Wie lange kann ich mich krank machen vor der Rente?

Gefragt von: Dimitri Böhm
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Sie können sich grundsätzlich unbegrenzt krankmelden, solange die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (6 Wochen) endet und dann entweder das Krankengeld (bis zu 78 Wochen) oder Arbeitslosengeld gezahlt wird, was die Wartezeiten für die Rente (auch für die abschlagsfreie Rente) erfüllt, aber oft finanzielle Einbußen bringt; eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) setzt jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten voraus, da die Rente „nicht absehbare Zeit“ gewährt wird und Sie somit früher in Rente gehen können, aber nur bei geringer Belastbarkeit (weniger als 3 Stunden täglich).

Wie lange kann ich vor Rentenbeginn krank sein?

Sie können bis zu 72 Wochen (ca. 1,5 Jahre) Krankengeld nach den ersten 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber beziehen, bevor die Rente beginnt, wobei diese Zeit als Wartezeit zählt. Danach folgt oft das Arbeitslosengeld (ALG I) – Sie können also mehrere Jahre mit Krankengeld und ALG I finanziell überbrücken, bis die Altersrente startet. Wichtig ist der lückenlose Übergang (Krankengeld -> ALG I), um finanzielle Nachteile zu vermeiden, und die Beachtung von Fristen, denn ab Bezug einer Altersvollrente gibt es kein Krankengeld mehr.
 

Wie überbrücke ich 3 Jahre bis zur Rente?

Um die 3 Jahre bis zur Rente zu überbrücken, können Sie eine Kombination aus Altersteilzeit (Blockmodell), Nutzung von Arbeitslosengeld (ALG I) für Ältere (bis zu 24 Monate), einem Lebensarbeitszeitkonto mit angespartem Guthaben (Überstunden, Urlaub), Teilzeitarbeit, Mini- oder Midijobs, privaten Rücklagen, Sonderzahlungen in die Rentenkasse oder sogar Krankengeld und ALG II (für über 58-Jährige) nutzen; wichtig ist eine individuelle Strategie, die zu Ihrer Situation passt.
 

Wer zahlt bei Krankheit bei Neueinstellung?

Wenn du in den ersten vier Wochen eines neuen Jobs krank wirst, zahlt der Arbeitgeber nicht den vollen Lohn, sondern deine Krankenkasse Krankengeld (ca. 70-90% des Brutto-/Nettogehalts), da eine gesetzliche Wartezeit gilt; danach springt der Arbeitgeber bei erneuter oder längerer Krankheit für bis zu sechs Wochen ein, sofern der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag keine früheren Ansprüche regelt. 

Wie wirkt sich eine lange Krankschreibung auf die Rente aus?

Die Zeit des Bezugs von Übergangsgeld rechnet die Krankenkasse auf die Höchstbezugsdauer des Krankengelds an. Bekommt sie eine volle Erwerbsminderungsrente, endet der Krankengeldbezug. Bekommt sie eine teilweise Erwerbsminderungsrente, kürzt die Krankenkasse das Krankengeld um die Höhe der Erwerbsminderungsrente.

Arbeitslosengeld vor der Rente hat 4 Vorteile

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Welche Möglichkeiten gibt es, wegen Krankheit vorzeitig in Rente zu gehen?

Frührente wegen Krankheit gibt es in Deutschland durch die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente), wenn Sie wegen gesundheitlicher Einschränkungen weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können. Voraussetzungen sind eine Mindestversicherungszeit (5 Jahre) und Beitragszeiten in den letzten 5 Jahren vor der Rente. Es gibt volle (unter 3 Std.) oder teilweise (bis 6 Std.) EM-Rente. Die Rente wird oft befristet und kann Abschläge haben, wenn sie vor dem regulären Rentenalter gezahlt wird, aber ein Antrag bei der Rentenversicherung ist der Weg dorthin. 

Was besagt die 5-Jahres-Regel für die Rente?

Die Veräußerung von Vermögenswerten, die mehr als fünf Jahre vor dem Bezug von Sozialleistungen oder einer Rente erfolgt, wird nicht berücksichtigt. Vermögenswerte, die innerhalb von fünf Jahren vor dem Antragsdatum veräußert werden, sind ab dem Datum der Schenkung fünf Jahre lang steuerpflichtig .

Haben neu eingestellte Arbeitnehmer in den ersten 4 Wochen Anspruch auf Krankengeld?

