Wie vererbt man Wertpapiere?

Gefragt von: Herr Prof. Max Kruse
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Wer Aktien vererben will, kann in einem Testament oder in einem Erbvertrag bestimmte Erben für das Wertpapierdepot einsetzen. Wird kein solches Dokument erstellt, greift die gesetzliche Erbfolge beim Tod des Depotinhabers. Möglich ist auch, das Depot in Form eines Vermächtnisses weiterzugeben.

Können Wertpapiere vererbt werden?

Wertpapiere unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Vererbbarkeit nicht von anderen Vermögenswerten. Im Erbfall fallen sie im Wege der „Gesamtrechtsnachfolge“ automatisch an den bzw. die Erben.

Wer erbt mein Depot?

Das Depot gehört genauso wie alle anderen Vermögenswerte zum Nachlass. Die Wertpapiere, die sich zum Zeitpunkt des Todes im Depot befinden, gehen im Wege der Gesamtrechtsnachfolge an einen Erben oder an eine Erbengemeinschaft über, wenn keine anderen testamentarischen Regelungen getroffen wurden.

Wie werden Aktien im Erbfall bewertet?

Befinden sich in einer Erbschaft Aktien, so ist für die Festsetzung der Erbschaftsteuer deren Wert zum Todestag maßgebend. Ob dieser Wert nach dem Todesfall fällt, interessiert das Finanzamt nicht.

Kann man ETFS vererben?

Wertpapiere unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer Vererbbarkeit nicht von anderen Vermögenswerten. Im Erbfall fallen sie im Wege der „Gesamtrechtsnachfolge“ automatisch an den beziehungsweise die Erben.

Erben erklärt: Wer erbt was? Pflichtteil, Schenkung, Vererben & mehr verstehen!

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Sind Wertpapiere Barvermögen?

Unter Barvermögen versteht die Rechtsprechung dabei aber nicht nur Guthaben auf Bankkonten, sondern alles Vermögen, das kurzfristig verflüssigt werden kann wie z.B. vorhandene Wertpapiere, aber auch leicht in Geld verwandelbare Sparbriefe.

Sind ETFs nach 10 Jahren steuerfrei?

Steuern auf thesaurierende ETFs

Da Anleger keine Ausschüttungen erhalten haben, mussten sie erst beim Verkauf Ihrer Anteile Steuern bezahlen. Wer seine ETFs also z. B. über 10 Jahre gehalten hat, konnte so von einer Steuerstundung profitieren.

Wem gehören die Aktien im Depot?

Eine beruhigende Nachricht gleich vorweg: Die Wertpapiere gehören immer dem Anleger und nicht dem insolventen Depot-Anbieter. Dieser ist vertraglich nur für die treuhänderische Verwaltung der Wertpapiere zuständig. Im Falle einer Pleite gelten sie als Sondervermögen.

Können Aktien übertragen werden?

Ja, man kann Aktien, Fonds und andere Wertpapiere an seine Liebsten verschenken – wenn man ein paar Dinge beachtet. Wertpapiere können sogar ein sinnvolles Geschenk sein, das langfristig Rendite bringen kann.

Kann ich mein Depot auf meine Tochter übertragen?

Auch auf Minderjährige können Sie Ihre Aktien oder Ihr gesamtes Depot übertragen. Allerdings müssen die Kinder über ein Junior-Depot verfügen, das in ihrem Namen von den gesetzlichen Vertretern (in der Regel den Eltern) treuhänderisch geführt wird.

Kann ich mein Depot auf eine andere Person übertragen?

Depotübertrag auf eine andere Person

ETFs, Aktien und andere Wertpapiere kann man nicht nur in ein anderes Depot übertragen. Auch der Übertrag auf eine andere Person ist möglich.

Wer entscheidet wer was erbt?

Das Nachlassgericht hat die Pflicht, Erben zu ermitteln. Erst wenn es feststellt, dass keine Erben auffindbar sind, erbt der Fiskus (§ 1964 BGB). Selbst wenn der Nachlass geringwertig oder überschuldet ist, muss das Nachlassgericht ermitteln.

