Wie werden Krankenhausaufenthalte abgerechnet?

Gefragt von: Gerhild Hennig
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Krankenhausaufenthalte werden über ein System von Fallpauschalen (DRGs) abgerechnet, nicht tageweise, wobei die Krankenkasse die Hauptlast trägt, während gesetzlich Versicherte eine tägliche Zuzahlung (10 €/Tag, max. 28 Tage/Jahr) leisten müssen. Privatversicherte nutzen oft eine Klinik-Card für direkte Abrechnung mit der Versicherung, zahlen aber meist Chefarztleistungen vor, während Selbstzahler die vollen Kosten tragen, die oft über 500-800 € pro Tag liegen.

Wie funktioniert die Abrechnung im Krankenhaus?

Krankenhäuser rechnen in Deutschland hauptsächlich über das DRG-System (Diagnosis Related Groups) ab: Jeder Behandlungsfall wird einer Fallgruppe zugeordnet, die einen Basisfallwert hat, wodurch eine pauschale Vergütung entsteht, die den Schweregrad der Erkrankung berücksichtigt. Die Abrechnung erfolgt direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die einen Teil der Betriebskosten decken, während die Länder die Investitionen finanzieren (duale Finanzierung). Patienten zahlen nur eine tägliche Zuzahlung (10€/Tag), während Privatversicherte nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet werden können, oft mit höheren Sätzen. 

Wie viele Tage Krankenhausaufenthalt muss man zuzahlen?

Die Krankenhaus-Zuzahlung beträgt 10 € pro Tag für maximal 28 Tage im Kalenderjahr; längere Aufenthalte oder mehrere Aufenthalte werden ab dem 29. Tag nicht mehr zuzahlungspflichtig und die gezahlten Beträge zählen zur jährlichen Belastungsgrenze, nach deren Erreichen man sich befreien lassen kann. Für Kinder unter 18 Jahren entfällt die Zuzahlung im Krankenhaus komplett. 

Wie zählen die Tage im Krankenhaus?

Der Aufnahmetag – auch bei Stundenfällen – sowie jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes zählt als Berechnungs- bzw. Belegungstag. Entlassungs- und Verlegungstage werden dabei nicht mitgezählt.

Wann kommt die Rechnung nach einem Krankenhausaufenthalt?

Nach einem Krankenhausaufenthalt kommt die Rechnung meist zeitverzögert, da Krankenhäuser die allgemeinen Leistungen direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnen, was einige Wochen bis Monate dauern kann, bis Ihre Kasse prüft (§ 275c SGB 5). Als Privatpatient erhalten Sie die Rechnung für Wahlleistungen (z. B. Chefarzt) direkt nach der Entlassung, oft mit 30-tägigem Zahlungsziel, und reichen diese dann bei Ihrer PKV ein, die meist schnell erstattet. 

Gesundheitspolitik Verstehen: DRG-System

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Wie lange dauert es, bis man die Rechnung vom Krankenhaus bekommt?

Die Rechnung vom Krankenhaus kommt meistens nach der Entlassung, oft wenige Wochen später, aber die Dauer kann variieren – bei gesetzlich Versicherten kommt die Rechnung für die Zuzahlung direkt vom Krankenhaus, bei Privatversicherten rechnet das Krankenhaus oft direkt mit der PKV ab, wobei die PKV dann erstattet, was auch einige Wochen dauern kann, bevor Sie selbst eine (ggf. differenzierte) Rechnung bekommen. Die Zeitspanne hängt von der Komplexität, der Krankenkasse (GKV/PKV) und der internen Bearbeitung ab, aber grundsätzlich gilt: Sie erhalten die Rechnung, wenn der Aufwand abgerechnet werden kann. 

Wer stellt die Rechnung für einen Krankenhausaufenthalt?

Selbstzahler (also auch Privatversicherte, Beihilfeberechtigte) erhalten vom Krankenhaus eine Rechnung.

Wie zählt man die Tage im Krankenhaus?

Die Aufenthaltsdauer (Length of Stay, LOS) bezeichnet die Dauer eines einzelnen Krankenhausaufenthalts. Die stationären Behandlungstage werden berechnet, indem der Aufnahmetag vom Entlassungstag abgezogen wird .

Wie berechnet man die Belegungstage in einem Krankenhaus?

Man berechnet sie mit der folgenden Formel:

  1. Bettenauslastung = Anzahl der Belegungstage / (Anzahl der verfügbaren Betten x Kalendertage) x 100.
  2. Beispielrechnung:
  3. Durchschnittliche Verweildauer (DGV) = Summe der Belegungstage aller Patienten/ Anzahl der Fälle.

