Wie viel Abzüge gibt es bei einem Nebenjob?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Anny Merz B.Sc.
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Bei einem Minijob (bis 556 €/Monat 2025) zahlt der Arbeitnehmer meist nur 3,6 % Rentenversicherungsbeitrag (optional Befreiung möglich) und bleibt steuerfrei, während der Arbeitgeber Pauschalen zahlt (Kranken-, Rentenversicherung, Pauschalsteuer), was für den Jobber sehr vorteilhaft ist; bei einem "normalen" Nebenjob (Midijob oder darüber hinaus) fallen je nach Steuerklasse und Verdienst Lohnsteuer und Sozialabgaben an, die direkt vom Gehalt abgezogen werden, wobei die Abzüge mit steigendem Verdienst zunehmen.

Was bleibt von 520 Euro Nebenjob?

Bei einem 520-Euro-Minijob gibt es für dich als Arbeitnehmer kaum Abzüge; meist zahlt der Arbeitgeber die Abgaben, nur in der Rentenversicherung kannst du einen kleinen Anteil (3,6 %) zahlen, um dich zu befreien, oder du stimmst der Pauschalsteuer von 2 % zu, die der Arbeitgeber auf dich umlegen kann, sonst bleibt dein Verdienst "Brutto für Netto". Die Hauptabgaben trägt der Arbeitgeber (u.a. Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung). 

Wie viel Prozent wird bei einem Minijob abgezogen?

Abgaben einschließlich Steuern im Gewerbe

Für Minijobs im gewerblichen Bereich liegen die Abgaben insgesamt bei 35,07 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen tragen davon 31,47 Prozent. Minijobber und Minijobberinnen 3,6 Prozent Rentenversicherungsbeiträge, die vom Verdienst einbehalten werden.

Wie hoch wird ein Zweitjob versteuert?

Beträgt der regelmäßige Verdienst mehr als 450 Euro im Monat, gilt für den Nebenjob die Steuerklasse VI. Beträgt der Arbeitslohn aus einem oder mehreren Nebenjobs monatlich nicht mehr als 520 Euro, kann er mit einem Pauschsteuersatz von zwei Prozent besteuert werden.

Wie viel Geld wird bei Steuerklasse 6 abgezogen?

Steuersatz in Lohnsteuerklasse 6

Der Steuersatz in dieser Klasse hängt von deinem Einkommen ab und wird als Prozentsatz des Bruttolohns berechnet. In der Regel liegt die Steuerlast hier zwischen 50 und 60 Prozent des Bruttolohns. Einen pauschalen Wert gibt es hier nicht.

Things to consider when taking on a second job

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Was passiert, wenn ich mehr als 520 € im Nebenjob verdiene?

Ja, man kann im Minijob mehr als die monatliche Grenze (aktuell 556 € für 2025) verdienen, wenn es gelegentlich und unvorhersehbar geschieht, z.B. durch Krankheitsvertretung, maximal zwei Mal pro Jahr bis zum Doppelten der Grenze (1.112 €), ohne dass die Sozialversicherungspflicht eintritt, solange die jährliche Grenze (6.672 €) nicht dauerhaft überschritten wird. Regelmäßige Überschreitungen führen zum sozialversicherungspflichtigen Midijob.
 

Was bleibt Netto von einem Minijob?

Brutto gleich Netto beim Minijob? Lange galt bei Minijobs: Brutto gleich Netto. Doch bereits seit 2013 unterliegen alle Beschäftigten dem Versicherungsgesetz und müssen einen reduzierten Anteil von 3,6 Prozent ihres Gehalts abgeben.

Welche Nachteile hat ein Minijob?

Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung abführen. Darin besteht ein grundlegender Nachteil des Minijobs: Minijobberinnen und Minijobber erwerben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Weitere Nachteiler ergeben sich bei den Sozialversicherungen und oft auch im Arbeitsrecht.

Ist ein 520 € Nebenjob steuerfrei?

Ein Minijob bis 520 € (bzw. 556 € ab 2024/2025) ist oft steuerfrei, da der Arbeitgeber pauschale Abgaben zahlt und Sie ihn meist nicht in der Steuererklärung angeben müssen, solange Ihre Gesamteinkünfte unter dem Grundfreibetrag bleiben und Sie nicht auf die Pauschalbesteuerung verzichten. Für Sie bleibt der Verdienst steuerfrei, aber Sie können auch keine Werbungskosten absetzen. Der Arbeitgeber übernimmt meist die Pauschalsteuer, Sie müssen nur den Rentenversicherungsbeitrag (wenn nicht befreit) zahlen.
 

Welche Abzüge gibt es beim Hinzuverdienen und Arbeiten?

Wenn Sie als Rentner arbeiten, fallen je nach Rentenart (Altersrente, Erwerbsminderungsrente) und Verdienst weiterhin Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Rentenversicherung) an, es gibt Steuerfreibeträge (Grundfreibetrag) und ab 2026 die neue Aktivrente für unbegrenztes steuerfreies Hinzuverdienen bei Regelaltersrente. Teilrentner zahlen oft voll in die Sozialversicherung ein, während Altersrentner nach Regelalter meist versicherungsfrei in der Renten- und Arbeitslosenversicherung sind (Arbeitgeber zahlt weiter). 

Wie wird ein Minijob als Zweitjob versteuert?

Ein Minijob ist steuerfrei; weitere Minijobs werden steuerlich mit dem Entgelt aus dem Hauptberuf verrechnet. Es ist jedoch nicht möglich, eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit und gleichzeitig einen Minijob beim selben Arbeitgeber auszuführen.

Wann lohnt sich ein Nebenjob?