In den ersten vier Wochen eines neuen Jobs zahlt der Arbeitgeber kein Gehalt bei Krankheit, da eine gesetzliche Wartezeit gilt; stattdessen springt die Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld, eine Lohnersatzleistung, die bei ca. 70 % des Bruttogehalts liegt, bis der Arbeitgeber ab der 5. Woche wieder zahlt. Diese Regelung gilt auch, wenn man bereits vor Arbeitsbeginn krank war, da die Wartezeit die 6-wöchige Gehaltsfortzahlung nicht verkürzt, sondern verschiebt, bis der Arbeitgeber zahlt. 

Muss ich meinen Arbeitgeber über eine geplante Operation informieren?

Sie müssen Ihrem Arbeitgeber eine geplante Operation unverzüglich mitteilen, sobald der Termin feststeht, damit dieser die Arbeitsabläufe planen kann. Sie müssen den genauen Grund (die Diagnose) nicht nennen, aber den Zeitpunkt und die voraussichtliche Dauer des Ausfalls mitteilen; das fördert auch das Betriebsklima und ermöglicht eine bessere Planung. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird vom Arzt an die Krankenkasse übermittelt, aber die vorherige Ankündigung an den Chef ist trotzdem wichtig. 

Wie viel Krankengeld bei Neueinstellung?

Bei einem neuen Arbeitgeber zahlt die Krankenkasse Krankengeld (70 % Brutto, max. 90 % Netto) statt des Arbeitgebers, da die 4-wöchige Wartezeit für die Entgeltfortzahlung noch nicht abgelaufen ist (wenn Sie in den ersten 4 Wochen krank werden). Die Berechnungsgrundlage ist Ihr regelmäßiges Bruttoarbeitsentgelt bei diesem Arbeitgeber, wobei die Krankenkasse bei nur kurzer Beschäftigung das zu erwartende Monatsgehalt schätzt. Danach greift die normale Entgeltfortzahlung für 6 Wochen durch den Arbeitgeber. 

Welche Tricks gibt es, um früher in Rente zu gehen?

Trick Nr.

  • Tätige eine Sonderzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung. ...
  • Richte dir ein Lebensarbeitszeitkonto ein. ...
  • Frührente mit 55 Jahren durch Altersteilzeit. ...
  • Früher in Rente durch Arbeitslosigkeit. ...
  • Gehe einfach so abschlagsfrei früher in Rente. ...
  • Gehe mit Abschlägen früher in Rente.

Wie wirkt sich 1 Jahr arbeitslos auf die Rente aus?

Bei einer Arbeitslosigkeit von 1 Jahr erwirbt der Versicherte statt einer Rente von 75,10 Euro nur 60,08 Euro. Durch die Arbeitslosigkeit reduziert sich seine monatliche Rente somit um 15,02 Euro. Bei einer Arbeitslosigkeit von 2 Jahren erwirbt der Versicherte statt einer Rente von 150,20 Euro nur 120,16 Euro.

Warum sind die letzten 5 Jahre vor der Rente wichtig?

Die letzten 5 Jahre vor der Rente sind wichtig, weil sie das finanzielle Finale darstellen, in dem Sie durch strategische Entscheidungen (z.B. Vollzeit arbeiten, Ausgleichszahlungen) noch Einfluss auf Ihre Rente nehmen können und Ihre Altersvorsorge optimieren, obwohl jedes Beitragsjahr grundsätzlich gleich viel zählt, da Sie in dieser Zeit oft am meisten verdienen und so Extra-Punkte sammeln, was Ihre Gesamtrente positiv beeinflusst, aber nicht überproportional erhöht. 

Bei welchen Krankheiten kann man Rente beantragen?

Bei welchen Krankheiten bekommt man eine Erwerbsminderungsrente?

  • Krebs und bösartige Geschwüre.
  • Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates.
  • Krankheiten des Herzens bzw. des Gefäßsystems.
  • Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen.

Was ändert sich 2026 bei der Rente?

2026 steigt der Steuergrundfreibetrag auf 12.348 Euro. Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente ebenfalls: Menschen, die 2026 in Rente gehen, müssen diese zu einem Anteil von 84 Prozent versteuern. Die übrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei.

Wie kann man 2 Jahre bis zur Rente überbrücken?

Um 2 Jahre bis zur Rente zu überbrücken, gibt es mehrere Wege: Nutzung von Arbeitslosengeld I (ALG I) (oft ab 58 Jahren für bis zu 24 Monate), Altersteilzeit (Blockmodell), ein Lebensarbeitszeitkonto, private Vorsorge (z.B. Aktien, ETF-Sparpläne) oder Kauf von Rentenpunkten, wobei die beste Strategie von persönlichen Umständen wie Alter, Gesundheitszustand und Versicherungsjahren abhängt – eine individuelle Beratung ist ratsam. 