Wann beginnt der Tag im Krankenhaus?

Der Tag in einem Krankenhaus beginnt häufig damit, dass eine Pflegefachkraft oder ein Pflegeassistent Blut abnimmt, meistens zwischen 5 und 8 Uhr morgens. Die Blutentnahme erfolgt so früh, damit das Krankenhauspersonal die Ergebnisse möglichst früh am Tag überprüfen kann.

Warum bekomme ich eine Rechnung vom Krankenhaus?

Sie bekommen eine Rechnung vom Krankenhaus, weil Sie privat versichert sind (und die Rechnung einreichen müssen), weil Sie Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung oder ein Einzelzimmer gebucht haben, oder wenn Sie Selbstzahlerleistungen in Anspruch genommen haben, aber auch als gesetzlich Versicherter bei Fehlverhalten (z.B. unnötiger Rettungswagen), die Rechnung kann aber auch eine Nachforderung für Leistungen sein, die Ihre Versicherung nicht komplett übernimmt, oder einfach, weil das Krankenhaus als Vertragspartner direkt mit Ihnen abrechnet, gerade bei Zusatzleistungen. 

Welche Patienten müssen keine Zuzahlung zahlen?

Nach Erreichen der Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens können sich Versicherte aber von den Zuzahlungen befreien lassen. Bei chronisch Kranken liegt die Schwelle bei einem Prozent des Einkommens. Sie müssen dazu einen entsprechenden Antrag bei ihrer jeweiligen Krankenkasse stellen.

Muss ich eine Zuzahlung für einen Krankenhausaufenthalt über den Jahreswechsel bezahlen?

Bei einem Krankenhausaufenthalt über den Jahreswechsel gibt es Besonderheiten: Sie zahlen maximal 10 € pro Tag für bis zu 28 Tage im Jahr, wobei die Tage über den Jahreswechsel hinweg angerechnet werden und keine neue 28-Tage-Frist beginnt. Wenn Ihre Zuzahlungsbefreiung im alten Jahr ausläuft, müssen Sie für die restlichen Tage im neuen Jahr ggf. erneut zahlen, es sei denn, Sie haben eine neue Befreiung für das neue Jahr beantragt. 

Wie viele Tage muss man zuzahlen, wenn man im Krankenhaus liegt?

Die Krankenhaus-Zuzahlung beträgt 10 € pro Tag für maximal 28 Tage im Kalenderjahr; längere Aufenthalte oder mehrere Aufenthalte werden ab dem 29. Tag nicht mehr zuzahlungspflichtig und die gezahlten Beträge zählen zur jährlichen Belastungsgrenze, nach deren Erreichen man sich befreien lassen kann. Für Kinder unter 18 Jahren entfällt die Zuzahlung im Krankenhaus komplett. 

Wie werden Kassenpatienten abgerechnet?

Kassenpatienten erhalten grundsätzlich keine Rechnung für reguläre Behandlungen, da Ärzte direkt mit den Krankenkassen abrechnen (Sachleistungsprinzip), zahlen aber oft 10€ Praxisgebühr pro Quartal und Zuzahlungen für Medikamente. Eine Rechnung wird nur bei privaten Zusatzleistungen (IGeL) ausgestellt, für die vorher ein schriftlicher Vertrag nötig ist, oder wenn der Kassenpatient bewusst als Selbstzahler eine Privatbehandlung wünscht (z.B. im Ausland). Patienten haben Anspruch auf eine kostenlose Quittung über die abgerechneten Kassenleistungen und können ihre elektronische Patientenakte einsehen. 

Wer meldet einen Krankenhausaufenthalt der Krankenkasse?

Muss ich meine Krankenkasse über einen Krankenhausaufenthalt informieren? In der Regel übernimmt das Krankenhaus die Meldung bei der Krankenkasse und informiert über die Einweisung und Entlassung.

Wie werden die Tage im Krankenhaus gezählt?

Belegungstage sind der Aufnahmetag sowie jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne den Verlegungs- oder Entlassungstag aus dem Krankenhaus. Wird ein Patient/eine Patientin am gleichen Tag aufgenommen und verlegt oder entlassen, gilt dieser Tag als Aufnahmetag.

Wie berechnet man Belegungstage?

