Wie lange darf eine Erbenermittlung dauern?

Gefragt von: Marga Haas
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Eine Erbenermittlung kann von wenigen Wochen (einfache Fälle) bis zu mehreren Monaten oder sogar Jahren dauern, besonders bei komplexen, internationalen Fällen oder Streitigkeiten. Es gibt keine starre gesetzliche Frist, aber das Finanzamt kann bei zu langer Dauer eine Schätzung der Erbschaftsteuer vornehmen, auch wenn nicht alle Erben gefunden sind.

Wie lange dauert die Ermittlung von Erben?

Die Suche nach Erben dauert so lange, wie sie eben dauert – von wenigen Wochen bei einfachen Fällen bis zu mehreren Jahren bei komplexen internationalen Suchen, da es keine allgemeine gesetzliche Frist für die Suche selbst gibt, aber die Fristen für Erbansprüche (z.B. 30 Jahre für Herausgabeansprüche, 3 Jahre für Pflichtteile) bestehen, weshalb Nachlassgerichte und Erbenermittler intensiv suchen, bis alle Möglichkeiten erschöpft sind, oft unterstützt durch Profis, die detektivisch vorgehen. 

Wie lange dauert die Abwicklung eines Erbe?

Normalerweise dauert es vom Antrag bis zur Erteilung des Erbscheins einige Wochen. Der Erbschein wird dann per Post zugestellt. Anders stellt sich die Sachlage dar, wenn es zu einem streitigen Erbscheinsverfahren kommt. Dann kann es mitunter Jahre dauern, bis das Nachlassgericht einen Erbschein erteilt.

Wie lange dauert die Suche nach dem Erben?

Grundsätzlich gibt es keine Fristen für die Erbenermittlung.

In Einzelfällen kann die Suche nach Erben auch schon mal mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Erst nachdem alle Möglichkeiten abschließend ausgeschöpft sind, darf die Erbenermittlung auch bei Erfolglosigkeit eingestellt werden.

Was kann ich tun, wenn sich ein Miterbe nicht meldet?

Wenn ein Miterbe nicht reagiert, sollten Sie zuerst versuchen, ihn durch Gespräche oder einen Notar einvernehmlich zur Mitwirkung zu bewegen, notfalls durch eine Klage auf Zustimmung oder Teilung beim Gericht durchsetzen, eine Teilungsversteigerung bei Immobilien beantragen oder Ihren eigenen Erbteil verkaufen, wobei Sie unbedingt einen Fachanwalt für Erbrecht konsultieren sollten, um rechtliche Schritte wie die Erbteilungsklage oder die Einsetzung eines Pflegers zu planen, da dies komplexe Verfahren sind.
 

Testamentseröffnung: Bedeutung, Ablauf, Dauer, Kosten.

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Was passiert, wenn Miterben nicht gefunden werden?

Wenn jedoch keine Miterben ermittelt werden können, weil die Informationen fehlen, wird in einem letzten Schritt der Staat selbst zum Erben. Dabei fließt dann das Vermögen des Erblassers den staatlichen Kassen zu und auch seine Schulden. Hierbei übernimmt dann auch der Staat die Beerdigungskosten.

Wann macht sich ein Miterbe strafbar?

Diebstahl oder Unterschlagung von Erbmasse

Sämtliche Nachlassgegenstände "gehören" bis zur Aufteilung des Nachlass der Erbengemeinschaft. Ein Miterbe kann sich strafbar machen, indem er eigenmächtig Vermögenswerte aus dem Nachlass ohne Zustimmung der anderen Erben entwendet oder unterschlägt.

Wer muss mögliche Erben ausfindig machen?

Erben werden in Deutschland primär vom Nachlassgericht und einem eingesetzten Nachlasspfleger ausfindig gemacht, die alle rechtlichen Mittel nutzen, um Angehörige zu finden, bevor der Staat erbt. Bei sehr schwierigen internationalen Fällen oder wenn das Gericht an seine Grenzen stößt, können auch professionelle Erbenermittler (oft auch „Nachlass-Detektive“ genannt) hinzugezogen werden, um mittels detaillierter Recherchen in Archiven und Registern unbekannte Erben zu finden, wobei sie oft auf juristische Fähigkeiten und historische Dokumentenkenntnisse angewiesen sind. 

