Wie lange kann man Grundsteuer nachfordern?

Gefragt von: Herr Heinz-Josef Westphal B.Sc.
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Gemäß § 228 AO unterliegen Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis einer besonderen Zahlungsverjährung; die Verjährungsfrist beträgt 5 Jahre. Für eine Anwendung der Verjährungsvorschriften des BGB bleibt danach kein Raum (BFH Beschluss vom 16.8.2006, BFH/NV 2006 S. 2032).

Wie lange kann Grundsteuer rückwirkend festgesetzt werden?

Von dem Tag an tickt die Uhr bis zur sogenannten Zahlungsverjährung. Ist die nach fünf Jahren erreicht, sind die Steuerschulden verjährt. Diese Frist der Zahlungsverjährung gilt übrigens auch für die Verjährung von Schulden bei der Grundsteuer. Sie kann also bis zu fünf Jahre rückwirkend eingefordert werden.

Kann der Vermieter rückwirkend Grundsteuer verlangen?

Das aktuelle Urteil: Rückwirkende Umlage der erhöhten Grundsteuer: Der Vermieter kann auch noch nach Jahren Betriebskosten nachfordern, wenn er sich eine Nachforderung ausdrücklich vorbehalten hatte. Erst wenn dem Vermieter die genauen Kosten bekannt sind, beginnt die Verjährung zu laufen.

Welche Frist gilt für die Nachzahlung der Grundsteuer?

Frist & Nachforderungen der Grundsteuer

Sollte sich die Grundsteuer nach Ablauf der Frist erhöhen, darf hier trotzdem noch eine Nachzahlung verlangt werden. Diese Zahlungsforderung muss die Vermieter:in jedoch innerhalb von drei Monaten nach Erhöhung der Grundsteuer an die Mieter:in stellen.

Wie lange können Gebühren nachgefordert werden?

Gebühren können je nach Art der Forderung unterschiedlich lange nachgefordert werden: Für Bundesgebühren sind es meist 5 Jahre, für allgemeine zivilrechtliche Forderungen und unzulässige Bankgebühren oft 3 Jahre (beginnend mit Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstand), während Sozialversicherungsbeiträge ebenfalls oft 4 Jahre verjähren, aber bei Vorsatz bis zu 30 Jahre betragen können, und GEZ-Nachforderungen bis zu 30 Jahre möglich sind. Die Verjährungsfristen beginnen meist mit dem Ende des Jahres, in dem die Forderung fällig wurde, wobei bestimmte Ereignisse die Verjährung hemmen können, z.B. durch Mahnverfahren. 

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Wann verjährt eine Nachforderung?

Ansprüche verjähren grundsätzlich in drei Jahren (regelmäßige Verjährung). Für Mängel an einem Bauwerk und verwandte Konstellationen ist die Verjährung auf fünf Jahre ausgedehnt.

Wie lange muss man eine Rückwirkendrechnung stellen?

Sie können eine Rechnung grundsätzlich rückwirkend ohne zeitliche Grenze stellen, solange Sie die Leistung erbracht haben, aber der Kunde muss die Zahlung nur innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist von drei Jahren leisten. Diese Frist beginnt am Ende des Kalenderjahres, in dem die Forderung entstanden ist (z. B. eine Leistung vom Juni 2022 verjährt am 31.12.2025). Beachten Sie dabei die UStG-Pflichtangaben auf der Rechnung. 

Wie lange später darf die Nachzahlung kommen?

Nachzahlungen sollten vom Mieter innerhalb von 30 Tagen geleistet werden. Bestehen Zweifel an der Abrechnung, empfiehlt sich eine Zahlung “unter Vorbehalt”.

Kann die Grundsteuer rückwirkend gezahlt werden?

Rechtlich gesehen haben die Städte und Gemeinden noch bis zum 30. Juni 2025 Zeit, ihren Hebesatz festzulegen. Dieser gilt dann rückwirkend für das gesamte Jahr 2025. Viele Kommunen haben ihre Grundsteuerbescheide auch in den vergangenen Jahren erst im neuen Jahr verschickt.

Wie lange akzeptiert das Finanzamt Leerstand?

ein Leerstand von mehr als 10 Jahren als zu lang angesehen wird. Dauert die Renovierung länger als 10 Jahre, darf das Finanzamt folglich die Vermietungsverluste streichen.

Wie lange kann ich zu viel Grundsteuer zurückfordern?

Antrag auf Grundsteuer-Erstattung: Frist

Den Antrag auf teilweise Rückerstattung müssen Vermieter bis zum 31.03.2025 stellen (§ 35 Abs. 2 GrStG).

Kann die Grundsteuer nachträglich auf den Mieter umgelegt werden?

Dürfen Vermieter erhöhte Grundsteuer nachträglich umlegen? Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen: Eine Nachforderung ist möglich, wenn die Erhöhung nach Erstellung der Nebenkostenabrechnung erfolgt. Die Nachforderung muss innerhalb von 3 Monaten nach Bekanntgabe der neuen Grundsteuer erfolgen.

Für welchen Zeitraum kann das Finanzamt Steuern nachfordern?

