Wie werden Witwen versteuert?

Gefragt von: Hermine Baier
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Muss ich die Witwenrente versteuern? Ja, die Witwenrente gehört grundsätzlich zu den steuerpflichtigen Einkünften. Aber keine Sorge: In vielen Fällen musst du trotzdem keine Steuer zahlen, dank des sogenannten Grundfreibetrags. Grundfreibetrag 2025 für Alleinstehende: 12.096 € jährlich.

Wie hoch ist die Steuernachzahlung für Witwen?

Bei Witwen und Witwer mit einem zusätzlichen Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit ohne weitere Einkünfte hat sich eine ungefähre Faustregel von zwei bis drei vollen Hinterbliebenenrenten als Rücklage für die jährliche Steuernachzahlung bewährt.

Was muss eine Witwe an Steuern zahlen?

Als Witwe gilt für Sie genauso wie als Witwer zunächst Steuerklasse 3. Diese ist besonders günstig, weil Sie dort den doppelten Grundfreibetrag erhalten. Im Jahr 2025 sind das also 24.696 Euro. Erst wenn Ihr Einkommen diesen Betrag übersteigt, müssen Sie Steuern zahlen – und dann auch nur auf den übersteigenden Teil.

Welche Steuerklasse hat ein Witwer?

Lohnsteuerklasse 1

In der Lohnsteuerklasse 1 finden sich in der Regel ledige Personen und Arbeitnehmer, die geschieden sind oder dauerhaft getrennt leben. In dieser Lohnsteuerklasse finden sich ebenfalls Witwen und Witwer. Ab dem zweiten Jahr, nach dem Tod des Partners fallen verwitwete Personen in diese Steuerklasse.

Wie hoch ist der Steuerfreibetrag bei Witwen?

Für Witwen gibt es zwei Hauptbereiche mit Freibeträgen: Bei der Witwenrente gibt es einen monatlichen Einkommensfreibetrag (z.B. 1.076,86 € ab Juli 2025), der bei Überschreitung zu einer Kürzung der Rente führt, wobei 40 % des Mehrbetrags angerechnet werden. Im Steuerrecht profitiert man oft durch die Steuerklasse 3 (doppelter Grundfreibetrag, z.B. 24.696 € für Alleinstehende 2025) im Todesjahr und dem Folgejahr durch den sog. Gnadensplitting, bevor erst danach die Einzelveranlagung mit Single-Grundfreibetrag greift. 

Witwen- / Witwerrente und Steuererklärung - was muss ich beachten? | VLH erklärt

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Bin ich als Witwe verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen?

Nach dem Tod eines Menschen übernehmen die Erben nicht nur das Vermögen, sondern auch steuerliche Pflichten. Dazu gehört die Abgabe der letzten Steuererklärung für den Verstorbenen. Je nach Einkommensverhältnissen kann diese verpflichtend oder freiwillig sein.

Wie hoch ist der Freistellungsauftrag bei Witwen?

Bei zusammenveranlagten Ehegatten oder Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 2.000 Euro gewährt. Bis zum 31. Dezember 2022 betrug dieser 801 Euro bzw. 1.602 Euro.

Wie lange kann ich als Witwe in Steuerklasse 3 bleiben?

Wie lange kann ich als Witwe in Steuerklasse 3 bleiben? Sie bleiben im Todesjahr und im darauffolgenden Jahr automatisch in Steuerklasse 3. Ab dem übernächsten Jahr erfolgt der Wechsel in Steuerklasse 1 oder 2 (falls Sie ein Kind im Haushalt haben und Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende haben).

Was kann ich als Witwe steuerlich absetzen?

Der Hinterbliebenen-Pauschbetrag in Höhe von 370 € steht Hinterbliebenen zu, wenn ein Ehepartner oder ein Elternteil verstirbt. Du bekommst als Witwe, Witwer oder Waise den Pauschbetrag einmalig im jeweiligen Steuerjahr. Wann genau der Tod innerhalb des Kalenderjahrs war, ist dabei egal.

Werden Altersrente und Witwenrente zusammen versteuert?

Ja, sowohl Ihre eigene Rente als auch die Witwenrente werden steuerlich zusammenaddiert und versteuert, wobei beide Einkunftsarten den allgemeinen Grundfreibeträgen unterliegen und nur der Teil, der über den Freibeträgen (und dem individuellen Rentenfreibetrag) liegt, steuerpflichtig wird; es gibt aber auch eine separate Einkommensanrechnung, bei der Einkommen über einem Freibetrag die Witwenrente kürzen kann. 

Wie kann ich als Witwe Steuern sparen?

Mit dem Hinterbliebenenpauschbetrag können manche Witwen und Waisen Steuern sparen. Der steuerliche Freibetrag liegt bei 370 Euro. Wenn Sie eine Hinterbliebenenrente beziehen, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Hinterbliebenenpauschbetrag von 370 Euro.

Wie viel Einkommen darf eine Witwe haben?

Als Witwe dürfen Sie aktuell (ab 1. Juli 2025) bis zu 1.076,86 € Netto-Einkommen monatlich anrechnungsfrei hinzuverdienen; darüber hinausgehende Einkünfte werden zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet. Einkünfte aus einem Minijob (520-Euro-Job) bleiben in der Regel komplett anrechnungsfrei, da der Freibetrag nicht überschritten wird. Für die Berechnung wird ein fiktives Nettoeinkommen aus Ihrem Brutto-Einkommen ermittelt, von dem pauschal 40 % abgezogen werden, bevor der Freibetrag angewendet wird. 