Wann lohnt sich ein Nebenjob bei Vollzeit? Ein Zweitjob lohnt sich in der Regel nur dann, wenn es sich um einen Minijob mit einem Monatseinkommen von maximal 556 Euro (Stand 2025) handelt. Warum? Weil Minijobs von den Steuern und Sozialabgaben befreit sind.

Wie viel Geld bleibt vom Minijob?

Auch wenn dein Arbeitsentgelt schwankt, ist die Betrachtung im Voraus maßgeblich. Es bleibt beim Minijob, solange die Schwankungen unerheblich sind und im Jahr nicht das 12-fache der Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird (Jahreseinkommen; 2026 = 603 € x 12 = 7.236 €).

Wann kommt der 600 € Minijob?

Die Minijob-Grenze wird nicht auf genau 600 €, sondern auf 603 € pro Monat angehoben, und das gilt ab dem 1. Januar 2026, weil der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 € pro Stunde steigt, was eine automatische Anhebung der Grenze bedeutet. Diese Kopplung an den Mindestlohn ermöglicht es Minijobbern, bei gleicher Stundenzahl mehr zu verdienen, ohne ihren Status zu verlieren. 

Wie viele Stunden muss man für 520 € arbeiten?

Um 520 € zu verdienen, hängt die Stundenzahl stark von deinem Stundenlohn ab; bei Mindestlohn (aktuell ca. 12,82 €/Std., Stand 2025) sind das etwa 40-43 Stunden pro Monat, bei höherem Lohn weniger Stunden (z.B. 520 € / 15 € = ~34,7 Stunden). Die genaue Stundenzahl ergibt sich aus 520 € geteilt durch deinen individuellen Stundenlohn, da die Minijob-Grenze an den Mindestlohn gekoppelt ist. 

Wie wird Krankheit bei einem Minijob bezahlt?

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber Minijobbern bis zu sechs Wochen lang den Lohn weiter, den sie ohne die Krankheit verdient hätten, basierend auf dem Durchschnitt der letzten vier Wochen. Diese Lohnfortzahlung wird vom Arbeitgeber über das U1-Verfahren bei der Knappschaft-Bahn-See (Arbeitgeberversicherung) erstattet (ca. 80 % der Aufwendungen). Minijobber erhalten danach kein Krankengeld von der Krankenkasse, da sie nicht in die Krankenversicherung einzahlen, es sei denn, sie haben einen versicherungspflichtigen Hauptjob.
 

Was bringt ein Jahr Minijob für die Rente?

Erhöhung der Rente durch einen Minijob im gewerblichen Bereich. Bei einem monatlichen Verdienst von 556 Euro liegt der Eigenbeitrag der Minijobber deshalb bei 20,02 Euro pro Monat. Dabei steigt die monatliche Rente mit jedem Jahr in einem Minijob um 5,39 Euro.

Was für Abzüge gibt es bei einem Minijob?

Bei einem Minijob (aktuell bis 556 €/Monat) zahlt der Arbeitnehmer nur einen kleinen Teil, hauptsächlich Rentenversicherungsbeiträge (3,6 % im Gewerbe, 13,6 % im Privathaushalt), während der Arbeitgeber pauschale Beiträge für Kranken-, Rentenversicherung, Steuern (2 %) sowie Umlagen (U1, U2) abführt – zusammen ca. 31,47 % im Gewerbe, weniger im Privathaushalt. Versicherungen wie Arbeitslosen- und Pflegeversicherung fallen weg. 

Wie viel sind 510 € brutto in Netto?

510 € brutto sind 510 € netto

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Wie viele Stunden pro Woche darf ich in einem Nebenjob arbeiten?

Für einen Nebenjob gibt es keine starre Stundengrenze, aber das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) setzt mit 48 Stunden pro Woche (Haupt- + Nebenjob) ein absolutes Maximum, wobei die Stunden aus beiden Jobs zusammengezählt werden. Bei einem 40-Stunden-Hauptjob bleiben oft nur ca. 8 Stunden pro Woche für den Nebenjob übrig, wobei die Gesundheitsschutz-Regeln (8 Stunden pro Tag, Zeitausgleich bei Überstunden) beachtet werden müssen. Für Minijobs (bis 556 €/Monat 2025) gelten ~43 Stunden monatlich (ca. 10 Std./Woche). 

Wird ein 520 € Job dem Finanzamt gemeldet?

Ein Minijob muss in der Regel nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

Wie viel darf ich im Nebenjob verdienen, ohne Steuern zu zahlen?

In einem Minijob (geringfügige Beschäftigung) sind monatlich bis zu ca. 538 € (Stand 2024) oder 603 € (ab 2026) steuer- und sozialabgabenfrei, da hier Pauschalen gelten; bei selbständigen Nebentätigkeiten (Kleingewerbe/Freiberuflich) liegt die Freigrenze bei 410 € pro Jahr. Überschreitest du diese Grenzen, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, aber du profitierst auch vom jährlichen Grundfreibetrag (ca. 11.604 € für 2024), bis zu dessen Höhe dein gesamtes Einkommen steuerfrei bleibt. 

Was ist der Unterschied zwischen Minijob und geringfügig Beschäftigt?

Es gibt keinen Unterschied: Minijob ist der umgangssartige Begriff für eine geringfügige Beschäftigung. Diese ist definiert durch eine Verdienstgrenze (2025: 556 €/Monat) oder eine zeitliche Begrenzung (max. 70 Tage/Jahr), wobei Arbeitnehmer in der Regel sozialversicherungsfrei sind (mit optionaler Rentenversicherungspflicht) und Arbeitgeber pauschale Beiträge zahlen.