Bei Personen, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, gibt es eine siebenjährige Frist, innerhalb der das Finanzamt die Steuererklärung nachfordern kann. Falls Ihnen dann die Belege fehlen, kann das Finanzamt die Steuer schätzen.

Wie lange kann Grundsteuer vom Mieter nachgefordert werden?

Die Nachforderung rückwirkend erhöhter Grundsteuer kann der Vermieter (hier: nach beendetem Mietverhältnis) geltend machen, solange die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren, beginnend mit dem Ablauf des jeweiligen Jahres der zulässigen Mitteilung der Betriebskostenabrechnung des früheren Abrechnungszeitraums, ...

Welche Strafen drohen, wenn ich die Grundsteuer nicht bezahle?

Der Säumniszuschlag und die fällige Grundsteuer müssen innerhalb von zwei Wochen bezahlt werden. Geschieht das nicht, kann ein Zwangsgeld vom Finanzamt erhoben werden. Hier müssen Sie mit mehreren hundert Euro rechnen. Maximal kann das Finanzamt 25.000 Euro verlangen.

Wann verjährt eine Grundsteuerforderung?

Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis unterliegen einer besonderen Zahlungsverjährung. Die Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre (§ 228 AO).

Was passiert, wenn ich keinen Grundsteuerbescheid bekomme?

Noch keinen Grundsteuerbescheid erhalten: Zahlungen vorerst stoppen. Wer noch keinen Bescheid hat, soll die bisherigen Zahlungen aussetzen - das rät der Bund der Steuerzahler. Eigentlich wären die ersten Zahlungen schon am 15. Februar fällig. Die Kommunen haben aber noch bis Juni Zeit, die neuen Hebesätze festzulegen.

Wer zahlt Grundsteuer bis zum Grundbucheintrag?

Bei einem Eigentumswechsel ist der bisherige Eigentümer so lange verpflichtet Grundsteuer zu zahlen, bis die steuerliche Zurechnung durch das Finanzamt auf einen neuen Eigentümer erfolgt. Die Zurechnung geschieht frühestens zum 1.1. des auf den Eigentumsübergang folgenden Jahres.

Wie lange rückwirkend Nachzahlung?

Die Abrechnung muss dem Mieter spätestens zwölf Monate nach Ende des vereinbarten Abrechnungszeitraums schriftlich vorliegen. Versäumt der Vermieter diese Frist, kann er keine Nachforderungen mehr stellen. Sowohl für Mieter als auch für Vermieter gilt nach § 195 BGB eine Verjährungsfrist von drei Jahren.

Wann ist eine Nachzahlung verjährt?

Nebenkostenabrechnung: Verjährung für Vermieter und Mieter

Es gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren, gerechnet vom Ende der Abrechnungsfrist. Beispiel: Die Abrechnungsfrist für die Nebenkostenabrechnung 2021 hat am 31.12.2022 geendet. Der Anspruch des Mieters verjährt also am 31.12.2025.

Wie hoch dürfen Nachzahlungen sein?

Eine Nachzahlung (z. B. bei Nebenkosten) darf grundsätzlich keine gesetzliche Obergrenze haben, sie richtet sich nach den tatsächlich angefallenen Kosten. Allerdings muss die Abrechnung formal korrekt sein, darf nur umlagefähige Kosten enthalten und muss für dich verständlich sein, sonst darfst du die Zahlung verweigern, bis sie korrigiert ist. Hohe Nachzahlungen können jedoch zur fristlosen Kündigung führen, wenn der Betrag mehr als zwei Monatsmieten übersteigt, aber Ratenzahlung ist oft verhandelbar. 

Wie lange muss ich eine Rechnung rückwirkend bezahlen?

Die Verjährungsfrist von Rechnungen beträgt in der Regel drei Jahre. Das klingt nach einem sehr langen Zeitraum – für Unternehmer mit unordentlicher Buchhaltung ist dieser allerdings rasch verstrichen.

Wie lange kann ich eine Rechnung rückwirkend stellen?

Die Rechnungsstellung hat zwei wichtige Fristen: Für gewerbliche Leistungen (B2B) müssen Rechnungen spätestens 6 Monate nach Leistungserbringung gestellt werden, sonst drohen Bußgelder und Steuernachteile; für Privatkunden (B2C) gibt es keine gesetzliche Frist, aber meist gilt die 30-tägige Zahlungsfrist, die mit Zugang der Rechnung beginnt, wenn nichts anderes vereinbart ist. Nach Ablauf dieser 30 Tage tritt der Zahlungsverzug ein. Eine allgemeine Verjährungsfrist für Forderungen beträgt 3 Jahre ab Ende des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstand. 

Wie lange muss man eine Rückwirkendrechnung bezahlen?

Die Verjährungsfrist für Rechnungen beträgt in Deutschland drei Jahre und beginnt zum Jahresende des Leistungsjahres. Nach Ablauf dieser Frist kann der Schuldner die Zahlung verweigern. Eine Mahnung allein stoppt die Verjährung nicht, sondern nur rechtliche Schritte wie ein gerichtliches Mahnverfahren mit Mahnbescheid.