Wie lange darf ich beim Arbeitsamt krank sein, wenn ich ausgesteuert bin?
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Wenn Sie beim Arbeitsamt "ausgesteuert" sind (nach 78 Wochen Krankengeld), können Sie bei fortbestehender Krankheit weiterhin Arbeitslosengeld beziehen – aber nur unter bestimmten Bedingungen, der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung (§ 145 SGB III), wenn Sie sich beim Arbeitsamt melden, einen Reha- oder EM-Rentenantrag stellen müssen und dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Es gibt keine feste Obergrenze für die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit, solange die Voraussetzungen (Reha-Antrag, ärztliche Atteste, Meldung) erfüllt sind, aber es kann zur Zwangsverrentung führen.
Soll man sich nach Aussteuerung weiter krankschreiben lassen?
Ja, meistens sollten Sie sich nach der Aussteuerung weiter krankschreiben lassen, insbesondere wenn die Nahtlosigkeitsregelung greift, da dies den Übergang zu Arbeitslosengeld (ALG I) sichert und Rentenzeiten anrechnet; andernfalls droht eine Einkommenslücke, aber Sie sollten die Situation individuell prüfen, da bei Ablehnung der Nahtlosigkeitsregelung eine Weiterbescheinigung Nachteile haben kann – eine persönliche Beratung bei Sozialverbänden wie dem SoVD oder durch die Rentenversicherung ist dringend empfohlen.
Wie lange bleibt Anspruch auf Alg 1 bei Krankheit erhalten?
Wenn Sie während des Bezugs von ALG I krank werden, erhalten Sie dieses zunächst bis zu sechs Wochen weiter gezahlt; danach übernimmt die Krankenkasse für maximal 72 Wochen das Krankengeld, was Ihren ALG I-Anspruch nicht mindert. Ihr Restanspruch auf ALG I bleibt erhalten und wird nach der Krankengeldphase (Aussteuerung) fortgesetzt, sofern Sie wieder arbeitsfähig sind – andernfalls greift die Nahtlosigkeitsregelung. Wichtig: Melden Sie die Arbeitsunfähigkeit sofort der Agentur für Arbeit.
Wann muss ich mich beim Arbeitsamt melden, wenn ich ausgesteuert werde?
Wenn das Krankengeld demnächst erschöpft ist, müssen Sie sich bei der Arbeitsagentur melden. In der Regel werden Sie zwei Monate vor diesem Ereignis - also, vor der Aussteuerung - angeschrieben. Das ist dann auch der richtige Zeitpunkt für die Meldung beim Arbeitsamt.
Was passiert, wenn der Arbeitslosengeld-Anspruch ausläuft, aber man krankgeschrieben ist?
Es gehört zu den Voraussetzungen für Arbeitslosigkeit und damit normalerweise auch für den Bezug von ALG, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, also auch dazu in der Lage zu sein, zu arbeiten. Wer aber erst während des Bezugs von ALG arbeitsunfähig wird, bekommt es noch für höchstens 6 Wochen weitergezahlt.
Ausgesteuert - so verhältst du dich beim Arbeitsamt richtig
Kann eine Krankheit den Alg I-Bezug verlängern?
Ja, eine längere Krankheit kann Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I) nicht direkt verlängern, aber der Zeitraum, in dem Sie Krankengeld (KG) beziehen, wird nicht vom ALG-Anspruch abgezogen – er wird quasi "aufgeschoben", was den Bezug am Ende ermöglicht, wenn Sie wieder gesund sind. Während der ersten 6 Wochen erhalten Sie noch ALG I, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld (ca. in Höhe des ALG I), und danach läuft der restliche ALG-I-Anspruch weiter, wenn Sie wieder arbeitsfähig sind (Nahtlosigkeitsregelung).
Wie lange zahlt das Arbeitsamt die Nahtlosigkeitsregelung?
Arbeitslosengeld I im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung kann – wie normales Arbeitslosengeld I – bis maximal 24 Monate lang gezahlt werden.
Ist man nach der Aussteuerung von Arbeitslosengeld noch krankenversichert?
Nach der Aussteuerung (Ende Krankengeld nach 78 Wochen) bleibt der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten, oft durch eine Nachversicherung für einen Monat, danach durch freiwillige Weiterversicherung (mit Beitragszahlung) oder bei Bezug von Arbeitslosengeld I (ALG I), wobei die Beiträge von der Agentur für Arbeit übernommen werden, was die beste Lösung ist. Wichtig ist die frühzeitige Kontaktaufnahme mit Agentur für Arbeit oder Rentenversicherung, um den Übergang zu planen.
Wann ist man für das Arbeitsamt nicht mehr vermittelbar?