Belegungstage (oder Berechnungstage) im Krankenhaus sind die Summe aller Tage, an denen ein Patient vollstationär untergebracht ist, wobei Aufnahme- und Entlasstag als ein einziger Tag zählen – es sei denn, Aufnahme und Entlassung erfolgen am selben Tag, dann ist es ebenfalls ein Tag, während der Entlasstag (ohne gleichzeitige Aufnahme) bei teilstationärem Aufenthalt berechnet wird. Für die allgemeine Berechnung der Bettenauslastung nutzen Kliniken die Formel: (Gesamte Belegungstage / (Anzahl der verfügbaren Betten x Kalendertage)) x 100, um die Auslastung zu ermitteln.
 

Wie berechnet man eine Auslastung?

Um die Auslastung zu berechnen, teilst du die tatsächlich genutzte Kapazität (z.B. belegte Zimmer, verrechnete Stunden, produzierte Menge) durch die maximal mögliche Kapazität (verfügbare Zimmer, Gesamtstunden, maximale Produktion) und multiplizierst das Ergebnis mit 100, um einen Prozentwert zu erhalten. Die allgemeine Formel lautet: Auslastung (%) = (Ist-Wert / Soll-Wert) \* 100. 

Ist der Samstag ein Werktag im Krankenhaus?

Und auch das Bundesarbeitsgericht ließ die Klinik bei der hiergegen gerichteten Revision abblitzen: Der Samstag ist ein Werktag, jedenfalls im Sinne des TVöD-K. Werktage: Nach § 3 Absatz 2 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) gelten alle Tage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen als Werktage.

Wie viel ist das Taggeld im Krankenhaus?

Man muss als gesetzlich Versicherter ab 18 Jahren 10 Euro pro Tag für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr zahlen, die sogenannte Zuzahlung, die das Krankenhaus direkt einzieht, während eine private Krankenhaustagegeldversicherung zusätzliche Kosten wie Einbettzimmer abdeckt und deren Höhe variiert, aber oft 10 Euro/Tag oder mehr beträgt und nicht gedeckelt ist. Die Zuzahlung ist für jeden Tag des Aufenthalts fällig, inklusive Aufnahme- und Entlassungstag, maximal bis 28 Tage im Jahr. 

Was muss man pro Tag im Krankenhaus zahlen?

Ein Tag im Krankenhaus kostet für Gesetzlich Versicherte nur eine Zuzahlung von 10 € pro Tag (max. 28 Tage/Jahr). Die tatsächlichen Kosten, die das Krankenhaus trägt, liegen je nach Fall zwischen 300 € und 1.500 € oder mehr. Für Selbstzahler und bei Wahlleistungen (z. B. Einzelzimmer) können die Kosten für Unterkunft und Chefarztbehandlung schnell 130 € bis 200 € pro Tag oder mehr betragen, je nach Komfort und Krankenhaus. 

Wer stellt eine Krankmeldung bei einem Krankenhausaufenthalt aus?

Bei einem Krankenhausaufenthalt stellt der behandelnde Krankenhausarzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) aus, oft schon bei Aufnahme oder zum Entlassungstag, wobei das Krankenhaus die Daten elektronisch an die Krankenkasse übermittelt, die sie dann an den Arbeitgeber weiterleitet. Bei Bedarf kann das Krankenhaus auch eine AU für bis zu sieben Tage nach Entlassung bescheinigen. Ist man danach weiterhin arbeitsunfähig, stellt der Hausarzt die Folgebescheinigung aus. 

Was macht man in der stationären Abrechnung?

Abrechnung der Chefarztbehandlung nach DRG

Mit der Fallpauschale und der zusätzlichen Vergütung bezahlen Sie alle Krankenhausleistungen, von der medizinischen Behandlung, ggf. Operation über Unterkunft und Verpflegung bis hin zu den Zusatzleistungen. Inbegriffen ist auch, wenn notwendig, die Chefarztbehandlung.

Wann kommt die Rechnung vom Krankenhaus?

Die Rechnung vom Krankenhaus kommt meistens nach der Entlassung, oft wenige Wochen später, aber die Dauer kann variieren – bei gesetzlich Versicherten kommt die Rechnung für die Zuzahlung direkt vom Krankenhaus, bei Privatversicherten rechnet das Krankenhaus oft direkt mit der PKV ab, wobei die PKV dann erstattet, was auch einige Wochen dauern kann, bevor Sie selbst eine (ggf. differenzierte) Rechnung bekommen. Die Zeitspanne hängt von der Komplexität, der Krankenkasse (GKV/PKV) und der internen Bearbeitung ab, aber grundsätzlich gilt: Sie erhalten die Rechnung, wenn der Aufwand abgerechnet werden kann.