Wird man für eine OP-Vorbereitung krankgeschrieben?

Ihre persönliche Vorbereitung im Vorfeld der Operation

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber (ggfs. Schule/Kindergarten), dass Sie am OP-Tag und je nach Art der Operation für weitere Tage krankgeschrieben werden.

Ist man verpflichtet, dem Arbeitgeber mitzuteilen, wie lange man krank ist?

Beschäftigte sind gesetzlich verpflichtet, ihrem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen, dass sie krank sind und wie lange sie voraussichtlich krank bleiben. Das gilt auch, wenn sie im Anschluss an eine Krankschreibung erneut die Arbeitsunfähigkeit attestiert bekommen.

Kann mein Arbeitgeber von mir verlangen, eine Operation zu verschieben?

Nein, dein Arbeitgeber kann dich nicht zwingen, eine notwendige Operation zu verschieben; der Zeitpunkt einer medizinisch erforderlichen OP wird vom Arzt bestimmt, nicht vom Chef, und deine Gesundheit steht im Vordergrund. Allerdings sollte man dem Arbeitgeber den Termin so früh wie möglich mitteilen, damit er die Arbeitsabläufe planen kann, aber er hat kein Recht auf Mitsprache oder die Anweisung, die OP zu verschieben, da dies eine rein medizinische Entscheidung ist. 

Was passiert, wenn ich länger als 72 Wochen krank bin?

Wenn Sie länger als 72 Wochen krank sind, endet der Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse ("Aussteuerung") nach maximal 78 Wochen (wegen der ersten 6 Wochen Lohnfortzahlung). Danach müssen Sie sich bei der Agentur für Arbeit melden, um Arbeitslosengeld (ALG I) zu beantragen, da Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, aber auch nicht arbeitslos gemeldet sind – dies wird oft über die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung (§ 145 SGB III) abgedeckt, die eine Lücke schließt, bis eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) bewilligt wird, falls die Arbeitsfähigkeit dauerhaft gemindert ist. 

Was erfährt der neue Arbeitgeber der Krankenkasse?

Ihr neuer Arbeitgeber erfährt von der Krankenkasse nur administrative Daten wie Ihre Versichertennummer, den Namen Ihrer Kasse und die Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft – keine Diagnosen, Vorerkrankungen oder Details zu Krankengeldbezügen; er meldet Sie elektronisch an und erhält die Bestätigung zur Beitragsabführung, was den Prozess seit 2021 vereinfacht hat, sodass Sie nur Ihre Krankenkasse nennen müssen. 

Ist es schlimm, in der ersten Arbeitswoche krank zu sein?

Passiert es allerdings, dass Sie direkt nach Antritt einer neuen Arbeitsstelle innerhalb der ersten vier Wochen erkranken, springt unmittelbar Ihre Krankenkasse ein – und das für eine Dauer von insgesamt 28 Tagen. Der Arbeitgeber wird in diesem Fall von seiner gesetzlichen Pflicht entbunden.

Welche Jahre zählen nicht zur Rente?

Nicht berücksichtigt werden:

Zeiten aus einem Rentensplitting unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern. Anrechnungszeiten: Zeiten, in denen Sie aus persönlichen Gründen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen können, zum Beispiel wegen Krankheit, Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit, Schulausbildung und Studium.

Welcher wenig bekannte Trick hilft, die Altersrente zu erhöhen?

Der Trick besteht darin , Vermögenswerte wie Autos, Boote, Wohnwagen und Bargeld vor dem 62. Lebensjahr an Familienmitglieder zu verschenken (möglicherweise als vorgezogene Erbschaft) , sodass man, sobald die fünfjährige Sperrfrist abgelaufen ist, sich dem 67. Lebensjahr nähert und die Altersrente mit einem unbelasteten Vermögen beantragen kann.

Lohnt es sich, eine Rente für 5 Jahre zu haben?

Denken Sie daran, dass Sie mindestens fünf Jahre investieren sollten . Bei Investitionen besteht immer das Risiko, weniger zurückzubekommen, als Sie investiert haben. Wenn Sie also schnell an Ihr Geld kommen möchten, verkaufen Sie Ihre Anlagen möglicherweise zu einem Tiefpunkt am Markt und verlieren dadurch Geld.