Wie lange haben Erben Zeit, sich zu melden?

Diese Anzeige müssen Sie innerhalb von drei Monaten, nachdem Sie von der Erbschaft erfahren haben, vornehmen.

Wie viel kostet eine Erbenermittlung?

Die Kosten der Erbenermittlung sind meist ein Erfolgshonorar von 10 % bis 33 % des Nachlasswertes (zzgl. MwSt.), das nur bei Erfolg gezahlt wird und direkt aus dem Nachlass entnommen wird. Zusätzlich können geringere direkte Kosten für Registerauszüge, Übersetzungen oder Porto anfallen, die je nach Aufwand variieren. Die Höhe hängt stark vom Fall ab, aber Gerichte sehen diese Erfolgshonorare meist als angemessen an.
 

Wie arbeiten Erbenermittler?

Honorar auf Erfolgsbasis

Seriöse Erbenermittlerinnen und Erbenermittler arbeiten ausschließlich auf Erfolgshonorarbasis. Gelingt es ihnen also, unbekannte Erben aufzuspüren, sind diese dazu verpflichtet, einen zuvor vertraglich vereinbarten Prozentsatz des geerbten Nachlassvermögens als Honorar zu bezahlen.

Was kann ich tun, wenn sich der Erbe nicht um den Nachlass kümmert?

Wenn ein Erbe sich nicht um den Nachlass kümmert, können die anderen Miterben rechtliche Schritte einleiten: Sie können die Mitwirkung einklagen, beim Nachlassgericht einen Nachlassverwalter beantragen, eine Teilungsklage erheben oder den Erbteil verkaufen; wichtig ist, dass Untätigkeit zu Verzögerungen, Kosten und sogar Schadensersatzpflichten führen kann, da in der Erbengemeinschaft Einstimmigkeit für viele Entscheidungen nötig ist. 

Wie lange kann ein Erbstreit dauern?

Ein Erbstreit kann sich unter Umständen über Jahre hinziehen. Bei einer solch langen Erbstreit Dauer können enorme Kosten entstehen. Allerdings sollte man im Ernstfall nicht vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung und einer langen Erbstreit Dauer zurückschrecken.

Wie erfolgt eine Erbenermittlung?

Erben werden durch das Nachlassgericht ermittelt, das bei einem Testament die Begünstigten benachrichtigt oder bei Fehlen eines Testaments die gesetzlichen Erben anhand der Verwandtschaftsordnungen (Kinder, Eltern, Geschwister etc.) sucht und über öffentliche Aufrufe oder einen beauftragten Nachlasspfleger die Erben ermittelt, die dann einen Erbschein beantragen müssen, um den Nachlass zu regeln.
 

Wie lange dauert es bis Erben informiert werden?

Erben werden meist innerhalb von 2 bis 6 Wochen nach dem Tod benachrichtigt, wenn ein Testament notariell verwahrt wurde, aber es kann auch mehrere Monate dauern, besonders bei unklaren Verhältnissen, fehlenden Adressen oder gesetzlicher Erbfolge, da das Nachlassgericht erst die Erben ermitteln muss; die Ausschlagungsfrist beginnt aber erst mit der Kenntnis vom Erbfall, nicht vom Tod selbst.
 

Wann werden Erbenermittler eingesetzt?

Ein Erbenermittler recherchiert die unbekannten Erben eines Verstorbenen. Das kommt häufig vor, wenn nur entfernte Verwandte vorhanden sind und es einen größeren Aufwand macht, diese zu ermitteln. Das Verwandtenerbrecht sieht vor, daß die nächsten Verwandten gemäß der Erbordnungen erben, wenn es kein Testament gibt.

Welche Fristen gibt es beim Erben?