Wird die Witwenrente automatisch an das Finanzamt übermittelt?

Steuerklasse bei Witwenrente

Für das Jahr, in dem Ihr Ehepartner stirbt, erhalten Sie den höchsten Steuerfreibetrag. Denn sie werden dann automatisch vom Finanzamt in Steuerklasse 3 eingestuft, sobald es den Todeszeitpunkt Ihres Partners vom Meldeamt erfahren hat.

Wie lange kann das Finanzamt von einem Verstorbenen Steuern nachfordern?

Wichtig: Das Finanzamt kann für mehrere Jahre rückwirkend fehlende Steuererklärungen nachfordern. War der Verstorbene nachlässig, kann auf die Erben ein großer Berg Arbeit zukommen.

Warum muss ich Steuern nachzahlen, wenn ich Witwenrente bekomme?

Hinterbliebenenrenten, in diesem Fall die Witwer- bzw. Witwenrente, sind einkommensteuerpflichtig. Für die Besteuerung werden die Witwen- oder Witwerrenten und die eigene Rente (oder falls man noch arbeitet das Einkommen) addiert. Hier gilt weiterhin der Grundfreibetrag, bis zu dem keine Steuern gezahlt werden müssen.

Wie viel Steuern muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Wann müssen Witwen eine Steuererklärung machen?

Hinterbliebene, die Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine mit dem Einreichen der Unterlagen beauftragen, haben bis zum 28. Februar 2022 Zeit. Für freiwillige Erklärungen gilt die allgemeine Festsetzungsfrist. Die Verjährung würde also in diesem Fall erst mit Ablauf des 31.

Erhalten Witwen Steuervorteile?

In den ersten beiden Steuerjahren nach dem Tod Ihres Ehepartners können Sie als überlebender Ehepartner veranlagen, wodurch Sie einen höheren Standardabzug und einen niedrigeren Steuersatz erhalten als bei der Veranlagung als Einzelperson .

Wie hoch ist der Steuerfreibetrag für Witwen?

Für Witwen gibt es zwei Hauptbereiche mit Freibeträgen: Bei der Witwenrente gibt es einen monatlichen Einkommensfreibetrag (z.B. 1.076,86 € ab Juli 2025), der bei Überschreitung zu einer Kürzung der Rente führt, wobei 40 % des Mehrbetrags angerechnet werden. Im Steuerrecht profitiert man oft durch die Steuerklasse 3 (doppelter Grundfreibetrag, z.B. 24.696 € für Alleinstehende 2025) im Todesjahr und dem Folgejahr durch den sog. Gnadensplitting, bevor erst danach die Einzelveranlagung mit Single-Grundfreibetrag greift. 

In welcher Steuerklasse bin ich als Witwe?

Ab Beginn des zweiten Kalenderjahres nach dem Tod Ihrer Partnerin oder Ihres Partners kommen Sie in die Steuerklasse I. Anstelle der Steuerklasse I kann für Sie die günstigere Steuerklasse II in Betracht kommen, wenn Ihnen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht.

Wie hoch ist der Steuersatz für eine Witwe?

Wie bereits erwähnt, gelten für Witwen/Witwer dieselben Steuersätze und -klassen wie für Ehepaare, die gemeinsam veranlagen. Im Allgemeinen ermöglicht dies Witwen/Witwern, nach dem Tod des Ehepartners zwei Jahre lang den ermäßigten Steuersatz für gemeinsam veranlagte Ehepaare zu erhalten, sofern sie ledig bleiben.

Welche Ansprüche stehen mir als Witwe zu?

Sie können unter Umständen Hinterbliebenenbeihilfe beantragen, wenn Sie zwischen 45 Jahren und dem Renteneintrittsalter verwitwet sind. Sie können diese Beihilfe bis zu 52 Wochen lang ab dem Todestag Ihres Ehemanns, Ihrer Ehefrau oder Ihres eingetragenen Lebenspartners erhalten.

Wie hoch darf die Witwenrente sein, um keine Steuern zu bezahlen?

Witwenrente 2025: Freibetrag für zusätzliches Einkommen

Der Freibetrag für Einkünfte zusätzlich zur Hinterbliebenenrente steigt zum 1. Juli von 1.038,05 Euro auf 1.076,86 Euro monatlich. Auch dieser Wert gilt bundeseinheitlich.

Was passiert, wenn man keinen Freistellungsauftrag gestellt hat?

Was tun, wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt? Hast du keinen Freistellungsauftrag erteilt, werden deine Kapitalerträge automatisch mit 25 % Abgeltungsteuer besteuert. Liegen deine Erträge unter dem Sparerpauschbetrag, kannst du dir die zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung zurückholen.

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau die Witwenrente (groß oder klein), das Sterbevierteljahr (Sofortzahlung) und ein gesetzlicher Erbteil zu, der je nach Situation (Kinder, Zugewinngemeinschaft) variiert, wobei die Witwenrente meist 55 % der Partnerrente beträgt, nach den ersten drei Monaten aber eigenes Einkommen angerechnet wird.