Man wird beim Arbeitsamt nicht pauschal ab einem bestimmten Alter oder Zeitpunkt als unvermittelbar eingestuft, sondern wenn trotz intensiver Bemühungen und Förderung über einen längeren Zeitraum keine Aussicht auf Vermittlung besteht – oft abhängig von Alter (ältere Menschen über 58 werden anders behandelt), gesundheitlichen Einschränkungen, fehlenden Qualifikationen und der Marktlage. Speziell für ältere Arbeitslose ab 58 gibt es Erleichterungen, die eine frühere «Aussteuerung» ohne weitere Vermittlungspflicht ermöglichen können, wenn eine abschlagsfreie Rente ansteht.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um nahtlos Arbeitslosengeld i Nahtlosigkeitsregelung beziehen zu können?
Das Nahtlosigkeits-Arbeitslosengeld (ALG I) bekommen Sie, wenn Ihr Krankengeld nach maximal 78 Wochen ausläuft, Sie aber weiterhin krankgeschrieben sind und weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten können. Es dient als Brücke, bis die Deutsche Rentenversicherung über einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente entschieden hat – Sie müssen dafür einen Reha- oder Rentenantrag stellen und die Agentur für Arbeit prüft Ihre Erwerbsfähigkeit.
Wie lange zahlt RAV bei Krankheit?
Bei Unfall erhalten Sie während den ersten 3 Tagen (inkl. Unfalltag) Leistungen von der ALV. Danach erhalten Sie Taggelder von der Suva. Bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Schwangerschaft besteht ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nur für die ersten 30 Tage Ihrer Arbeitsunfähigkeit.
Wann verliere ich Anspruch auf alg 1?
Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Sie die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllen. Das ist der Fall, wenn Sie in den 30 Monaten vor Ihrer Arbeitslosmeldung und Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung mindestens 12 Monate pflicht- oder freiwillig versichert waren.
Was bedeutet "Aussteuerung" bei der Bundesagentur für Arbeit?
Was bedeutet "Aussteuerung"? Wer "ausgesteuert" ist, hat innerhalb einer Frist, 78 Wochen Krankengeld von der Krankenkasse erhalten. In seltenen Fällen wurde für 78 Wochen Verletztengeld gezahlt. Das Krankengeld ist nun erschöpft und kann nicht weitergezahlt werden.
Wie lange erhält man Arbeitslosengeld bei Aussteuerung?
Nach der "Aussteuerung" (Ende des Krankengeldes nach 78 Wochen) geht es oft nahtlos in das Arbeitslosengeld (ALG I) über, wobei die Bezugsdauer von Ihrem Alter und Ihren früheren Einzahlungen abhängt (bis zu 24 Monate), oft über die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung bei Arbeitsunfähigkeit, bis eine Erwerbsminderungsrente oder ein Job gefunden wird; Sie müssen sich rechtzeitig (2-3 Monate vorher) bei der Agentur für Arbeit melden, um diese Lücke zu schließen.
Was darf man beim Arbeitsamt nicht sagen?
Beim Arbeitsamt sollten Sie wahrheitsgemäße und vollständige Angaben machen, aber keine falschen Hoffnungen wecken oder Beleidigungen aussprechen; wichtig ist, sich kooperativ zu zeigen, aber auch die eigenen Rechte zu kennen (z.B. Ablehnung von unzumutbaren Angeboten bei überlangen Pendelzeiten oder Verstößen gegen Mindestlohn/Tarifvertrag) und alle Aufforderungen zu beachten, um Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld zu vermeiden.
Was prüft der medizinische Dienst vom Arbeitsamt?
Der Medizinische Dienst (MD) bzw. Ärztliche Dienst der Agentur für Arbeit prüft Ihre gesundheitlichen Einschränkungen, um zu beurteilen, wie diese Ihre Arbeitsfähigkeit und Vermittlungschancen beeinflussen, bewertet Ihre Leistungsfähigkeit, Eignung für Berufe, die Notwendigkeit von Rehabilitationsmaßnahmen und ob die Nahtlosigkeitsregelung greift (weniger als 15 Stunden arbeitsfähig) – dies geschieht meist nach Aktenlage durch Analyse von Arztberichten und Fragebögen.
Wird man mit 60 noch vom Arbeitsamt vermittelt?
Ja, Sie werden mit 60 noch vom Arbeitsamt vermittelt, da Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen, aber die Vermittlungschancen hängen stark von individuellen Faktoren ab; die Mitarbeiter legen oft weniger Fokus auf Ältere, doch Unternehmen schätzen Erfahrung und Zuverlässigkeit, und es gibt Möglichkeiten, die Vermittlung zu beeinflussen, wenn die Rente naht. Es gibt zwar eine „58er Regelung“, die eine Erklärung der Nicht-Verfügbarkeit ermöglicht, aber diese ist an strenge Voraussetzungen geknüpft, und meist muss man sich weiterhin bewerben, um ALG I zu beziehen.