Die wichtigsten Fristen im Erbrecht sind die sechs Wochen zur Erbausschlagung (beginnend mit Kenntnis des Erbfalls), die drei Monate zur Anzeige beim Finanzamt, sowie drei Jahre ab Jahresende für den Pflichtteilsanspruch, der mit Kenntnis des Erbfalls verjährt. Lässt man die Ausschlagungsfrist verstreichen, gilt die Erbschaft als angenommen, während eine verspätete Anzeige beim Finanzamt zu Problemen führen kann.
 

Kann man beim Nachlassgericht nachfragen, ob man geerbt hat?

Beim Nachlassgericht erhält man Auskunft darüber, ob man zum Kreis der Erben gehört. Sofern es ein Testament gibt, das dem Nachlassgericht vorliegt, werden Sie im Fall einer Nennung im Testament direkt angeschrieben.

Wie lange werden Erben ermittelt?

Vor dem Finanzgericht ging es dann im Wesentlichen darum, wie viel Zeit der Nachlasspfleger haben muss, um die Erben zu ermitteln. Nach Ansicht des Finanzgerichts genügen bereits die 14 Monate, die das Finanzamt mit der Erstellung des Steuerbescheides gewartet hat.

Wie erfahre ich, ob es etwas zu Erben gibt?

Um vom Erbe zu erfahren, wird man oft automatisch vom Nachlassgericht benachrichtigt, besonders wenn ein Testament existiert, aber man muss auch proaktiv werden: Man kann beim Standesamt den Tod bestätigen lassen, einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen, um sich auszuweisen, und bei Banken oder dem Grundbuchamt Auskunft verlangen, um den Nachlass zu ermitteln. Der Schlüssel liegt darin, durch einen Erbschein die eigene Erbenstellung offiziell nachzuweisen, um dann Informationen über den Nachlass zu erhalten, so. 

Werden gesetzliche Erben informiert?

Nur wenn ein Testament oder Erbvertrag dem Nachlassgericht vorliegt, werden die darin begünstigten Personen und die gesetzlichen Erben automatisch vom Nachlassgericht benachrichtigt. Liegt dem Nachlassgericht kein Testament oder kein Erbvertrag vor, erhalten Sie keine Post.

Wann wird nach Erben gesucht?

Nach dem Tod einer Person wird zunächst nach der gesetzlichen Erbfolge geprüft, ob sie Kinder hatte. Wenn ja, erben diese zu gleichen Teilen. Gibt es weder eigene Nachkommen noch Enkel, wird innerhalb der zweiten Ordnung nach Erbinnen und Erben gesucht.

Was passiert, wenn sich ein Miterbe nicht meldet?

Gerichtliche Durchsetzung des Auskunftsanspruchs

Die Erben können vor dem Nachlassgericht auf Auskunft klagen, wenn ein Miterbe sich weigert, die notwendigen Informationen bereitzustellen. Das Gericht kann den Miterben dann zur Auskunftserteilung verpflichten.

Was kann ich tun, wenn ein Miterbe nicht reagiert?

Wenn ein Miterbe nicht reagiert, sollten Sie zuerst versuchen, ihn durch Gespräche oder einen Notar einvernehmlich zur Mitwirkung zu bewegen, notfalls durch eine Klage auf Zustimmung oder Teilung beim Gericht durchsetzen, eine Teilungsversteigerung bei Immobilien beantragen oder Ihren eigenen Erbteil verkaufen, wobei Sie unbedingt einen Fachanwalt für Erbrecht konsultieren sollten, um rechtliche Schritte wie die Erbteilungsklage oder die Einsetzung eines Pflegers zu planen, da dies komplexe Verfahren sind.
 

Wer hat in einer Erbengemeinschaft das Sagen?

In einer Erbengemeinschaft hat niemand alleine das Sagen; Entscheidungen müssen grundsätzlich gemeinsam und einstimmig getroffen werden, da alle Miterben gesamthänderisch am Nachlass beteiligt sind. Für die ordentliche Verwaltung (z.B. Vermietung) gilt jedoch meist das Mehrheitsprinzip nach Erbquoten, während für außerordentliche Maßnahmen (z.B. Verkauf) Einstimmigkeit nötig ist. Zur Vereinfachung kann eine Vollmacht erteilt oder ein Nachlassverwalter eingesetzt werden, falls die Einigung scheitert.