative Speicherung im Hinweis-System (HIS) zu vermeiden. Sie ist kostenlos, risikofrei und hilft, den besten Tarif zu finden, da die Versicherer unterschiedlich auf Krankheiten reagieren. 

Was kostet eine gute private Krankenversicherung im Monat?

Im Durchschnitt liegen die Kosten 2025 für eine PKV bei rund 623 Euro im Monat. Für Beamte sind es 256 Euro. 2026 soll der Beitrag bei etwa 617 Euro liegen. Für Gutverdiener kann die PKV günstiger sein als die gesetzliche Krankenkasse.

Warum nehmen Ärzte lieber Privatpatienten?

Ärzte bevorzugen Privatpatienten hauptsächlich wegen höherer und unbegrenzter Einnahmen, da die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oft lukrativer ist als die Pauschalen der gesetzlichen Kassen (GKV). Dies ermöglicht Praxen, wirtschaftlich zu arbeiten, und führt zu weniger Bürokratie und mehr therapeutischer Freiheit, was wiederum schnellere Termine und intensivere Betreuung für Privatpatienten ermöglicht, um die Praxis stabil zu halten und die Versorgung für alle zu sichern.
 

Kann ich trotz geringem Einkommen in der PKV bleiben?

Man kann trotz geringem Einkommen in der PKV bleiben, indem man bei Einkommensfall unter die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellt, wenn man jünger als 55 ist und seit 5 Jahren privat versichert war; alternativ bietet die Altersregelung für über 55-Jährige einen automatischen Schutz, der einen Wechsel in die GKV fast unmöglich macht. Auch bei Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bleibt man in der PKV und erhält Zuschüsse.