Was kann ich tun, damit mich die Arbeitsagentur in Ruhe lässt?
Um vom Arbeitsamt in Ruhe gelassen zu werden, müssen Sie proaktiv mit Ihrem Sachbearbeiter kommunizieren, Ihre Motivation zeigen, selbstständig nach Jobs suchen und bei Ablehnung von Vermittlungsvorschlägen gute Gründe nennen, zum Beispiel durch Vorbereitung auf Weiterbildungen oder ein bevorstehendes Jobangebot; Transparenz über Urlaubs- oder Umzugspläne hilft ebenfalls, unnötige Kontakte zu vermeiden.
Was ist die 58er-Regelung beim Arbeitsamt?
Die 58er-Regelung ist eine veraltete Sonderregelung (§ 428 SGB III), die bis zum 31.12.2007 galt und es älteren Arbeitslosen ermöglichte, bei Arbeitslosigkeit nicht mehr Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit folgen zu müssen, wenn sie sich bereit erklärten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt abschlagsfreie Rente zu beantragen. Diese Regelung gibt es heute nicht mehr, aber es gibt aktuelle Regelungen, wie die gestaffelte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes, die bei über 50-Jährigen bis zu 24 Monate betragen kann (ab 58 Jahre mit 48 Monaten Vorversicherungszeit).
Wann muss ich mich bei Aussteuerung beim Arbeitsamt melden?
Wenn Sie einen befristeten Arbeitsvertrag haben, müssen Sie sich spätestens drei Monate vor dem Auslaufen Ihrer Beschäftigung beim Arbeitsamt melden – sonst droht eine Sperre.
Wie hoch ist das Arbeitslosengeld bei der Nahtlosigkeitsregelung?
Das Arbeitslosengeld (ALG I) bei der Nahtlosigkeitsregelung ist genauso hoch wie das reguläre ALG I und richtet sich nach Ihrem tatsächlichen Einkommen der letzten 52 Wochen vor der Arbeitslosigkeit; es beträgt in der Regel 60 % des letzten Nettoeinkommens (oder 67 % mit Kindern), wobei Ihr eingeschränktes Leistungsvermögen nicht bei der Berechnung berücksichtigt wird, sondern das, was Sie vor der Krankheit verdient haben. Die Berechnung erfolgt auf Basis des letzten Gehalts vor dem Krankengeldbezug und nicht auf Basis des Krankengeldes selbst, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.
Was passiert, wenn man länger als 18 Monate krank ist?
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei längeren Arbeitsunfähigkeiten Krankengeld - und zwar wenn der Anspruch darauf besteht und dann maximal für die Dauer von 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit. Endet die Krankengeldzahlung nach 78 Wochen, bezeichnet man das als "Aussteuerung".
Soll man sich nach Aussteuerung weiter krankschreiben lassen?
Ja, meistens sollten Sie sich nach der Aussteuerung weiter krankschreiben lassen, insbesondere wenn die Nahtlosigkeitsregelung greift, da dies den Übergang zu Arbeitslosengeld (ALG I) sichert und Rentenzeiten anrechnet; andernfalls droht eine Einkommenslücke, aber Sie sollten die Situation individuell prüfen, da bei Ablehnung der Nahtlosigkeitsregelung eine Weiterbescheinigung Nachteile haben kann – eine persönliche Beratung bei Sozialverbänden wie dem SoVD oder durch die Rentenversicherung ist dringend empfohlen.
Kann das Arbeitsamt mich in Erwerbsminderungsrente schicken?
Das Wichtigste in Kürze
Die Krankenkasse, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder das Sozialamt kann Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) zwingen, was viele Nachteile haben kann, zum Beispiel eine dauerhaft niedrigere Altersrente.
Wie lange zahlt die Arbeitsagentur bei Krankheit?
Wenn Sie während des Bezugs von ALG I krank werden, erhalten Sie dieses zunächst bis zu sechs Wochen weiter gezahlt; danach übernimmt die Krankenkasse für maximal 72 Wochen das Krankengeld, was Ihren ALG I-Anspruch nicht mindert. Ihr Restanspruch auf ALG I bleibt erhalten und wird nach der Krankengeldphase (Aussteuerung) fortgesetzt, sofern Sie wieder arbeitsfähig sind – andernfalls greift die Nahtlosigkeitsregelung. Wichtig: Melden Sie die Arbeitsunfähigkeit sofort der Agentur für Arbeit.