Wie werden Wertpapiere übertragen?

Welche Wertpapiere kannst Du übertragen? Möchtest Du Wertpapiere in ein anderes Depot übertragen, muss Deine bisherige Bank sie herausgeben. Dazu ist sie in Deutschland gesetzlich verpflichtet. Allerdings muss der Anbieter Deines neuen Depots nicht jedes Wertpapier annehmen.

Was passiert wenn ich Wertpapiere verkaufe?

Auf Ihre Erträge aus Dividenden und realisierten Kursgewinnen beim Verkauf der Aktien fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer, ein Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Indem Sie einen Freistellungsauftrag abgeben, können Sie diese umgehen, wenn Sie unterhalb des Freibetrags bleiben.

Was passiert mit Fonds bei Todesfall?

Häufig, so Rechtsanwalt Hagemann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, werden die Erben, die Kommanditisten sind, aufgefordert bereits ausgezahlte Ausschüttungen, die der Erblasser erhielt, zurück zu zahlen. Denn die Erben haben nicht nur Rechte sondern auch Verbindlichkeiten geerbt.

Was passiert wenn man mehr als 100000 Euro auf dem Konto hat?

Freiwillige Einlagensicherung

Die freiwilligen Einlagensicherungseinrichtungen bieten eine Absicherung der Kundengelder über den gesetzlichen Mindestrahmen hinaus (also grds. der Betrag über 100.000 Euro) und werden in eigener Verantwortung betrieben.

Ist ein Wertpapierdepot sicher?

Ja, das Depot ist geschützt. Selbst wenn der Broker oder die Bank Pleite gehen sollten, blieben die Gelder auf dem Verrechnungskonto und im Depot sicher. Das Geld auf dem Konto ist Teil der gesetzlichen Einlagensicherung – und Ihre Wertpapiere werden getrennt vom Vermögen der Depotbank verwahrt.

Was passiert mit dem Aktiendepot wenn eine Bank pleite geht?

Antwort: Die Aktien im Depot Ihrer Bank gelten rechtlich als sogenanntes Sondervermögen – und auf das hat weder die Bank Zugriff noch ein Insolvenzverwalter. Im Detail bedeutet das: Wertpapiere fallen nicht in die Insolvenzmasse, sondern gehören weiterhin den Anlegern.

Wie viel Erbschaftssteuer muss man bei 20000 € bezahlen?

Beispiel: Ihr Großvater vererbt Ihnen 220.000 Euro. Da Ihre Eltern noch leben, haben Sie einen Freibetrag von 200.000 Euro. Sie müssen also die Besteuerung von 20.000 Euro in Steuerklasse I an den Fiskus bezahlen: Das sind sieben Prozent der Summe, also 1.400 Euro Steuer.

Kann man Verluste aus ETFs steuerlich geltend machen?

Verluste aus dem Verkauf von Investmentfonds-Anteilen oder ETF-Anteilen werden dabei nicht berücksichtigt. Sind zum Beispiel die Verluste im Kalenderjahr 2021 höher als die erzielten Gewinne mit Aktien, kann ein Verlustvortrag ins Jahr 2022 erfolgen.

Wie gebe ich ETFs in der Steuererklärung an?

Muss ich ETFs in der Steuererklärung angeben? Nein, wenn Sie in Deutschland steuerpflichtig sind und Ihre ETFs bei einem deutschen Broker oder einer deutschen Bank halten, müssen Sie Ihre ETFs nicht in der Steuererklärung angeben. Denn dann führt Ihr Geldhaus die eventuell anfallenden Steuern automatisch für Sie ab.

Wie lange muss ich einen ETF halten?

Beim ETF-Sparen sollten Sie nur Geld anlegen, dass Sie in den nächsten fünf bis 15 Jahren nicht benötigen. Ein ETF-Sparplan eignet sich also für Personen, die sich mit kleinen oder großen Beträgen ein Vermögen aufbauen wollen.